Berlin : 900 Kilo Fleisch vernichtet

Unhygienischer Transport war bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen

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Durch Zufall hat die Polizei am Mittwochabend fast eine Tonne unhygienisch gelagertes Fleisch sichergestellt. Kurz vor 17 Uhr war einer Polizeistreife auf der Stadtautobahn in Reinickendorf ein Kleintransporter aufgefallen, der deutlich zu schnell fuhr. An der Ausfahrt Waidmannsluster Damm überprüften die Beamten das Fahrzeug des 37-jährigen Fahrers. Dabei stellten sie fest, dass für die 900 Kilogramm Fleisch, die in einen Betrieb nach Neukölln geliefert werden sollten, keine Papiere über Herkunft und Art vorhanden waren. Daraufhin wurde die Amtstierärztin angefordert, die im Fahrzeuginneren gravierende Mängel und einen schlechten hygienischen Allgemeinzustand diagnostizierte. So sei durch ein Loch im Innenraum Isolationsmaterial in den Transportraum gelangt und durch die Lüftung des Kühlaggregates wahrscheinlich auch mit dem Fleisch in Kontakt geraten. Das Fleisch war nach Einschätzung der Tierärztin nicht mehr für den Verzehr geeignet. Die 900 Kilo Bullenviertel wurden in der Tierkörperbeseitigungsanlage vernichtet. Die Verantwortlichen der türkischen Fleischerei wurden wegen Verstoßes gegen die Lebensmittelhygieneverordnung angezeigt.

Der Neuköllner Amtstierarzt Heiko Bornemann sagte gestern, dass die Fleischerei die Bullenviertel aus einem norddeutschen Schlachthof zur eigenen Verarbeitung geholt habe. Deshalb sei es nicht vorgeschrieben, Papiere beim Transport dabei zu haben. „Das Fahrzeug hatte Mängel“, sagte Bornemann. Diese seien vermutlich entstanden, weil die Viertel bei der Fahrt pendelten und dabei den Lieferwagen beschädigten. Wann dies geschah, müssen die Ermittlungen zeigen. Möglicherweise werde der Fall nur als Ordnungswidrigkeit geahndet, nicht als Straftat. Noch ermittelt das LKA.

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Firma Expim beim Ende des vergangenen Jahres bekannt gewordenen „Gammelfleisch“-Skandal, der weitaus größeren Umfang hatte. Fertig sei bereits die Auswertung der Proben, sagte ein Justizsprecher. Demnach war ein Teil des Fleisches nicht genießbar, ein Teil minderwertig und ein Teil in Ordnung. Wie berichtet, waren im September 95 Tonnen Putenfleisch sichergestellt worden. Ein Teil der damals entnommenen Proben war mit Salmonellen und anderen Erregern belastet. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin im Oktober die Ermittlungen übernommen. Die Senatsgesundheitsverwaltung hatte mitgeteilt, dass vor der Sicherstellung der Ware bereits 81 Tonnen Fleisch nach Brandenburg und Schweden geliefert worden waren. In Berlin waren 43 Tonnen Fleisch in Umlauf gekommen, das möglicherweise mit Salmonellen infiziert war. Das Fleisch sollte zu Puten-Döner verarbeitet werden. Ha

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