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Autonomes Wohnprojekt

Köpi unter dem Hammer

Das linksautonome Wohnprojekt "Köpi" an der Köpenicker Straße in Berlin ist am Amtsgericht Mitte zwangsversteigert worden. Das Grundstück mit einem Verkehrswert von 1,67 Millionen Euro ging für 835.000 Euro an die VKB GmbH.
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Berlin - Die nicht näher bekannte VKB GmbH & Co, die nicht mit der Versicherungskammer Bayern in München und auch nicht mit der Volkkreditsbank in Linz (Österreich) zu verwechseln ist, ist der neue Besitzer. Bei einer von Protesten begleiteten Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht Mitte wurde das Grundstück mit Gebäude in der Köpenicker Straße 137 unweit der Verdi-Zentrale für 835.000 Euro verkauft, wie die Präsidentin des Amtsgericht Mitte, Uta Fölster, sagte.

Ein angrenzendes Grundstück, auf dem sich derzeit eine Wagenburg befindet, wechselte für insgesamt 907.500 Euro den Eigentümer. Der Verkehrswert für das Grundstück mit Gebäude betrug 1,67 Millionen Euro, der des Grundstückes 1,81 Millionen Euro. Alle insgesamt vier Objekte seien von einem einzelnen Bieter erworben worden, sagte Fölster. Andere Gebote hätten nicht vorgelegen.

Die Commerzbank hatte als Gläubiger des insolventen Alteigentümers die Zwangsversteigerung beantragt. In der Vergangenheit waren mehrere Verkaufsversuche gescheitert, auch wegen des Protestes der rund 30 Bewohner.

Sieben Festnahmen bei Demonstrationen

Gegen die Versteigerung des Hauses und des Grundstücks in attraktiver Innenstadtlage hatten rund 300 Personen vor dem Gerichtsgebäude in der Littenstraße demonstriert. Nach Veräußerung der Objekte formierte sich ein Protestzug mit etwa 400 Teilnehmern, der zum Kreuzberger Heinrichplatz führte. Laut Polizei wurden vor dem Gerichtsgebäude zwei Personen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vorläufig festgenommen. Bei der Demonstration gab es sieben Festnahmen.

Das Grünen-Mitglied im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, Benedikt Lux, und der wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion, Andreas Otto, sagten, die Bewohner der "Köpi" machten zurecht auf ihr Anliegen aufmerksam. Das Signal dürfe nicht sein, Mieter sowie die alternativ-autonome Szene aus Berlins Mitte zu vertreiben.

Lux betonte zugleich, dass die Zwangsversteigerung Fragen aufwerfe. Unklar sei beispielsweise, weshalb das Gerichtsgutachten gültige Mietverträge zwischen dem alten Eigentümer und den Hausbewohnern unerwähnt gelassen habe. Nach den Worten Ottos ist auch unbekannt, wer sich hinter dem Ersteigerer verbirgt und welche Interessen die Investoren verfolgen.

Die "Köpi" war 1990 das erste von West-Berliner Autonomen im Ostteil der Stadt besetzte Gebäude. Ein Jahr später wurden Mietverträge geschlossen. Das autonome Zentrum mit Konzerten und politischen Veranstaltungen genießt mittlerweile europaweit einen ähnlichen Kultstatus wie das "Ungdomshuset" in Kopenhagen. Nach der Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums in der dänischen Hauptstadt war es in zahlreichen Ländern zu Ausschreitungen gekommen. (tso/ddp)
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