• 80 Jahre S-Bahn: Erster Zug fuhr vom Stettiner Bahnhof Die Bauarbeiten gingen damals schneller als heute. Das Jubiläum wird mit Sonderfahrten gefeiert

Berlin : 80 Jahre S-Bahn: Erster Zug fuhr vom Stettiner Bahnhof Die Bauarbeiten gingen damals schneller als heute. Das Jubiläum wird mit Sonderfahrten gefeiert

Klaus Kurpjuweit

Was vor 80 Jahren bescheiden begann, ist heute ein Erfolgsmodell. Deshalb gibt es kommendes Wochenende ein großes Fest. Mit Sonderfahrten und einem Fest im Bahnhof Friedrichstraße feiert die S-Bahn die Aufnahme des elektrischen Betriebs am 8.August 1924 zwischen dem damaligen Stettiner Bahnhof und Bernau. Dieser Tag gilt als Gründungstag der S-Bahn. Die Bezeichnung S-Bahn setzte sich allerdings erst in den 30er Jahren durch – als weiteres Markenzeichen im Nahverkehr neben dem „U“ für Untergrund bei der U-Bahn.

Von der U-Bahn, deren erste Strecke bereits 1902 eröffnet worden war, hat die S-Bahn viel übernommen. Beide fahren mit Gleichstrom und erhalten ihren „Saft“ aus neben den Gleisen angebrachten Stromschienen. So fahren weltweit auch heute noch die meisten U-Bahnen. Bei den S-Bahnen, die ihren Namen aus Berlin übernommen haben, hat sich inzwischen jedoch der Wechselstrom aus der Oberleitung durchgesetzt. Die S-Bahnen können sich dann Gleise mit dem Fern-und Regionalverkehr teilen. In Berlin und Hamburg müssen dagegen besondere Gleise für die S-Bahn gebaut werden, weil sich beide Stromarten nicht vertragen.

Auch in Berlin war vor der ersten Fahrt 1924 viel experimentiert worden. Zunächst hatten sich die Planer für Wechselstrom entschieden und schon die ersten Masten für die Oberleitung aufgestellt. Dann schwenkte die Bahn aber doch auf Gleichstrom um. Dessen Technik war damals ausgereifter. Ein Umbau auf Wechselstrom wäre heute zu teuer.

Schnell folgten nach Aufnahme der ersten Fahrten weitere Streckenelektrifizierungen; zunächst im Norden der Stadt nach Oranienburg und Velten. Mitte der 30er Jahren waren dann die wichtigsten Stadt-, Ring- und Vorortgleise mit der Stromschiene ausgestattet. Der Umbau und Neubau von Bahnhöfen erfolgte bei laufenden Betrieb. Heute dauert es mindestens zehn Jahre, um einen weiteren S-Bahnhof zu bauen, wie er an der Kolonnenstraße in Schöneberg geplant ist. Immerhin wächst das Netz der S-Bahn im nächsten Februar um weitere drei Kilometer, wenn die Strecke von Lichterfelde Süd nach Teltow eröffnet wird – mit zweieinhalbmonatiger Verspätung.

Dass die S-Bahn ihren 80. Geburtstag feiert, merken auch die Fahrgäste an vielen Stellen im Netz. Die nächsten Jahre muss noch fleißig saniert werden. Den Fahrzeugbestand dagegen hat die S-Bahn inzwischen erneuert. Mitte der 90er Jahre lag das Durchschnittsalter der Züge noch bei 43 Jahren, heute sind es sechs. Mit der Auslieferung des 1000. Wagens der Baureihe 481 Anfang August ist die Neubeschaffung von Bahnen vorläufig abgeschlossen.

Am 7. und 8. August gibt es viele Sonderfahrten mit alten und neuen Zügen. Tages- und Einzelkarten gibt es bereits an den S-Bahn-Schaltern. Das Jubiläumsticket für die zwei Tage kostet acht Euro.

Weitere Informationen unter

www.s-bahn-berlin.de

www.s-bahn80.de

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