[Kommentare: 35]

Berlin-Friedrichshain

Völlig abgebrannt: Umzug ruinierte junge Frauen

Keine Möbel, keine Kleider, nichts: Unbekannte zündeten den Lastwagen zweier Hamburgerinnen an, die gerade nach Berlin ziehen. Ihr Hab und Gut verbrannte. Und die Versicherungen zahlen nur wenig.
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Vorm Nichts. Gyde S. und Lisa B. - Foto: Oliver Wolff
Das Handy klingelt im Minutentakt. „Es rufen so viele Leute an, die uns Möbel, aber auch Kleider spenden wollen“, sagt Lisa B. Die 28-Jährige und ihre Kollegin Gyde S., 26, können jetzt jede Hilfe gebrauchen. Sie haben nämlich so ziemlich alles, was sie je besessen haben, verloren. Weil unbekannte Brandstifter ihren geliehenen Umzugswagen am vorigen Sonnabend angezündet hatten. „Alles ist verbrannt. Alle persönlichen Dinge, Erinnerungen, Lieblingsklamotten – nur noch Schutt und Asche“, sagt Lisa B.

Die beiden Frauen, die gerade ihr Medizinstudium beendet haben, sind – wie berichtet – am Freitagabend mit dem geliehenen Lkw einer Catering-Firma von Hamburg nach Berlin umgezogen. Gegen 23.30 Uhr kamen sie in Friedrichshain an und stellten den 7,5-Tonner in einer Nebenstraße unweit ihrer neuen Wohnung ab. „Wir waren zu müde, um noch auszuladen“, erzählt Lisa B. Als die beiden Frauen am nächsten Morgen loslegen wollten, kam der Schock: Vor dem Umzugswagen arbeiteten Ermittler der Spurensicherung, Polizeibeamte erklärten ihnen, dass Unbekannte den Lkw gegen 7 Uhr in Brand gesteckt hatten. „Wir konnten so gut wie nichts mehr retten“, sagt Gyde S. Geblieben ist ihnen nur die Kleidung, die sie auf dem Leib trugen, wenige Sachen, die sie im Handgepäck hatten und ein paar Möbel, die sie vor ihrem Umzug für die neue Wohnung gekauft hatten: ein Bett, eine Lampe, eine Kommode. Nächsten Monat wollen die beiden Hamburgerinnen ihre Jobs als Assistenzärztinnen in einem Krankenhaus antreten.

Eines ist bereits jetzt klar: Die Hausratversicherung wird für das Desaster nicht aufkommen. „Die zahlen nur bei Schäden in der Wohnung“, sagt Lisa. Und die Autoversicherung ließ bereits ausrichten, dass sie nur den Zeitwert des ausgebrannten Autos übernehmen werde. Die Entsorgung des verkohlten Lkw und die Beseitigung des Schutts falle hingegen nicht in ihre Zuständigkeit. „Darum müssen wir uns jetzt auch noch kümmern“, seufzt Gyde S. Sie hat neben ihren persönlichen Sachen auch wichtige Unterlagen und Manuskripte für ihre Doktorarbeit verloren. Ihre Freundin muss noch verkraften, dass all ihre Medaillen und Urkunden, die sie als Rhönradfahrerin errungen hat, für immer verloren sind. Ganz zu schweigen von sämtlichen Medizin-Fachbüchern…

Die Polizei schließt nicht aus, dass es Linksextreme waren, die den Brandanschlag verübt haben. Wahrscheinlich haben sie das Fahrzeug wegen des Catering-Aufdrucks ausgesucht. Die jungen Ärztinnen wollen trotzdem in Berlin bleiben. „Wir fühlen uns hier eigentlich sehr wohl“, sagen sie. Doch eines wird Lisa B. sofort tun: Den Aufdruck an ihrem Smart entfernen. Denn den ziert auch das Logo der Catering-Firma ihres Bekannten. „Nicht, dass der auch noch abgefackelt wird.“

