850 Jahre Dom an der Havel : Kirche in der DDR: Diskussion in Brandenburg

Kirche nach dem Sozialismus und vor dem Reformationsjubiläum - so heißt die Diskussion am Dienstag in Brandenburg. Moderiert wird sie von Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.

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Der Dom "Sankt Peter und Paul" in der Stadt Brandenburg an der Havel.
Der Dom "Sankt Peter und Paul" in der Stadt Brandenburg an der Havel.Foto: picture alliance / ZB

Im Rahmen der Feiern zum 850. Jubiläum der Grundsteinlegung des Doms zu Brandenburg wird Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, an diesem Dienstag, 19.30 Uhr, in der Kirche einen Vortrag halten, in dessen Mittelpunkt der 2009 gestorbene Theologe Albrecht Schönherr steht. Moderiert wird die Veranstaltung von Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff. Eintritt ist frei; es wird um Spenden gebeten.

„Kirche nach dem Sozialismus und vor dem Reformationsjubiläum – Albrecht Schönherr kritisch weitergedacht“ – so hat Ellen Ueberschär ihren Vortrag überschrieben. Schönherr war als Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR von 1969 bis 1981 deren oberster Repräsentant und prägte ihr Selbstverständnis von der Kirche im Sozialismus‘. Das Treffen zwischen einer von ihm geleiteten Delegation mit dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker am 6. März 1978 löste eine Wende hin zu einer gemäßigteren Kirchenpolitik in der DDR aus.

Schönherr war eng mit dem Brandenburger Dom verbunden: Er war Dompfarrer, zudem Superintendent in Brandenburg, leitete von 1951 bis 1966 das dortige Predigerseminar, war von 1946 bis 1999 Dechant des Domstifts und bis zu seinem Tode Ehrendechant.

Ellen Ueberschär, die sich in ihrer Dissertation mit der Rolle der Kirche in den Anfangsjahren der DDR beschäftigt hatte, will in ihrem Vortrag das Wirken Schönherrs einbeziehen in eine kritische Bewertung der kirchenpolitischen Diskussionen in der DDR und der sich daraus für die Gegenwart zu ziehenden Lehren: Was ist von den damals geführten Debatten heute für die Kirche noch relevant? Was kann die evangelische Kirche aus den in der DDR gemachten Erfahrungen lernen? „Von Albrecht Schönherr kann man lernen, die Spielräume der Vernunft für kirchenpolitisches Handeln zu nutzen und die Nähe der Kirche zu Staat und Politik jeweils neu auf den Prüfstand zu stellen“, resümiert die Theologin.

Lesen Sie mehr im Tagesspiegel: Loblied auf Adolf Hitler - der Dom in Brandenburg an der Havel feiert sein 850. Jubiläum. In der NS-Zeit öffnete die Gemeinde den Nazis die Türen.

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