Berlin : 680 000 Euro für eine ganze Insel

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Das kleine Glück gab es vor der Tür: einen gebrauchten Gameboy, ein Dackelbild im Holzrahmen für 1 Euro 75, eine Platte mit den „Deutschen Wirtschaftswunder-Hits“. Den meisten reicht das. Irgendjemand jedoch wollte mehr, und schickte die Rechtsanwältin Kerstin Mock an den Ramschständen vorbei ins Rathaus Schöneberg zur Immobilienauktion veranstaltete. Wer auch immer Frau Mock geschickt hatte (sie verriet es nicht), wollte das große Glück: eine eigene, 52 465 Quadratmeter große Insel nämlich, mitten im brandenburgischen Lychensee mit Nebenhaus und Teehaus. Für 150 000 Euro wurde die Insel „Langes Werder“ aufgerufen, und schon bald hatten Mock und ein Herr aus der letzten Reihe die acht Mitbewerber am Telefon abgehängt, den Bieter aus New York, den Banker aus London, und auch den Interessenten aus Südamerika. Das Duell um die Insel fand im Saal statt: Bei 655 000 Euro zögerte Frau Mock, nickte dann kurz, und hob doch den rechten Arm. Zweimal wurde sie noch überboten, doch bei ihren Gebot von 680 000 Euro schlug Plettner dreimal aufs Pult, und rief „Herzlichen Glückwunsch“. mos

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