[Kommentare: 40]

Nach dem Urteil

Ein Gebet spaltet

Kontroverse Reaktionen in Berlin auf das Betraum-Urteil: Kirchen begrüßen es, Buschkowsky findet es fatal.
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Das Gerichtsurteil, dass einem muslimischen Schüler das Beten in der Schule erlaubt, hat in Berlin kontroverse Reaktionen hervorgerufen.

Für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg sagte Sprecher Volker Jastrzembski, dass die Entscheidung des Verwaltungsgerichts das Recht auf „Freiheit zur Religion“ und damit auch auf ihre Ausübung bekräftige. „Es ermöglicht dem Schüler, zu beten“, sagte Jastrzembski. Seiner Auffassung nach ist dadurch auch nicht die Neutralitätspflicht der Schule berührt. Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums Berlin, sieht eine „Stärkung der positiven Religionsfreiheit“ durch das Urteil. Auch er sieht die Neutralität der Schule dadurch nicht beeinträchtigt, genauso wenig wie sie durch den freiwilligen Religionsunterricht eingeschränkt werde.

Positive Reaktionen kamen von der FDP sowie der Initiative Pro Reli, die im Frühjahr das gescheiterte Volksbegehren für Religion als ordentliches Unterrichtsfach an den Schulen initiiert hatte.

Anderer Auffassung ist der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Kurt Wansner. „Mit der Aufkündigung der Neutralität an den Schulen ist ein Stein ins Rollen gebracht worden, der zu einer Zerfaserung und damit Parallelisierung führen kann, die ernsthaft niemand wünscht“, sagte er. Das Urteil schade der Integration. Der CDU-Politiker forderte die Bildungsverwaltung auf, auf jeden Fall gegen die Gerichtsentscheidung Berufung einzulegen. Man habe zwar von Anfang an gesagt, dass es neben der Freiheit von Religion auch die Freiheit zur Religion geben müsse: „Der falsche Weg wäre allerdings, nun individualistische Wege zu ermöglichen, die bereits in der Schule zur Separierung führten.“

Die Berliner Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Rose-Marie Seggelke, verweist darauf, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung ohne grundsätzliche Bedeutung handelt. Sie befürchte nicht, dass es jetzt eine massenhafte Nachfrage nach Beträumen geben werde, sagte Seggelke. Dennoch befürworte auch sie es, wenn der Senat das Urteil vor dem Oberverwaltungsgericht überprüfen lasse.

Auch Özcan Mutlu von den Grünen irritiert das Urteil: „Ich kenne kein Land außer dem Iran, in dem Gebetsräume an der Schule möglich sind.“ Felicitas Tesch, schulpolitische Sprecherin der SPD, ist ebenfalls nicht glücklich über die Entscheidung, sie wolle aber auch nicht Gerichtsschelte betreiben. „Jegliche religiöse Symbolik sollte aus der Schule herausgehalten werden“, sagt Tesch.

Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky formuliert es gewohnt zugespitzt: „Dieses Urteil fällt hinter die Aufklärung zurück. Es kann nur von Menschen gefällt worden sein, die noch nie einen Stadtbezirk wie Neukölln betreten haben. Die Symbolkraft dieses Urteils ist tödlich. Religionsfreiheit heißt eben nicht, dass der Staat materielle Voraussetzungen schaffen muss, damit jeder seine religiösen Rituale an jedem Ort durchführen kann.“

Buschkowsky regt am meisten auf, dass der Koran dies auch gar nicht vorschreibt. „Da müsste ich ja allen meinen muslimischen Mitarbeitern im Rathaus auch einen Gebetsraum einrichten“, sagt er: „Und muslimische Chirurgen müssten ständig Operationen unterbrechen, um ihren Gebetsteppich auszurollen – das ist absurd!“

