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Matthias Platzeck

"In Brandenburg regiert nicht die Stasi"

Ministerpräsident Matthias Platzeck gesteht im Interview mit dem Tagesspiegel Fehler ein, fühlt sich von der Linkspartei nicht hintergangen – und schließt weitere Enthüllungen nicht aus.
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Matthias Platzeck (55) wurde Anfang November von der neuen rot-roten Koalition zum Ministerpräsidenten gewählt - kurz danach wurden erste Stasi-Vorwürfe gegen Linke-Politiker laut, die seither die Landesregierung schwer belasten. - Foto: Thilo Rückeis
Sie wollten eine Koalition mit der Linken, um die innere Einheit des Landes zu stärken angesichts wachsender sozialer Probleme. Die jetzige Polarisierung ist genau das Gegenteil.

Wir haben keine Liebesheirat, sondern eine Koalition auf der Grundlage einer großen programmatischen Übereinstimmung. Die wichtigste Aufgabe für uns ist, wirtschaftliche Dynamik mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu verbinden. Das geht mit der Linken deutlich einfacher als mit der CDU. Die Aufdeckung der Lebensgeschichte von zwei Menschen, die ihre Wähler eindeutig belogen haben, hat die Koalition überrascht.

Nach den Lügen und Stasi-Enthüllungen – kommen Sie sich mit ihrer Versöhnungsinitiative nicht blauäuig vor?

Ich war zu optimistisch, was die Aufarbeitung der eigenen Geschichte in der Linkspartei angeht. Hier muss Klarschiff gemacht werden. Auf der anderen Seite: Wir müssen wahrnehmen, dass Ost und West noch längst nicht den Zustand der inneren Einheit erreicht haben, den wir uns vor 20 Jahren vorgestellt haben. Viele Menschen sind in Demokratie und Marktwirtschaft noch nicht angekommen, wie aktuelle Umfragen zeigen. Vor diesem Hintergrund kann niemand sagen, wir haben alles richtig gemacht.

Wurden Sie von der Linken hintergangen?

Nein. Denn ich gehe davon aus, dass die Verhandlungspartner der Linken über die Vergangenheit von Herrn Hoffmann und Frau Adolph ebenso wenig wussten wie ich. Wir haben intensiv über das Thema Stasi gesprochen.

Betrieb die Linke offensiv Aufklärung?

Bei denen, mit denen ich verhandelt habe, glaube ich das. Aber wir müssen erkennen, dass in den tieferen Sphären der Partei noch nicht bei allen der Stand erreicht ist, der nötig ist.

Muss sich die Aufarbeitung auch in Kreise und Kommunen ausbreiten?

Es wird eine Fernwirkung geben. Es war klar ein Fehler, nach 1990 keine Regelüberprüfung aller Landtagsabgeordneten mehr durchzuführen. Allein die Existenz einer solchen Überprüfung hätte dazu geführt, dass keiner mehr die Stirn hätte, mit einer solchen Vita überhaupt als Kandidat anzutreten. Der Fehler ist gemacht. Wir werden ihn beheben.

Wie viele Stasi-Fälle kann sich Rot-Rot noch leisten, bevor es am Ende ist?

Das ist eine hypothetische Frage. Ich erinnere daran: Wir hatten schon vor den aktuellen Fällen eine Überprüfung der Abgeordneten beschlossen. Und die Einsetzung eines Stasi-Beauftragten habe ich im Februar vorgeschlagen, als es diese Debatte überhaupt nicht gab. Jetzt haben wir zwei aufgedeckte Lebensläufe, aber gefühlt sind es 20.

Sie schließen weitere Stasi-Fälle nicht aus?

Ich kann nichts ausschließen. Jetzt muss alles auf den Tisch, deshalb machen wir die Überprüfung. Im Übrigen: Was hätten wir für eine Debatte, wenn es einen Fall in der Opposition gäbe? Ich hoffe aber sehr, auch für das Ansehen des Landtages, dass kein neuer Fall mehr dazukommt.

Können Sie für Ihre eigenen Abgeordneten die Hand ins Feuer legen?

