Zu Weihnachten habe ich unter anderem ein sehr schönes Buch über Brandenburg geschenkt bekommen. Der Hintergrund dieses Geschenkes besteht darin, dass ich seit einem Jahr offiziell Brandenburger bin. Das Buch stammt von dem Fernsehmoderator Dieter Moor, er moderiert das Kulturmagazin „titel, thesen, temperamente“, sein Buch heißt „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“. Dieter Moor ist Schweizer, zusammen mit seiner österreichischen Partnerin hat er, in meiner Gegend, einen Bauernhof erworben. Eine wichtige Rolle in dem Buch spielt sein Versuch, tief in Brandenburg, der Berliner Speckgürtel zählt da nicht, einen Liter Milch zu kaufen, nur einen einzigen Liter frische Milch, keine H-Milch. Er liebt Brandenburg – trotzdem möchte er Milch trinken.
Im Herbst wollte ich Pilze essen. Brandenburgs Wälder ersaufen in Pilzen. Ich traue mich aber nicht, selber Pilze zu sammeln, ich habe zu wenig Ahnung. Seitdem weiß ich mit Gewissheit: In der Stadt Templin ist es, auch am Markttag, unmöglich, in der Pilzsaison auch nur einen einzigen Pilz käuflich zu erwerben, wahrscheinlich auch dann nicht, wenn du den Menschen 1000 Euro pro Pilz bietest. Sie lehnen den Verkauf von Pilzen als ihnen wesensfremd ab, offenbar gilt der Pilzhandel als dekadent, arrogant, besserwisserisch und typisch westlich. Das Gleiche gilt für Maronen, die ebenfalls überall vorkommen, oder für Mistelzweige. Brandenburgs Bäume biegen sich unter Mistelzweigen, aber um an sie heranzukommen, gibt es nur zwei Wege, eine Leiter oder den Direktimport aus der Blumenabteilung der nächstgelegenen Berliner Karstadt-Filiale. Hungern aber muss bei uns niemand, Schweinekotelett und Letscho sind überall vorhanden. Ich kann nicht begreifen, warum es in Brandenburg eine verbreitete DDR-Nostalgie gibt, wer sich die Versorgung mit Frischwaren des täglichen Bedarfs anschaut, findet dazu keinen Anlass.
Nun müsste ich, um Pilze, Maronen, Lammgulasch oder gar Knoblauch zu kaufen, regelmäßig nach Berlin. Es fahren aber nach Berlin immer weniger Züge. Berlin ist, weil S-Bahn und Bundesbahn, ähnlich wie früher die DDR, seit Jahren ohne regelmäßige Wartungen betrieben wurden, vom öffentlichen Verkehr nahezu abgeschnitten. Zum neuen Jahr wünsche ich mir folglich von meiner Regierung aus SPD und Stasi, dass sie endlich die Versorgungslage in unserer Republik verbessert und Westreisen wieder erleichtert, dann bin ich kein Dissident mehr. Ich komme auch garantiert wieder zurück, es gefällt mir in Brandenburg. Ich möchte mich lediglich „einmischen“, ich will „unbequem sein“. Wer mich aber für einen staatsfeindlichen Hetzer hält und ausweisen will, dem antworte ich: Auch ich habe niemals jemandem geschadet.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.12.2009)
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Soviel Besser-Wessi wie in diesem Kommentar muss nun wirklich nicht sein. Haus in Brandeburg, KaDeWe gleich um die Ecke, vorne das Meer, hinten die Berge. Selbst in Brandenburg ist das Leben offenbar kein Wunschkonzert!
Aber heute, im Tsp., lässt er sich vollständig aus der Kurve tragen und erzählt eine Geschichte über, ja…, worüber eigentlich? Erst kriegt er zum Umzug in die Zone ein Buch über jemanden, der einen Liter Milch kaufen will. Dann versucht der Ich-Erzähler vergeblich, Pilze, Maronen und Mistelzweige zu kaufen. Dann verpasst er die S-Bahn nach Berlin und macht dafür "meine [also seine] Regierung aus SPD und Stasi" verantwortlich. Am Schluss will er – und das mit Erfolg – einfach nur "unbequem" sein. Wirres Zeug? Klar, aber die Detailansicht fördert noch Schlimmeres zutage:
[i]Seitdem weiß ich mit Gewissheit: In der Stadt Templin ist es, auch am Markttag, unmöglich, in der Pilzsaison auch nur einen einzigen Pilz käuflich zu erwerben, wahrscheinlich auch dann nicht, wenn du den Menschen 1000 Euro pro Pilz bietest. Sie lehnen den Verkauf von Pilzen als ihnen wesensfremd ab, offenbar gilt der Pilzhandel als dekadent, arrogant,/i] besserwisserisch und typisch westlich.