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 01.10.2009)
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Kommentare [ 40 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 30.9.2009 22:18 Uhr
Lediglich ein Herumdoktern an den Symptomen
Was der Mensch ist ergibt sich aus seinem Tun. Artifizielle Rituale besagen gar nichts. Das ist aus der Geschichte zu ersehen und am einzelnen Menschen. Es hat keinen Sinn Rituale zu verbieten. Dagegen hat es Sinn den Menschen dazu zu bringen über Herkunft und Hintergründe derselben nachzudenken. Und noch eine Schritt davor: Es muss vermittelt werden, dass der Einsatz von Vernunft hier nicht falsch ist und keine Gotteslästerung sein kann. Jene Karikaturen etwa haben ja weder Gott noch den Islam angegriffen und damit potentiell gefährdet, sondern ausschließlich jene, die ihre Funktion und ihren Wohlstand Denkverboten verdanken.
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von angel angel ist gerade offline | 30.9.2009 22:31 Uhr
Unsinn !
Buschkowsky redet Unsinn, wenn er meint, muslimische Chirurgen müssten Operationen unterbrechen können, um zu beten. Das Beten in einer Schulpause ist ja wohl was anderes als eine OP zu unterbrechen!
Buschkowsky ist ein Demagoge!
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 1.10.2009 0:05 Uhr
Was ist das?
Wir verstehen miss und sparen so Vernunft und Argumente?
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von angel angel ist gerade offline | 1.10.2009 10:13 Uhr
Missverstehen?
Meinen Sie mich oder Buschkowsky?
Wenn ich das Urteil nicht missverstanden habe, dann geht es um das Beten in den ohnehin vorhandenen Pausen, solange es keine unzumutbaren Beeinträchtigungen gibt. Das Beispiel von Buschkowsky mit den Chirurgen ist also Unsinn. Eine Operation STÄNDIG zu unterbrechen, ist wohl eine unzumutbare Beeinträchtigung. Also, wer hat hier was missverstanden?
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 1.10.2009 10:55 Uhr
Verehrter angel, ...
...niemand hat etwas gegen Ihre perönliche Vorliebe in Sachen Religion. Sie haben selbstverständlich das Recht sich fünf mal am Tag in Richtung Mekka zu verbeugen.
Übrigens wo und wann immer Sie das wollen.
Doch eines nehmen Sie bitte zur Kenntnis: Die große Mehrheit in dieser Stadt folgt Ihnen dabei noch lange nicht.
Also, die Vernunft eines Herrn Buschkowski, in der Sache, ist mehr als lobenswert.
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 1.10.2009 11:48 Uhr
angel ist
aber nicht moslem. und dass auch christentum unter gefährlich eingestuft wurde, haben wir bei der unseligen pro reli debatte gesehn. und was die große mehrheit will...ist noch nicht klar. so mancher will nur still im innern, weil er angst vor christenverfolgung hat. der vater des jungen ist deutscher...interviewt den mal jemand? der will doch sicher auch 5 mal am tag beten, und einmal da, wo er arbeitet.oder 2 mal. wie geht das eigentlich?
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von angel angel ist gerade offline | 1.10.2009 11:51 Uhr
Folgen
Ich erwarte nicht, dass mir jemand bei meiner Sicht- und Lebensweise folgt (übrigens: ich bin katholisch :-) ). Ich erwarte aber Toleranz gegenüber Menschen, die eine andere Sicht- und Lebensweise haben. Ich käme nicht auf die Idee, mich gen Mekka zu verbeugen, aber mich stört's nicht, wenn andere das tun.

