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Sturmschäden in Berlin

Aufräumarbeiten dauern an

Berlin ist beim Durchzug des Orkantiefs "Kyrill" weitgehend glimpflich davongekommen. Es gab erhebliche Beeinträchtigungen im Bahnverkehr, die befürchteten Verwüstungen in der Hauptstadt blieben aber aus.
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Berlin - Zahlreiche Feuerwehrleute mussten am Freitag ausrücken, um die Folgen des Orkans zu beseitigen. Schaden nahm auch der erst vor acht Monaten eröffnete Hauptbahnhof. Er konnte am Freitagmittag nach mehr als zwölf Stunden Sperrung wieder geöffnet werden. Nach Angaben eines Meteorologen war es der stärkste Sturm in der Hauptstadtregion seit 31 Jahren. Bundesweit starben durch "Kyrill" elf Menschen.

Am Hauptbahnhof rissen die Orkanböen kurz vor Mitternacht an der Außenseite einen zwei Tonnen schweren Stahlträger ab, der 30 Meter in die Tiefe stürzte. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben von Bahnchef Hartmut Mehdorn prüfen Fachleute nun, wie es zu dem Schaden kommen konnte. Während der Schließung war die Stadtbahn-Strecke gesperrt worden. Im Nord-Süd-Tunnel im unterirdischen Bereich des Bahnhofs fuhren die Züge durch. Der Bahn zufolge kam es am Freitag immer noch zu Beeinträchtigungen im Regional- und Fernverkehr.

Aus Kostengründen "zurechtgeschustert"?

Der baupolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Peter Hettlich, sagte, die Orkanschäden belegten ein "nicht hinnehmbares Versagen" des Bauherrn Deutsche Bahn und der zuständigen Bauüberwachung. Mehdorn habe offensichtlich den anspruchsvollen Entwurf für das Gebäude aus Kostengründen "zurechtgeschustert". Ihm gehe Schnelligkeit vor Sorgfalt und Prestige vor Sicherheit.

Der Verkehrsexperte der FDP-Fraktion, Klaus-Peter von Lüdeke, betonte, die vollständige Sperrung des Gebäudes verdeutliche, dass der Kreuzungsbahnhof die "Achillesferse" des Berliner sowie des überregionalen Schienenverkehrs sei. Deshalb müsse der vom Fernverkehr abgekoppelte Bahnhof Zoo als Ausweichbahnhof für Notfälle betriebsfähig bleiben.

1300 wetterbedingte Einsätze

Das Orkantief hatte die Feuerwehr in der Nacht zu Freitag im Dauereinsatz gehalten. Es habe ab 18 bis zum Morgen rund 1300 wetterbedingte Einsätze der Feuerwehr gegeben, sagte ein Sprecher. Tote und Verletzte gab es nicht. Berlin sei "glimpflich" davongekommen. Bei der Feuerwehr standen am Freitag 600 Feuerwehrleute und 100 Helfer für Einsätze bereit. In der Nacht waren 1200 Mitarbeiter der Feuerwehr im Dienst.

Bei der Berliner S-Bahn fielen aufgrund des Orkans insgesamt 102 Züge aus. 85 fuhren mit Verspätung, wie ein Sprecher sagte. Auf den Berliner Flughäfen mussten insgesamt rund 80 Flüge gestrichen werden. Dagegen kam es bei den Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe kaum zu Störungen.

Nach Angaben des privaten Wetterdienstes MC Wetter wurden die stärksten Böen in der Region mit 126 Stundenkilometern im brandenburgischen Baruth, in Cottbus sowie in Berlin-Dahlem gemessen. Das entspricht Windstärke zwölf. Auch der Niederschlag sei rekordverdächtig gewesen, sagte ein Meteorologe des Wetterdienstes. Am Flughafen Berlin-Tempelhof sei mit 42 Litern pro Quadratmeter von 7 bis 19 Uhr am Donnerstag so viel Regen gefallen wie normalerweise im gesamten Monat Januar. (Von Mirko Hertrich und Nadine Schimroszik, ddp)
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