Am 8. Mai wird das Tempelhofer Flughafengelände wiedereröffnet – mit einem großen Mitmach-Programm für Besucher.
Auf das Tempelhofer Feld kommt Bewegung. Wenn das ehemalige Flughafengelände am 8. Mai erstmals im großen Rahmen öffentlich zugänglich gemacht wird, sollen die Besucher nicht einfach nur über die riesige Fläche spazieren. Mitmachen heißt das Motto an diesem Tag. Die Grün Berlin GmbH, die das frühere Flughafenareal zu einem Park- und Gartengelände mitentwickelt, will die Berliner mit einem abwechslungsreichen Programm und vielseitigen Aktionsangeboten verwöhnen.
Die Entwickler haben jetzt ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren gestartet. Gesucht werden Akteure für die Eröffnungsfeier, die den Besuchern „ein attraktives Bewegungsangebot“ machen. Einbezogen sind alle Bereiche des Sports und der Freizeitgestaltung sowie der Natur und Umwelt. Auch Künstler können sich beteiligen, sofern sie das Motto „Bewegung“ kreativ umsetzen wollen, heißt es in dem Aufruf, der am Wochenende unter anderem im Tagesspiegel veröffentlicht wurde. Der Fantasie sollen jedenfalls keine Grenzen gesetzt sein.
Bevor in Tempelhof eine gestaltete Parklandschaft entsteht und 2017 die Internationale Gartenbauausstellung stattfindet, bietet das ehemalige Flughafengelände laut Grün GmbH „ungewohnte Perspektiven und ein weites Feld“, das förmlich zu Bewegung einlade. Der Begriff stehe für Sport und Mobilität, könne aber auch vielseitig interpretiert werden, heißt es in der Beschreibung. Die Grün GmbH ist unter anderem zuständig für den Britzer Garten und für die Gärten der Welt in Marzahn oder den Naturpark Schöneberger Südgelände sowie den entstehenden Park am Gleisdreieck zwischen Kreuzberg und Schöneberg.
Der Flugbetrieb in Tempelhof war am 30. Oktober 2008 aufgegeben worden – nach zum Teil heftigen Protesten. Dass die Fläche erst eineinhalb Jahre später allgemein zugänglich gemacht wird, begründet die Stadtentwicklungsverwaltung mit vorher erforderlichen Arbeiten. Unter anderem mussten Anlagen der Flugsicherung abgebaut und verschiedene Bereiche des Geländes gesichert werden, die zum Teil auch unter Schutz stehen. Die Kosten für diese vorbereitenden Maßnahmen waren mit 800 000 Euro veranschlagt.
Ein Versuch, die Fläche zu besetzen, war im vergangenen Jahr von der Polizei verhindert worden. Seit Herbst 2009 sind Sportvereine auf dem früheren Flughafen aktiv, in kleinem Rahmen gibt es seither auch Führungen.
Das Flughafengelände soll auch in Zukunft eingezäunt und bewacht bleiben. Die Eingänge werden nachts geschlossen, ein Eintritt in den künftigen Park soll allerdings nicht erhoben werden. Zunächst wird es fünf Eingänge geben, die auch zum Bewegungsfest am 8. Mai geöffnet sein werden – am Tempelhofer Damm in Höhe des Peter-Strasser-Wegs und der Höppnerstraße, am Columbiadamm neben dem Friedhof und an der Oderstraße bei der Herrfurthstraße sowie am St.-Thomas-Friedhof. Geprüft wird, ob es später auch einen weiteren Zugang durch das Hauptgebäude geben kann. Dies hängt von dessen Nutzung ab – vor allem durch die Modemesse Bread and Butter.
Wer am 8. Mai als Akteur dabei sein will, der die Besucher in Bewegung bringt, kann sich bis zum 19. Februar bei der Grün GmbH bewerben. Geliefert werden soll eine kurze Skizze der Projektidee.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 08.02.2010)
Kommentare [ 9 ] Kommentar hinzufügen »
Eine kurze (sehr kurze)Skizze der Projektidee werden irgendwelche Subalternen auch vorbereiten können.
