[Kommentare: 17]

Berlin-Mitte

Tausende Menschen demonstrieren gegen Überwachung

Zu einer Demonstration für mehr Datenschutz haben sich in Berlin-Mitte tausende Menschen versammelt. Vom Roten Rathaus bis zum Brandenburger Tor liefen die Demonstranten und machten sich gegen "ausufernde Überwachung" stark.
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Demo für mehr Datenschutz in Berlin-Mitte. - Foto: ddp
Berlin -  Menschen aus ganz Deutschland haben am Samstag in Berlin für mehr Datenschutz demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 100.000 Teilnehmern, die Polizei von 15.000 Demonstranten. Der Aufzug stand unter dem Motto "Freiheit statt Angst - Stoppt den Überwachungswahn". Er führte vom Roten Rathaus zum Brandenburger Tor, wo es eine Abschlusskundgebung gab.

Größere Zwischenfälle gab es nach Angaben einer Polizeisprecherin nicht. Bei Vorkontrollen seien bei mehreren Personen "Vermummungsgegenstände" beschlagnahmt worden. Es habe deswegen mehrere Freiheitsbeschränkungen gegeben, sagte die Sprecherin. Sie sprach von einem "friedlichen Verlauf" der Veranstaltung.

"Chips nur aus Kartoffeln"


Auf Plakaten der Demonstranten war unter anderem zu lesen "Gegen staatliche Überwachung", "Stoppt den RFID", "Stoppt den Überwachungswahn", "Der gläserne Mensch zerbricht" oder "Chips nur aus Kartoffeln". Viele Teilnehmer trugen T-Shirts, auf denen das Konterfei von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und darunter der Schriftzug "Stasi 2.0" zu sehen waren. In Sprechchören skandierten Demonstranten "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Daten klaut" oder "Wer heute noch darüber lacht, wird morgen früh schon überwacht".

Bürgerrechtler sowie zahlreiche Berufsorganisationen hatten bundesweit zu dem Aufzug gegen die nach ihrer Ansicht "ausufernde Überwachung durch Wirtschaft und Staat" aufgerufen. In dem Demonstrationsaufruf hieß es, der "Überwachungswahn greift um sich". Staat und Unternehmen würden die Bürger immer vollständiger registrieren und kontrollieren. Der daraus resultierende Mangel an Privatsphäre und Vertraulichkeit gefährde unter anderem die Glaubens-, Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Arbeit von Ärzten, Beratungsdiensten und Rechtsanwälten. (ut/ddp)
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Kommentare [ 17 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von miserak miserak ist gerade offline | 11.10.2008 19:56 Uhr
Schäuble, geh in die Renrerenterente
Tausende Menschen demonstrieren gegen Überwachung

Schäuble sollte sich mal untersuchen lassen. Bei den über
80 Millionen Bürgern ist er der meist gehasste "Politiker" -
allr Zeiten und das gild auch für die Jahre vor 1940 ! ! ! !

NeuerInnenminister vom 26.09.2008 meint:

Deutschland braucht einen neuen Innenminister, der in voller geistiger und physischer Kraft steht, und sich mit reifen Charakter und Scharfsinn auszeichnet. Dies trifft auch Schäuble
schon lange nicht mehr.
Warum werden so gute Leute wie Udo Nagel, langjähriger Innensenator von Hamburg entlassen?? Das wäre der richtige Mann
für den Posten.
Fragen sie warum ? ? ? ? ?
Noch nie von einer Partei-Mafia gehgört und auch die über
80 Millionen Wähler nicht.? Schäuble, schau mal an, deine Geheimagenten arbeiten Tag und Nacht und überwachen die VERDÄCHTIGEN WÄHLER.
Comment
von gebsch gebsch ist gerade offline | 11.10.2008 21:17 Uhr
Schäuble + Verfolgungswahn
Keine gute Mischung.
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von lily1 lily1 ist gerade offline | 11.10.2008 21:27 Uhr
Merkwürdig
so viele Menschen protestieren gegen den Missbrauch von Daten. Das sind wohl nicht die gleichen, die "Happy Digits" sammeln, "Studi VZ" oder "Facebook" nutzen oder einfach im Besitz einer Kundenkarte ihres bevorzugten Supermarktes sind?
fragt sich
Lily
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 12.10.2008 1:15 Uhr
@lily1
Sperrt Tengelmann Sie ein, wenn Sie etwas "Falsches" kaufen?
Comment
von rasta4peace rasta4peace ist gerade offline | 12.10.2008 1:43 Uhr
spam
Der springende Punkt dabei ist,dass Du freiwillig deine Daten bei Studi VZ, Facebook etc. angibst und dass Du daraufhingewiesen wirst,dass deine Daten an Dritte weitergereicht werden.
Also Pech,wenn Du dies tust!