Hier stimmt aber auch wirklich gar nichts: Sprachlich verhunzt, falsche Prämissen, zirkuläre Schlussfolgerungen und unfreiwillig komische Eingeständnisse der eigenen Vorurteile. Erstens: "Weiß ich mit Gewissheit" hätte ihm die Grunert'sche nicht durchgehen lassen. Zweitens: So, wie wir Marty kennen, wird er nicht bereit sein, 1000 € pro Pilz zu bezahlen. Drittens: Ein Händler, der keine Pilze hat, hat sie auch dann nicht, wenn man was drauflegt. Auch nicht im Osten.
Aber die Folgerung, dass alles, was man in einer Stadt nicht bekommt, dort gleich als "dekadent, arrogant, besserwisserisch und typisch westlich" gilt, lässt erkennen, dass Marty
Und danke für die Pionierarbeit von Ihnen, Moor und anderen. Osten und Westen bleiben noch lange, lange Zeit verschieden. Und das ist auch gut so. Wenn sich doch was ändert dann u.a. durch den Einfluss der Diffundierenden in beide Richtungen.
Besser wir lachen über unsere Problemchen!
Ich bin nicht nach Brandenburg umgezogen, habe dort und in MeckPomm vor ein paar Jahren aber mehrere Urlaube verbracht, was mir, da ich am liebsten selbst koche, gründlich ausgetrieben wurde.
Es gab nicht nur keine Frischmilch und keine Pilze, es gab auch keinen Rucola, kein Rindergulasch, kein Lammkotelett, keine Auberginen, von weiteren "Extravaganzen" auf dem Ernährungsplan ganz zu schweigen. Und das, obwohl die Nachfrage von Seiten auch anderer Touristen durchaus vorhanden war.
Durch diese Erfahrung hat sich meine ursprünglich negative Einstellung zu "Eisbein mit Sauerkraut" in südlichen Urlaubsländern ins Positive gewandelt. Der Versuch, den Urlaubern alles anzubieten, was sie gern essen möchten, mag manchmal absurd wirken, ist mir aber -zig Mal lieber als die Ignoranz, Lebensmittel, die man hierzulande normalerweise in jedem Supermarkt bekommt, wie etwas Exotisches für überspannte Wessis zu behandeln, nach dem Motto "ham wa nich, kriegen wa nich, interessiert uns ooch nich".
Was Martensteins Artikel mit Besser Wessi zu tun haben soll, ist mir unverständlich.
Durch diese Erfahrung hat sich meine ursprünglich negative Einstellung zu "Schnitzel mit Pommes" in nördlichen Urlaubsländern ins Positive gewandelt. Der Versuch, den Urlaubern alles anzubieten, was sie gern essen möchten, mag manchmal absurd wirken, ist mir aber -zig Mal lieber als die Ignoranz, Lebensmittel, die man hierzulande normalerweise in jedem Supermarkt bekommt, wie etwas Exotisches für überspannte Ossis zu behandeln, nach dem Motto "hoam wa nich, kriegen woa nich, interessiert uns nich".
Was "Bambina" sein soll, weiß ich nicht, für mich heißt das auf Deutsch "Mädchen", aber alles andere, was Sie nennen, habe ich überall in Deutschland, auch in Österreich und in anderen Ländern bekommen, nachdem ich mich der dort üblichen Begriffe (Brötchen, Frikadelle, Weißbier mit Schuss) bedient habe ...
In Brandenburg und MeckPomm habe ich aber auch keinen Rucola bekommen, als ich nach "Rauke" gefragt habe, sonstige landesübliche Bezeichnungen für andere von mir vermisste Artikel gibt es meines Wissens nicht, oder wie würden Sie "Rindergulasch" auf Brandenburgisch ausdrücken? Verraten Sie's mir, dann kriege ich es vielleicht beim nächsten Mal!