Es geht um Menschen. Ich kenne alle meine Abgeordneten und kann mir das nicht vorstellen. Aber ich bin jetzt 20 Jahre in der Politik und habe sehr viel erlebt. Mit Sätzen wie die Hand ins Feuer zu legen bin ich deshalb sehr vorsichtig.

Braucht Brandenburg eine Bewegung wie 1968 in der Bundesrepublik?

Man kann die Situation nicht mit damals vergleichen, als Nazis auf wichtigen Posten saßen. Alle Gerichtspräsidenten, die meisten Universitätspräsidenten und alle Polizeipräsidenten sind keine SED-Kader, sondern Westdeutsche. Hier regiert nicht die Stasi.

Frau Große soll Landtagsvizepräsidentin werden. Sie war als Schulleiterin systemnah. Wo wird die Linie gezogen?

Entscheidend ist auch, ob jemand offen mit dem umgeht, was er früher gemacht hat. Und ich sage, bei aller Liebe: Kiesinger war Bundeskanzler, Filbinger Ministerpräsident. Frau Große war in der DDR Schuldirektorin. Also ich bitte darum, die Kirche im Dorf zu lassen.

Haben Sie die Koalition schon bereut?

Dass man mal flucht, ist normal. Aber wir haben eine Grundlage, und die trägt weiter als das, was jetzt Hauptthema ist.

Was versprechen Sie sich von einer Stasi-Beauftragten Ulrike Poppe?

Ich bin froh, dass sie es macht. Sie ist eine kluge, kompetente und zu differenzierter Betrachtungsweise fähige Frau. Sie kümmert sich um Opferhilfe und sie wird einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten, bei Schülern und Lehrern. Ich bin sicher: Sie wird in die Gesellschaft hineinwirken.

Warum haben Sie sich nicht früher für einen Stasi-Beauftragten stark gemacht?

Als ich 2002 wieder in die Landesregierung kam, steckte das Land in einer tiefen Krise. Die Haushaltslage war schwierig, wir hatten hohe Schulden. Das hat die tägliche Arbeit bestimmt. Und im Wahlkampf 2004 hat das Thema Stasi nicht eine Sekunde eine Rolle gespielt. Da ging es um Hartz IV, Montagsdemos und die wirtschaftliche Existenz von Menschen. 

Sie sitzen seit 1990 im Kabinett. Wurden SED-Opfer in Brandenburg für die Debatte um Stolpes Stasi-Kontakte bestraft?

Nein, die damalige Debatte um Manfred Stolpe war sehr intensiv. Fast die gesamte Legislaturperiode war davon geprägt, bis zum Rücktritt von Marianne Birthler, ja dem Auseinanderfallen einer ganzen Regierung. Und nebenbei: Die Art und Weise der damaligen Debatte hat der SPD am Ende 54 Prozent Wählerzustimmung eingebracht. Damit haben sich die Brandenburger eben genau gegen die Schwarz-Weiß-Debatte ausgesprochen, mit der sich Stolpe konfrontiert sah. Ich wünsche mir, dass wir jetzt zu einer sachlichen Debatte in der Lage sind. Leider haben die jetzigen Stasi-Fälle wieder dazu geführt, dass die Diskussion holzschnittartig geführt wird.

Brandenburg brauchte Jahre, um nicht mehr die „Kleine DDR“, zu sein, jetzt gibt es das Label „Stasi-Land“.

Ich will nicht kleinreden, dass wir derzeit ein Imageproblem haben. Aber wir werden diesen Ruf wieder abschütteln. Das geht, wenn wir tun, was wir uns vorgenommen haben. Wenn wir Klarheit haben, ist kein Raum mehr für ein Klima der Verdächtigungen.

Sie sind aber in der Hand der Linken.

Nichts ist ohne Risiko. Die Linke kennt unsere Erwartung, dass nach dem Kleinen Parteitag klarere Beschlüsse zum Umgang mit Stasi-Verstrickungen stehen. Dazu gehören Rahmenbedingungen und Eckpunkte zum Umgang mit der Vergangenheit, keine Verklärung der SED-Diktatur.

Ist Brandenburgs Stasi-Krise ein Rückschlag für alle rot-roten Bündnisse?

Ich sehe es anders: Es schadet einer Gesellschaft nie, wenn mehr Klarheit und Offenheit einzieht. Das geschieht. Und es muss für spätere Koalitionsoptionen nicht schädlich sein.

