Berlin : 84 Prozent wollen kein Riesenrad

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Eine große Mehrheit der Teilnehmer an unserem Pro & Contra vom Sonntag ist nicht der Meinung, dass Berlin ein 175 Meter hohes Riesenrad mitten in der Stadt braucht: 84 Prozent der Anrufer stimmten gegen das Projekt am Gleisdreieck. Die Beteiligung war ungewöhnlich hoch. „Mit einem so klaren Ergebnis hätte ich nicht gerechnet“, sagte der Direktor des Deutschen Technikmuseums, Dirk Böndel. Er sieht in den Plänen der Investoren sowohl „Vor als auch Nachteile“ für sein Haus. Das Museum führe nach wie vor Gespräche mit den Senatsverwaltungen für Bauen und für Kultur, dem Bezirksamt und den Investoren. Die Entscheidung müsse „auf jeden Fall im Herbst fallen“.

Die Investoren um Dirk Nishen – den Erfinder der einstigen Infobox am Potsdamer Platz – drängen auf Eile. Denn sie wollen das Riesenrad bis zur Fußball-WM 2006 in Betrieb nehmen. Die zu diesem Zeitpunkt erwarteten Besuchermassen sind ein Teil des Finanzierungskonzepts. Investorensprecher Nishen war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Namen seiner Geschäftspartner sind weiterhin unbekannt.

Die Senatsbauverwaltung will zunächst die „Entscheidungsfindung der Beteiligten“ abwarten, wie ein Sprecher gestern sagte. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) halte das Projekt generell für „machbar“. Die Investoren müssten aber noch nachweisen, dass keine Investitionsruine drohe.

Eine Argumentationshilfe bedeutet die Lesermeinung für die „Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck“. Diese lehnt das Vorhaben in Hinblick auf den seit Jahren geplanten Park am Gleisdreieck ab. CD

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