Der ICE-Verkehr nach München soll von Montag an wieder nach Plan aufgenommen werden. Bei der S-Bahn ist dagegen noch kein Ende der Einschränkungen in Sicht. Berichten Sie uns von Ihren Bahn-Erlebnissen zu Weihnachten. Diskutieren Sie mit!
Die Bahn kann – fast – alles. Sogar das Wetter vorhersagen. Bereits vor Weihnachten war sie sich sicher, dass die „witterungsbedingten Störungen an ICE-Zügen“, die zum Ausfall von jeder zweiten Verbindung zwischen Berlin und München über Leipzig geführt haben, am Montag vorbei sein werden. Und dabei bleibe es, bekräftigte ein Bahnsprecher am Sonnabend.
Gestern, am zweiten Weihnachtsfeiertag, seien die Züge zwar voll gewesen, es habe aber kein Chaos gegeben, sagte der Sprecher weiter. Und die Züge seien meist pünktlich gefahren. Damit habe sich die Lage entspannt.
Vor Weihnachten dagegen, als die meisten Fahrgäste vom eingeschränkten Betrieb überrascht worden waren, sah es noch anders aus. So berichteten Fahrgäste, die ein Ticket für die 1. Klasse hatten, dass es ihnen bei der Fahrt nach Berlin nicht gelungen sei, sich im randvoll gefüllten Zug bis zu den reservierten Plätzen durchzukämpfen. Stehende Fahrgäste und abgestelltes Gepäck versperrten fast in jedem Wagen den Gangbereich. Vom Personal kam keine Hilfe, weil es selbst feststeckte. Dafür wurden aber auch die Fahrkarten meist nicht kontrolliert.
Entspannt hat sich die Lage auch, weil zwischen Weihnachten und Neujahr die Zahl der Fahrgäste ohnehin zurückgeht. Erst nach Neujahr rechnet man bei der Bahn wieder mit einem großen Andrang.
Dass die Bahn sich entschieden habe, wegen des Fahrzeugmangels nur zweistündlich statt zu jeder Stunde von Berlin über Leipzig nach München zu fahren, dafür aber in der Regel mit langen Zügen, sei grundsätzlich richtig gewesen, sagt Karl-Peter Naumann vom Kundenverband Pro Bahn. Kürzere Züge im Ein-Stunden-Abstand wären hoffnungslos überfüllt gewesen. Und beim Zwei-Stunden-Verkehr seien Fahrgäste auch eher bereit, Umwege zu akzeptieren, selbst wenn die Fahrt länger dauere.
Deutschlandweit sind auch andere Züge ausgefallen. Dass es aber hauptsächlich die Verbindung von Berlin über Leipzig nach München erwischt hat, liegt an den hier eingesetzten Zügen – den Neige-ICE-T, die schneller durch Kurven fahren können als herkömmliche Züge. Ein Bahnsprecher gab zu, dass die Fahrzeuge nicht so gebaut seien, „ dass sie sibirischen Temperaturen standhalten“. Vor allem Wasser- und Abwasserleitungen unter dem Fahrzeugboden könnten einfrieren. Zudem habe durch Lüftungsgitter eingedrungener Pulverschnee elektrische Bauteile beschädigt. Die Züge sind allerdings in ihrer Entwicklungsphase auch in speziellen Klimakammern auf „sibirische Temperaturen“ getestet worden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nannte das technische Versagen „blamabel für die Hersteller“ der Züge.
Dass es im Winter Probleme geben kann, gesteht auch Naumann der Bahn zu. Dadurch ausfallende Züge würden im Normalfall durch Reservefahrzeuge ersetzt. Doch Reserven habe die Bahn nicht mehr. Von den ICE-T-Zügen sei nur die Mindestanzahl angeschafft worden, die für den Betrieb – und eine kleine Reserve – erforderlich sei. Wegen Problemen mit den Achsen müssen die Fahrzeuge aber schon seit Monaten häufiger zur Kontrolle in die Werkstatt als beim Kauf angenommen worden war. Und weil die Untersuchungen erst ab einer bestimmten Temperatur möglich sind, müssen die Züge jetzt auch noch länger in den Hallen aufgewärmt werden.