Interessant finde ich ja, dass mir bei den Kommentaren zur Anti-Abtreibungsdemonstration christlicher Fundamentalismus vorgeworfen wurde. Hier nun werde ich in die islamisch fundamentalistische Ecke eingeordnet. :-)

Was an Herrn Buschkowskys Verdrehungen vernünftig ist, das weiß ich allerdings nicht.
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von mino43 mino43 ist gerade offline | 1.10.2009 14:17 Uhr
werde ich in die islamisch fundamentalistische Ecke eingeordnet. :-)
weil jede Religion per se Fundamentalismus pur ist. Oder würden Sie zugeben, dass es es noch einen anderen Gott (z.B. irgend einen indischen, oder Wotan, oder Odin...) gibt?
Es braucht Sie also als vehementer Streiter für irgendeine Religion gar nicht zu wundern, dass Sie mal mit dieser und mal mit jener fundamentalistisch anmutenden Religion in Zusammenhang gebracht werden.
Für Atheisten ist jede Religion Fundamentalismus.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 2.10.2009 8:29 Uhr
„Für Atheisten ist jede Religion Fundamentalismus.“
Bitte?

Leider hat jede Sprache einen nicht gut zu machenden schweren immanenten Fehler: Man braucht nur der Grammatik zu genügen, kann aber Worte ansonsten beliebig aneinanderrein ohne dass dabei eine sinnvolle oder richtige Aussage dabei heraus kommt.
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von mino43 mino43 ist gerade offline | 2.10.2009 14:03 Uhr
wieder gutmachen?
wem gegenüber sollte ich etwas nicht wieder gutmachen können sollen. Einem nicht existenten Gott etwa? "Gott behüte"
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 2.10.2009 23:32 Uhr
@ mino43 | 2.10.2009 14:03 Uhr
Bitte? Wovon sprechen Sie?
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von mino43 mino43 ist gerade offline | 3.10.2009 11:23 Uhr
@ wilhelm, 2.10.2009 23:32 Uhr
Nun, Sie werden ja nicht wirklich den Sprachen an sich einen Vorwurf gemacht haben, oder? Das wär schon ziemlich albern.
Sie wollen nicht verstehen.
Das war mein letzter Kommentar zum Thema.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.10.2009 14:00 Uhr
mino43 | 3.10.2009 11:23 Uhr
Offenbar wissen Sie selbst nicht, was Sie mit dem Satz „Für Atheisten ist jede Religion Fundamentalismus.“ sagen wollten. Meine Bemerkung zur Sprache haben Sie auf „einen nicht existenten Gott“ bezogen. Und weshalb das von mir angedeutet Defizit jeder Sprache „ziemlich albern“ ist, werden Sie wohl wiederum selbst nicht wissen. Und dann kommt’s wie so oft: Dem Anderen wird das zum Vorwurf gemacht, worin man selbst gefangen ist.

Zur Sicherheit, für’s Selbstwertgefühl, zur Demonstration von Überlegenheit gibt’s dann noch ein Monument von einem Satz zum Schluss:

