[Kommentare: 33]

Gewaltvorfälle

Immer häufiger greifen Schüler ihre Lehrer an

Die Zahl der Gewalttaten an Berliner Schulen ist im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Bildungssenator Zöllner sieht dennoch eine positive Entwicklung - und erntet von der Opposition prompt harsche Kritik.
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Berlins Lehrer werden immer häufiger Opfer von Gewalt und Beleidigungen. Dies offenbart die aktuelle Gewaltstatistik der Senatsverwaltung für Bildung. Demnach waren Pädagogen im Schuljahr 2006/07 über 440 Angriffen ausgeliefert, was einem Anstieg um 18 Prozent entspricht. Insgesamt stieg die Zahl der Gewaltvorfälle um zehn Prozent auf 1735 (Vorjahr: 1573). Zugenommen haben Bedrohungen und Beleidigungen, aber auch gefährliche Körperverletzungen und rechtsextremistische Taten. Die meisten Vorfälle ereigneten sich in Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg, die wenigsten in Charlottenburg-Wilmersdorf. Besonders gestiegen ist die Schulgewalt in Neukölln, zurückgegangen ist sie in Lichtenberg. Mehr als die Hälfte aller Vorfälle ereigneten sich an Oberschulen. Nicht verändert hat sich der Anteil von Schülern nicht-deutscher Herkunft an den Gewalttaten. Wie schon im vergangenen Schuljahr betrug dieser 53 Prozent.

Die Opposition kritisierte, dass der Senat die Zahlen zu spät geliefert habe und sie zudem herunterspiele. Tatsächlich betonte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), dass die Zunahme der Meldungen „deutlich zurückgegangen“ sei. Schließlich habe sie in den Vorjahren jeweils zwischen 33 und 76 Prozent zugenommen und dieses Jahr nur um zehn Prozent. Insgesamt hob Zöllner hervor, dass es rechnerisch „im Durchschnitt 1,8 Gewaltvorfälle“ pro Schule gegeben habe. Allerdings erwähnte er auch, dass die Zahl der Taten, die der Polizei gemeldet wurden, wesentlich höher war als die der Schulverwaltung gemeldeten. So hat die Polizei 2262 Fälle registriert. Deshalb habe man erneut an die Meldepflicht erinnert, betonte Zöllner. Er lobte überdies, dass „Schulleitungen, Pädagoginnen und Pädagogen mehr Offenheit im Umgang mit Gewalttaten in den Schulen und deren Umfeld zeigen“. Überdies sei es gelungen, die Eltern wesentlich öfter einzubeziehen. Zu den Gewaltvorfällen gehören alle Delikte von Beleidigung und Mobbing bis hin zu Raub und Körperverletzung.

Der CDU-Bildungspolitiker Sascha Steuer bezeichnete es als „Gipfel der Absurdität“, dass Zöllner „eine Zunahme als Rückgang verkauft“. Er kritisierte insbesondere, dass immer mehr Schulpsychologen abgebaut wurden. Seit 1996 sei ihre Zahl um 40 Prozent zurückgegangen. Das bedeutet, dass nur ein Psychologe für 5000 Schüler zur Verfügung stehe. Özcan Mutlu (Grüne) beklagte, dass Zöllner die Zahlen erst präsentiert habe, nachdem er den Senator dazu aufgefordert habe.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Rosemarie Seggelke, sagte dem Tagesspiegel: „Es reicht nicht, wenn man jedes Jahr die Zunahme der Gewalttaten registriert und ein paar Anti-Gewalt-Projekte vorstellt. Solange die personelle Situation an den Schulen nicht besser wird, solange an Pädagogen, Erziehern, Schulsozialarbeitern und vor allem auch an Schulpsychologen gespart wird, kann sich nichts ändern.“