Mit der Begründung, die Züge fielen witterungsbedingt aus, führe der Bahnkonzern seine Kunden „hinters Licht“, ist der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Anton Hofreiter, überzeugt. Richtig sei vielmehr, dass die Wartungskapazitäten nicht ausreichten. Angesichts des geplanten Abbaus von Betriebsstätten sei dies ein weiterer Beleg für die Fehlplanungen des Konzerns.
Ähnliche Probleme mit einer zu geringen Werkstattkapazität hatte in Berlin schon seit Jahren der Betriebsrat der S-Bahn beklagt. Jetzt hat die Geschäftsführung nachgegeben und nimmt die geschlossene Werkstatt in Friedrichsfelde wieder in Betrieb. Weil die Geschäftsführung inzwischen auch zugibt, dass die Fahrzeugreserve zu gering bemessen ist, werden 20 statt 12 abgestellte sogenannte Viertelzüge der Reihe 485, die aus zwei Wagen bestehen, reaktiviert, was einen zweistelligen Millionenbetrag erfordert. Vier andere Viertelzüge müssen allerdings aus dem Betrieb genommen werden, weil sie verschlissen sind.
Doch während die Bahn am Montag zum Normalfahrplan zurückkehren will, kann die S-Bahn dafür noch nicht einmal ein Datum nennen.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.12.2009)
Kommentare [ 37 ] Kommentar hinzufügen »
Der Zwei-Stunden-Takt ist also in erster Linie dem Kalkül der Bahn geschuldet und weniger fehlenden Zügen.
Dass Herr Ramsauer sich vordringlich über die Hersteller aufregt und nicht das (noch) Staatsunternehmen zur Ordnung ruft, ist beschämend.
Es scheint sich doch im großen das selbe Desaster anzubahnen wie im kleinen bei der S-Bahn.
Das diese Zustände so lange fast sanktionslos hingenommen werden, ist ein Skandal.
Das Unternehmen und unser Land haben kein Speckpolster mehr, sie pfeifen auf dem letzten Loch. Den jungen Leuten ist in den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs und Konsums nicht aufgefallen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: wenn das so weiter geht, dann wird das böse enden.
Die Bahn wird so wie die Herrschaften jetzt ticken, nur Profit im Kopf haben, nie ein zuverlässiger Dienstleister für die Bürger mehr werden. Statt dessen müssen Vorstandsgehälter und Auslandsprojekte oder besser sollen bezahlt werden.
Arme Bahn, armes Land, betrogene Bürger.
"Eine Flocke und ein paar Tage strenger Frost machen aus einer Bimmelbahn eine Sanduhr."
Ach, da habe ich schon schlimmeres erlebt, in diesem Jahr wohlgemerkt.
Irgendwann in der ersten Jahreshälfte war es, ich war auf dem Weg nach München von Berlin, da regnete!!! es bei bzw. in Dachau. Aus dem Regen wurde ein sogn. Starkregen!!!, der auch noch das ICE Gleisbett unterspülte;das schafft erstmal Vertrauen. Nach ca. 20Minuten setzte sich der ICE im Schrittempo in Bewegung, um nach 5Minuten wieder zu Stehen zu kommen. Das ging solange, bis der Zug dann auf die S-Bahn Trasse umgeleitet wurde, wohl die ab Dachau.
Insgesamt kam ich mit ca. 40Minuten Verspätung an, meine Anschlußverbindung war natürlich weg.
Schon interessant, was son bissl Regen alles machen kann, oh, Entschuldigung, Starkregen.
Das andere Mal fiel die Neigetechnik des ICE's aus, was eine verminderte Geschwindigkeit nach sich zog, und ebenfalls eine entsprechende Verspätung.
All das kann man ja noch verkraften ehrlich gesagt, aber was mir persönlich wirklich auf den Zeiger geht, und wo ich fast jedesmal ausflippen könnte, sind diese Hinweise vom Zugführer, die nachdem er durchsagte, welcher Haltepunkt und so, das man im Speisewagen zu so tollen Preisen, einen Kaffee und ein Croissant (nur! 2,90 oder 3,90€) zu sich nehmen könnte, oder für voll überteuert eine viel zu kleine Mahlzeit einnehmen könne, von Superkoch sowieso.
Auf der Strecke von Berlin nach München hört man das x-mal, und es nervt ungemein.
