[Kommentare: 21]

Linke Szene

Farbanschlag auf Haus eines ranghohen Polizisten

Mit Farbbeuteln haben Unbekannte das Wohnhaus des Versammlungsbehörden-Chef Joachim Haß angegriffen. Flugblätter deuten daraufhin, dass die Angreifer aus der linken Szene stammen. Hintergrund ist offenbar die geplante Neonazi-Demo am Sonnabend in Lichtenberg.
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Er ist einer der höchstrangigen Beamten der Berliner Polizei: Am Donnerstag haben Unbekannte einen Farbanschlag auf das Wohnhaus von Joachim Haß (58), den Leiter der Versammlungsbehörde, verübt. Gegen 5.40 Uhr warfen nach Tagesspiegel-Informationen Mitglieder der linken Szene Glaskugeln, die mit roter Lackfarbe gefüllt waren, gegen die Fassade in Tempelhof. Alarmierte Polizisten fanden Flugblätter, die die Täter hinterlassen hatten: Hintergrund ist offenbar die geplante Neonazi-Demo am Sonnabend in Lichtenberg für ein „Nationales Jugendzentrum“. In einem Flugblatt steht „Antifa-Event statt Nazi-Advent“.

Die Polizei dürfte besorgt darüber sein, dass die Täter die Privatadresse des Versammlungs-Chefs herausgefunden haben. Haß, der Verwaltungsbeamter ist, entscheidet mit seiner Dienststelle darüber, ob Demonstrationen, Kundgebungen oder sonstige Events in der Stadt stattfinden können, welche Auflagen es gibt und wie die Route verläuft. Er soll nun unter Polizeischutz stehen. Im Präsidium wollte man das nicht bestätigen. „Wir treffen alle geeigneten und erforderlichen Maßnahmen“, hieß es nur.

Während des Anschlags auf Haß’ Haus muss einem der Täter ein Farbbehälter hinuntergefallen sein. Er ging zu Bruch. Dabei könnte der Unbekannte Spritzer mit roter Ölfarbe auf seiner Kleidung abbekommen haben. Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise geben können oder Verdächtiges beobachtet haben.

Ein mögliches Motiv für den Anschlag könnte die Wut einiger Linker auf die Versammlungsbehörde sein, die einen Aufzug von Nazi-Gegnern im Weitling-Kiez untersagt hat. Die Linken wollten nahezu exakt dieselbe Route ablaufen wie die Rechtsextremisten.

Außerdem rühmten sich Linke am Donnerstag, die Homepage des Landesverbands der NPD gehackt zu haben. Tatsächlich war die Seite nicht aufrufbar. Der Link führte automatisch auf die Homepage der Bundes-NPD.

Unterdessen haben Nazi-Gegner für den Sonnabend 22 Veranstaltungen angemeldet. Davon sind fünf in der Nähe der rechtsextremen Demonstration vorgesehen. Der Anmelder des Neonazi-Aufzugs hat der Polizei 200 Teilnehmer angekündigt. In Sicherheitskreisen werden jedoch mehr Rechtsextremisten erwartet, vor allem aus der Region und weiteren ostdeutschen Ländern. Ein Teil der braunen Szene wird sich allerdings am Sonnabend vermutlich im Ausland aufhalten: In Schweden veranstalten Neonazis den jährlichen „Daniel-Wretström-Marsch“, an dem bereits mehrfach auch deutsche Rechtsextremisten teilgenommen haben. Mit dem Marsch soll an den Rechtsextremisten Daniel Wretström erinnert werden, der im Dezember 2000 bei einer Prügelei mit Migranten erschlagen wurde.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.12.2008)
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Kommentare [ 21 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von kreuzbergex61 kreuzbergex61 ist gerade offline | 4.12.2008 18:28 Uhr
Nazi-Methoden!
Zumindest vom Ansatz her. Die Täter sind methodisch näher an ihren Gegnern als ihnen eigentlich lieb sein dürfte.
Comment
von peter peter ist gerade offline | 4.12.2008 19:04 Uhr
Finden nicht täglich Farbanschläge
auf unserer aller Eigentum statt. Unser U-Bahnhof hat auch wieder gelitten und die Täter werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Unsere Polizei wird immer nur munter wenn wenn sie selber betroffen ist!
Comment
von kaleu kaleu ist gerade offline | 4.12.2008 19:51 Uhr
Eine tumpe Tat,
hirnlos, eigentlich gegen die Verursacher selbst gerichtet.
Tolle Rächer, von Mutti&Pappi ermuntert ?
Comment
von deejay deejay ist gerade offline | 4.12.2008 19:55 Uhr
passt nicht
@kreuzbergex:
Nein, ein paar Farbspritzer sind keine "Nazimethoden".
Die Nazis haben Menschen umgebracht.
Dieser Vergleich ist eine Verharmlosung der Nazis und eine Beleidigung der Naziopfer/toten.
(kreusbergex, von Ihnen sicherlich keine Absicht gewesen)