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.08.2008)
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Kommentare [ 35 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von herlma herlma ist gerade offline | 26.8.2008 21:44 Uhr
spendenkonto
gibt es so etwas wie ein spendenkonto für die beiden frauen? Es geht nicht um viel, nur um einen symbolischen betrag. sie sollen wissen, dass es sich lohnt in berlin zu leben, auch wenn es dort sehr hart ist.
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von lausitzer lausitzer ist gerade offline | 26.8.2008 22:27 Uhr
gute idee
Was für eine Begrüßung in B! Eigentlich ein Schock für's Leben. Ja das mit dem Spendenkonto kam mir auch spontan so in den Sinn. Also wer den Draht dazu hat, der sollte den Kontakt zu den beiden herstellen. Aber bitte nur ernstgemeinte Zuschriften ;-) Gruß aus dem Kohlen-Pott!
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von azklaus azklaus ist gerade offline | 27.8.2008 12:10 Uhr
Spenden
Hallo,
Spreeradio sammelt Spenden für die Beiden.
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von p.hubert p.hubert ist gerade offline | 26.8.2008 23:08 Uhr
spendenkonto
Man kann bei solchen Vorfällen nur noch kotz...!
Warum gibt es nur soviele Idioten in unserer Stadt, egal mit welcher politschen Farbe sie sich anmalen oder auch einfach
"nur" Gewalttäter sind, denen die Gesundheit und/oder das Eigentum ihrer Mitmenschen völlig egal sind?!
Auch ich würde sofort spenden!
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von fedaykin fedaykin ist gerade offline | 27.8.2008 8:18 Uhr
Was is mit der Außenversicherung ???
Ich zitiere mal aus den VHB 2006....
Versicherte Sachen, die Eigentum des Versicherungsnehmers
oder einer mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden
Person sind oder die deren Gebrauch dienen, sind weltweit
auch versichert, solange sie sich vorübergehend außerhalb
der Wohnung befinden. Zeiträume von mehr als drei
Monaten gelten nicht als vorübergehend.

Klingt für mich wie für den Fall gemacht.
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von dali dali ist gerade online | 27.8.2008 12:20 Uhr
@fedaykin
aber bei keiner Versicherung zwischen 22:00 und 6:00 außerhalb einer Wohnung in einem Auto...
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von fritz fritz ist gerade offline | 27.8.2008 10:35 Uhr
Es gibt Hilfe
Details findet man in einer Berliner BoulevardZeitung.
Die Berliner haben Herz.
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von feihung feihung ist gerade offline | 27.8.2008 10:54 Uhr
Tut mir auch leid
aber mal ganz ehrlich: Wie kommt man bloß auf die Idee, seinen Lastwagen mit dem gesamten Hab und Gut über Nacht auf der Straße stehen zu lassen? Ich hätte zwar weniger Angst gehabt, dass den jemand abfackelt, als vielmehr vor Diebstahl, aber niemals würde ich meinen ganzen Hausstand so unbeaufsichtigt auf der Straße stehen lassen. In Hamburg übrigens noch weniger als in Berlin, ist ja nicht so, dass die Damen nicht die Regeln der Großstadt kennen würden. Und da muss ich ehrlich sagen, kann ich gut verstehen, dass eine Versicherung nicht zahlt. Würde ich als Versicherung auch nicht machen.
Spenden gibts von mir für dieses höchst umsichtige Verhalten jedenfalls nicht, die sind für Menschen reserviert, die wirklich nichts für ihr Unglück können.
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von viminal viminal ist gerade offline | 27.8.2008 11:21 Uhr
jaja, blablabla
Vielleicht sollten Sie neben Ihrem Geld auch Ihre Expertisen für sich behalten.
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von dali dali ist gerade online | 27.8.2008 12:27 Uhr
nee, @viminal, feiung liegt richtig:
es ist natürlich für die Betroffenen sehr ärgerlich und traurig, was da passiert ist.
auch brauchen wir uns sicher nicht darüber zu streiten, wie gemein und blödsinnig solche Anschläge sind.
Aber schon ein Blick in ihren Leihwagenvertrag oder in die Bedingungen (falls sie ein anderes Auto haben, oder bei Papa nachgesehen hätten), hätte sie versichert, dass man ein beladenes Fahrzeug NIE irgendwo auf öffentlichen Flächen über Nacht stehen lässt.
ausschließlich die christliche Nächstenliebe zwingt mich da zu etwas Verständnis, die Ration wehrt sich nach allen Kräften...
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von viminal viminal ist gerade offline | 27.8.2008 13:59 Uhr
Es geht nicht darum wer richtig liegt,
es geht darum was bitte schön außer selbstverliebter Selbstbestätigung ein derartiger Kommentar an dieser Stelle bringt. Der Sachverhalt liegt auf der Hand, auch für mich, wo ist also das rationelle Motiv ihn nun auswalzen?
Er spendet nichts und schweigt, dass reicht doch als Reaktion eines auf Anstand und Takt bedachten Menschen.
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von liberalgeist liberalgeist ist gerade offline | 27.8.2008 11:32 Uhr
Friedrichshainer Pest
Offenbar gibt es ein paar Leute in diesem Bezirk, die sich eigens kreierte Moralstandards zu eigen machen und gegen vermeintliche Yuppies einen Kreuzzug führen. Einem Freund wurden neulich an seinem 3-er Golf die Reifen zerstochen. Hinter der Windschutzscheibe fand sich ein Zettel, in dem sinngemäß stand, daß er ein Bonzenauto fahren würde, für die Verdrängung der Gegenkultur und den Zuzug von "Latte-Macchiato-Läden" verantwortlich sei. Abgesehen davon, daß der Begriff Bonzenauto offensichtlich dehnbar ist, hat ihn der Spaß die hälfte seines Monatslohns als Physiotherapeut gekostet. Wer profitiert: Werkstatt und Reifenhersteller. Diese selbstgerechte Pest ist einfach nicht auszuhalten - wahrscheinlich leben sie von den Transferleistungen jener Leute, diese sie attackieren. Das hat nichts mit "links" zu tun, sondern ist einfach nur unterstes Niveau. Feihung hat übrigens nicht ganz unrecht - aber ich glaube, daß eine Minispende trotzdem angebracht ist. Fehler sollten keine Karriere koste
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von heine heine ist gerade offline | 27.8.2008 12:38 Uhr
Shame on you
Ohne gleich Kant und seine Maxime bemühen zu wollen ... Was soll denn das bitteschön? Sind wir im Krieg oder was?! Ich finde diese Vorgehensweise einfach nur erbärmlich und zum Schämen! Ich bin gerne bereit, zu helfen.
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von unbekannt | 27.8.2008 11:52 Uhr
oh je
das ist sehr bitter für die zwei. Gerade die persönlichen Sachen wird man nie ersetzen können. Hoffe sie werden jetzt auch positive Erfahrungen in Berlin machen.
Allerdings scheint mir die schnelle Mutmaßung, bei den Tätern handele es sich um "linksextremisten" doch schon an den Haaren herbeigezogen zu sein. Mit solchen Äußerungen sollte man sich erstmal zurückhalten, finde ich.
Außerdem wäre es jetzt auch schon interseesant, was denn auf dem Aufdruck draufstand, denn nur ein Firmenname wird es ja bei den tausend Firmen-LKWs in Berlin nicht gewesen sein.
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von v.m. v.m. ist gerade offline | 27.8.2008 12:24 Uhr
"Latte-Macchiato-Läden" ja bitte!
Ich wohne seit acht Jahren in Friedrichshain und mit wurde bisher bei jedem meiner Autos (dreimal ein SMART ForTwo) mindestens einmal komplett die Scheiben eingeschlagen und Bier ect. in den Innenraum gekippt. Nur Abfackeln hatte ich noch nicht. Ich habe nur die Hoffnung, dass die sog. Alternativen-Linken irgendwann wirklich die Mieten nicht mehr bezahlen können und verschwinden. Da bin ich mal ganz knallhart für die "Latte-Macchiato-Läden" obwohl ich keinen Kaffee trinke.
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von ganymed ganymed ist gerade online | 27.8.2008 13:09 Uhr
an alle gefeiten..
die beiden studis sind junge leute die noch nicht den glauben an die menschheit verloren hatten. diese kilometerlangen verträge...nun wissen sie, was sache ist. kommen sicher sehr gut ohne moralpredigten aus.
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von commentator commentator ist gerade offline | 27.8.2008 13:58 Uhr
Und immer wieder bleibt anzumerken,
so traurig das alles ist, die Lumpenproletarisierung einer Gesellschaft hängt mit ihrer Manchesterisierung zusammen.