Im Übrigen schließe ich mich @eban an: Dieser Nachsatz, dass Fahrgäste dann auch eher bereit seien, Umwege zu akzeptieren, ist so dermaßen entlarvend, dass einem doch glatt die Spucke wegbleibt. Und das ist noch milde ausgedrückt. Könnte man die verantwortlichen Manager nicht einmal im Weihnachtschaos mit einem dicken Schild um den Hals in einen solchen überfüllten Zug stecken mit der Maßgabe, einmal von vorne nach hinten die Fahrscheine zu kontrollieren? Vielleicht hilft eine solche Maßnahme ja, derartigen Unsinn in Zukunft zu verhindern.
Es lebe der internationale und globale Investorismus. Es lebe der Sieg der Finanzinvestoren, die unser Volk zu neuem Wohlstand führen und all unseren überflüssig gewordenen Humankapitalisten das neue gelobte Land der neuen Arbeitsplätze bei Schlecker, Lidl, KiK & Konsorten zeigen, wo sie endlich wieder den Sinn in ihrem Leben finden werden. Das deutsche Volk der Untertanen ist ein Volk, dass seine Erfüllung und sein Heil im Dienen findet.
Sinnlos gewordenes Konsumieren, dass all unseren Brüdern und Schwestern die immerwährende Leere des Drogensüchtigen nach dem Abflauen des letzten Schusses die Lebenskraft raubt, wird abgelöst von der uralten Lebenssinnerfüllung, die in der devoten Unterwerfung unter seine Obrigkeit, seine Alphatiere, seine Führungs-, Lenkungs- und Leitungskräfte besteht.
Wir brauchen endlich wieder die Dominanz unserer Herrenmenschen über das Massenmenschensubstrat, dass sich doch nur als Kostgänger all unserer Leistungsträger in den Vorständen, Aufsichtsräten, den Fraktionen unserer Parlamentsparteien, den Direktorensesseln unserer Verwaltungsorgane und auf den Richter-, Staatsanwaltschafts- und Rechtsanwaltssesseln ihr erbärmliches Leben als bloße Objekte fristen.
Wir brauchen die unbeschränkte Herrschaft der Kaderfunktionäre des internationalen
Finanzanlagenbetrugssystems und der Spekulationswirtschaft. Wir müssen endlich begreifen, dass wir als Volk nur einen Sinn im Leben haben: Das Opferleben.
Zwei Tage zuvor kam meine Gattin aus Köln mit dem Flieger. Was die Bahn an Minuten Verspätung manchmal hat, haben die Flieger in Stunden. Aber das beredet keiner. Bahn-Bashing scheint wohl erotischer.
In der Bahn hatte ich Steckdose, Tisch und konnte telefonieren. Das ist in Auto und Flieger nur sehr reduziert möglich :-)
Bahn-Bashing ist insofern attraktiver, da die Begründung fürn Arsch ist. Wenn irgendwann die Lufthansa jeden 2ten Flug streicht, weils überraschend ab 17 Uhr schon dunkel ist, und die Piloten nur die Lizenz für Sichtflug haben, wird man zu Recht auch Lufthansa-Bashing betreiben.
Es waren keine Attentäter in der Bahn, die Feuerwerkskörper zündeten (wie auf der Luftstrecke Amsterdam-Detroit), es waren keine Staus wie auf der A), A99 oder A8
http://www.zeit.de/newsticker/2009/12/26/iptc-hfk-20091226-70-23396086xml oder in der Schweiz
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Im-Stau-sitzen-statt-ueber-die-Piste-brausen/story/10791403
zu vermelden.
Einfach nur langweile, pünktliche Bahnfahrt. Sorry, die Post ging wohl irgendwo anders ab, nicht aber auf der Bahn in Ost-West-Richtung. Aber vielleicht stelle ich mich ja auch nur dumm an. Wenn ich fleissig nun hier die Kommentare lese, dann finde ich vielleicht auch noch was, was ich vielleicht übersehen habe.
Bestimmt. Zum einen, dass nur Züge auf der Strecke Berlin-München ausgefallen sind, und zum anderen dass es um die alberne Begründung der Bahn geht, nicht um Vergleiche ÖPNV/Auto.
Ich fahre sehr häufig Bahn und hatte noch nie Grund mich zu Beschweren. Gut, vielleicht habe ich einfach Glück gehabt.
Interesant, ist es immer die schlauen Kommentare auf den Bahnsteigen zu hören, wenn mal die Durchsage kommt, dass der Zug aus welchem Grund auch immer mal 5 Min. Verspätung hat, man denkt die Welt geht unter.