Das Interview führten Thorsten Metzner, Gerd Nowakowski und Christian Tretbar.



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.12.2009)
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Kommentare [ 100 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von Funkturm Funkturm ist gerade offline | 10.12.2009 20:42 Uhr
Peinliches Trauerspiel
Die Angelegenheit ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten und ist ein absolut schandvolles Trauerspiel für unsere freiheitliche Demokratie. Herr Platzeck sollte zurücktreten und Neuwahlen vorschlagen.
Comment
von leserbrief leserbrief ist gerade offline | 10.12.2009 20:43 Uhr
Fragen ohne Antworten
Dieses Interview gehört auf den Müll. Platzeck hat nicht eine einzige Frage nur andeutungsweise inhaltlich ordentlich beantwortet. Stattdessen nur Sprechblasen aus der Retorte bzw. dem Baukastensystem für politische Nebelkerzen. Warum so nachsichtig liebe Tagesspiegelredakteure?
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von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 11.12.2009 11:38 Uhr
@leserbrief Fragen?
Naja, die meisten "Fragen" der Tagesspiegelredakteure sind haltlose Behauptungen, was soll man darauf antworten?
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von zacha zacha ist gerade offline | 11.12.2009 17:34 Uhr
@alterschwede
Ein tolles Interview, der Gefragte antworet also irgend etwas was gar nichts mit den Fragen zu tun hat mit der Begründung, dass die Fragen irgendwas behaupten auf das man nicht antworten könnte. Wozu macht man dann ein Interview? Entweder, man will sich mit den Fragen auseinandersetzen oder nicht. Hier wurde sich nicht mit diesen auseinander gesetzt sondern nur Sand verstreut.
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von riegel riegel ist gerade offline | 10.12.2009 20:52 Uhr
Wenn es um Kopf und Kragen geht,
was soll man da anderes sagen, als in diesem Interview.

Alles im Griff.
Das Problem wird in Scheiben geschnitten.

Gefangen im Netz der eigenen Entscheidungen, gibt es für P. keinen Rückweg.

Die Landungsschiffe sind verbrannt, ein zurücksegeln ist aussichtslos.

Gefangener des eigenen Versöhnungsprojektes oder der neuen SPD Parteilinie, ist Platzeck auf die rot rote Einbahnstrasse gekommen.