Schlage vor die drei Protagonisten in puschlige, weiße Hasenkostüme zu stecken.
HALALI
P.S. Tschuldigung, aber das kann ich einfach nicht mehr Ernst nehmen.
Inklusive eines Brainstormings zu den Themen: "Wie können 5 Securitymenschen ohne Befugnis vier Quadratkilometer sichern?" "Was hängt noch alles von der Bread and Butter ab?" und eines besonderen Concours zum Thema: "Was hat die geplante Ben Hur Show in Tempelhof mit der Pyromusikale und einigen 'Zukunftsplänen' gemeinsam?"
Stern: So ist die größte deutsche Bühnenshow gescheitert
Abgesehen davon würden mir zum 8. Mai etwas würdigere Themenschwerpunkte einfallen...
Heist aslo:
Nachdem die mutwillig geschaffene rieseige Stadtbrache für weitere 800.000 Euro Demontagekosten aus Steuergeldern "vorbereitet" wurde, und bevor in weiteren 6 Jahren der Xte Berliner Park für Millionen von Steuergeldern geschaffen wird, sollen sich die Berliner dort hinbewegen (dürfen).
Aber natürlich nicht nur irgendwie spazieren gehen, nein, die öffentliche Hand will auch auf öffentliche Kosten zu total kreativer Bewegung animieren!
Und dazu dürfen kreative Vorschläge gemacht werden, damit diese tolle Zwischennutzung in Bewegung bleibt ...
Wie wäre es da mit Gotcha spielen? Genug Platz ist da und das macht schön kreaktiv bunte Farbtupfer. Am besten mit Animatueren im Wowi-, Junge-Reiher, Wolff o.ä. Kostüm.
Das interessanteste Bewegungsspiel wird aber vermutlich das allabendliche "Hasch-mich" mit den bemitleidenswerten Wachschützern werden, die abend alle einsammeln, einfangen und aus dem Gelände komplimentieren sollen.
Man könnte dann auch Wettspiele anbieten, wer bis wann gefangen und vor die Tür gesetzt wird, wer am längsten aushält und wer nicht zu fassen ist ....
Oh Mann, dass wird "lustig" werden ...
HALALI
Die Initiatoren sind immer noch bereit einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag zu investieren. Zusagen von Sponsoren für Kapital- und Sacheinlagen, insbesondere die Überlassung von über 200 wertvollen Flugzeugen und Großexponaten erhöhen diesen Betrag in den mittleren dreistelligen Millionenbereich. Dazu kommen signifikante Mehreinnahmen für den Standort Berlin aufgrund der gesteigerten Attraktivität des Standortes Flughafen Tempelhof für den Veranstaltungssektor sowie den Berlintourismus im allgemeinen.
Das ist nicht nur ein brauchbarer (nicht kostenintensive) Vorschlag, das ist auch ein nachhaltiger und zukunftsorientierter Vorschlag den Berlin dringend braucht.
Berlin braucht nicht Animateure die zumindest einen Tag die Langeweile der großen Wiese vertreiben, schlechter als die Grillfreunde die einzigartige Fauna vertreiben werden. Berlin braucht Konzepte die Einnahmen bringen, und zwar langfristig, Berlin braucht den Mut in die Zukunft zu denken.
Die Vergangenheit des Flughafen Tempelhof ist keine Last, die beseitigt werden muss, sie ist sein Kapital für die Zukunft. Wer das nicht verstanden hat sollte in dieser Stadt keine Entscheidungen treffen dürfen die Werte zerstören und für die Berlin noch jahrzehntelang bezahlen muss.
Na, jetzt wirds spannend. Eine zweistelligen Millionenbetrag.
Wer soll das denn? Und warum weiß davon keriner was? Warum ist das nirgends zu lesen (weil alles rot-rote Systempresse na klar ;-)) ?
Beachten Sie: Alle Vorschläge Ihrerseits sind am Ende angelangt, sofern Sie wie auch immer und in welcher Art auch immer an FLIEGEN von und auf dem Tempelhofer Feld denken.
Und nun Sie:
WIE HEIßEN DIE INITIATOREN????