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.03.2008)
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Kommentare [ 33 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von sunflower sunflower ist gerade offline | 28.3.2008 9:08 Uhr
fürsorgepflicht
war da nicht mal was, dass der staat eine fürsorgepflicht für seine ihm lebenslänglich dienenden dienstkräfte hatte? aber dieses wort ist ja völlig aus der mode gekommen und mit ihm wohl auch die sorge um menschen, die es inzwischen offenbar als teil ihrer stellenbeschreibung ansehen müssen, dass sie von nicht wenigen als eine art fußabtreter betrachtet werden, an denen man sich relativ folgenlos abreagieren kann. nach den attacken auf bvg-fahrer war die reaktion in der öffentlichkeit sehr lebhaft, und das zu recht. pädagogen scheinen weniger von interesse. wahrscheinlich sind sie auch selber schuld, weil sie falsche unterichtsmethoden anwenden. außerdem sind sie sowieso viel zu alt und stellen auch noch anforderungen, und überbezahlt sind sie ohnehin.
übrigens: in frankreich gibt es eine bestimmung, nach der ein lehrer die arbeit verweigern kann, wenn er in gefahr gerät. allons enfants!
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 28.3.2008 10:06 Uhr
oooch,arbeitsverweigerung wäre dann
die einzige möglichkeit für den lehrer.man kann doch, was in berlin üblich ist, solche schüler aus der schule werfen, da müssen sich andere mit rumschlagen, probleme lösen...nööö. und wenn herr zöllner positiv denkt und nichts sieht..ääähh,ja....
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von unbekannt | 28.3.2008 10:37 Uhr
vorbild zöllner
hallo,

werde mir den herrn zöllner als vorbild nehmen und zukünftig katastrophae entwicklungen (hier +10% gewalt) mit der bemerkung "es hätte schlimmer kommen können" als persönlichen erfolg feiern.

m.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 28.3.2008 11:45 Uhr
Zöllner ist nicht der, der zuschlägt, ...
... beleidigt oder anspuckt. Er ist der, der die Statistiken erhält und etwas dazu sagen muß. Wie die Statistik erstellt wird, kann er sich selbst denken, aber er eben mangels Beweisen keine Aussagen dazu treffen, weil sich der Deutsche für solche Angelegenheiten den Dienstweg ausgedacht hat und das Vertrauen in das Amt.
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von unbekannt | 28.3.2008 11:47 Uhr
Auslegungssache ?
Also,wer die Zunahme von Gewalt um 10% als Erfolg bezeichnet,der sollte als Bildungssenator seinen Rücktritt einreichen.
Mehr ist weniger,weil die Gewalt gegenüber früheren Jahren doch insgesamt abgenommen hat,aber doch um 10% gestiegen ist.
Diese Rechenkunst zeichnet diesen Senat aber insgesamt aus,Pisa läßt grüssen!
Da wollen wir alle nur hoffen,das die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer nicht auch an Realitätsverlust leiden.
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von unbekannt | 28.3.2008 12:06 Uhr
Respektpersonen ? nein Danke !
Ob Lehrer, Polizist, Eltern etc.
Für viele gibt es kaum noch Menschen vor denen (nicht nur Jugendliche) Respekt haben.
Ein typischer Vertreter ist auf dem Bild dargestellt:
Basecap, Kaputze, Hängearschhosen, weiße Turnschuhe;
zusätzlich noch 1-2 Handys oder/und einen MP3-Player mit voller Lautstärke.
Solche Typen haben sich nach meiner Erfahrung bereits von ihrer wahrzunehmenden Umwelt verabschiedet und sehen sie nur noch als Belastung. Rücksicht und Teilnahme sind dabei nicht mehr notwendig. Die öffentlichen Verkehrsmittel und die Straßen sind voll mit solchen Typen. Anscheinend ist man mit der Kuschelpolitik und dem Verständnis für alles und jeden am Ende des Lateins.
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von unbekannt | 28.3.2008 13:14 Uhr
Mit Turnschuhen, Sonnenbrille und Sommerjacke
stand vor 40 Jahren ein junger Abgeordneter am Rednerpult des Bundestages; später war er Aussenminister. @iwc, was bringen uns Klichees? Lassen wir die Jungs sich doch telegen anziehen: Mit Basecap, Kaputzenshirt etc. Gewalt an Schulen hat auch noch eine andere Seite. Schule ist der Ort, wo Chancen verteilt oder Verlierer produziert werden. Durch Benotungen, Gymnasialempfehlungen werden die Weichen in die verschiedenen Richtungen gestellt. Kein Wunder, dass hier ein Konkurrenzkampf herrscht. Zwar soll die Schule die jungen Menschen zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft bilden, zu Empathie und Solidarität erziehen, setzt aber gleichzeitig auf Konkurrenz und individuelle Leistung. Schule wird so bei den Jugendlichen gleichgesetzt mit Auslese und Ausgrenzung.
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von dali dali ist gerade online | 28.3.2008 14:06 Uhr
lieber @karasaleh,
wenn Du gestern im RBB Deutschstunde gesehen hättest, wären zwar einige von Dir geschürte Vorurteile zwar bestätigt worden, die hier vorgebrachten "Argumente" sind nur marginale:
Der Verteilungskampf um Gymnasialempfehlungen sind Probleme in den Köpfen der Eltern und spielen sich im Grundschulbereich ab, wo Lehrer prügelnde Kids (noch) eher die Ausnahme sind.
Die Konflikte verlaufen da, wo Jugendlich die auch durch ihre Eltern unterstützt sowohl Bildungsinhalte als auch Rechtsnormen, die hier bestehen, schlicht ablehnen.
Auch sind Basecap und Kapuzenshirts extrem schlechte Beispiele:
Sie manifestieren bewusst Ghetto bzw. Unterschichten-Kultivierung.
Und dass Schule Auslese und Abgrenzung produziert, hat etwa so viel Informationswert, wie der Hinweis, es gäbe schwarze und grüne Oliven,
es stimmt,
es ist aber, vorhandene Probleme betreffend, völlig irrelevant...
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von sunflower sunflower ist gerade offline | 28.3.2008 16:04 Uhr
@karasaleh
die schule ist kein ort, wo chancen "zugeteilt" werden wie pillen und verlierer "produziert" werden, über die köpfe der betroffenen hinweg. chancen muss man auch ergreifen, und das ganze ist eine höchst interaktive angelegenheit. es hat auch was mit mühe und wollen zu tun. menschen wie blüm, schröder und riester wurden auch nicht in der sänfte zum erfolg getragen. was sie damit gemacht haben, ist eine andere sache. komisch, viele rackern sich in der muckibude ab und zahlen auch noch geld dafür. der gleiche arbeitsaufwand und die gleiche ausdauer würden, ganz kostenfrei, den lernerfolg der männlichen jugendlichen beträchtlich verbessern und nichts als gewinner produzieren. man muss sich allerdings entscheiden, was man will und sich nicht hinter bequemen schlagwörtern verstecken.
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von dali dali ist gerade online | 29.3.2008 1:19 Uhr
fällt mir jetzt erst auf, passt aber zum Bild @kara
1968 stand mit Sicherheit kein "junger Abgeordneter des Bundestages am Rednerpult, der später Außenminister wurde",
es sei denn Du meinst Genscher, aber den kann ich mir wirklich weder mit Turnschuhen noch mit Basecap im Bundestag vorstellen.