„Das war mein letzter Kommentar zum Thema.“

Peinlich, oder?
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 1.10.2009 23:23 Uhr
angel
Nicht Buschkowsky, über dessen Äußerungen man ja durchaus diskutieren kann, ist unvernünftig, sondern Ihre Interpretation. Eine Überspitzung wörtlich zu nehmen ist kein Argument, sondern ein Kurzschluss.
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 1.10.2009 10:57 Uhr
der koran
sagt, dass man gebetszeiten zusammenfassen kann...aber wer kennt schon den koran und wer kennt schon die bibel? einige reisserische zitate, möglichst übersetzt in eine andere sprache...die kennt man und damit wirft man um sich. wenn religion privatsache ist, dann auch häusliche probleme, dann geldsorgen a la hartz 4, dann individuelle kleidung. all das muss dann verboten werden und nach hause verwiesen. da kann man sich dann auch bitte dezent umbringen.oder morden. und das einheitsgesicht gehört angeschafft, das neutrale. hatten wir alles schon. reiß dich zusammen..
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 1.10.2009 23:17 Uhr
angel
Rhetorik: Ein Fremdwort? Eine zugespitzte Formulierung um eine Aspekt hervorzuheben ist eine alltägliche Sache. Wer daraus Unsinn macht, hat’s einfach nicht verstanden.
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von rob3 rob3 ist gerade offline | 1.10.2009 9:35 Uhr
Beten kann man zu Hause
Beten sollte man zu Hause egal ob Christ oder Moslem oder von mir aus im stillen ,man sollte aber die Kirche im Dorf oder den den Koran in der Moschee lassen, ich glaub es ist jetzt genug mit Islamisierung in unsrem Land,was kommt als nächstes? Ein Tempelzimmer für Hindus? Leute eh soll Er beten aber bitte nicht auf Staatskosten!
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von bernie0711 bernie0711 ist gerade offline | 1.10.2009 13:48 Uhr
@angel
Die Demagogin sind Sie ! Warum soll in einer Berliner Schule ein Gebetsraum eingerichtet werden, wenn es in keinem islamischen Land in den Schulen Gebetsräume gibt ? Warum ? Können Sie das erklären ?
Im Übrigen bedeutet im Islam das Gebet kein Zwiegespräch mit Allah, sondern es handelt sich dabei nur um eine Demonstration dafür, daß man sich an die islamischen Regeln hält. Denn der Islam ist keine Religion, wie wir sie kennen, sondern ein ideologisches Regelwerk.
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von commentator commentator ist gerade offline | 30.9.2009 23:06 Uhr
Gleiches Recht für alle


Zitat von Förner

Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums Berlin, sieht eine „Stärkung der positiven Religionsfreiheit“ durch das Urteil.



Das ist schon klar. Diese Mittelalterfürsten sehen freudig erregt dem nächsten Gerichtsurteil entgegen: Der Einrichtung mindestens eines Beichtstuhls pro Schule im multivalent zu nutzenden Direktorat.

Aber aufgepasst, es folgt spätestens dann der Gerichtsbescheid an die MLPD, an ruhiger und gepflegter, den Unterricht nicht störender Stelle eine Büste von Marx wahlweise Lenin aufstellen zu können.
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von kb kb ist gerade offline | 30.9.2009 23:20 Uhr
Natürlich freuen sich die Pfaffen, dass
die Errungenschaften der Aufklärung zurückgedreht werden. Alles andere wäre auch ein Wunder. Sie sollen sich allerdings vorsehen, denn sie praktizieren eine Rollbackstrategie, die ihnen aber auf die Füße fallen könnte, da sie damit dem Islam immer mehr Einfluss einräumen.

Über die Berliner FDP muss man nichts mehr sagen: Die hat so viel mit Liberalismus zu tun wie die Kuh mit dem Tangotanzen.
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 1.10.2009 11:51 Uhr
die aktiven
christen, die hier ja auch niedergemetzelt werden mit polemik, räumen dem islam keine hauptrolle ein. eine nebenrolle.alle ungläubigen oder gleichgültigen sind da eher in gefahr, den islam riesig werden zu lassen.
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von joerg_berlin_jg67 joerg_berlin_jg67 ist gerade offline | 30.9.2009 23:44 Uhr
Möge die Revision / Berufung erfolgen...
Buschkowsky ist ein sehr guter Mann und seine Richterschelte vermutlich nicht so ganz falsch.

Dieses Urteil wird hoffentlich durch das OVG kassiert und wenn das nicht hilft, bleibt der Weg nur nach Karlsruhe.

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von derverwalter derverwalter ist gerade offline | 1.10.2009 8:34 Uhr
Erstaunen
Ich bin zunehmend erstaunt, was alles in dieses Urteil hineininterpretiert wird. Ein bisschen mehr Gelassenheit wäre angebracht.

