[Kommentare: 8]

Belästigung

Telefonterror bei der CDU in Wilmersdorf

Unbekannte belästigen Kreisverbandsfunktionäre mit anonymen, beleidigenden Anrufen und SMS-Mitteilungen auf Handys. Da die CDU die Mobilnummern nirgends veröffentlicht hat, müssen die Täter Parteimitglieder sein oder die Nummern mit unbekannten Tricks ermittelt haben.
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Führende Mitglieder des CDU-Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf sind einem mysteriösen Telefonterror und weiteren Belästigungen ausgesetzt – nach einer Handvoll Strafanzeigen ermittelt die Polizei jetzt gegen Unbekannt. Das bestätigte am Donnerstag ein Kreisvorstandsmitglied, das nicht namentlich genannt werden will. Spekulationen, dass es sich um einen Machtkampf zwischen Gegnern und Freunden des Bundestagsdirektkandidaten und Ex-Kreischefs Ingo Schmitt handele, wies das Vorstandsmitglied jedoch zurück: „Es gibt Betroffene auf allen Seiten. Das sind keine Rachegelüste Einzelner.“ Zudem gebe es keine Nutznießer in der Partei: „Die politischen Gegner haben mehr davon.“

Es geht zum einen um anonyme, beleidigende Anrufe und SMS-Mitteilungen auf Handys von Funktionären. Da die CDU die Mobilnummern nirgends veröffentlicht hat, müssen die Täter Parteimitglieder sein oder die Nummern mit unbekannten Tricks ermittelt haben. Sogar Feuerwehr und Polizei wurden mit falschen Alarmen in Marsch gesetzt. Einmal hieß es, bei einem CDU-Politiker brenne es, und bei einem anderen lag angeblich eine Leiche in der Wohnung. Bei den Notrufen nannten die Anrufer falsche Namen. Darüber hinaus wurden Scheiben am Auto der ehemaligen Lebensgefährtin Ingo Schmitts zerstört.

Kaum ein Christdemokrat will sich dazu äußern

Der CDU-Kreisvorstand beschäftigte sich am Mittwochabend damit, beschloss aber nichts. „Wir sind natürlich nicht sehr glücklich über die Außenwirkung“, sagte ein Teilnehmer. Deshalb will sich kaum ein Christdemokrat äußern. Der Kreisvorsitzende Andreas Statzkowsky war nicht erreichbar, und CDU-Bezirksbaustadtrat Klaus-Dieter Gröhler lehnte eine Stellungnahme ab.

Bereits im Frühjahr war Ingo Schmitt von einem Parteimitglied im Rathaus mit Eiern beworfen worden, der Angreifer erhielt Hausverbot bei der CDU. Der Kreisvorstand war sich jetzt einig darin, dass es „keinen Zusammenhang“ mit den anderen Vorfällen gebe. Der Täter sei „nur ein verwirrtes Mitglied“.

Kein Geheimnis ist, dass es Streit um Ingo Schmitts Direktkandidatur gibt. Bis zum vorigen Herbst war der 51-Jährige Landesvorsitzender der CDU, dann trat er als Folge des Führungsstreits mit dem Ex-Fraktionschef Friedbert Pflüger zurück. Im Frühjahr verlor er nach 18 Jahren auch den Posten als Kreischef. 2005 war Schmitt über die Landesliste in den Bundestag gelangt. Diesmal erhielt er keinen aussichtsreichen Listenplatz und muss das Direktmandat gewinnen, um im Parlament zu bleiben. (CD)

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 17.07.2009)
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Kommentare [ 8 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von abweichler abweichler ist gerade offline | 17.7.2009 9:42 Uhr
Na das passt doch gut......
...zum Bild der berliner CDU. Da kann man nur noch staunen, dass die Bundespartei ihren regionalen Sektiererverein nicht auflöst.
Comment
von robertderhut robertderhut ist gerade offline | 17.7.2009 10:18 Uhr
Jede Meldung..
.. über irgendwelche Aktivitäten dieser lächerlichen Randgruppe ist peinlicher als die letzte. Auflösung der Truppe dürfte wohl für alle das beste sein. Die CDU in Berlin ist tot. Was ein dürftiger Haufen.

Gerechtigkeit siegt doch!
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von phantomias phantomias ist gerade offline | 17.7.2009 11:53 Uhr
Sommerloch
Ein schöner Füller für die dürre Nachrichtenlage im Hochsommer...
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von Djunglemoon Djunglemoon ist gerade offline | 17.7.2009 12:59 Uhr
Lachen...
..oder heulen, Berlin ?!
...zweitklassige Regierung und viertklassige Opposition.
Na denn Prost Mahlzeit ! Kompetenz und Kinderkram (s. Artikel)auf dem Niveau von Kyritz an der Knatter. Womit eigentlich haben wir das verdient ?!

P.S. Liebe Kyritzer, war nicht persönlich gemeint.
MfG Djunglemoon
Comment
von riegel riegel ist gerade offline | 17.7.2009 13:22 Uhr
Telefonterror
geschieht anonym und mit bösartiger Absicht.

Wer steckt wirklich dahinter?
Die Kommmentatoren incl. der TS scheinen die Telefonterroristen szenisch orten zu können. Es kann auch einiges vermutet werden,in jede Richtung der berliner Lokal- und Parteienpolitik.
Aber das ist leider auch schon alles an ungewisser Gewissheit.
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von zurueckschnauzer zurueckschnauzer ist gerade offline | 17.7.2009 16:16 Uhr
Wirkt instabil ...
Ob es wirklich verwirrte, frustrierte Parteimitglieder sind, oder nue ein einziges, dass hier mit kriminellen Mittel gegen Partei"freunde" austeilt? Niemand weiss es.
Aber hoffentlich kann die Polizei dieses kriminellen Handlungen bald aufklären.

Interessant ist jedoch, welches Echo ein bischen Telefonterror auslöst. Dies zeigt, wieviel Unsicherheit im Jahr I.) nach der Schmittokratie in dem Kreisverband noch herrscht und dass Selbstgewissheit, Selbstbewusstsein und Geschlossenheit dort wieder neu gelernt werden müssen.

Schmidt selber könnte dies unterstützen, indem er auf seine Direktkandidatur verzichtet, was ja auch politisch nur folgerichtig wäre. Aber geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das diese Sumpfblume auf ein Pöstchen verzichtet
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von seifert seifert ist gerade offline | 17.7.2009 21:32 Uhr
Gerne
Da zitiere ich gerne mal Rudi Carell:"....und Schuld daran ist nur die SPD!!!"
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von neuneukoellner neuneukoellner ist gerade offline | 18.7.2009 9:04 Uhr
"Bad Bank" für Berlins CDU
Michael Braun schlägt vor die Einrichtung eines Sonder-Kreisverbands nach dem Muster einer Bad Bank. Super, und den Vorsitz bekommt dann Stefanie Vogelsang. Denn wer mit Geld so umgeht, wie sie es getan hat, ist dafür bestens geeignet!

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