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Bildungsprotest

Studenten besetzen FU-Präsidium

Um für bessere Studienbedingungen zu demonstrieren, haben am Dienstag einige hundert Studenten das Präsidium der FU in Beschlag genommen. Der Uni passte das überhaupt nicht: Sie kündigte die Räumung an. Am Ende kam es dann doch nicht soweit.
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Alles Grün. Die Polizei rückte an, als Studenten das FU-Präsidium besetzten. -
Berlin -  Mehrere hundert Studenten der Freien Universität (FU) haben am Dienstagnachmittag das Präsidium ihrer Hochschule in Dahlem vier Stunden lang besetzt. Die Aktion richtete sich gegen das neue Bachelor- und Mastersystem und war Teil der bundesweiten Streikwoche für bessere Studienbedingungen. Zeitweise sah es so aus, als wollten es die Besetzer auf ein Kräftemessen ankommen lassen: Auf die Drohung der Universitätsleitung, man werde das Gebäude räumen lassen, reagierten sie erst abweisend. Notfalls werde man auch in den nächsten Tagen bleiben, hieß es. Aber dann gab es durch die Vermittlung von FU-Politikprofessor Hajo Funke doch noch ein friedliches Ende. Gegen 18.30 Uhr zogen die Besetzer ab.

Zuvor war die Polizei bereits mit 200 Beamten vor dem FU-Präsidium an der Kaiserswerther Straße aufgezogen. Anfangs hielten sich die Polizisten zurück. Sie warteten das Ergebnis erster Verhandlungen zwischen Präsidiumsmitarbeitern und den Studenten ab. Die Besetzer wollten ein Treffen mit dem FU-Präsidium erzwingen.
Fotostrecke: Bildungsprotest in Berlin (16 Bilder)

Als dessen Sprecher sie aufforderte, das Haus zu verlassen, wurde er ausgebuht. „Der Unmut ist riesig,“ sagte Georg Frankl, einer der Organisatoren der Aktion. FU-Präsident Dieter Lenzen habe sich jahrelang nicht um die Probleme der Studenten gekümmert. Am Gebäude befestigten die Besetzer etliche Transparente, vom Balkon des Hauses flogen Konfetti und Flugblätter.

Begründet wurde die Besetzung unter anderem mit „der Verstümmelung von Diplom und Magister zu Bachelor und Master.“ Dabei habe das Präsidium der FU eine Vorreiterrolle übernommen. Das Bachelor- und Mastersystem müsse abgeschafft werden, hieß es.
1300 FU-Studenten waren vor der Besetzung zu einer Vollversammlung zusammengekommen. Bereits dort erhielt Professor Hajo Funke Applaus, als er das Bachelor-Studium mit einer autoritären Klippschule verglich und den Studenten die Unterstützung der Dozenten zusagte.

Da die Besetzer anfangs hart blieben, begann die Polizei gegen 17 Uhr den Vorplatz des Präsidiums zu räumen. Dort hatten sich mehrere hundert Sympathisanten versammelt. In diesem Moment schaltete sich jedoch erneut Hajo Funke ein. Er vermittelte zwischen Besetzern und Polizei, woraufhin die Studenten friedlich das Haus verließen. 
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Kommentare [ 16 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von konfuzius konfuzius ist gerade offline | 16.6.2009 19:09 Uhr
Am besten Exmatrikulieren
Was spricht eigentlich dagegen, die linksradikalen Studierenden an der FU einfach zu exmatrikulieren? Wer ein Verwaltungsgebäude besetzt, nötigt andere Menschen, und das ist sicherlich nicht von der Versammlungsfreiheit gedeckt. Wer seine Meinung kundtun will, der kann das auch auf friedlichem Wege tun.

Im übrigen: Streiken können nur Personen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Was die Studienden der FU veranstalten, ist eine ganz normale Demonstration.
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von muellaw muellaw ist gerade offline | 16.6.2009 19:44 Uhr
OMG
Warum linksradikal?
Warum nach dem exn nicht gleich noch anklagen?
Gewaltfrei=friedlich?
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von iris.s iris.s ist gerade offline | 16.6.2009 20:08 Uhr
warum...
nicht gleich das demonstrationsrecht abschaffen?

herr schäuble ist doch gerade dabei, viele im grundgesetz
verbrieften rechte aufzuweichen.

nee, konfuzius, ihre ansicht finde ich einfach nur daneben.
es wird im gegenteil meines erachtens viel zu wenig demonstriert.