Im Übrigen kommt mir Ihr Beitrag irgendwie nicht "original" vor, woran das wohl liegt? ;-)
Aber - da Sie womöglich aus den beigetretenen Bundesländern stammen - zu Ihrer Beruhigung:
Für mich ist das Thema kein Aufreger, wie offenbar für Sie, sondern eine "Kuriosität", wie offensichtlich auch für Martenstein und für Moor
Seien Sie herzlich gegrüßt.
Und herzliche Grüße zurück!
Kann schon sein, dass man Rucola in manchen Ecken von Brandenburg oder MeckPomm nicht bekommt. War aber bis vor 10 Jahren in Berlin auch nicht anders. Rucola habe ich bis dato auf der Fensterbank selbst angebaut und vor den gefräßigen Schnecken zu schützen versucht. Gehen Sie mal zu Kaiser´s in der Winsstraße, da gibt's auch heute nicht immer Rindergulasch und Lammkotelett, sondern muss man bestellen.
Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, Ihr Beitrag erinnerte mich einfach an so manche ("Achtung Vorurteil") "West"-deutschen Touristen hier in Lettland, die sich wundern, dass man hier andere Dinge als gewohnt zu kaufen bekommt um dann die nächste halbe Stunde trotzig und genervt rumzulaufen.
Allerdings schätze ich Sie so nicht ein.
Viele Grüße aus dem tief verschneitem Lettland.
Genau das kam mir aufgeregt vor, war dann aber wohl ein Missverständnis ;-))
Also, ich kann im Ausland auf fast alles verzichten, was ich hier gewohnt bin, ich lasse mich ganz gern (mit Einschränkungen) auf die fremde Küche ein.
Aber da ich nichts vom Schwein esse, war ich schon etwas befremdet, dass es in MeckPomm bzw Brandenburg so schwierig bis unmöglich war, Rind oder Lamm zu kaufen - mitten in Deutschland.
3 Wochen lang nur Hühnchen ist ja auch nicht so toll ... wir sind dann aber auf Zander ausgewichen.
Ich verstehe Martensteins Artikel als Glosse auf manchen schwer verständlichen "Versorgungs-Engpass", aber da er ja in Brandenburg nicht nur Urlaub macht, sondern dorthin umgezogen ist, wird er vielleicht zusammen mit Moor Pionierarbeit leisten und durch ständiges Nachfragen Einfluss auf das Angebot nehmen.
Viele Grüße nach Lettland! Hier ist das bisschen Schnee schon wieder weggetaut.
mir kommen die Tränen: keine Pilze in Templin, und Frischmilch auch nicht - Wüste Brandenburg, sozusagen. Wer in Templin wohnt und Pilze mag, geht in den Wald. Und wer, wie Martenstein, ein Pilz-Analphabet ist, müßte sich natürlich auf dem Wochenmarkt versorgen können Aber dort gibt es keine (anders in Berlin). Warum? Weil sich "Alt-Templiner" vermutlich Maronen zu 1,60 Euro für 100 g nicht leisten können (soviel kosteten sie vergangenen Herbst auf den Berliner Märkten). Es mag ja sein, daß Pilzpreise für Martenstein und andere Neusiedler eine untergeordnete Rolle spielen - wie schön für ihn und seine Leidensgefährten. Es verwundert, daß Martenstein das nicht sieht. Aber er ist ja auch von Irrtümern nicht frei. Nehmen wir zum Beipiel den Satz, er sei "seit einem Jahr Brandenburger": Das möchte er vielleicht sein, und es gibt wahrlich Schlimmeres, nur: Es funktioniert nicht so, wie es sich die Martensteiner jeglicher Profession, die des Savignyplatzes überdrüssig sind, vorstellen oder wünschen. Denn: Man kann zwar Brandenburger sein, aber werden kann man es nicht. So, wie man ja auch nicht Chinese werden kann. Natürlich ist auch das nicht ausgeschlossen, aber es wären wohl 500 oder 1000 Jahre für diesen Prozeß zu veranschlagen, wobei auch der Erfolg trotz des Zeitraums nicht garantiert ist, sondern eher für unwahrscheinlich gehalten werden darf. So unwahrscheinlich wie eine Pilzvergiftung Martensteins in Brandenburg.
Wolfgang Sabath, Blättchen-Online
Martenstein kommt mir vor wie einer dieser zahlreichen unfreiwilligen Komiker,die es vom Privat-Tv begleitet als Auswanderer in ferne Länder zieht,um dann an den örtlichen Gegebenheiten grandios zu scheitern.
