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Revolte

Eigentümer des Admiralspalast kündigen Mietvertrag

Betreiber Falk Walter schuldet den Eigentümern eine „sechsstellige Summe“. Er soll nur noch die Bühne bespielen – um den Rest kümmern sich Investoren.
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Im August 2006 erstrahlte der Admiralspalast wieder in neuem Glanz. Ist jetzt wieder alles aus? - Foto: dpa
Für ihn ging es immer aufwärts. Keine Idee schien zu kühn für einen Macher von seinem Format. Doch jetzt ist er auf der Erfolgsleiter zum ersten Mal heftig ins Stolpern geraten. Falk Walter, Betreiber des Admiralspalastes und der Arena in Treptow, ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Weil er die Stromrechnung nicht zahlen konnte, gingen in seinem Haus an der Friedrichstraße zeitweise die Lichter aus.

Die Eigentümergesellschaft des Admiralspalastes hat Walter den Generalmietvertrag für das ehemalige Metropol-Theater gekündigt. Es gibt einen erheblichen Zahlungsrückstand – „eine sechsstellige Summe“, sagte Hans Christian Steinmüller, Geschäftsführender Gesellschafter, dem Tagesspiegel. Falk Walter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die finanziellen Probleme des Admiralspalastes reichen offenbar schon länger zurück. „Anfang 2009 haben wir ein Zahlungsmoratorium vereinbart und Mietrückstände von 1,4 Millionen Euro erlassen“, erklärte Steinmüller. Die Eigentümer, eine Gruppe von acht Privatleuten, darunter auch Falk Walter selbst, möchten den Betrieb des Admiralspalastes unter allen Umständen aufrechterhalten. „Alle Veranstaltungen laufen weiter. Keiner muss sich Sorgen machen“, so Steinmüller.

Die Kündigung des Generalmietvertrags solle vor allem dazu dienen, Falk Walter zu entlasten. Bisher war er für das gesamte Haus mit seinen mehr als 900 Zimmern und Sälen zuständig. Künftig soll er nach dem Willen der Eigentümer nur noch die Theatersäle bespielen. „Ich finde das eine faire Lösung“, sagte Steinmüller.

Falk Walter hatte mehrfach angekündigt, das historische „Gartenbad“ im Dachgeschoss des Hauses wieder aufzubauen. Auch einen Club und eine Absinthbar wollte er aufziehen, doch die Realisierung ließ auf sich warten und große Teile des Hauses blieben ungenutzt. Jetzt suchen die Eigentümer nach externen Betreibern. Für das Gartenbad gebe es schon einen Interessenten. „Der will dort einen Wellness- und Fitnessbereich eröffnen und mehrere Millionen Euro investieren“, sagte Steinmüller. Ein Architekt sei schon mit ersten Planungen betraut. Falk Walter habe sich immer gegen externe Lösungen gesträubt.

Walter galt in der Kulturszene bisher als eine Art Wunderkind. Mitte der 90er-Jahre machte er aus einem verlassenen Busdepot am Mauerstreifen in Treptow einen florierenden Kulturbetrieb mit Restaurantschiff „Hoppetosse“ und dem sehr speziellen „Freischwimmer“ mit Lagunenambiente. Walter entdeckte als einer der ersten das Potenzial der Berliner Wasserlagen. Geradezu genial war sein Einfall, verwöhnte Clubgänger zur Entspannung in die Spree zu locken. Das „Badeschiff“ war geboren.

Walter wollte beweisen, dass Theater ohne Subventionen möglich ist. Dazu holte er publikumsträchtige Produktionen wie „Caveman“ nach Berlin, doch nicht alles reüssierte wie erhofft. Die groß angekündigte Hitler-Farce „The Producers“, ein Broadwaymusical, musste nach gutem Start vorzeitig abgesetzt werden.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.12.2009)
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Kommentare [ 5 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 23.12.2009 19:24 Uhr
Wie man auf einer Leiter ins Stolpern kommt,
kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, aber die Treppe zum Erfolg ist halt mit Steinen gepflastert - oder so ähnlich...

Frohes Fest!
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von unbekannt | 24.12.2009 9:45 Uhr
Keine Überraschung
Erstaunlich, dass die Sache erst jetzt ans Tageslicht kommt. Pfiffen es doch sie Spatzen schon lange von den Dächern.
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von olivfan olivfan ist gerade offline | 24.12.2009 11:05 Uhr
Imperium
Aber bringt es das Imperium von falk walter ins wanken,glaube kaum,der senat hilft bestimmt aus
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von laura laura ist gerade offline | 24.12.2009 16:13 Uhr
und?
wenn man auf der Hoppentosse 3 Stunden auf eine Bedienung warten muss, kann es logischerweise auch mit "höherem" nichts werden. Irgendwie auch wieder ganz beruhigend.
Die Monopolbildung untem am Schlesi ist ja auch kaum noch auszuhalten. Der mix machts hat. Nicht nur am Plattenteller, auch in der Gastronomie :)
Comment
von olivfan olivfan ist gerade offline | 24.12.2009 16:39 Uhr
Der mix machts
kann dem nur zustimmen,habe schon genug gesehen und erlebt in kreuzberg

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