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Stasi-Vorwürfe

Belastete Polizisten sollen versetzt werden

Landeschef Platzeck und Innenminister Schönbohm wollen ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter und jetzige Beschäftigte im Polizeidienst noch einmal überprüfen. Eine generelle Überprüung werde es jedoch nicht geben, sagte Schönbohm.
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Potsdam -  Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) will die Personalakten aller noch im Polizeidienst des Landes beschäftigten einstigen hauptamtlichen Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit neu überprüfen und gebenenfalls über Konsequenzen bis hin zu Versetzungen entscheiden. Eine generelle Überprüfung auch aller früheren inoffiziellen Stasi-Mitarbeiter (IM), wie am Montagabend vom CDU-Landesvorstand und gestern von der CDU-Landtagsfraktion beschlossen, lehnte Schönbohm dagegen ausdrücklich ab. Dies sei gesetzlich auch nicht möglich, sagte Schönbohm am Dienstag nach der Kabinettssitzung. „Wir werden allerdings in Einzelfällen noch einmal genauer hinsehen.“

Schönbohm verwies erneut darauf, dass bei seinem Amtsantritt 1999 die Stasiüberprüfung weitgehend abgeschlossen war. Ursprünglich seien 242 hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter in den Polizeidienst übernommen worden. 201 von ihnen seien noch im Amt und würden nun geprüft. Arbeitsrechtlich seien ihm die Hände gebunden, sagte der Innenminister. Auch in die Stasi-Akten könne sein Ministerium nicht mehr Einblick nehmen. Es gehe darum, mit denjenigen Mitarbeitern, die auch 20 Jahre nach der Wende noch in denselben Bereichen oder Einsatzgebieten eingesetzt sind wie davor, nach einer neuen Verwendung zu suchen. „Das geht nur mit Fingerspitzengefühl und intensiven Gesprächen“, sagte Schönbohm.

Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) und Schönbohm verwiesen darauf, dass die Einstellung der einstigen Stasi-Mitarbeiter juristisch nicht mehr anfechtbar sei und dass alle Polizisten bis Ende der 90er Jahre bei der Stasi-Unterlagenbehörde überprüft worden seien.

Bei der Beurteilung der Tätigkeit von meist jungen Menschen in den 70er und 80er Jahren sei auch wichtig, dass „man in der Lage ist, einmal zu vergeben und zu verzeihen“, sagte Platzeck. Zudem müsse die Tätigkeit der letzten 20 Jahre berücksichtigt werden. Er halte den Weg, der in Brandenburg mit generellen Einzelfallprüfungen und der jedem Ministerium überlassenen Linie bei der Übernahme in den öffentlichen Dienst gegangen worden sei, für richtig. Schönbohm verwies dagegen auf die teils härtere Vorgehensweise in anderen Bundesländern: „Es hätte Alternativen gegeben, davon ist in Brandenburg kein Gebrauch gemacht worden. Und damit müssen wir nun leben.“ 

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.06.2009)
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Kommentare [ 6 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von bodo bodo ist gerade offline | 9.6.2009 19:22 Uhr
Ein bestialischer Stasi- Sumpf der vergessen werden soll
Ministerpräsident Platzeck würdigte auch die Arbeit von Innenminster Schönbohm wie rund 7500 ehemalige NVA Offiziere in die Bundeswehr integriert wurden.
Alles vergessen und auch diesen Stasispitzeln verzeihen, diese Argumente die hier von Platzeck aufgeführt werden, sind Argumente die für jeden der unschuldig im Knast gelandet ist ein Schlag ins Gesicht. Auch NVA Offiziere,Ärzte,Lehrer,Richter,Staatsanwälte,Rechtsanwälte,FDJ Funktionäre usw, waren Stasimitarbeiter und Zuträger von Informationen um das Volk in Schach zu halten. Nun es war ein richtiger Beitrag vielen Stasispitzeln wieder einen vernünftigen Job zu besorgen.
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von robertderhut robertderhut ist gerade offline | 10.6.2009 8:56 Uhr
Wie immer
Erst Alt-Nazis in gehobenen Positionen, jetzt halt Stasi. Unrecht lohnt sich offensichtlich doch!
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von frank frank ist gerade offline | 10.6.2009 12:24 Uhr
Zustimmung
Wie recht Sie haben!!!
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von henniger2 henniger2 ist gerade offline | 10.6.2009 9:22 Uhr
Gnade
Wenn man 20 Jahre erfolgreich auf der Basis des Grundgesetzes gearbeitet hat,sollte man das Alte begraben.Schönbohm ist besser ,als sein Ruf.
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von frank frank ist gerade offline | 10.6.2009 12:23 Uhr
Zweifel
Wer einmal mit "Alt-Polizisten" (älter 40) in Brandenburg zu tun hatte, dem kommen berechtigte Zweifel, ob diese überhaupt wissen, das es ein Grundgesetz gibt. Zumindest in der Verkehrsüberwachung haben wir ja viel von der Transit-Strecke übernommen.
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von beinta beinta ist gerade offline | 11.6.2009 8:36 Uhr
Versetzung
Wohin bitte sollen denn belastete Polizisten versetzt werden? Zum Knöpfchensortieren?

Dass Platzeck vergeben und verzeihen fordert, ist doch interessant. Vermutlich wird er nächste Woche eine Generalamnestie in ganz Brandenburg forden, da nun allen Gefängnisinsassen verziehen werden soll. - Platzeck muss weg.

@trank: die Verkehrskontrollen halte ich noch für das kleinste Problem.

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