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Berliner Zoo

Knut nur noch im Sieben-Minuten-Takt

Der Berliner Zoo hat die Besuchszeit bei Eisbärbaby Knut weiter verkürzt - Grund ist der enorme Andrang. Journalisten werfen dem Zoo vor, die Presse zu einer positiven Berichterstattung zu zwingen.
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Berlin - Besucher haben seit Mittwoch nur noch sieben Minuten Zeit, um ein "Stück Knut" zu erspähen. Viele Zoogäste äußerten sich enttäuscht. Vor den Kassen hatten sich schon am Morgen wieder Menschenschlangen gebildet. Zeitweise waren sie mehr als 150 Meter lang. Unterdessen warf der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) der Zooleitung vor, Reporter durch "Knebelverträge" zu einer positiven Berichterstattung zwingen zu wollen.

Journalisten erhielten nur dann Zugang zum Pressebereich des Zoos im Internet, wenn sie sich verpflichteten, die dort zur Verfügung gestellten "Materialien nicht für Darstellungen zu verwenden oder zu überlassen, die die Zoologischer Garten Berlin AG oder ihre Mitarbeiter in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen", kritisierte der DJV. Diese Nutzungsvereinbarung müsse umgehend geändert werden, forderte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. "Der Berliner Zoo hat nicht das Recht, in die Freiheit der Berichterstattung einzugreifen".

Über eine halbe Stunde Wartezeit

Am Mittwoch mussten die Besucher weit länger als 30 Minuten warten, um eine Eintrittskarte kaufen zu können. Der Zoo rechnete mit mehr als 20.000 Besuchern. Vor dem Bärengehege bat "Knut-Moderator" und Tierpfleger Raimon Opitz die Tierfreunde um Verständnis für die verkürzte Besichtigungszeit. Dies sei nötig, um allen einen Blick auf Knut zu ermöglichen.

An den Osterfeiertagen hatten rund 100.000 Besucher den vier Monate alten Eisbären und seinen Tierpfleger und Ziehvater Thomas Dörflein gesehen. Die festgesetzten Verweilzeiten vor dem Gehege lag da noch bei gut zwölf Minuten.

Das große Interesse an Knut wird nach Einschätzung des Zoologen Heiner Klös in jedem Fall bis Ende dieser Woche anhalten. "Derzeit sind Schulferien", sagte er. Auch an den kommenden Wochenenden werde der Zoo wohl besser besucht sein als zu Zeiten, als er ohne die Attraktion Knut auskommen musste. Das Rotationsprinzip für die Besucher vor dem Bärengehege soll daher auch in den nächsten Tagen beibehalten werden. (tso/dpa)
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