Die Krakeler waren noch nie auf einem Flughafen.....
ich bin auch genervt wenn ich auf einer der betroffenen Strecken unterwegs bin, vollkommen klar. aber wer schon die sibierischen temperaturen bemüht sollte sich unsere Standards gerne mal im Vergleich zu dem ein oder anderen Zug in der Russ. Föderation anschauen. OK,winterfest ist das Zeug, das ist richtig. Aber ich moechte die bundesdeutsche Frau sehen, die sich schon vor ner ICE-Toilette ekelt, wenn Sie da mal muss.
Nicht dass wir wir uns falsch verstehen, ich liebe das reisen mit dem Zug in Russland, habe aber eben auch unsere lieb gewonnenen Standards anders wahr genommen.
lasst die Kirche im Dorf und ja, die Bahn muss hier nachinvestieren, aber wundert euch dann nicht ueber die nächste tarifanhebung!
und ja, auch richtig, beim flieger weiß ich auf die Minute garnicht wann ich ankomme, geschweige denn man moechte seine eigenen Vorräte verzehren, telefonieren etc.
also bei aller verständlichen Kritik ruhig mal innehalten, was wir haben, wo wir hin wollen und was wir bereit sind dafür auszugeben.
Ich habe meine kleine Weihnachtsreise nach Köln mit dem Flieger - pünktlich und wesentlich schneller als mit der DB - absolviert; für € 130 statt € 220 bei der Bahn.
Ich war auch völlig überrascht, als ich mit Sommerreifen und ohne Frostschutz im Wischwasser auf der Autobahn liegenblieb. Leider waren die Polizisten nicht so verständnissvoll wie ich ggü. der Bahn, und ich musste Strafe bezahlen. Zum Glück bleibt das wenigstens der Bahn erspart, die hats auch so schon schwer genug.
Vorsicht, der Beiträg könnte Ironie enthalten.
Wer in Mannheim umsteigen mag (gleicher Bahnsteig, garantierter Anschluss), der hat dann sogar eine Verbindung im Stundentakt mit einem langen ICE1 der an jedem Sitzplatz Steckdosen bietet und zwischen Hildesheim und Mannheim sogar einen WLAN-Hotspot.
So richtig verstehe ich das Gemeckere nicht. Die Webseite der Bahn ist sehr informativ und dass die ICE-T´s aus dem Verkehr gezogen wurden war ein paar Tage vorher bekannt - man konnte es im Tagesspiegel lesen.
Aber Bahn-Bashing macht einigen Leuten einfach Spaß.
Wenn sich während der Zugfahrt eine Verspätung andeutet, dann gibt es genau zwei Sorten Menschen. Die Einen - zumeist 1 x pro Jahr-Fahrer die einen Tobsuchtsanfall bekommen und den nächsten Uniformierten völlig anpampen und die Vielfahrer die sich entspannt einfach noch ein Bier bestellen weil sie genau wissen wie viel Tage Stau das Bahnreisen Ihnen schon erspart hat.
In diesem Sinne: Prost!
http://bauarbeiten.bahn.de/docs/2010/fernverkehr/infos/15_22_23_2412-28122009_fahrplan.pdf
* A 7 / A 1 Großraum Hamburg
* A 1 Bremen – Dortmund – Köln
* A 2 Dortmund – Hannover
* A 3 Köln – Frankfurt – Nürnberg
* A 5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel
* A 6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
* A 7 Hannover – Kassel – Würzburg – Kempten
* A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
* A 9 Berlin – Nürnberg – München
* A 10 Berliner Ring
* A 93 Inntaldreieck – Kufstein
* A 95 München – Garmisch-Partenkirchen
* A 99 Umfahrung München
Auch im Ausland wird man um zäh fließenden Verkehr nicht herumkommen. In Österreich werden davon die Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn betroffen sein, die Fernpassroute und die Tiroler, Salzburger und Vorarlberger Bundesstraßen. In Italien gilt das für die Verbindungen ins Puster-, Grödner- und Gadertal. In der Schweiz muss man längere Fahrtzeiten auf der Gotthardroute, der A 1 St. Gallen – Zürich – Bern und auf den Zufahrtswegen in die Wintersportgebiete einplanen."