Sein oder Nicht sein. Rot rot oder politisch tot.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 10.12.2009 21:22 Uhr
„Rot rot oder politisch tot.“ (riegel | 10.12.2009 20:52 Uhr)
Na, so hart sollte man es nun nicht ausdrücken, aber die Alternative Schwarz-Gelb legt diesen Gedanken derzeit schon nahe.
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von riegel riegel ist gerade offline | 10.12.2009 22:28 Uhr
@wilhelm
rot rot oder tot - ich beziehe dies auf die persönliche Politperspektive von Hrn. Platzeck.
Comment
von longo01 longo01 ist gerade offline | 10.12.2009 21:43 Uhr
platzeck war nicht mehr herr seiner sinne
wann nimmt eigentlich die ex-fleißig-berichte-schreiberin fraktionschefin kaiser ihren hut? eins muss man ihr aber lassen, den schlappen platzeck hat sie anscheinend gekonnt um den finger wickeln können. küsschen links küsschen rechts, mensch matthias konntest dich ja kaum beherrschen... ;-) der kommunistische charme hat seine wirkung nicht verfehlt!
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von Aufden.Gebracht Aufden.Gebracht ist gerade offline | 10.12.2009 22:21 Uhr
Eiertanz für die Macht
Everybody's Darling gehen langsam die Argumente aus.
Wie peinlich muss es denn noch werden?
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von chemiker28 chemiker28 ist gerade offline | 10.12.2009 22:47 Uhr
es reicht langsam
Könnt ihr mit diesem Stasischeiß 20 Jahre nach der Mauer nicht langsam mal aufhören ??? Wenn es so wichtig ist, warum wird dann nicht endlich bundesweit in allen höheren Ämtern eine generelle Überprüfung per Gesetz durchgeführt ?? Dann wäre Klarheit geschaffen und endlich Ruhe, aber da das nicht passiert und auch nicht passieren wird, ist doch ganz klar, daß es politisch garnicht gewollt ist.Und für die, welche Neuwahlen in Brandenburg wollen: das Ergebnis würde wahrscheinlich genauso ausfallen, weil die Meisten lieber angepackte aktuelle Probleme sehen wollen und nicht rückwärtsgewandte Geschichtsbewältigung.
Übrigens schon mal was von BND gehört ?? Die lügen, betrügen, spionieren und morden doch genauso wie jeder andere Geheimdienst.Und die haben das System der Stasi doch noch viel weiter perfektioniert (zu Stasi-Zeiten gabs z.B. noch keine Trojaner, nicht wahr, Herr Schäuble ??). Schon Heiligendamm vergessen ?? Einschleusen von V-Leuten unter die Demonstranten zur Unruhestiftung, Luftüberwachung von unbemannten Drohnen aus und nicht zu vergessen die Geruchskonserven (fein von der Stasi gelernt !!).
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von leserbrief leserbrief ist gerade offline | 10.12.2009 22:57 Uhr
@chemiker28
Bin da ganz bei Ihnen. Sie sollten mit Frau Kaiser reden.
Comment
von chemiker28 chemiker28 ist gerade offline | 10.12.2009 23:06 Uhr
@ leserbrief
Wäre bestimmt eine interessante Unterhaltung, vielleicht könnte sie mir ihre linke Politik näher bringen (habe die Linke nicht gewählt !!). Aber ich würde der Frau Kaiser garantiert keine Vorhaltungen machen, weil sie als 17jährige Göre irgendwo eine Unterschrift geleistet hat.Da gibts ganz andere linientreue Kanditatinnen, die z.B. FDJ-Sekretärin für Agitatur waren !!
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von baltar baltar ist gerade offline | 10.12.2009 22:58 Uhr
der Vergleich ist armselig
... denn ich habe noch nicht gehört, dass der BND, der Verfassungsschutz oder das BKA Einrichtungen wie Stasi-Gefängnisse betreibt. Falls Sie das nicht verstehen, schauen Sie sich doch mal so ein Gefängnis an, gibt's in Brandenburg an jeder Ecke. Aber machen Sie schnell, denn die Ex-Stasis werden nun, da sie die Macht haben, diese Möglichkeit sicher nicht weiter fördern, Besichtigungen sind dann bald höchstens noch unfreiwillig möglich (in dieser ach so rosig-vergessenen Zukunft).

Als Brandenburger muss man sich derzeit außerhalb des Landes schon ziemlich schämen.


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von chemiker28 chemiker28 ist gerade offline | 10.12.2009 23:12 Uhr
@baltar
Das man davon nichts gehört hat, heißt doch wohl nicht, daß es keine gibt, oder ?? Wie toll unsere Regierung im Verschleiern ist, erfährt man doch täglich. Und wenns dann gar nicht mehr anders geht, immer schön scheibchenweise.
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von m0e m0e ist gerade offline | 10.12.2009 23:06 Uhr
@chemiker28
Danke, wenigstens einer.

Wer keine politischen Argumente hat, stürzt sich halt auf sowas. Vielleicht um zu verstecken, dass die Stasi-Reinkarnation aus den eigenen Reihen kommt.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.12.2009 2:13 Uhr
@chemiker28
Ihr Kommentar ist ein gutes Beispil, dass noch einiges an Stasi Aufklaerung, und Staatskunde Unterricht geleistet werden muss.

Der BND mordet nicht und betruegt auch nicht und ist uebrigens ein Auslands- Nachrichtendienst. Es gibt hier rechtsstaatliche Prinzipien, nach denen alle Organe des Staates, auch BKA und Verfassungsschutz arbeiten. Man muss sich halt nur die Muehe machen ueber Dinge wie z.B. richterliche Anordnungen und Untersuchungsausschuesse zu lernen.