Diese Demonstration richtet sich aber gegen eine Regierung, die buchstäblich davon überzeugt ist, dass wir alle sicherer Leben,wenn alle unsere privaten Daten der Polizei oder irgendeiner anderen staatlichen Institution vorliegen.


Fazit: Die eine Datensammlung geschieht auf freiwilliger Basis und die andere auf unfreiwilliger Basis.

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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 12.10.2008 1:56 Uhr
Schäuble und Tengelmann
Tengelmann wird wohl keinen Einsperren aber die gesammelten Daten mit freuden dem Staat zur Verfügung stellen. Darum sollte man die Finger von allem lassen was eine bekanntgabe von Daten und Kaufgewohnheiten zur Folge hat.
Bio-metrische Pässe etc, all dies ist grundsätzlich abzulehnen. Die Teilnahme an dieser Überwachungsaktion sollte grundsätzlich freiwillig sein. Mancher mag Lust dabei empfinden wenn ihm eine Kamera im Bade über die Schulter guckt.
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von trebor trebor ist gerade offline | 12.10.2008 8:47 Uhr
@macthepirat
Sie glauben doch nicht wirklich, daß Schäuble oder sonst irgendwer interesse dran hat mit einer Kamera in Ihr Badezimer zu schauen. Sie haben zu viele Science-Fiction-Filme gesehen! Also wer nichts zu verbergen hat, kann auch nichts gegen die Maßnahmen des Innenministeriums haben. Sie dienen ja einem guten Zweck. Also was sollen diese paranoiden Argumente?
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von c c ist gerade offline | 12.10.2008 11:11 Uhr
Muss mich anschliessen...
'Wer nichts zu verbergen hat' ist so duemmlich und abgedroschen das es in der IT-Szene schon fast Sprichwortcharakter hat. Trotzdem schaffen es immer wieder einige Zeitgenossen diese Aussage auszugraben.

Ein Artikel der sich tatsaechlich mit diesem Satz auseinandersetzt findet sich hier...

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23625/1.html

Gruss

Carsten
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von lily1 lily1 ist gerade offline | 12.10.2008 9:42 Uhr
Dreadman
Es ist schon bemerkenswert, wie sorglos viele Leute mit ihren persönlichen Daten (beispielsweise bei der Nutzung diverser Internetportale) umgehen und andererseits in Bezug auf den Staat eine derartige Überwachungsparanoia entwickeln.

Aber vielleicht kann das ja jemand erklären (eine Erklärung hinsichtlich der Kategorien "freiwillig" und "unfreiwillig" greift hier m. E. zu kurz)?
Comment
von lily1 lily1 ist gerade offline | 12.10.2008 9:43 Uhr
Dreadman
Es ist schon bemerkenswert, wie sorglos viele Leute mit ihren persönlichen Daten (beispielsweise bei der Nutzung diverser Internetportale) umgehen und andererseits in Bezug auf den Staat eine derartige Überwachungsparanoia entwickeln.

Aber vielleicht kann das ja jemand erklären (eine Erklärung hinsichtlich der Kategorien "freiwillig" und "unfreiwillig" greift hier m. E. zu kurz)?
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 12.10.2008 10:17 Uhr
@trebor - Die Kamera beim Bade
Ja, dann erklären Sie mir doch mal, warum audiovisuelle Überwachung der Privatwohnungen selbst von Menschen verlangt wird, die nur mit Terrorverdächtigen in Kontakt gekommen sind? Vielleicht ist Ihr "Entschuldigung!" nach einem Rempler mit Abu Bombe in der U-Bahn nur ein besonders cleveres Codewort und Sie werden der Hauptdarsteller in einem höchst eigenen Film?

