Berlin : 7. September 1977

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Vor 25 Jahren berichteten wir:

BERLINER CHRONIK

In Berlin blüht ein Geschäft mit Scheinehen. Die Senatsverwaltung für Familie, Jugend und Sport wies in einem kommunalpolitischen Beitrag darauf hin, daß es in Berliner Amtsstuben ein offenes Geheimnis sei, „daß die Neigung von Frauen zur Ehe heute für circa 2000 bis 5000 Mark gekauft wird“. Als Käufer treten Ausländer auf, die kaum noch damit rechnen können, ihren Asylantrag genehmigt zu bekommen. Einige von ihnen haben nun einen sicheren Weg gefunden, wie sie ihren Aufenthalt legalisieren können: Sie gehen eine Scheinehe mit einer deutschen Frau ein. Das Know-how der Ehe-Schleicher habe bereits Widerhall gewerblicher Unternehmen gefunden, „welche von Deutschland bis in die Anwerbeländer zu reichen scheinen“. Was eine deutsche Frau koste, „wird unter kaufmännischen Gesichtspunkten ausgehandelt“. Am schlechtesten, so fand die Verwaltung heraus, „schneiden dabei die ab, die auch sonst nicht zu den Sonntagskindern gehören“.

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