"linksradikal" entspringt lediglich ihrer fantasie. was heutzutage alles
linksradikal ist - nicht zu glauben!
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von konfuzius konfuzius ist gerade offline | 16.6.2009 20:40 Uhr
an Iris.S.
Dito, ich finde Ihre Ansicht auch ziemlich daneben. Und trotzdem besetze ich nicht mit hundert Leuten Ihre Wohnung und nehme mein "Demonstrationsrecht" dort wahr. Merken Sie jetzt, worum es geht? Ein solches Verhalten hat nichts mit Demonstrationsfreiheit, sondern nur mit fehlender Kinderstube zu tun.
Natürlich haben Sie das Recht, friedlich Ihre Meinung zu äußern. Im Präsidiumsgebäude haben Sie als Studierende hingegen NICHTS zu suchen. Und auch im Rathaus nicht. Sie haben DORT kein Demonstrationsrecht. An allen anderen deutschen Universitäten ist den Studierenden dieser Umstand bekannt. Nur die Freie Universität zeigt gegenüber diesem Unmöglichen und natürlich auch strafbaren Verhalten eine mir völlig unverständliche Toleranz.
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von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 16.6.2009 21:10 Uhr
@konfuzius
Es besteht ein krasser Unterschied zwischen der Besetzung von privaten Wohnungen und den Büros von Universitätspräsidien.
Die Besetzung ist legitim im Rahmen eines zivilen Ungehorsams, der zwar bewusste Rechtsbrüche beinhaltet, aber gewaltfrei und friedlich von statten geht und die demokratische Grundordnung nicht in Frage stellt. In anderen Ländern gehört soetwas zur gesunden demokratischen Kultur. Nur die deutsche Mentalität scheint da verkrampft ranzugehen.
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von iris.s iris.s ist gerade offline | 17.6.2009 12:10 Uhr
linksradikal
ich zielte in erster linie auf ihre beurteilung "linksradikal" ab, dass alle, die nicht in das bild der sogenannten bürgerlichen schicht passen, mit dem prädikat "linksradikal" diffamiert werden.

der artikel - auf jeden fall - gibt eine solche beurteilung von demonstranten nicht her.
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von elgar elgar ist gerade offline | 17.6.2009 13:09 Uhr
Deutsch lernen
Ich kenne das ja von meinen Schülern, die das Deutsche nicht so gut beherrschen, so dass sie manchmal irgendein Wort mit großem Anfangbuchstaben schreiben. Aber "Exmatrikulieren"?
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von JuPaSa JuPaSa ist gerade offline | 16.6.2009 20:11 Uhr
Friedlich
Tja... aber wenn man dann friedlich demonstriert, das heißt so wie heute geschehen ein Seminar und eine Vorlesung ins Rote Rathaus verlegt und sogar die Polizei und den sehr aggressiven Angestellten dazu bringt, diese Bildungsoffensive zuzulassen, dann schreibt Niemand drüber.
Das heißt doch, dass anscheinend nur "große" und offensivere Aktionen Aufmerksamkeit erregen. Und darum geht es bei einer Demonstration ja letztendlich- auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Und welche Schlüsse ziehen wir dann daraus...? Schade eigentlich.
Mir hat die "Offene Lehre" im Roten Rathaus heute jedenfalls sehr gut gefallen. Die Themen waren interessant und Alle waren ruhig und friedlich und trotzdem eben nicht in der Uni.
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von slider slider ist gerade offline | 16.6.2009 21:29 Uhr
Vor diesen Studenten
braucht wirklich keiner Angst zu haben. Diese Studenten wird keiner ernstnehmen.

Eigendlich braucht keiner diese Studenten. Die Leute in der Gegend hatten Glück, dass die "Besetzer" des Lesens mächtig waren und nicht ein "verkehrtes" Objekt besetzt haben.

Die Besetzung wird zu Ende gehen, wenn die Mamas der Besetzer-Studenten anrufen und sagen, dass sie zum Abendbrot zu Hause sein sollen.
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von klammer klammer ist gerade offline | 17.6.2009 8:42 Uhr
Das Problem ist,
dass viele Menschen die Probleme der Universitäten nicht erst nehmen. Die betreffen nicht nur ein paar Studenten, die sich nun zu Protesten zusammen gefunden haben, sondern die Organisation des deutschen Bildungssystems an sich. Auch wenn die immer wieder beunruhigenden Studien dazu in mittlerweile allen Publikationsorganen veröffentlicht und kommentiert wurden.
Der Zeitpunkt für Proteste ist günstig: Wir stehen kurz vor einer Wahl, da werden sie nicht so schnell ignoriert werden können, solange eine kritische Masse an Beteiligten erreicht wird. Und der Zeitpunkt ist berechtigt, denn angesichts der Gelder, die der Staat nun für die Wirtschaft locker gemacht hat, hört es sich gerade absurd an, dass der Senat nicht genügend Mittel aufbringen möchte, den status-quo der Berliner Universitäten zu erhalten.
Allerdings scheinen mir die Aktionen weitgehend unorganisiert: Das Präsidialamt als Buhmann für die Fehlbarkeiten des Bachelor/Master-Systems? Das haben doch eher die europäischen Bildungspolitiker in Bologna vereinbart, die Universitäten sind gezwungen, dies bis zum Wintersemester 2009/10 umzusetzen. Vorschläge zur Verbesserung der Umsetzung dieser Vereinbarung sind doch viel besser in den verantwortlichen Gremien zu unterbreiten.