Auch fiel mir noch das feine Wörtchen "telegen" auf.
Nun bin ich ja der letzte, der sich zum Geschmackspapst aufraffen würde, doch habe ich nicht zu verleugnende Bedenken, ob auch "von den jungen Menschen" Basecap und Kapuzenshirt als ausgesprochen "telegen" wahrgenommen würde, denn als eine durchaus bewusste Provokation (die ich ihnen ja gar nicht absprechen will).
Aber diese Ghettokleidung nun auch noch ästhetischen Kriterien unterworfen erscheinen zu lassen, finde ich denn doch etwas übertrieben...
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 28.3.2008 13:15 Uhr
@mop
du hässed bejriffe. es ist alles relativ und wir sind ein krümel im universum. heutzutage wird das gewaltproblem in schulen wenigstens mal angesprochen, es ist aber uuurrralt. wir haben 1986 als eltern vor dem schulhof gestanden und auf unsere erstklässler aufgepasst.hat ja sonst keiner getan. wir können uns nicht um alles kümmern, hieß es seitens der schule. auch damals brachte man schon rasierklingen und totschläger mit...im schönen friedenau. wer als eltern was sagte, bekam eine aufs maul.dass schüler auf lehrer losgehen, ist auch nicht neu. und lehrer auf schüler. ist auch nicht schlimmer als gegenseitige verbalattacken, sag ich mal.so nach dem motto, schwörischtöteihm. oder ausdirwirdniewas.die stehen in keiner statistik.und machen genauso fertig.
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von unbekannt | 28.3.2008 13:18 Uhr
Zöllner ist nicht der, der zuschlägt, ...
Nein, Klaus..aber ist einer dieser unsäglichen Dauerrelativierer, Verniedlicher, der den Bürger einfach nur für dumm verkaufen will. Statistisch nur 1,8 pro Schule..alles wird gut? Wo kommen den die Zahlen der Polizei her, knapp 500 Fälle mehr? Haben da die Rektoren mal eben 500 Statistikzettel vergessen? Nein, das hat alles System. Schaut euch die Bezirke an, das Klientel ...mich wundert nichts mehr!
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von spital8katz spital8katz ist gerade offline | 28.3.2008 13:20 Uhr
Unglaublich,
was dem Stimmvieh als "positive Entwicklung" untergejubelt wird.
Comment
von unbekannt | 28.3.2008 14:47 Uhr
@karasaleh
Der mit den Turnschuhen hat ja noch eine Entwicklung gemacht und hat dann die Turnschuhe gehen den grauen Anzug getauscht.
Wo es tatsächlich hingeführt hat, soll jeder für sich selbst entscheiden.