http://www1.adac.de/adac-im-einsatz/motorwelt/m_archiv/Pressemeldungen/stauprognose.asp?ComponentID=210765&SourcePageID=236104&location=33
Es ist ganz klar ersichtlich, dass das Auto das bequemere, pünktlichere, sichere Reisen ermöglicht. Der Stau sit garantiert. Flächendeckend und nicht nur auf einzelnen Strecken wie bei der Bahn. Ich kann das nur begrüssen, dass möglichst viele Reisenden mit dem Auto fahren. Um so leeren sind die Züge für mich :-))
P.S.: Wer unbedingt über Hildesheim und Braunschweig nach München fahren will, kann ab Dienstag wieder zwei ICEs über Frankfurt durchbuchen (heute fährt Schienersatzverkehr oder wahlweise Regionalexpresse wegen der Baustelle). Oder fliegen, wenn er bis zu drei Tagen Zeit hat, wie die italienische Klasse, die ihren Berlinausflug in Schönefeld um schöne Stunden des Wartens auf das Christkind ergänzten. :-))
Nur um das klar zu stellen, ich fahre gerne Bahn, bin auch in Berlin oft mit S und U und natürlich den RE's unterwegs gewesen.
Seit ca. einem Monat muss ich wöchentlich von Berlin (bzw. Potsdam) nach Bayreuth und zurück. Die Bahn bietet mir da ganz tolle Verbindungen mit 2-3x Umsteigen und 5:30-6:30h Reisedauer an. Das ganze für 90-100€ pro Fahrt (ohne Bahncard). Später als 18:00 geht nix mehr.
Also fahr ich mit dem Auto, bezahl pro Fahrt etwa 30€ Sprit, und bin nach 3h ohne Umsteigen da. Ja die A9 ist stark befahren, und es gibt ab und zu Stau. Auf der Rückfahrt am 18.12. hab ich 6h gebraucht. Ansonsten war ich immer nach 3-3,5h da. Insgesamt hab ich schon mehrere Tage Fahrtzeit ggü. der Bahn gespart, und reise auch noch günstiger und kann nach 18:00 losfahren.
Wolln wir jetzt noch weitere nicht allgemeingültige Negativ-/Positiv-Beispiele von Bahn und Auto sammeln?
Fakt ist, dass mein Chef mir nen Vogel gezeigt hätte, wenn ich irgendeinen Montag 2 Stunden zu spät gekommen wär mit der Begründung, dass ich noch Sommerreifen drauf hattte und mich der Winter überrascht hat. Und darum gehts hier, die Bahn war unverständlicherweise nicht auf den Winter vorbereitet, der schon seit ein paar tausend Jahren im Dezember vorkommt. Mann kanns mit Sparwahn, Blödheit oder sonstwas betiteln, aber nicht mit "auf der Autobahn is auch Stau" entschuldigen.
Und was macht der Tagesspeigel? Der fragt nicht, welche Abenteuer die Menschen erlebten, die tagelang nicht von Berliner Flughäfen weg kamen, er fragt nicht, was die zigtausenden Menschen machen, die mit ihren Autos stehend auf der Autobahn frieren, er fragt nicht, wie man sich als LKW-Fahrer fühlt, wenn man durch seine Dusseligkeit bei glatter Straße auf der Autobahn quer stellt und durch Fahrlässigkeit tausende Menschen an der Weiterfahrt hindert. Nein, der Tagesspiegel will nur wissen, was die Bahnfahrer erlebt haben. Weil man ganz genau weiss, bei Bahn und Schule hat jeder eine ganz dedizierte Meinung. Da kriegt man immer die Zeilen voll.
Ich habe mal von Ankunft Flughafen bis Abflug in London-Luton planmässig drei Stunden gebraucht. Nur weil ein paar Chaoten fest daran glauben, dass man in Nagellackfläschchen soviel Sprengstoff transportieren kann, um eine ganzes Flugzeug in die Luft zu sprengen. Die Bahnfahrt war zeitlich schon gleich lang wie der Flug nach Berlin, aber er war ausgebucht, weil so viele Menschen so viel Dreistigkeit nicht erdulden wollten. Aber das ist natürlich kein Thema, Bahnbashing macht mehr Spass.
Und wenn einer seine Sommerreifen nicht gewechselt bekommt, dann will er für das, was er selbst nicht schafft, bei der Bahn für kelines Geld eine Transportgarantie haben. Ist klar.