Die Stasi hatte zwar keinen Trojaner mit gesetzlichen Grundlagen und richterlichen Anordnungen, aber dafuer hatte sie 'ne Kamera in jedem Vorgarten, Wanzen und IMs ueberall. Und fuer Ihr Kommentar waeren sie in der DDR auf nimmerwiedersehen im Folterknast gelandet.
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von chemiker28 chemiker28 ist gerade offline | 11.12.2009 11:43 Uhr
@jetbundle
Na, vielleicht morden und foltern sie nicht selbst.Aber wenns nicht anders geht, werden die Gefangenen aus deutschen Landen eben in Geheimtransporten von Natostützpunkten eben in Länder ausgeflogen, wo man es mit Folter nicht so genau nimmt, z.B. nach Rumänien oder auch nach Guantanamo.Die riesige Diskussion vor einigen Jahren schon vergessen ?? Leider ist ja die Aufklärung in diesem Skandal wieder im Sande verlaufen, wie immer.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.12.2009 13:06 Uhr
Bitte bei der Wahrheit bleiben
Die einzige offene Frage war ob die deutsche Regierung teilweise von derartigen Transporten der US Geheimdienste wusste. Eine Beteiligung Deutschlands is absurd.

Aber den Menschen uebel nachzureden ist ja genau wie das Denunziantentum Volkssport No. 1 in Deutschland.
Comment
von f.u. f.u. ist gerade offline | 11.12.2009 14:29 Uhr
@jetbundle: Wer hat eigentlich Ulrich Schmücker ermordet ?
Nachdem sie so von oben herab über den BND dozierten meine Frage zum Westberliner Verfassungsschutz: Wer hat eigentlich Ulrich Schmücker ermordert ?
Viermal versuchte die Westberliner Staatsanwaltschaft eine Unschuldige dafür verurteilen zu lassen ...

F.U.

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von Henrik1970 Henrik1970 ist gerade offline | 11.12.2009 15:48 Uhr
BND / Stasivergleich ist naiv
Der Vergleich ist ja lächerlich. Aber es zeigt sich mal wieder wie naiv viele Menschen sind und wie wenig Geschichtsverständnis sie haben. Die Stasi hat Menschen vernichtet und Familien zerstört. Die Stasi läßt sich vielleicht mit der Gestapo vergleichen, aber nicht mit dem BND.
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von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 11.12.2009 20:52 Uhr
Warum aufhören ?


Zitat von chemiker28

Könnt ihr mit diesem Stasischeiß 20 Jahre nach der Mauer nicht langsam mal aufhören ?


Nichts lieber als das. Leider aber existiert die SED-Fortsetznungspartei aber immer noch - und damit die organisierte, unterschwellige Stasi-Verharmlosung. Keinem geschadet, Jugendsünden, aktive Reue und wie das Rechtfertigungsgeschwätz auch immer lauten mag ... hintenrum wird unter dem Schlachtruf "Es war doch nicht alles schlecht in der DDR.", der suggeriert, es sei doch alles nicht so schlimm gewesen und mit der peinlichen Phrase von der "Entwertung der Biographien" die vorgebliche Distanzierung von dem Unrechtsstaat DDR, den man auch gar nicht so bezeichnet wissen will, zum hohlen Lippenbekenntnis.

Sobald also die umetikettiert SED verschwunden ist, könnte man auch aufhören mit diesem "Stasischeiß".
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von leserbrief leserbrief ist gerade offline | 10.12.2009 22:48 Uhr
Platzeck: 2002 steckte das Land also in einer tiefen Krise
"Tagesspiegel: Warum haben Sie sich nicht früher für einen Stasi-Beauftragten stark gemacht?

Platzeck: Als ich 2002 wieder in die Landesregierung kam, steckte das Land in einer tiefen Krise. Die Haushaltslage war schwierig, wir hatten hohe Schulden.

Das alles ist heute auch noch so - nur ungleich schlimmer. Was also soll das Geschwatz? Für wie dämlich hält Platzeck, von seinen getreuen Brandenburgern einmal abgesehen, den Rest der Republik?
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von baltar baltar ist gerade offline | 10.12.2009 22:50 Uhr
merkwürdiges Rechtsverständnis


Zitat von Platzeck

Entscheidend ist auch, ob jemand offen mit dem umgeht, was er früher gemacht hat.



Was soll denn das heißen, Herr Platzeck? Wenn also sich jemand offen zu seinen Schandtaten bekennt, ist alles okay?