Es ist anzunehmen, dass solche Entwicklungen von den Kaputzenträgern etc. kaum erfolgen werden.

Natürlich ist das ein Vorurteil, diese Jungs und Mädels gleich nach dem Äußeren einzustufen. Trotzdem trifft es zum größten Teil zu.

Diese Mode kommt ja aus den USA, wo sie von der gleichen Gruppe als Protest und Zugehörigkeitsmerkmal erfunden wurde.
Komisch ist, dass diese Mode auf der ganzen Welt verbreitet ist, obwohl diejenigen die sie tragen, die USA hassen.
Comment
von dali dali ist gerade online | 28.3.2008 16:47 Uhr
das war früher nicht anders @iwc
wir sind auch mit möglichst "echten" also gebrauchten US-Militärklamotten rumgerannt und haben in diesen gegen den Vietnamkrieg demonstriert..

Gruß

dali
Comment
von unbekannt | 28.3.2008 15:08 Uhr
Wer nicht daran glaubt, mal zu den Gewinnern zu zählen, geht zur Schule, weil er da seine Freunde trifft,
denn Bildungsinhalte und Rechtsnomen interessieren wenig, wenn man lediglich "Bürger auf Abruf" ist, die Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon und Palästina, oft bloß geduldet, damit rechnend, bald wieder weg zu sein, die neue Heimat fremd, die deutsche Sprache, die Kultur. Hier zu leben bedeutet für sie, sich durchzuschlagen, halblegal, illegal, mit Schwarzarbeit. Ihre Kinder wurden in eine Zwischenwelt geboren, nicht mehr in die der Eltern, aber auch noch nicht in ihre eigene. Eine Generation der Heimatlosen. Gibt es für diese Schüler eigentliche eine Chance nach der Schule?
Comment
von dali dali ist gerade online | 28.3.2008 16:44 Uhr
nichts anderes wird hier jemand behaupten, @kara
allerdings muss man auch diese Aussagen karas natürlich relativieren:
Sehr viele der Libanon-"Araber" hier, sind eben keine palästinensischen Flüchtlinge, sondern Kurden aus der Türkei, gern auch Flüchtlinge aus Irak, Syrien in den Libanon, deren Status nur deshalb gefährdet ist, weil fast immer falsche Personenangaben gemacht haben.
Für sie alle aber gilt, eine Rückkehr würde für sie wieder Lagerleben in unbeschreiblichen Zuständen, aus denen sie ja kommen, bedeuten. Zurück in eine archaische gewalttätige Welt. Wer das nicht will, verhält sich so, wie die kleine Fatima, gestern in "Deutschstunde":
Sie ist zwar politisch radikalisiert, für sie (die kein Kopftuch trägt, gibt es nur lernen, lernen, lernen.

Dies wäre auch für die anderen "Araber", insbesondere männliche, die Perspektive, wird aber von ihnen abgelehnt,
im Gegenteil, diese kleine hoch gebildete, auch den Koran studierende, für viele Muslime zu emanzipierte junge Frau,
dürfte ihnen ein großer Dorn im Auge sein
Comment
von uschidoelle uschidoelle ist gerade offline | 28.3.2008 15:30 Uhr
positiv
Positiv betrachtet ist der Anteil von Schülern nicht-deutscher Herkunft an den Gewalttaten gleich geblieben. Wie schon im vergangenen Schuljahr betrug dieser 53 Prozent.

Positiv ist auch, das der Anteil von Schülern nicht-deutscher Herkunft, gemessen an der Gesamtbevölkerung unter 53 Prozent ist.