Vielleicht sollte er in Templin einen Deli eröffnen,dann hat er auch genügend Zeit und Stoff für weitere Kolumnen.
Ich schick schon mal ein Team von Zeit-Tv vorbei.
Einige der Foristen hier sind offensichtlich weiterhin lieber mit Blindheit geschlagen, aus welchem Grunde auch immer.
Wenn derartig abartige Zustände in Brandenburg vorhanden sind, muss bei jedem leidlich intelligenzbegabten Zeitgenossen die Frage entstehen:
Wo liegen die Ursachen solcher Abartigkeiten? -Da sollten schon die Alarmglocken läuten, es sei denn ...
In der "SED-PDS-Die Linke" wimmelt es unverkennbar nur so von Stasi-belasteten Personen. Da finde ich es - als jemand, der diese Spezies nur all zu gut kennt - als folgerichtig, die gegenwärtige Landesregierung als eine Koalition aus "SPD und Stasi" zu bezeichnen. Was sonst? Nicht alle sind - gottlob - mit Blindheit geschlagen.
Klaus R.
auch wenn Sie sie jetzt verraten haben: Offensichtlich haben Sie in Templin und andernorts in BB eine klaffende Marktlücke entdeckt: Frischmilch und Pilze! Machen Sie einen Laden in Templin auf! Und glauben Sie mir. "SPD und Stasi" werden Sie nicht daran hindern! Sie können nur reich werden! Mit dem vielen Geld, das Sie dann verdienen, können Sie dann jeden Tag im KaDeWe einkaufen. Alles! außer Frischmilch und Pilze, denn die bieten Sie ja selber schon an.
Wer sich beschwert, dass sich jemand über die Unmöglichkeit, Pilze zu kaufen, lustig macht, muss wirklich tief getroffen worden sein.
Auch auf dem Dorf ist nicht jeder Pilzspezialist. Und Templin ist kein Dorf.
Der Artikel von H.M. hat gezeigt, dass auch 20 Jahre nach der Wende noch einiges "anders" ist.
Was besonders bei einigen Sachen (z. B. dem Liter frische Milch) eigentlich traurig ist.
doch nur ein wenig witzig sein?
Wenn erfolgsverwöhnte "Ausländer" nach Brandenburg ziehen,
müssen sie sich den örtlichen Gegebenheiten anpassen. Er könnte auch in die sehr schöne Umgebung von Teltow ziehen und dort "Teltower Rübchen" genießen, die es anderwo nicht gibt.
R.Hermann
Vielleicht wären für Herrn Martenstein erstens ein Pilzbestimmungsbuch und zweitens ein Küchenwörterbuch bessere Weihnachtsgeschenke gewesen, als die weinerliche Etüde über einen Liter Frischmilch - den man dank christlicher Fundamentalisten sonntags in Berlin nicht mehr kaufen DARF. Aber wahrscheinlich steckt auch da die Stasi dahinter.
allerdings ist meines Wissens in der Bundesrepublik der
Handel mit deutschen Wildpilzen nicht gestattet, erlaubt ist lediglich das Sammeln für den Eigenbedarf.
Wenn man vor lauter Hochnäsigkeit im Kadewe trotzdem noch die
Schilder lesen kann würde man erkennen das die dort angebotenen
Pilze importiert sind.
Ernährungsplan OST: Schrippen, Bulletten, Bambina und Berliner Weiße
Kein Wunder, dass der Durchschnittsossi aus der Mauerzeit im Schnitt 1,5 cm kleiner als der durchschnittliche Wessi war. Offensichtlich ernährt sich aber ein Teil der Ossis in Bayern heutzutage noch immer ausschließlich von Semmeln und Fleischpflanzl. Was ein regionales Touristengetränk wie Berliner Weiße in Bayern dabei zu suchen hat, weiß ich nicht, aber im Gegensatz zu Frischmilch, Pilzen, Rucola, Rindergulasch, Lammkotelett und Auberginen hält sich die Vollmilch Karamel Haselnuss Schokoladenspezialität (Bambina) wesentlich länger. Also einfach das nächste Mal mitnehmen, bevor man bzw. frau in die kapitalistische Schokoladenvielfalt greifen muss.
Allerdings gibt es, meiner Kenntnis nach, sehr selten Personen, die selbstgesammelte Pilze auf Wochenmärkten verkaufen, weil das rechtlich wohl sehr kompliziert ist. Als Journalist hätte man das vielleicht vorher mal überprüfen können, aber dann hätte sich der Artikel ja schon erledigt.