Ich finde, Sie haben eine merkwürdige Auffassung von Moral. Vielleicht solten Sie lieber bei den Linken eintreten, da sind Sie ja schon voll auf Linie.
Comment
von Salporin Salporin ist gerade offline | 11.12.2009 12:01 Uhr
Genau so...
...sonst waere 1949 der deutsche Bundestag auf der konservativen Seite seeeehr leer gewesen!

Im uebrigen frage ich mich immer, warum die ehemaligen Blockparteimitglieder nicht ebenfalls Rechenschaft ablegen sollten. Ist ja nicht so, das in der DDR-CDU keiner fuer die Stasi spioniert hat.
Comment
von einbeutedeutscher einbeutedeutscher ist gerade offline | 10.12.2009 23:09 Uhr
Alt-West-Berln
Vielleicht sollten manche Forumsteilnehmer hier mal wahrnehmen, das die Bevölkerung der ehemaligen DDR ganz anders mit der Stasi-Vergangenheit umgeht, als der stramm antikommunistisch erzogene West-Berliner (mit Pudding- oder Marmeladefüllung) [Ich konnte mir es nicht verkneifen!]
Comment
von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 11.12.2009 21:00 Uhr
Wahrgenommen
Etwas wahrzunehmen kann ja wohl kaum bedeuten, es widerspruchslos hinzunehmen oder gar gutzuheißen. Ich nehme wahr, daß - genau wie nach dem zweiten Weltkreig unzureichend entnazifiziert wurde - nach dem Mauerfall unzureichend entstasifiziert wurde. Während jedoch die unzureichende Entnazifizierung zwanzig Jahre später einen Proteststurm über die alte Bundesrepublik brachte (68er), bleibt die unzureichende Entstasifizierung völlig ohne politischen Widerhall.

Was damals falsch gemacht wurde, ist heute keine Rechtfertigung dafür, den Fehler ein zweites mal zu machen. Es sei denn, man will aus der Geschichte nicht lernen.
Comment
von aepfelundbirnen aepfelundbirnen ist gerade offline | 11.12.2009 0:17 Uhr
Platzeck definiert den Wendehals neu
Ich kann darüber nur noch lachen. Nicht wegen der Größe des Ostwitzes, sondern weil jede andere Rezeptionsform mit Wut, Ärger oder Trauer zu tun hat.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.12.2009 2:02 Uhr
Naiiv und Urteilsschwach
Also entweder ist Herr Platzeck absolut naiiv im Umgang mit der Linkspartei, und Urteilsschwach (die einzige witschaftliche Dynamik im zusammenhang mit der Linkspartei ist der Zusammenbruch), oder er hat aus irgendeinem fehlerhaften machtpolitischem Kalkuel die Koalition eingegangen, und will sich den Fehler nicht eingestehen, oder er will uns hier alle ver*****.

Wie auch immer, mit diesem Interview hat er dargestellt, dass er absolut Unglaubwuerdig oder Unverantwortungswuerdig ist, und sollte im Interesse seiner Partei, und seines Landes zurueck treten.
Comment
von get get ist gerade offline | 11.12.2009 9:09 Uhr
Vergleich mit der NSDAP
Ich würde nicht sofort einen Vergleich mit der NSDAP ziehen. Mit der Frage nach 68 hat der Tsp. Platzeck ja ein bischen in die Richtung geschubst. Trotzdem nimmt er den Vergleich eine Frage später ohne Not selbst wieder auf, als er die Beispiele Kiesinger und Filbinger bringt.

Außerdem erwähnt er, dass es eine andere Diskussion geben würde, wenn es einen Stasi-Fall bei der Opposition gäbe.

Da gibt es aber m.E. einen Unterschied. Die NSDAP hat sich aufgelöst und die CDU hat sich immer klar zum Rechtsstaat und zur BRD bekannt. Die CDU ist Nachfolgepartei der Zentrumspartei aus der Weimarer Republik. Die LinkePDSED ist in dieser Hinsicht eher vergleichbar mit der NPD. Die Linke geht noch offen mit alten Ideologien hausieren. Wenn Filbinger bei der NPD sich kaum vom den Ideen der NSDAP distanziert hätte und die CDU mit der NPD koaliert hätte wäre es ein viel passender Vergleich gewesen.