Die Schule muss keinen Raum einrichten. Sie muss auch nichts und niemanden bevorzugen oder eine bevorzugte Position einnehmen. Sie muss lediglich dulden, dass ein Schüler in einem ungenutzten Raum betet. Das ist vor dem Hintergrund der Religionsfreiheit ja wohl zumutbar. Und es kostet den Steuerzahler keinen Cent mehr.
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 1.10.2009 11:04 Uhr
@derverwalter
von einem raum hat die schulleiterin geredet. sie wollte nicht, dass der junge im flur auf der jacke betet. wegen der würde.aber moslems beten wohl überall.meine würde hängt doch nicht davon ab, was andere mit mir machen. meine innere haltung sorgt für würde oder nicht. sowie andere überall meditieren können. mal in der u bahn leute beobachten, die so versonnen auf den bänken sitzen...und niedermetzeln, weil sie die anderen mit ihrem entspannten gesicht bedrängen.
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von Lund Lund ist gerade offline | 1.10.2009 9:10 Uhr
TS irrlichtert umher
Wie orientierungslos man mittlerweile sogar beim TS ist zeigt der Satz: "Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky formuliert es gewohnt zugespitzt." Es folgen Einschätzungen des Bürgermeisters, in denen beim besten Willen nichts Zugespitzes zu erkennen ist und die jedem stinknormalem Bürger sofort in den Sinn kommen, wenn er von einem Betraum in einer Schule(!)hört.
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 1.10.2009 9:19 Uhr
Vorauseilende Unterwerfung
unter Machtansprüche ist dieses Urteil.

Schade, dass das Gericht nicht erkennt (erkennen will, erkennen darf) dass es hier nicht um "freie Religionsusübung", sondern um Machtansprüche geht. Der Islam ist mehr als eine Religion. Mit solchen Urteilen wird die Demokratie Schritt für Schritt in Richtung Scharia unterhöhlt.
Comment
von ganymed ganymed ist gerade offline | 1.10.2009 11:00 Uhr
von machtansprüchen
wurde auch bei pro reli geredet. es gibt eine anzahl von menschen, die üben auch ohne religion und kirche macht aus. was machen wir mit denen?
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von hege hege ist gerade offline | 1.10.2009 10:01 Uhr
Schulgebet?
Wie lange wird es noch dauern, dass die Herren Pfarrer und der Klerus das Schulgebet fordern.
Wo leben wir eigentlich?
Religion ist und darf nicht Angelegenheit des Staates sein.
Comment
von angel angel ist gerade offline | 1.10.2009 10:35 Uhr
Angelegenheit des Staates
Wenn Religion nicht Angelegenheit des Staates ist und sein darf, dann geht es den Staat nichts an, ob ein Schüler in der Pause betet oder nicht.
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von ganymed ganymed ist gerade offline | 1.10.2009 10:59 Uhr
geht es darum
in der debatte? dass herr pfarrer und sonstwer das fordern? ein tag ,der mit einem gebet oder einer meditation anfängt, verläuft aber anders..das sei allen uninformierten gesagt.
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von jakob jakob ist gerade offline | 1.10.2009 10:18 Uhr
Ein Meilenstein der Integration.
Ich finde das Urteil gut. Es ist ein grosser Fortschritt auf dem Weg der Integration der gegenwärtigen Bevölkerungsmehrheit in die moslemische Kultur.

