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Potsdam

Am Groß Glienicker See geht der Streit weiter

Blumenkübel aus Beton versperren seit Dienstag an zwei Stellen den umstrittenen Uferweg am Groß Glienicker See. Doch nicht Privatanrainer haben die Kübel aufgestellt, um der Öffentlichkeit den Zutritt zu verwehren – sondern die Stadt Potsdam.
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Potsdam - Die Betonpoller an der Badewiese und am Zugang zum Uferweg an der Seepromenade 65 sollen dafür sorgen, dass der Weg „weiter begehbar bleibt“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Die Kübel seien so aufgestellt worden, dass große Fahrzeuge wie Radlader den Uferweg nicht mehr befahren könnten. Kleinere Bagger allerdings kämen durch, schildern Anwohner.

Seit vergangenem Freitag sind die Bagger auf dem Uferweg im Einsatz. Vor zwei Häusern reißen sie den Asphaltbelag und die darunterliegenden Betonplatten des ehemaligen, rund 2,5 Kilometer langen Kolonnenwegs der DDR-Grenzer heraus. Offizielle Begründung: Der Asphalt solle durch einen „wassergebundenen“ Belag ersetzt werden. Die Arbeiten werden als Drohgebärde der Anrainer gegen die Stadt verstanden. Die Grundstückseigentümer stehen mit der Verwaltung in Verhandlungen; aufgrund einer Rahmenvereinbarung, die einen öffentlichen Uferweg zum Ziel hat, sollen Einzelverträge abgeschlossen werden. Anrainer hatten der Stadt allerdings vorgeworfen, die Vereinbarung nicht einzuhalten, weil sie in einem Fall von ihrem Vorkaufsrecht für ein Ufergrundstück Gebrauch machen will.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) versicherte, die Stadt werde ihr Vorkaufsrecht nur wahrnehmen, wenn Grundstücksbesitzer sich gegen einen öffentlichen Weg wenden. Damit halte die Verwaltung sich an die bisherigen Vereinbarungen.

Der Groß Glienicker Uferweg verläuft über Privatgrundstücke. Er ist durch einen gültigen Bebauungsplan, der eine öffentliche Uferzone vorsieht, abgesichert. Allerdings ist der Weg nicht öffentlich gewidmet. Dies wurde offenbar Anfang der 1990er Jahre versäumt. Um die Widmung nachzuholen, braucht die Stadt das Einverständnis aller Anrainer – verhandelt wird seit Ende Dezember. Aus Sicht der Stadt sei das Ziel „die Umsetzung des Bebauungsplans“. Einige Anrainer haben den Uferweg allerdings gesperrt. SCH

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 04.02.2010)
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