Am Rande: bei regelmässigen Fahrten nach Bayreuth, rechnet sich eine Bahncard60 schon nach wenigen Fahrten (viermal hin und zurück). Und dann kann man für 41,50 € Vollkosten statt für 30 € nur Energiekosten fahren). Aber wie gesagt, Bahnbashing macht wohl mehr Spass ;-)
Und wenn ich pro Woche 6h mit dem Auto spare, fang ich nicht an zu rechnen mit welchem Rabattsystem bei der Bahn ich möglicherweise günstiger komme. Zumal ich zur Zeit in einer Übergangswohnung wohne, und für den täglichen Weg zur Arbeit ein Auto brauche (hier fährt nur n Schulbus), also in meinem Beispiel ist die Bahn weder günstiger noch schneller, und (auch nicht zum ersten Mal) mein Beispiel ist genausowenig allgemeingültig wie die Aussage dass Autos permanent im Stau stehen, und Flugreisende andauernd wochenlang auf dem Flughafen campieren müssen.
So, bin übrigens planmäßig nach 3:30 in Bayreuth angekommen. Die halbe Stunde Verspätung lag an ner Pinkelpause und nem Imbiss bei Burgerking. :-)
Aber ich glaube nicht, dass Ihre Konfigurationswünsche durch die Bahn abdeckbar sind. Oder durch den ÖPNV.
Sorry, aber ich weiß nicht wie oft ich noch antworten soll, um das schonmal geschriebene nochmal zu wiederholen. Ich versuchs ein letztes Mal:
Mein "Reiseproblem" hab ich nur als Gegenbeispiel zu ihren Pauschalaussagen gebracht, dass Autos im Stau stehen und Flügzeuge tagelang nicht starten, die Bahn dagegen immer pünktlich und schneller ist. WEDER MEINE AUSSAGE NOCH IHRE IST ALLGEMINGÜLTIG!
Und es geht hier gar nicht um Vergleiche der verschiedensten Verkehrsmittel, sondern darum dass Ausrede der Bahn die niedrigen Temperaturen waren, die im Dezember absolut zu erwarten waren.
Ich fahre lieber wöchentlich 6 statt 12 Stunden, und kann in der Zeit halt nicht arbeiten (aber wenigstens rauchen). Ich glaube auch kaum, dass Sie während der kompletten Fahrtzeit im Zug arbeiten. Sind Sie Schaffner oder Lokführer? Das würde auch Ihre übertriebene Verteidigung der Bahn erklären.
Ich fahre mit einem alten Auto weils fährt, und es keine Dauerlösung, bald ziehen wir hierher. Bayreuth liegt nicht prinzipiell abgelegen, als Bahnmitarbeiter/Bahnfan sollten Sie wissen, dass in Bayreuth (genauso wie Potsdam) mal Fernzüge hielten.
Welche "meine Konfigurationswünsche" kann der ÖPNV nicht erfüllen??
Ich bin gebuertiger Berliner und liebe meine Stadt. Ich lebe seit ungefaehr 15 Jahren nicht mehr in Berlin und mich hat es seit ca. 11 Jahren an die irische Westkueste verschlagen. Trotzdem komme ich regelmaessig mit dem Flieger nach Berlin und lande dann in Schoenefeld.
Vor gut 2 Jahren versuchte ich am Bahnhof Schoenefeld eine Fahrkarte am Automaten zu ziehen, was schier unmoeglich war, da dieser Automat belagert war von etlichen Menschen, die auch eine Fahrkarte wollten.Die anderen Automaten funktionierten nicht. Nach 5 Minuten des Wartens entschloss ich mich lieber meinen Zug zu bekommen anstatt weiter zu warten. Man kann ja auch im AIRPORTEXPRESS( Regionalzug) nachzahlen. Ich hatte waehrend der Fahrt immer einen 10 Euroschein parat.... aber bezahlen brauchte ich nicht!