Die Eskalation sind Ghettos, Drogenelend, Bandenkriege, ziellos um sich schlagende Wut ... sofern nicht schon vorhanden ...

Solange das Soziale in dieser zerneoliberalisierenden Gesellschaft Phobie erzeugt und Gesellschaft ungehemmt weiter dissoziiert, wächst das Asoziale in ihr.

Sao Paulo ante portas.


Comment
von matsberlin matsberlin ist gerade offline | 27.8.2008 16:22 Uhr
@commentator
Ihrem Kommentar kann ich nicht zustimmen. Sie vergessen, dass es in unserer Gesellschaft Sozialleistungen wie in keinem anderen Land der Welt gibt. Alle Menschen der Welt wollen hierher, weil es hier so hohe Sozialleistungen gibt und man hier ohne Arbeit sehr gut leben kann. Aber den linken Gewalttätern geht es doch gar nicht um das Soziale, die wollen doch nur an die Macht, das sind doch verblendete Ideologen, eventuell noch voll Neid, weil andere Menschen es finanziell zu mehr gebracht haben. Womöglich noch alte SED-Kader dabei. Und das soziale Elend, das sie beschreiben, finden sie in viel größerem Ausmaß in Ländern, in denen es keine funktionierende Marktwirtschaft gibt. Die Marktwirtschaft hat Deutschland reich gemacht und viele andere Länder auch. Sie ermöglicht es auch, moderne Umwelttechnologien zu entwickeln. Wer etwas Anstand und Verstand hat, kann in Deutschland sehr gut leben, selbst wenn er arbeitslos ist. Gewalt lässt sich so nicht rechtfertigen.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 27.8.2008 21:31 Uhr
@ matsberlin | 27.08.2008 16:22:35 (1)
„Aber den linken Gewalttätern geht es doch gar nicht um das Soziale, die wollen doch nur an die Macht, das sind doch verblendete Ideologen, eventuell noch voll Neid, weil andere Menschen es finanziell zu mehr gebracht haben. Womöglich noch alte SED-Kader dabei.“