Ich denke, dass Platzeck geschickt seine Wähler in Brandenburg anspricht. In der DDR wurde ständig wiederholt, dass die BRD nicht entnazifiziert hätte und deshalb immer noch von Nazis regiert wird, die DDR hingegen schon. Weil das auch in der Schule gelehrt wurde glauben das nach wie vor viele Brandenburger, obwohl wir inzwischen wissen, dass das falsch ist. Auch im Osten wurden Spezialisten, die gebracht wurden ohne jegliche Prüfung weiterbeschäftigt.

Aber das bekommen die Brandenburger Schüler sicher nicht zu hören. Denn wie wir kürzlich im Tagesspiegel lesen mussten, wurden die Lehrer weder ausgetauscht, noch haben sie sich ideologisch gewandelt. Dort wird nach wie vor über die schlimmen Taten des Klassenfeindes gelehrt.

Und die ehemaligen Schulleiter machen politisch Karriere.
Ich sehe eine innere Einheit in weite Ferne gerückt. Und Platzeck arbeitet offensichtlich aktiv daran, dass das auch so bleibt.
Comment
von jetztistabergenug jetztistabergenug ist gerade offline | 11.12.2009 12:16 Uhr
Warum der Vergleich mit der NSDAP nicht hinkt.
Es gab bereits 1969 einen Herrn Schröder einen Unionskandidaten Gerhard Schröder, der bei der Präsidentenwahl im März 69 gegen Gustav Heinemann antrat.
Schröders ehemalige Mitgliedschaft in der NSDAP störte die CDU nicht, und auch nicht die Unterstützung der damals 22 Wahlmänner der NPD. Ja, NPD!
Auch diese Partei hatte nur ihren Namen geändert, ihre Gesinnung nicht , ihr Parteiprogramm nicht sehr. Und mit Hilfe dieser NPD wollte die CDU Gerhard Schröder 1969 in höchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland schaffen. Nur der FDP war es damals zu verdanken, dass sich die Gemeinschaft aus NPD und CDU nicht durchsetzte.
Doch diese schwarz-braune Stimmkoalition war kein Einzelfall. nach der Kommunalwahl in Niedersachsen 1968 verbündete sich die CDU unter anderem in Peine mit der NPD, um einen sozialdemokratischen Bürgermeister zu verhindern. 1970 paktierte sie im Landtag von Rheinland-Pfalz mit der NPD, um gegen den Willen ihres eigenen Koalitionspartner FDP ein konservatives Hochschulgesetz zu erzwingen. Einen Monat vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg 1972 peitschten CDU und NPD in gemeinsamer Front das Hochschulgesetz durch den Stuttgarter Landtag. 1968 hatte die NPD mit 9,8 Prozent locker die fünf Prozent Hürde geschafft und saß mit 12 Abgeordneten in Stuttgart.
Ja, dies alles war möglich im Westen, mehr als zwanzig Jahre nach dem zweiten Weltkrieg.
Aber scheinheilig heucheln ist einfach zu schön, besonders wer glaubt, Gott oder der Papst persönlich habe ihm das C in den Parteinamen gemeißelt
Comment
von riegel riegel ist gerade offline | 11.12.2009 14:49 Uhr
@jetztist bar genug
Wenn das alles nach ihrer Meinung in der Vergangenheit so schlimm ist(die Dinge kann ich in den Einzelheiten nicht recherchieren), warum muss das jetzt mit umgekehrten Vorzeichen in Brandenburg gleich in einer Landesregierung enden?

Das ist doch die Frage.
Comment
von zacha zacha ist gerade offline | 11.12.2009 14:55 Uhr
@jetztistabergenug
Herr Schröder ist jedoch nach wikipedia bereits im Mai 1941 aus der NSDAP ausgetreten. Also bereits zu einer Zeit wo das dritte Reich noch voller Erfolge war und jeden seiner Feldzüge im Blitz abgeschlossen hatte. Wer zu diesem Zeitpunkt bereits austrat tat dies nicht aus politischem Opportunismus, denn es ist da genau ansders herum. Daher ist sein Wandel, bzw. sein voriger Irrtum, wohl sehr glaubwürdig gewesen.
Comment
von Salporin Salporin ist gerade offline | 11.12.2009 15:03 Uhr
danke
fuer ihren Kommentar, @jetztistabergenug.