Im folgenden Jahr war ich im Fruehjahr in Berlin.Schoenefeld Bahnhof war wieder mein Anlaufziel nach der Landung in Berlin. Im Fluzeug hatte ich die BEkannschaft mit einem netten irischen Paar gemacht, dass zum ersten Mal in Berlin war. Ich war jetzt etwas sclauer und versuchte die Fahrkarte an einem Automaten am flughafen zu ziehen... vergebens! Er funktionierte nicht! Das gleiche Drama am Bahnhof. Langes Warten am Automaten. Ich entschloss mich im Bahnhof an einen Schalter zu gehen und dort wartete ich noch laenger, da es nur einen Schalter fuer alle Fahrgaeste der S Bahn und auch Fernbahn gab. Also zurueck und schnell in den AIRPORTSCHUTTLE und dann dort bezahlen. Ein paar Entschuldigungen an die Gaeste aus Irland. Mir war es peinlich 25 Minuten nach einer Fahrkarte zu rennen. Wie verabredeten uns fuer die Rueckfahrt nach Schoenefeld am Bahnhof Zoo fuer den AIRPORTSCHUTTLE.ich waehlte absichtlich einen Zug, der uns in aller Ruhe nach Schoenefeld bringen wuerde.
Kurz vor der Weihnachtszeit war ich wieder in Berlin und wusste von den S Bahn Problemen und mied diesmal die S Bahn und die Regionalzuege in die Innenstadt. Ich bekam schliesslich auch heraus, das an einem Schalletr im flughafen Fahrscheine verkauft werdem. Ich kann nur jedem raten, sich dort einen Fahrschein fuer die oeffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen. Ist einfach stressfreier... aber auch nicht fuer jeden zu benutzen! Bitte keine Auslaender!
Vor mir standen an dem Schalter stand ein englisches Paar, das kein deutsch sprach. Die Dame am Schalter war sehr hilfsbereit, aber ihr englisch war zum Haare straeuben! Das englische Paar war sichtlich verunsichert, ich sprang schnell ein und uebersetzte. Die Falten in den Gesichtern lichteten sich und man verstand sich wieder...
Vielleicht waren dies alles nur unglueckliche Zufaelle. Aber ich finde, dass man von einer Weltstadt mehr verlangen kann. Vielleicht sollte ich den artikel auch mal an die Berlin Touristeninformation schicken....
Leider nimmt man nach einiger Zeit mit der DB viele Dinge gelassen und amüsiert sich nur noch über schockierte Reisende, die nur einmal im Jahr fahren und gleich Ärger haben.
Aber das gehört dazu. Zugausfälle, Verspätungen, unfreundliches Personal wird es noch lange geben, zumindest so lange, wie noch genügend Menschen Bahn fahren und die Bahn es sich leisten kann. Dazu gehöre ich auch. Deshalb kann die DB auch die Fahrpreise kalkulieren, wie sie will.
Die Bahn selbst (laut einem Bahnmitarbeiter) definiert die vom Fahrgast bezalhte Leistung nur im Erreichen des Ziels. Also das reisen von A nach B. Ich würde mich darüber freuen, wenn man dann in Zukunft auch nur noch dafür zahlen würde. Man könnte pauschal sagen, die Fahrpreise wären dann um 25% günstiger, also die Höhe der Fahrpreiserstattung ab einer Stunde Verpätung.
Aber mal im Ernst, ich fahre auch oft mit der Bahn und bin bis jetzt immer gut und pünktlich angekommen.
Die Bahnhöfe sind zugig,in kleinen Orten sogar verkauft und runtergekommen, es stinkt in den Ecken, kein Bahner, der sich freundlich um Auskünfte bemüht, man kommt sich eher wie einen Belastung für ein privatisirtes Personenbeförderungsunternehmen vor.
Warum dürfen die Kinder als potentiel zukünftige Kunden nicht umsonst mit dem Zug fahren?
(Unsere Abgeordneten machen das doch auch).
Warum werden alle paar Jahre neue Fahrkartenautomaten aufgestellt, obwohl die alten noch gut funktionieren?
Warum bezahlt der Staat lieber Arbeitslosengeld für entlassenen Bahnmitarbeiter statt die Bahn zu einem kundenfreundlichen Betrieb für die Allgemeinheit zu machen?
warum gibt es nur Service-Nummern bei der Bahn und keine Festnetznummern?
Etwas Gutes bei den vielen Verspätungen habe ich erlebt: DIE LEUTE REDEN WIEDER MITEINANDER UND SIE WÜNSCHEN SICH ZUSTÄNDE WIE VOR 20 JAHREN WIEDER.
Das hat die Privatisierungswelle immerhin ungewollt erreicht
Auf der anderen Seite würde sich ja eine Bahncard bei monatlichen Fahrten bereits locker lohnen - was den Fahrpreis auf 50% und damit 40-50 Euro bringt.
