Berlin : 97 der 160 Betreuungseinrichtungen sind von der Schließung bedroht

CD

Gegen die drohende Schließung von mehreren Dutzend "Schulstationen" an Berliner Grund- und Sonderschulen protestierten am Donnerstagmorgen Vertreter der Gewerkschaft GEW sowie Lehrer und Schüler mit einer halbstündigen Aktion vor der Neuköllner Karlsgarten-Grundschule. Aktueller Anlass war, dass die zwei Erzieherinnen in der dortigen "Schülerinsel" ihre Arbeit gestern einstellen mussten, weil die Finanzierung im Rahmen eines ABM-Projekts ausgelaufen ist.

Der GEW-Landesvorsitzende Ulrich Thöne warf SPD-Schulsenatorin Ingrid Stahmer ein "Herumeiern" vor: Ihre Verwaltung verspreche seit vier Jahren, sich für eine Regelfinanzierung aus Landesmitteln einzusetzen, doch geschehen sei nichts. Gerade in Neukölln bräuchten "viele Kinder Unterstützung bei besonderen Problemlagen". Nur so könnten gleiche Bildungschancen erreicht werden.

Die bedrohten Schulstationen sind spezielle Räume, in denen zumeist zwei ABM-Betreuer aus stadtweit insgesamt sechs Beschäftigungsgesellschaften tätig sind. Schüler, die im Unterricht stark stören, werden von Lehrern dorthin geschickt. Außerdem kommen manche Schüler von sich aus. Die Betreuung findet zum Teil auch außerhalb der Unterrichtszeiten statt. Wie berichtet, attestiert die Schulverwaltung den Einrichtungen "wertvolle Arbeit". Man suche eine Lösung, doch sei es noch zu früh, sich zu äußern.

Von den insgesamt rund 160 Schulstationen sind 97 zum Ende dieses Jahres bedroht. Laut GEW beantragten die freien Träger in 63 Fällen beim Arbeitsamt die Verlängerung der ABM-Projekte. Für die übrigen 34 Einrichtungen sieht die Gewerkschaft so gut wie keine Chancen mehr.

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