Wünschenswert wäre ein Dialog vorab gewesen, quer durch die Hochschul-Hierarchie, in dem die Positionen und Interessen der einzelnen Gruppierungen zu einer gemeinsamen Linie gebündelt werden könnten. Wie viel wirksamer wäre denn ein Protest, in dem (Hochschul-) Lehrer, Verwaltungen und Studenten Seite an Seite durch die Stadt marschieren, um ihren Unmut mit gemeinsamen Forderungen kundzutun! Diese Chance wurde verschlafen, teils wegen der reflexhaften Bedienung alter Feindbilder seitens der Studenten, teils aufgrund der Ignoranz der Hochschulverwaltung. Das ist die tragische Seite dieser Geschichte.
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von bisc265 bisc265 ist gerade offline | 16.6.2009 22:26 Uhr
rbb-aktuell
hat vorhin berichtet, es sei während der besetzung zu zahlreichen vandalismusschäden am gebäude gekommen.

es wäre schade, wenn sich das bestätigt.
eigentlich sympathisiere ich mit den studenten.
nicht aber mit vandalen.
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von unbekannt | 17.6.2009 12:25 Uhr
Die FU
bestätigt die Vandalismusschäden anläßlich der "friedlichen" Besetzung.

http://www.fu-berlin.de/presse/fup/2009/fup_09_153/index.html

Leute, mit Gewalt und Zerstörung fügt ihr den berechtigten Forderungen einfach nur Schaden zu und macht euch komplett unglaubwürdig oder waren dort wieder die "üblichen Verdächtigen" am Werk, die nichts mit der FU zu tun haben und im letzten Jahr an der HU u.a. eine jüdische Ausstellung verwüsteten?

Zumindest wird im Rahmen der linksradikalen "Aktionstage" darüber berichtet...
Comment
von bisc265 bisc265 ist gerade offline | 17.6.2009 12:51 Uhr
echt jetzt?
ich bin weder hier noch sonstigerweise online fündig geworden. warum verschweigen die medien denn das?

toll, vorgestern noch am 17. juni (also, auf der nach dem tag benannten straße, das muss man ja heute dazu sagen ;-)) auf den demozug getroffen und sympathie bekundet (schließlich weiß ich von freunden, wie schlecht es um die studienbedingungen steht), und jetzt sowas. ich bin enttäuscht.

keine macht dem vandalismus, auch nicht im namen einer guten sache!
Comment
von unbekannt | 17.6.2009 13:42 Uhr
@bisc265
Wenn ich mir die Fernsehbilder anschaue, waren es tatsächlich überwiegend Muttis Lieblinge..ändert aber nichts daran, daß man sein Anliegen durch Gewalt diskreditiert und inwieweit sich anderes "Volk" (wie letztes Jahr in der HU) darunter gemischt hat, wird nicht berichtet und ist auch so nicht erkennbar.

Allerdings wird es von den "üblichen Verdächtigen" im Rahmen ihrer "Aktionstage" durchaus diskutiert und als Aktion dargestellt.
Comment
von Schneiderlein Schneiderlein ist gerade offline | 17.6.2009 16:49 Uhr
Mutti's Lieblinge?
Schon weiter oben in der Diskussion hat mich diese Assoziation irritiert. Was haben denn die Mütter der Protestierenden mit dem Protest zu tun?

Geht es darum, einen friedlichen Protest --

(dass eine Pressemitteilung eines besetzten Präsidiums einen möglichst harten Ton anschlägt halte ich für wenig verwunderlich, da aber in dieser Meldung keine konkreten Angaben gemacht wurden um was für Schäden es sich den eigentlich handelt und auch die restliche Berichterstattung auf nicht mehr als ein paar Aufkleber an den Wänden und Konfetti im Treppenhaus hinweisen, würde ich zunächst davon ausgehen dass es sich um eine friedliche Aktion handelte.)

[Geht es darum, einen friedlichen Protest] als das unbegründete Aufbegehren halbstarken "Muttersöhnchen" zu diskreditieren?
Eine solche Umdeutung halte ich für ebenso unangebracht wie das Wort "Muttersöhnchen" selbst!

Oder passen vielleicht die jungen Menschen auf den Bilder der Presse nicht in das gängige Klischee des radikalen Hausbesetzers?
Natürlich nicht, denn das ist der Punkt. Diese Menschen dort sind keine einschlägigen Linksradikale. Vielmehr erkenne ich auf den Bildern Menschen, die sich durch die Realität ihres Studiums zu solchen Aktionen gezwungen fühlen.

Handelt es sich am Ende also womöglich doch um berechtigte Proteste? Ich bin gespannt.
Comment
von atthis atthis ist gerade offline | 17.6.2009 14:19 Uhr
wenn man sich überlegt
was hier so manch einer diskutiert!

Und wie gleich gewertet wird, das ist schade und so deutsch-kleinbürgerlich. Manche Menschen werden gerade gekillt, weil sie an der falschen Ecke stehen, schonmal Videos aus Teheran gesehen in den letzten Tagen?

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