Positiv ist, das die Anzahl der Schulpsychologen seit 1996 um 40 Prozent abgebaut wurde und nicht um 100%.

Positiv ist, das die Hälfte der Taten sich in Grundschulen ereignet haben.

Positiv ist, das die Schulgewalt nur in Neukölln am stärksten gestiegen ist.


Aber positivsten ist, das bald wieder Wahlen sind.


Alles Gute und weiterhin Schwachkompetenz im „positiven“ Sinn.
Denn sorge dich nicht, lebe und denk positiv.
Uschi Dölle

Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 28.3.2008 18:42 Uhr
@karasaleh
„…Schule … setzt aber gleichzeitig auf Konkurrenz und individuelle Leistung. Schule wird so bei den Jugendlichen gleichgesetzt mit Auslese und Ausgrenzung“.
Konkurrenz und individuelle Leistung – die Grundpfeiler jeder Leistungsgesellschaft - entsprechen Auslese und Ausgrenzung(?) und sind daher für bestimmte Schüler nicht akzeptabel?
Karasaleh, ehrlich, mit einer solchen Einstellung ist Integration u n m ö g l i c h.
„Bildungsinhalte und Rechtsnomen interessieren wenig, wenn man lediglich "Bürger auf Abruf" ist“. Das Risiko, keine Daueraufenthaltserlaubnis zu bekommen als Rechtfertigung für Bildungsferne und Gesetzesbrüche!? Die Möglichkeit, sich gesetzestreu zu verhalten und sich so gut wie möglich zu bilden, damit man im Fall einer positiven Entscheidung in der neuen Heimat alle Chancen wahrnimmt, kommt für Sie wohl nicht in Betracht?
Ich denke, Sie setzen den Personenkreis, den zu vertreten sie vorgeben zu Unrecht in ein zu schlechtes Licht.
Comment
von dali dali ist gerade online | 28.3.2008 19:06 Uhr
naja nun @fritze
nun kipp mal nicht gleich das Kind mit dem Bade aus. sicher würde man auch hier mit "sozialem Lernen", das bei uns seit 40 Jahren von der SPD und etwas kürzer den Grünen gefordert, von der CDU mit Hauen und Stechen verhindert und z.B. in Finnland seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird.
Dennoch bleiben Deine weiteren Einlassungen richtig...

Gruß

dali
Comment
von jungle jungle ist gerade offline | 28.3.2008 19:02 Uhr
So ein Glück, dass...
die Grünen mit Ö.Mutlu in der Opposition sind. Sonst wären sie wohl genau so wie BS Zöllner genötigt, abflauende Zunahmeraten als Erfolg zu verkaufen.