Da fordert die Regierung "Zivilcourage" gegen rechts, und dann wird die Gegendemo (gegen die Nazis) möglichst weit weg von ebendiesen gehalten, damit sie in Ruhe ihren Spuk durchführen können.
Das ist kein Zufall, sondern Absicht.

Gleichzeitig werden Gelder für Projekte gegen rechts gestrichen (siehe Tsp Artikel über EXIT vor ein paar Tagen).
Während dessen bekommt die NPD weiterhn Steuergelder, nicht nur Wahlkampfkostenerstattung, sondern merkwürdigerweise werden diese komischen V-Männer immer noch bezahlt.
Durch diese Zahlungen ist es dann leider auch nicht möglich, die NPD zu verbieten.
Nein, alles kein Zufall, sondern Absicht!

Comment
von lizzi lizzi ist gerade offline | 4.12.2008 21:25 Uhr
Ich wüsste zu gerne, wie die
"Kugelwerfer" reagierenwürden, wäre es ihr Zuhause!!
Comment
von marel marel ist gerade offline | 4.12.2008 21:53 Uhr
Das kann ich Ihnen sagen
Sie würden mit Sicherheit als erstes nach der Polizei rufen.
Comment
von manfred manfred ist gerade offline | 4.12.2008 22:04 Uhr
@deejay
entschuldigung, aber sie schreiben unsinn!
natürlich sind es methioden, die auch nazis, insbesondere in der anfangszeit der weimarer republik benutzt haben ("kauft nicht bei juden"...). wissen sie es nicht, oder wollen sie es nicht wissen?
und das mit dem bezahlen der v-männer/frauen ist auch sehr kleingeistig durchdacht.
von wem sollen denn die informationen für ein späteres verbot kommen, wenn nicht aus dem inneren kreis?
wollen sie die truppe wirklich über jahre unbeobachtet lassen, um dann ein verbotsverfahren am bverfg zu gewinnen?

sie scheinen es mit unserer demokratie nicht besonders gut zu meinen. die trennung der demonstartionen dient nur einem zweck, nämlich der verhinderung von gewalt. das die zuständige bürgermeisterin eine politische auslegung von gesetzen möchte, grenzt für mich an einen skandal.
denn das ist immer nur dann politisch korrekt, wenn die "richtigen" an der macht sind.
was aber, wenn nicht....?
gott sei dank gibt es diese politische auslegung eben nicht, denn das würde uns als staat kein bisschen besser machen, als das linke oder rechte gesochse!
Comment
von vielleser vielleser ist gerade offline | 4.12.2008 22:43 Uhr
kampf gegen rechts
Guten Tag,

offensichtlich ist der von Antifa betriebene "Kampf gegen Rechts" ausserhalb jeglicher Kontrolle.

Das Angreifen der Privatsphäre staatlicher Entscheidungsträger -hier der Herr Haß, am 6. Sept. 2008 der Herr Buschkowsky- ist gemäß der Definition Terror.

Terror (lateinisch terror, von terror, terroris, „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. Das Ausüben von Terror zur Erreichung politischer oder wirtschaftlicher Ziele nennt man Terrorismus.

mfg
Comment
von struebchen struebchen ist gerade offline | 5.12.2008 0:04 Uhr
Holladiebolla
"Terror (lateinisch terror, von terror, terroris, „Schrecken“) " Ich fühle mich ebenfalls fast täglich terrorisiert, da fallen mir ganz viele Beispiele ein. Z. B. von Ämtern; Bankern; Nazis, die frei rumlaufen und meine Kinder beleidigen und neuerdings sogar schupsen; von Behörden; von Politikern, die Kinderbauernhöfe schließen wollen, aber Protzbauten von Gestern in der Stadt abladen wollen; von immer teurer werdenden Energiepreisen; von JobCentern; von Lohndrückern...

