Berlin : 7. Mai 1981

Vor 25 Jahren berichteten wir über einen Disput zur freien Arztwahl

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Die freie Arztwahl, wie sie die Reichsversicherungsordnung garantiert, möchte die Kassenärztliche Vereinigung keineswegs antasten lassen. Wie Dr. Gerhard Raudszus als Vorsitzender gestern in einem Informationsgespräch betonte, wendet sich seine Berufsorganisation energisch gegen Überlegungen, den Patienten einen direkten Weg zum Facharzt zu verlegen. Derartige Einschränkungen sind kürzlich beim Bundesverband der Ortskrankenkassen erörtert worden, der alle Patienten zunächst zum praktischen Arzt zwingen möchte. Nur wenn dieser es für erforderlich hält, sollte der Kranke dann zum Spezialisten überwiesen werden. Am Beispiel einer Internisten-Praxis wurde deutlich, daß mehr als die Hälfte der Patienten mit dem Original-Krankenschein kommen; nicht einmal fünf Prozent sind Überweisungen von Ärzten für Allgemeinmedizin. Ausgelöst wurde die ganze Diskussion unter finanziellen Gesichtspunkten. Die Kassen meinen, daß die Versicherten bei den praktischen Ärzten „billiger“ behandelt werden könnten. Abgerechnet werden bei der KV pro Quartal für jeden Schein von den Praktikern 60, von den Internisten rund 80 Mark.

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