Ich hoffe nur, daß die gegenwärtige Bevölkerungsmehrheit diesen Weg der Integration weiter mitgeht und sich nicht verweigert. Ansonsten könnte es zu Spannungen zwischen der gegenwärtigen und der sich entwickelnden Bevölkerungsmehrheit kommen.
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von ickebins ickebins ist gerade offline | 1.10.2009 10:55 Uhr
??
Irgendwie verstehe ich die Berichterstattung samt Diskussion darüber nicht so richtig.
Allen detaillierten Berichten über dieses Urteil entnehme ich bisher, dass keinesfalls ein spezieller "Betraum" eingerichtet werden muss, sondern dem Schüler nur in Pausen irgendwo ein ungestörtes Gebet ermöglicht werden muss, z.B. in einem leeren Klassenzimmer o.ä.
Wenn das so ist, dann frage ich mich warum dazu irgendein Prozess oder Urteil nötig sein kann - eine ungenutzte Ecke kann man ja wohl auch so finden.
Ob man dann da ungestört ist, besonders vor anderen Schülern die sich ja gerne über alles lustig machen und sicher besonders gerne auch einen betenden Muslimen stören oder "mobben" ist eine andere Frage, die aber imho auch nicht gerade durch ein Gerichtsurteil gelöst werden kann.
Was also soll denn jetzt ganz konkret durch dieses Urteil für eine Situation beim Beten geschaffen werden und wie soll sich die vom jetzigen Zustand unterscheiden?
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von plapperstorch plapperstorch ist gerade offline | 1.10.2009 16:06 Uhr
Zwischen den Zeilen
Sie haben völlig recht. Im Urteil und der früheren Eilentscheidung steht nix von einem Gebetsraum. Das hat der Sprecher des Gerichts betont. Aber zwischen den Zeilen gelesen lässt sich die Entscheidung nicht anders interpretieren, bzw. umsetzen, als dem nach islamischen Ritus betenden Schüler einen Raum für sein Gebet zu überlassen. Sein "öffentliches" Beten auf dem Schulflur war doch Stein des Anstoßes. Würde der Schüler nun wieder auf dem Flur beten, könnte jeder andere Schüler sagen: "das will ich nicht sehen" und als Ausfluß der sogenannten negativen Religionsfreiheit wäre die Schulleitung dann wieder gezwungen, dem "Atheisten" diesen Anblick zu "ersparen", was bedeutet: ab ins stille Betkämmerlein.
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von phantomias phantomias ist gerade offline | 1.10.2009 11:09 Uhr
"Die Symbolkraft dieses Urteils ist tödlich."
Irrtum. Solche gewalttätigen Sprüche führen zu Gewalt, nicht ein Gebet.
Comment
von jakob jakob ist gerade offline | 1.10.2009 12:40 Uhr
Kurzsichtigkeit und Ignoranz
Aus kurzsichtigen Erwägungen heraus unterstützen die Kirchen und die FDP in Berlin dieses Urteil.

Im Falle der ev. und kath. Kirchen wird alles unterstützt, was den Einfluß von Religion in unserem Land stärkt. Dabei blenden die Kirchen die Frage aus, ob der Islam überhaupt einen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft hat. Diese Frage ist bis heute unbeantwortet.

Im Falle der FDP läuft es auf das selbe hinaus. Die Aussicht auf moslemische Wählerstimmen lässt auch die FDP diese Frage ignorieren. Erkennbar ist dies an der Nähe der Liberalen zu den Islamverbänden (Aiman Mazyek und Ayyub Köhler sind beide FDP-Mitglieder) und - speziell in Berlin - an der unkritischen Unterstützung von umstrittenen islamischen Vereinen wie INSSAN.

Sowohl die Kirchen als auch die FDP unterstützen die Ausbreitung des Islams in Deutschland aus reinen Nützlichkeitserwägungen ohne sich wirklich mit dem Islam zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

Diese Ignoranz ist ein Fehler.
Comment
von derverwalter derverwalter ist gerade offline | 1.10.2009 12:48 Uhr
Rechtsprechung
Was hat das Gericht hier eigentlich zu beurteilen gehabt?

Es ging darum, ob der Staat in "Person" der Schulleiterin hinreichend plausible Gründe vorgetragen hat, einen Schüler in der Ausübung seiner Grundrechte einzuschränken. Offenkundig waren die Gründe nicht überzeugend, denn das Gericht konnte der Schulleiterin darlegen, wie sie den Konflikt in diesem Einzelfall ohne Verbot beilegen kann, nämlich durch das Angebot der Nutzung eines leerstehenden Raumes.

Damit hat das Verwaltungsgericht genau das getan, was seine Aufgabe ist, nämlich die Schaffung eines Rechts- und Interessenausgleichs in einem Einzelfall im Lichte der Verfassung mit dem geringstmöglichen staatlichen Eingriff.