Das in Brandenburg Maronen eher mit der so genannten Pilzart gleichgesetzt werden, ist Ihnen in den fünf Minuten, die sie anscheinend auf Recherche verwendet haben auch nicht untergekommen.
Nun habe ich das Glück, das meine Familie zu großen Teilen aus NRW stammt und ich dort recht häufig zu Gast sein muss. Ich würde gern mal den Wochenmarkt einer Kleinstadt dort sehen, auf dem es Esskastanien gibt? Ich werde auch im Urlaub dieser Frage nachgehen, aber glaube nicht mal, dass ich in Berlin immer Erfolg hätte.
Das es im Tiefsten Brandenburg keine Frischmilch zu kaufen gibt, lässt mich folgern, dass es dort keine Supermärkte gibt?
Was mich an diesem Artikel aber wirklich stört ist die blödsinnige Verbindung mit der Politik. Westreisen, Regierung aus SPD und Stasi. Die Bahn AG ist wird vor allem von "West"Deutschen geleitet, so wie die Berliner S-Bahn.
Sich selbst als Dissidenten zu bezeichnen, weil man in der Provinz, die Annehmlichkeiten der City haben möchte, halte ich außerdem für anmaßend und beleidigend für echte Dissidenten.
Ich hoffe der Artikel sollte ein Scherz sein, aber selbst dann total überflüssig.
Stimmt, das fand ich in dem Zusammenhang auch überflüssig, aber mit den "Versorgungs-Engpässen" muss ich ihm aus eigener Erfahrung beipflichten.
wenn man in der ja durchaus nicht sehr kleinen Stadt Eberswalde, keinen essbaren Käse bekommt...
Daraus kann er dann wieder eine Glosse machen.
R. Hermann
Es sei denn, man betrachtet das Leben durch die Konsumentenkontaktlinse, weil sie nämlich irgendwie schon am Auge festgewachsen ist.
Was die Stasi betrifft: Kommunale Parlamente, Baubehörden, Finanzämter etc. . Wie kann man nur drauf kommen, Brandenburg würde von SPD und Stasi regiert? Man muß wohl dort wohnen. Trotzdem: Im Allgemeinen wird man angenehem enttäuscht. Die Barnimer (Brandenburger) sind freundlicher als ihr Ruf !!!
Aber wie man mit solchem Sülz Geld verdienen kann, das ist doch das, was hier wirklich bemerkenswert ist.
Das mussten selbst Firmen wie REICHELT feststellen,
die zwar heute dort eine Wurstfabrik (Eberswalde hat darin eine lange Tradition) betreiben, den Filialbetrieb allerdings einstellen musste, weil die Eberswalder das dortige Angebot einfach nicht annahmen.
Heute ist es tatsächlich so,
dass man wirklich, wenn man z.B. dort nicht weit von entfernt ein Haus am Wochenende nutzen will, man wirklich fast alles Essbare aus Berlin anschleppen muss.
Aber für Martenstein und sein Pilzproblem habe ich 'n Tipp:
einfach sammeln und hernach den Revierförster anrufen und dann besuchen,
der entfernt dann gerne das nicht Essbare oder Giftige...
Bei der nächsten Versammlung der sozialistischen Brigade oder der nächsten Parteiversammlung werden wir uns geschlossen von dem unausgerichteten Kollegen distanzieren ... alles zum Wohle unseres großen Vorsitzenden.
Heil Erich! Heil.
In Neukölln - wo ich seit einem Jahr wohne - gibt es zumindest bei Netto und bei Edeka keinen Ricotta, fürs weitere Suchen war ich bisher zu faul. Fladenbrot hingegen ist an jeder Ecke erhältlich.
Im Kollwitzviertel, wo ich zuvor 4 Jahre wohnte, gab es Ricotta in drei Varianten bei Edeka und in der Einfachvariante bei Netto - dafür aber beim türkischen Bäcker kein Fladenbrot. Argumentation, als ich nachfragte: Das kaufe keiner, die wollten alle nur Bio und Vollkorn.
Angebote variieren abhängig von der Nachfrage (ja, ein nobrainer). Mir ist mein frisches Fladenbrot wichtiger als Ricotta, ein weiteres Argument für den Umzug nach Neukölln vergangenes Jahr.