850 Jahre Brandenburger Dom : Berlin gibt die Bibliothek zurück

Im Mittelalter war im Brandenburger Dom ein bedeutendes Gericht - heute gibt die Berliner Staatsbibliothek dessen Bibliothek zurück. Vorher spricht Monika Grütters zu dem Verhältnis zwischen Kunst und Kirche - das ja nicht immer einfach ist.

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Stadt Brandenburg/Havel: Blick auf den Dom und die Dominsel über den breiten Stadtkanal von der Anlegestelle an der Fischerstraße aus.
Stadt Brandenburg/Havel: Blick auf den Dom und die Dominsel über den breiten Stadtkanal von der Anlegestelle an der Fischerstraße...Foto: Thilo Rückeis

Im Rahmen der Feiern zum 850-jährigen Jubiläum des Doms zu Brandenburg wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters an diesem Dienstag, 19.30 Uhr, in dem Gotteshaus einen Vortrag zu dem oft spannungsreichen Verhältnis von Kunst und Kirche halten. Den Grund mancher Spannungen sieht sie in der „Emanzipation der Kunst mit dem Anspruch, autonom und nichts als sie selbst sein zu wollen“. Doch gerade dieser Dom, „das Kronjuwel unter den brandenburgischen Kirchen“, beweise, „dass die Kirchen auch beständige Zentren der Kunst und Kultur sind“.

Im Anschluss übergibt Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Berliner Staatsbibliothek, einen Teil der Schöppenstuhl-Bibliothek als Dauerleihgabe an das Domstift. Der 1232 errichtete Schöppenstuhl der Markgrafschaft Brandenburg hatte bis 1817 die Funktion eines Obergerichts, seine Entscheidungen hatten weit über die Region hinausreichende Bedeutung. Seine gut erhaltene Bibliothek enthält kulturhistorisch bedeutsame Dokumente über die Rechtsprechung im Mittelalter. „Mit der Leihgabe bringen wir einen Teil der Bibliothek an seinen ursprünglichen Standort zurück“, sagte die Generaldirektorin. Der Kurator des Domstifts, Cord-Georg Hasselmann, wird in die Veranstaltung einführen und sie moderieren.

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Alle Infos auch unter www.dom-brandenburg.de.

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