Die Klärung politischer Grundsatzfragen ist nicht Aufgabe eines Gerichts, sondern die der Politik.
Comment
von plapperstorch plapperstorch ist gerade offline | 1.10.2009 15:56 Uhr
Auf den Punkt
Werter Verwalter, Sie haben es auf den Punkt gebracht. Rein juristisch betrachtet hatte das Gericht keine andere Wahl, als so zu entscheiden. So wie Art 4 GG heute dasteht, muss sich der Staat zurückhalten gegenüber der Religionsausübung des Bürgers. Im Rahmen der sogenannten negativen Religionsfreiheit darf er im konkreten Fall nur "schützend" eingreifen, wenn sich ein Bürger durch die Religionsausübung eines anderen Bürgers belästigt sieht. Im Fall des Schülers war gegenüber dessen öffentlichen Beten auf dem Schulflur das Ausweichen auf den PC-Raum die richtige Alternative. Ändern kann daran kein Gericht etwas, sondern nur der Gesetzgeber. Das bedeutet dann eine Änderung des Grundgesetzes in Richtung Laizismus nach französischer Art. Ob man das will oder nicht, ist eine Frage der Weltanschauung. Darüber kann man zwar trefflich streiten, aber überzeugen wird man wohl keinen vom Gegenteil. Ich bin für diesen Laizismus, bezweifele aber, dass sich dafür die nötige 2/3-Mehrheit im Parlament finden lässt. Dazu bedarf es in jedem Fall einer langen gesellschaftlichen Diskussion.
Comment
von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 1.10.2009 17:37 Uhr
Jetzt last doch mal den Kulturkampf
Doll der Junge doch im PC Raum beten bis er rostet.
Er soll nur keine Massenveranstaltung daraus machen und der Raum soll nicht umgewidmet werden. Den Ball hätte man flach halten sollen.
An meiner Schule damals haben die radikalen unter den CVJMern auch einen Schulraum für eine Fürbitte-AG ausgeliehen. Aber sie durften auch keine geweihte Kapelle draus machen.
Man sollte lieber den Ethik Unterricht nutzen um darüber zu sprechen und z.B. die verschiedenen Weltmodelle der Religionen und die der Naturwissenschaft gegenüber halten.
Dann werden die meisten von selber merken das Religion aus einer Zeit stammt wo die Menschheit keine Ahnung hatte was abgeht in der Natur.
Wir müssen die NAturwissenschaften und ihre Erklärungen bekannter und interessnter machen. Dann gehen die Religionenvon selber den Bach runter.
Schon kleine Kinder merken das die Schöpfungsgeschichte und das Universum eines Steven Hawking nicht zusammenpassen. Darauf kann man aufbauen.
Comment
von freidenker freidenker ist gerade offline | 1.10.2009 21:47 Uhr
Warum finden die Kiurchen das gut??
Dass die Kirchen das Urteil begrüßen, finde ich bestürzend.

Ich dachte immer, die hätten einen Kompass.
Comment
von sprecher sprecher ist gerade offline | 12.10.2009 17:56 Uhr
Ausländer für Leitkultur!
Als Migrant mit deutschem Pass wuensche ich mir Heinz Buschkowsky als Regierenden Buergermeister (Dann koennte ich endlich mal wieder SPD waehlen). Moege dieser mutige Mahner noch moeglichst lange die Gutmenschen jeglicher Coleur hierzulande mit der ungeschoenten Realitaet "traktieren".

Sehr verehrter Herr Buschkowsky, ich darf Ihnen aus eigener Erfahrung versichern: Sie geniessen den Respekt vieler dankbarer Berliner, von Treptow bis Tegel, die genau spueren, dass es Ihnen wirklich um die Menschen unserer Stadt geht - egal woher sie kommen.

Viktor Pavel - Sprecher, Dolmetscher, Autor

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