Also bleibt mal alle auf dem Teppich und beschimpft nicht die, die auf Missstände in der Gesellschaft mit dem linken Auge betrachten, sondern seht nach Rechtsaußen, wo die wirklichen Menschenverachterinnen stehen!
Comment
von manfred manfred ist gerade offline | 5.12.2008 6:57 Uhr
@ struebchen
mit verlaub,
aber ich denke sie leiden an einer blindheit des linken auges!"
über die rechte seite sind wir uns denke ich einig, aber die gefahr von links halte ich mindestens für genauso hoch!
die sogenannte antifa ist entsprechend in den verfassungsschutzberichten der letzten jahre schon erwähnt worden.
ihre anderen kommentare, z.b. zu jobcentern etc. mag ihrem persönlichem frust entsprungen sein, aber mit terrorismus hat dies weiterhin aber nun gar nichts zu tun.
es ist ein politischer skandal, dass von einer neutralen versammlungsbehörde (von einer beirksbürgermeisterin der linken, welch ein zufall) gefordert wird, einer zugelassenen (nicht verbotenen) partei, das versammlungsrecht zu nehmen.
sind wir schon wieder so weit?
auf der einen seite gegen das böse böse bka gesetz stimmen und auf der anderen seite viel tiefer in die grundrechte eingreifen wollen?
(ironie an)achso, es geht ja nur gegen die rechten "untermenschen" (ironie aus), da ist es ja erlaubt!
Comment
von struebchen struebchen ist gerade offline | 5.12.2008 8:22 Uhr
@manfred
Ohne Verlaub

Sie sehen anscheinend gerne weg, jede kann die Nächste sein, um einen Anschlag der Rechten ausgesetzt zu werden. Die sind nämlich Menschenhasserinnen oder wie sonst können Sie sich die vielen Morde an anderserscheinenden Menschen erklären, die diese Personen in den letzten 16 Jahren verübten? Kennen Sie eine solche Tat eines Antifas?

Sollten Sie, was ich Ihnen niemals wünsche, irgendwann mal entstellt oder im Rollstuhl landen, sich in einen schwarzen Menschen oder Muslimen verlieben, werden Sie begreifen, was dass heißt, verfolgt zu werden.

Egal, bei den meisten Leuten kommt das ja eh nicht an, weil sie die Guten sind, nämlich weiß und deutsch. Und aus diesem Grunde können diese Rechten aufmarschieren, weil es Sie nicht tangiert.

Wenn Menschenhasserinnen zu irgendeiner Kaste gehören, dann bestimmt nicht zu denen der "Untermenschen", weil ich so einen Begriff nicht benutzen werde, der ist nämlich von Rechts. Und ich würde mich als Antifa bezeichnen, Sie sich etwa nicht? Denn der Terminus heißt ja nichts anderes als Antifaschist und da gehören so viele Menschen zu. Es wird immer Menschen geben, die etwas daneben liegen, ist im Rahmen des "Normalen". Gleich deswegen alle zu defamieren, halte ich für unterste Schublade und unreflektiert.

Im Übrigen habe ich nicht aus Frust aufgezeigt, wo der Terror herrscht, sondern deutlich gemacht, was Terror auch ist. Eines habe ich vergessen aufzuzählen, Terror ist auch, die komplette Umweltzerstörung und Missachtung der Tierwelt.

Was ich nicht gut finde, ist immer der persönliche Angriff auf eine Einzelperson, in dem Fall der Polizist, aber wie gesagt, es wird immer Menschen geben, die aus der Rolle fallen.
Comment
von vielleser vielleser ist gerade offline | 5.12.2008 10:10 Uhr
verlieben
Guten Tag,

in einem möchte ich Ihnen zustimmen:

sich in eine Mohamedanerin verlieben, kann zu Verfolgung führen.

