Berlin : 877 Wohnungen aus Landesbesitz verkauft

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Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat 877 Wohnungen sowie 36 Gewerbeeinheiten im Quartier „Alte Hellersdorfer Straße“ an zwei holländische Privatinvestoren verkauft. Dies bestätigte der Chef der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Rudolf Kujath gestern auf Anfrage des Tagesspiegels. Es ist der zweite „Paketverkauf“ des Unternehmens in diesem Jahr: Vor rund sechs Monaten hatte die Gesellschaft die sogenannte „High-Deck-Siedlung“ mit 1917 Wohnungen in Neukölln verkauft.

„Wir haben ausschließlich leer stehende Wohnungen oder Häuser mit Sanierungsbedarf verkauft“, sagte Kujath. Der Senat stimmte dem Geschäft zu, obwohl die Koalitionsvereinbarung den Verkauf landeseigener Wohnungen ausschließt. Denn ausgenommen wurden Verkäufe, durch die eine finanzielle Notlage einer Gesellschaft verhindert werden kann. Eine Ausnahme liegt im Falle der Gesellschaft „Stadt und Land“ vor, weil diese mit rund 1,6 Milliarden Euro sehr hoch verschuldet ist. Die Geschäftsführung wollte deshalb nicht noch zusätzliche Kredite aufnehmen, um die dringend erforderliche Sanierung der veralteten Plattenbauten durchführen zu können. „Die Gesellschaft hätte sich nicht noch höher verschulden können“, sagte Kujath.

„Der Senat soll sich an seine Wahlversprechen halten und jetzt nicht doch noch in kleinen Portionen seine Wohnungsbestände verkaufen“, sagte der Chef des Berliner Mietervereins Hartmann Vetter. Die Mieter sind laut „Stadt und Land“ vertraglich vor Kündigungen, Luxusmodernisierungen und starken Mieterhöhungen geschützt. Die Käufer seien außerdem keine Spekulanten, sondern würden die Häuser sanieren. ball

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