Ein Auto bewegt sich nicht alleine durch Sprit, wenn ich die Gesamtkosten pro km mal auf bescheidene 35 Cent ansetze, kommen Sie auf der Strecke nach Bayreuth auf 115 Euro.
Also: Am besten wäre eine vernünftige direkte Bahnverbindung nach Bayreuth, mit angenehmen, pünktlichen Zügen - richtig?
Eine Direktverbindung nach BT wär natürlich schön, aber mir würds auch reichen, wenn ich nach Wannsee fahre, dort in einen ICE oder irgendwas schnelles, und dann in der Nähe BT einen passablen Zubringer hab. Ich erwarte nicht, dass ein ICE in einer 70.000 Einwohner-Stadt hält. Pünktlich ist auch relativ, wichtig ist mir, dass ich ohne Stress meine Anschlüsse bekommen, ob ich ne halbe Stunde später ankomme ist wurscht.
Mein Hauptproblem auf der Strecke ist, dass nach 18 Uhr nichts mehr fährt, also muss ich die 6h Fahrtzeit innerhalb des Tages verbringen, und den verbring ich an den Wochenenden lieber anders und fahre abends. Aufm Rückweg ist es genauso kritisch, wenn ich mal etwas länger arbeite würd ich mit der Bahn gar nicht mehr zurück kommen.
Um es mal zu überspitzen: Was ist das für eine Diskussion, die sich über etliche Stunden Verspätung im Bahnverkehr aufregt, aber jährlich 5000 Tote und 20.000 Krüppel als Opfer des Straßenverkehrs offenbar nicht interessiert?
Nicht daß es an der Bundesbahn nichts zu kritisieren gäbe, als Besitzer der deutschen und der Schweizer Bahncard (Halbtax-Abo), weiß ich wovon ich rede.
Aber Bahn-Bashing ? Nein, danke!
http://www.multikulti1.de/index.php?id=228&tx_ttnews[tt_news]=5844&tx_ttnews[backPid]=35&cHash=4156e49fe3
Eigentlich ist es doch aber traurig, dass man eine pünktliche Reise schon lobend erwähnen muss. Ich denke mal, die meisten von uns werden nicht täglich vom Chef oder Kunden gelobt, dafür dass sie einfach ihren Job gut machen.
Was ich noch weniger verstehe, ist, warum es möglich ist, die Länge der verbleibenden Züge zu verdoppeln, wenn doch angeblich der Mangel an einsatzfähigen Wagen das Problem gewesen sein soll ? Da stimmt ja offenbar etwas nicht - als Laie vermute ich mal eher, dass es nicht an einsatzfähigen Wagen, sondern z.B. an einsatzfähigen Lokführern gefehlt haben könnte, dass die Probleme also ganz wo anders liegen, als die Bahn behauptet.
Und nach den Vorgängen bei der Berliner S-Bahn und in anderen Bereichen der DB, vor allem aber bei der konsequenten Nicht-Aufklärung von internen Vorgängen, die teilweise dramatische Konsequenzen hatten oder hätten haben können, ist mein Vertrauen in die "Wahrhaftigkeit" dieser Organisation doch sehr beschränkt, muss ich sagen.
Ich hatte jedenfalls heute das Vergnügen, (direkt) von Berlin nach München zu fahren, und kann positiv berichten, dass der Zug pünktlich war, und dass ich im angehängten zusätzlichen Zugteil nahezu beliebig viel Platz hatte, während sich wohl hinten im regulären Zugteil mit Reservierungen die üblichen dramatischen Szenen abgespielt haben müssen, wie aus den genervten "Umzugs-Hinweisen" des Zugpersonals hervorging. Dass mein eigentlich gebuchter Zug zwei Stunden später gefahren wäre, fällt da kaum ins Gewicht ...
Einen "regulären" Speisewagen-Service gab es ab Leipzig - und dies offenbar erst auf Betreiben der Zugchefin, denn zunächst machte nur ein Schaffner, der sich im Bistro nicht auskannte, einen "Notverkauf" (so der offizielle Begriff) - ihn hatte man gestern spät Abends angerufen und auf den Zug spätvormittags beordert - das zum Thema Organisation von Personaleinsatzplänen bei der DB ...