Wollte schon aehnliches Anfuehren, Beispiele gibt es ja genug.
Vielleicht sollte man aber noch hinzufuegen, das auf der anderen Seite, jemand der in den 50er Jahren Flugblaeter fuer die KPD verteilte ein lebenslanges Berufsverbot fuer den oeffentlichen Dienst erhalten hat in der ach so toleranten BRD. Wenn ich bedenke das NSdAP Mitglieder und Nazi Richter Ministerpraesidenten wurden, erscheint mir da die Verhaeltnismaessigkeit der Verfolgungen etwas Doppelmoralisch.
Comment
von zacha zacha ist gerade offline | 11.12.2009 17:36 Uhr
@Salporin
Ach ich denke jemand der in den 50er Jahren Flugblätter der NSDAP verteilt hätte dürfte sich auch kaum in einem öffentlichem Amt wiedergefunden haben. Wenn ich damit nicht falsch liege, dürfte man nicht wirklich von einer Ungleichbehandlung sprechen.
Comment
von kugelblitz kugelblitz ist gerade offline | 11.12.2009 9:11 Uhr
Zurücktreten
Dieser Mann hat seine Glaubwürdigkeit verloren. Rücktritt und zwar sofortiger ist die einzige Lösung, wenn er die Demokratie nicht ganz in den Schmutz ziehen will!
Comment
von berggeist berggeist ist gerade offline | 11.12.2009 11:53 Uhr
Ja, ...
denn wie sollte jemand in Stolpemanier glaubwürdig sein können?!

Bg.
Comment
von gewissensfrage gewissensfrage ist gerade offline | 11.12.2009 9:14 Uhr
Könnte Angela Merkel in Brandenburg überleben?
Immerhin war sie bis zu ihrem 30. Lebensjahr FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda an der Akademie der Wissenschaften und durfte 1986 in den Westen reisen. Offenbar gibt es auch ein Foto im Zusammenhang mit Havemann und Gerüchte über eine IM Erika.
Comment
von Henrik1970 Henrik1970 ist gerade offline | 11.12.2009 16:01 Uhr
Das sind Stasimethoden
Sie behaupten hier einfach Dinge, zu denen es keinerlei Unterlagen und Beweise gibt. Das ist unseriös. Sie hat es die Stasi auch gemacht!
Lebensläufe wurden von der Stasie umgeschrieben und angebliche Originale Journalisten zugespielt. So wie es bei Heinrich Lübke geschehen geschehen ist, dem die Stasi eine Nazivergangeneheit angedichtet hat. Dies konnt erst nach der Wende wiederlegt werden.


Comment
von andrae andrae ist gerade offline | 11.12.2009 9:52 Uhr
@chemiker28........
in unserer Demokratie können Sie reden und schreiben wie ihnen "der Schnabel gewachsen ist",einschl.diverser Lügen und Unwahrheiten. In der Ex-DDR wären Sie für mehrere Jahre im Zuchthaus Cottbus oder Bautzen verschwunden. Was Platzeck angeht, der sollte sich mal die Behörden und Ämter in den Städten und Gemeinden ansehen, da sitzen noch ne Menge von Ex-Stasis aus der zweiten und dritten Garnitur. Diese Typen, linientreu zum eigenen Vorteil waren es die oft genug intrigiert haben gegen ihre Mitbürger. Zeig Ihnen gerne mal meine Akte. Ihr kommentar ist beschämend, genauso wie die Aussagen von Platzeck.
Comment
von chemiker28 chemiker28 ist gerade offline | 11.12.2009 11:58 Uhr
@andrae
Wo habe ich gelogen ?? Ich habe weder die Existenz der Stasi geleugnet noch, daß es Stasigefängnisse gab.Und zu Ihrer Information:Ich lebte 29 Jahre in der DDR und war nicht in der Partei (ich wurde auch nicht ein einziges Mal aufgefordert, einzutreten). Und meine Meinung habe ich immer gesagt, ohne von der Stasi verfolgt zu werden.Daß es ab und zu ein paar auf die Fresse gab, ist ja normal. Heutzutage passiert dir sowas aber schon mal, wenn du einen nur schief ansiehst.

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