Ich kann noch gut das Untertauchen eines Berliner Fußballspielers erinnern, der sich allerdings nicht vor Rechten verstecken musste.

mfg
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 5.12.2008 9:04 Uhr
Gewalt erzeugt Gegengewalt
Und wenn selbsternannte Linke die Polizei angreifen, fördern sie nur Sympathie für die Rechten.
Comment
von krefelderin krefelderin ist gerade offline | 5.12.2008 9:16 Uhr
Beunruhigend
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Polizist im Telefonbuch stand. Deshalb wundere ich mich schon, wie die Täter seine Adresse herausbekommen haben. Leute, die wahrscheinlich sonst bei jeder Gelegenheit den "Überwachungsstaat" am Werk sehen - wenn es gegen die (ihrer meinung nach) Richtigen geht, sind diese Bedenken sofort vergessen.
Der Polizist tut mir leid.
MFG
Comment
von struebchen struebchen ist gerade offline | 5.12.2008 10:39 Uhr
@ betrachter
"Gewalt erzeugt Gegengewalt" Na da müssten dann aber ganz schön viele Neo-Nazis gestorben sein. Ich sehe das anders, es kommt immer darauf an, wer an wen und wie Gewalt ausübt. Bis jetzt gab es nahezu keine Gegengewalt der Migranten gegen Neo-Nazis oder irre ich da?
Comment
von glienicker glienicker ist gerade offline | 5.12.2008 11:27 Uhr
Erschreckend
Ich finde es allgemein erschreckend, wie ihr ein krimineller Akt gegen einen Einzelperson - denn genau das ist die Sachbeschädigung mit Farbe - von einigen Leuten verteidigt, ja sogar gerechtfertigt wird.

Über die Entscheidungen Haß kann man gerne geteilter Meinung sein, aber so etwas rechtfertigt keine Gewalt - weder gegen Gegenstände (wie sein Haus) noch gegen Personen! Wenn jemand der Meinung ist, daß seine Entscheidungen (oder die seiner Behörde) nicht mit den bestehenden Gesetzen in Einklang stehen, dann sollte man dagegen auf Grundlage unseres rechtsystem vorgehen - also eine Beschwerde einreichen bis hin zu Klagen. Aber doch bitte nicht mit GEWALT!

Und solche Argumente wie: Die dürfen das, also darf ich es auch (nämlich auf einer bestimmten Route demonstrieren) finde ich persönlich nur kindisch. Mich würde hier - um die Diskussion ein wenig sachlicher zu machen - interessieren, mit welchen Begründungen die Gegendemo abgelehnt bzw. verlegt wurde. Vielleicht kann der TSP darüber auch einmal berichten.

Und übrigens: Nicht jeder, der die Methoden der Antifa (als Verbund linker Organisationen) nicht gutheißt ist damit gleich ein (Neo-)Nazi-Befürworter!
Comment
von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 5.12.2008 11:37 Uhr
wenns nicht so lächerlich wäre,
könnte ich heulen:
Gestern war's noch ein verurteilter und nach verbüßter Strafe nunmehr frei gelassener Mörder,
heute müssen schon läppische Farbbeutel herhalten, um Linkenhatz zu betreiben.
Comment
von deranalyst deranalyst ist gerade offline | 5.12.2008 12:40 Uhr
@ struebchen
ja gibt es. einfach mal den polizeiticker lesen. da steht drin wieviel gewalt von migranten, nicht nur gegen neonazis ausgeht.
Comment
von struebchen struebchen ist gerade offline | 5.12.2008 13:56 Uhr
@ deranalyst

Falsche Analyse: "ja gibt es. einfach mal den polizeiticker lesen. da steht drin wieviel gewalt von migranten, nicht nur gegen neonazis ausgeht."

Das rechtfertigt doch nicht Übergriffe von Rechten auf Migrantinnen! Und wann bitte, hat es einen einzigen Übergriff von Migrantinnen auf einen Neo-Nazi gegeben? Blödsinn.
Comment
von glienicker glienicker ist gerade offline | 5.12.2008 13:58 Uhr
@yogi
Wie würde Sie denn reagieren, wenn Ihnen Farbbeutel an die Hauswand geworfen würden?

Und nicht jeder, der sich kritisch zu solchen Aktionen äußert, betreibt "Linkenhatz"!
Comment
von freewilly freewilly ist gerade offline | 5.12.2008 15:57 Uhr
- Demokratie -
... wir leben in einer Demokratie, und in dieser arbeitet die
Polizei nach Gesetzen, die ein Parlament beschließt. Wer einen Privatkrieg gegen Polizisten anfängt, ist für mich
ein Krimineller. Das Pappschild Linke kleben die sich nur an, um nicht ganz so schäbig zu wirken. Wem eine Regierung oder ein Gesetz nicht paßt, der soll zu Wahlen gehen.

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