Apropos, ein weiterer Erfolg bleibt unbeachtet: Der Anteil jugendlicher Migranten an Gewalttaten stagniert. Das klingt nach gelungener Integrationspolitik.
Comment
von unbekannt | 28.3.2008 20:19 Uhr
Um keinen Preis der Welt würde ich mit den Kindern
u. Jugendlichen von heute tauschen wollen.Warum?Was tut die Politik u. die Gesellschaft für Sie?Als Zielgruppe für Werbung,Handy,Mp3,Klingeltöne,für Einschaltquoten für die zahllosen kulturell hochstehenden RTL2-ähnlichen Sender,für Interessenten neuer Modetrends sind sie unserem Land sehr wichtig.Aber sonst?Natürlich werden sie mit einer unbarmherzigen Gleichgültigkeit in der Schule ausgemustert.Natürlich herrscht dort gnadenlose Konkurrenz. Chancengleichheit?Was für Zukunftsaussichten hat denn unsere Jugend u. wie wichtig erscheinen sie uns?Was für eine "gesunde" Gesellschaft u.Umwelt übergeben wir ihnen?Sind sie nicht ein Produkt u. ein Spiegel von uns?Wir geben IHNEN die Schuld u. nicht uns.Ist das so?Warum bringen sich soviele Teenies um,nehmen Drogen usw.Alles hängt mit allem zusammen,oder?Was für Vorbilder präsentieren wir ihnen?
Es sind Sprüche v. Teenies,die lauten:"Die ERDE ist die Hölle" u."nicht jeder ist gegen Dich!"
Unsere Gesellschaft hat diese Probleme hoch verdient!
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 28.3.2008 20:23 Uhr
@dazzle
Zöllner ist für Ihre Aussage des "Dauerrelativierens" noch gar nicht lange genug im Amt. Immerhin war es eine seiner ersten Amtshandlungen, sich bei Rütlis vorzustellen um umzusehen, was immer man von solchen Veranstaltungen halten mag. Jedenfalls wurde dort halbwegs Tacheles geredet.
Andererseits wissen wir, daß die Bildungspolitik nicht von Zöllner gemacht wird, sondern von Sarrazin. Freche Kommentare in die Kamera, wie z. B.: "Die sollen sich mal nicht so haben", zeigen, daß der zwar keine soziale Kompetenz besitzt, dafür aber keine Ahnung hat vom Schulalltag in Berlin. Deswegen das muntere Streichkonzert, "bis es quietscht". Vielleicht hat er mal das Glück einer Lebenserfahrung, wenn sich die Neuköllner Vandalen in seine Wohngegend verirren.
Comment
von jungle jungle ist gerade offline | 28.3.2008 20:56 Uhr
@ driver
Was für ein Quatsch. Ich habe genau so unter der unsozialen Politik unserer Regierung zu leiden wie die Jugendlichen unserer Gesellschaft. Deswegen werde ich noch lange nicht kriminell und verletze oder töte unschuldige Mitmenschen. Die Ursachen der steigenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen sind weniger in der sozialen Stellung bestimmter Millieus, denn in kulturellen Barrieren zu finden. Insbesondere aber auch an der fehlenden Wertevermittlung im Elternhaus.
Comment
von unbekannt | 28.3.2008 21:42 Uhr
@jungle,natürlich ist es Unsinn was ich schreibe!
Ohne Frage darf es nicht toleriert u. muss bestraft werden, wenn jemand Gewalt anwendet.Abgesehen von unser völlig vom Geld beeinflussten u. gesteuerten Gesellschaft ist doch von unserer Jugend unschwer zu erkennen, dass immer die gewinnen,die legale,psychologische Gewalt anwenden,die intelligenten,arroganten u. reichen scheinen immer zu gewinnen.Oh jetzt werden ja wieder viele stöhnen!!! Auweia.
Lesen Sie einfach mal diesen sehr renommierten Artikel:

http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/522728.html?p=2&nv=ct_cb&eid=522959

Es hat alles seine Gründe auf der Welt,das heisst nicht,dass man es toleriert o. gar gut findet!
PS: Robert Steinhäuser hatte ein überaus intaktes Elternhaus!
Comment
von peterbricks peterbricks ist gerade offline | 28.3.2008 23:52 Uhr
Bildungspolitik - wer?
Sarazin macht Bildungspolitik? - Der gängige Sündenbock überstimmt also alle Senatoren, manipuliert die Fraktionen von SPD und SED/PDS/Linke oder morgen wieder KPD (ist auch Wurscht) und seit der Verfassungsänderung hat Herr Wowereit keine Richtungslinienkompetenz mehr oder was? Klar: Einfache Feindbilder, am besten personifiziert, erklären alles.
Wegen der Finanzen noch mal Heinsohn aus den letzten Tagen im Tagesspiegel lesen. Aber man kann auch bei seinen Vorurteilen bleiben; ist jedenfalls bequemer.
Comment
von unbekannt | 29.3.2008 14:20 Uhr
@dali - keine gerichtsfeste Begründung
"Wer das nicht will, verhält sich so, wie die kleine Fatima, gestern in "Deutschstunde":
Sie ist zwar politisch radikalisiert, für sie (die kein Kopftuch trägt, gibt es nur lernen, lernen, lernen."