Merke: Wenn Gesetze verabschiedet werden sollen, ist das zu bedenken, was damit MÖGLICH wird, nicht das, was angeblich damit erreicht werden soll. Hitler "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" hieß ja auch nicht "Gesetz zur Verbringung von Unliebsamen oder Andersartigen in ein Konzentrationslager".

Interessant auch, daß Große Koalitionen als große Projekte offensichtlich nur Notstands- oder Sicherheitsgesetze zustande bringen ...
Comment
von kenny kenny ist gerade offline | 12.10.2008 10:26 Uhr
@trebor
"wer nichts zu verbergen hat" ist mit abstand das dümmste totschlagargument...
wo sehen sie eigentlich den "guten zweck"? ist der gute zweck, alle unter einen generalverdacht zu stellen?

*kopfschüttelnd
Comment
von klausotto klausotto ist gerade offline | 12.10.2008 10:30 Uhr
Das geht ja noch
15.000 -100.000 Leute, die etwas zu verbergen haben unter 80.000.000, das geht ja noch.
Comment
von timchen timchen ist gerade offline | 12.10.2008 12:32 Uhr
wer nichts zu verbergen hat...
... der soll doch mal bitte

- seine Einkommensverhältnisse offen legen
- erzählen, was er so wählt
- seine Krankheiten und Medikamentenkonsum veröffentlichen
- klarmachen, was er so von seinem Arbeitgeber hält
- seine geheimsten sexuellen Fantasien preisgeben
- nackt herumlaufen

oder haben Sie doch etwas zu verbergen?
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 12.10.2008 13:59 Uhr
"Wer nichts zu verbergen hat, ...
... muß auch keine Angst vor der Überwachung haben" ist aussagenlogisch äquivalent mit "Wer Angst vor der Überwachung hat, hat etwas zu verbergen", also dem Generalverdacht.

Über die Entscheidung, ob Teile des Abgehörten privat oder ermittlungstechnisch relevant sind, befindet übrigend derselbe Richter, der die Maßnahme angeordnet hat. Außerdem können im Notfall der Dienst oder das BKA selbst entscheiden, weil immer ein Beamter im Richterrang im Ermittlungsteam präsent zu sein hat. Damit verwischen elementare Grenzen der Gewaltenteilung, sofern von den Diensten überhaupt noch eine Überlegung in dieser Hinsicht angestrengt wird.

Als die öffentlichen Telefone des Flughafens Frankfurt abgehört wurden, betraf das ca. 15.000 Menschen. Darunter war kein einziges RAF-Mitglied. Das war die Dimension von vor 30 Jahren. Übrigens möchte ich unseren Joker mal sehen, wenn die Polizei bei ihm wegen des Legalitätsprinzips tätig werden muß, und wenn es nur ein kleines Bildchen aus dem Netz ist.
Comment
von rasta4peace rasta4peace ist gerade offline | 12.10.2008 16:08 Uhr
spam
@ lily1

Hab ichs richtig verstanden: Da mancheiner sorglos mit seinen Daten umgeht, hat Schäuble das Recht alle Daten der gesamten Bevölkerung zu speichern und zu überwachen?

Ich finde nicht, dass was immer Du uns auch sagen magst, zutrifft und der Wahrheit entspricht. Denn wenn jemand mal angenommen sich auf diesen Internotportalen anmeldet, gibt er/sie eine Einverständniserklärung ab mit der man sich Bereit erklärt, dass die persönlichen Daten gespeichert werden können und eventuelle auch an Dritte weitergereicht werden können.

Somit ist doch die Akzeptanz dieser Einverständniserklärung eine freiwillige Entscheidung oder nicht?








Comment
von pingo pingo ist gerade offline | 12.10.2008 17:08 Uhr
Schäuble befangen
Schäuble befangen

Ich frage mich, wieso Schäuble die Sachfragen rund um den Terror überhaupt beurteilen kann. Er ist doch selbst ein Opfer willkürlicher Gewalt und somit befangen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Schäuble

Das ist ja so, als wenn ein Richter über einen Pädophilen urteilen soll, obwohl seine eigene Tochter sexuell missbraucht wurde und seitdem behindert ist.

P.S: Huch, paranoid-halluzinatorische Schizophrenie (Verfolgungswahn) scheint infektiös zu sein! So lautete jedenfalls die Diagnose beim damaligen Täter.

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