Keine Kammer beim Verwaltungsgericht Berlin würde aufgrund einer schulischen Leistung ein Aufenthaltsrecht zu billigen. Das dürfte der Richter schon deshalb nicht, weil allein das Ausländerrecht Aufenthalte abschließend regelt. Sie kennen vielleicht, im Tagesspiegel wurde berichtet, dass selbst gut integriegte Jugendliche abgeschoben wurden (z.B. Kosovo).
Comment
von unbekannt | 29.3.2008 14:45 Uhr
@fritz
Ihnen wird die Lebenswelt Jugendlicher mit MH weitgehend fremd sein. Ein junger Mann hat es nicht so einfach, hier ein Leistungsträger zu werden. Im Grunde hängt er in einer Zwischenwelt: In der Familie bzw. Großfamilie werden ihm andere Werte vermittelt. Hier kommt es auf Ehre, Respekt, Stärke etc. an, um nur einige zu nennen. Sie werden das kennen. In seiner gesellschaftlichen Außenwelt, Schule, Ausbildung etc., werden diese, ihm von der Familie vermittelten Werte nicht sehr oder garnicht geachtet. Der 15jährige steht nun in dem Dilemma, beide "Wertewelten" in sich in Einklang zu bringen. Folgt er der gesellschaften Wirklichkeit draußen, entfremdet er sich seiner Familie, die für ihn nicht nur einen, sondern den Stellenwert besitzt. Für Jugendliche ist es auch immer ein Ausbalancieren beider Ansprüche, die auf ihn einwirken. Hieran scheitern viele Jugendliche. Ich will mich damit nicht abfinden, aber wichtiger ist die Familie, auf sie gilt es einzuwirken.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 29.3.2008 15:11 Uhr
@karasaleh
Ich erfahren von Schülern regelmäßig, daß auch schulische Leistungen entscheidend sein können für die Verlängerung der Duldung oder deren Aberkennung. Ob diese Mahnung nun lange anhält, steht auf einem anderen Blatt.
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 29.3.2008 16:35 Uhr
@karasaleh
Irgendwie haben Sie den Boden der Logik unter den Füßen verloren, indem Sie behaupten, die in Schule und Ausbildung gestellten Anforderungen und bevorzugten Tugenden unserer Leistungsgesellschaft wären unvereinbar mit den traditionellen Werten, sagen wir mal, muslimischer Familien.
Ich habe Familien kennen gelernt in Ägypten, der Türkei, dem Libanon und Saudi-Arabien. Fleiß, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Respekt, Sauberkeit sind dort wie hier Grundtugenden, die bei der Erziehung im Vordergrund stehen. Dass es aufgrund der kulturellen und religiösen Unterschiede bei a n d e r e n Werten abweichende Einstellungen gibt, wie bei Erziehung, Rollenverteilung und Stellung von Mann und Frau, dem Keuschheitsgebot, Respekt vor Älteren, Gebetspflicht, Almosengebot, etc. ist in d i e s e m Zusammenhang nicht relevant.
Wir haben das alte Problem: Sie akzeptieren das selbst verursachte soziale Fehlverhalten einer Minderheit nicht als das, was es ist.
Comment
von jungle jungle ist gerade offline | 29.3.2008 17:26 Uhr
@ driver
Kann Ihnen zustimmen, bis zu dem Punkt, an dem alle gesellschaftl. Probleme ausschließlich auf soziale Unterschiede und soz. Stellung zurückgeführt werden.
Comment
von unbekannt | 30.3.2008 17:42 Uhr
@klaus_weiss
Duldungen liegen im Ermessen der Ausländerbehörde. Selbstverständlich spielt es eine Rolle, was der Betreffende macht: Schule, Ausbildung etc. Wenn alles günstig steht, wird die Duldung über die gesamte Schulzeit/Ausbildungszeit verlängert, aber kein Aufenthaltstitel erteilt. Duldung ist kein Aufenthaltstitel, sondern, wie es das Wort schon sagt, eine Duldung, die jederzeit entzogen werden kann. Wer eine Duldung besitzt ist grundsätzlich ausreisepflichtig, kann aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen heraus nicht abgeschoben werden, weil es den Staat nicht gibt, Pälastina, oder der Staat ihn nicht aufnimmt, Ausbürgerungen aus dem Libanon der sog. kurdischen Araber. Die letzten stellen den Hauptanteil in Neukölln. Eine Arbeitsgruppe bei der Polizei "Lib.Kurden" prüft,ob dieser Personenkreis u.U. in die Türkei abgeschoben werden kann, weil das AA der Meinung ist, es seien Türken.
Comment
von unbekannt | 30.3.2008 17:45 Uhr
@fritz
Ich denke, Sie haben eine falsche Vorstellung von der Klientel. Sie schreiben von Familien, die Sie in ihren jeweiligen Heimatländer kennen gelernt haben. Das mag ja alles so richtig sein. Die Jugendlichen hier in Berlin kommen eben nicht aus dieser Mittel- und Oberschicht. Sie selbst schreiben doch, sie kommen aus bildungsfernen Schichten. Verwechseln Sie doch bitte nicht immer Äpfeln mit Birnen.

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