Sie sind ein rechter Alpträumer. Die Linken realisieren in Umfragen soeben 15%. Die werden einen Teufel tun, Autos abzufackeln. Auch zündelnde SED-Greise dürften ausschließlich Wahnvorstellungen erwachsen. Vielleicht sollten Sie sich erst einmal mit den Erkenntnissen von Polizei und Staatsschutz zu dem in Frage kommenden Täterprofil befassen, ehe Sie hier einen solchen hanebüchenen Unsinn verbreiten.

Dass es den o.g. Gewalttätern nicht um das Soziale geht, steht außer Frage. Sie sind oder fühlen sich ausgespuckt und schlagen einfach nur noch um sich. Selbst mit Ideologie hat das so gut wie gar nichts mehr und mit „an die Macht wollen“ gar nichts zu tun. - Aber mit Hass um so mehr.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 27.8.2008 21:44 Uhr
@ matsberlin | 27.08.2008 16:22:35 (2)

„Wer etwas Anstand und Verstand hat, kann in Deutschland sehr gut leben, selbst wenn er arbeitslos ist.“

Vermutlich haben Sie das schon ausprobiert? Ich nicht, aber ich bezweifle, dass man da „sehr gut leben“ kann. Und kommen Sie nicht mit Kalkutta.
Armut in einer Gesellschaft definiert sich immer aus der Relation zum Reichtum IN ihrem HIER und HEUTE. Dass es anders wo „viel schlimmer“ sei und „früher viel schlimmer“ gewesen sei, ist irrelevant.
Dem „Reichen“ können Sie mit größerer Berechtigung vorschlagen, sich mit dem Reichtum von „anderswo“ oder „früher“ zufrieden zu geben, denn die Spanne zwischen Albrecht & Co. und dem heutigen Arbeitslosen ist um ein Vielfaches größer als frühere soziale Scheren in Deutschland.
Comment
von matsberlin matsberlin ist gerade offline | 29.8.2008 13:53 Uhr
Falscher Zweifel
Ihre Zweifel sind unberechtigt. Ich habe viele Jahre als Student mit weniger auskommen müssen, als was man heute als HartzIV-Empfänger bekommt. Und ich kann Ihnen versichern: Man kann mit wenig gut auskommen, solange man selbst anständig und vernünftig ist, also auf Tabak, Alkohol und anderen Schmarrn verzichten kann. Das Problem ist nicht das Geld, sondern die Asozialität vieler Leute. Armut kann man nicht immer nur als relative Armut definieren. Dann wäre ja auch der Millionär unter lauter Multi-Millionären arm.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 27.8.2008 21:48 Uhr
@ matsberlin | 27.08.2008 16:22:35 (3)

„Gewalt lässt sich so nicht rechtfertigen.“

Das ist richtig. Aber sie lässt sich, was viel wichtiger ist, kopfsandig nicht verhindern.

Gewalt findet geradezu naturgesetzlich dann statt, wenn die „Teilnehmer“ einer Sozietät, mithin einer Gesellschaft, sich über alle Maßen voneinander entfernen.
Hat das Gefälle einen bestimmten Neigungswinkel überschritten, gibt es kein Halten mehr. Ob da ein Sandberg ins Rutschen gerät oder eine Gesellschaft, spielt für das Grundprinzip sich zwangsläufig ausgleichender großer Potenzialgefälle als energetisch hoch labiler Zustände keine Rolle.

Nicht umsonst war die Idee der sozialen Marktwirtschaft eine erfolgreiche Idee, solange das Soziale nicht zum (relativen) Witz verkam. Die neolibarale Idee von Wirtschaft ist ein Desaster und führt zu nichts anderem als zu einer immer schnelleren Abfolge gesellschaftszerstörender Kataklysmen, die auf dem Resonanzboden der Globalisierung eine besondere Dynamik entfalten.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 27.8.2008 15:49 Uhr
Natürlich @commentator, auch bei diesem Thema muss sich
natürlich die Neoliberalität als Ursprung allen Übels noch irgendwie unterbringen lassen. Debilität ante portas!

Falls es dieselbe Gruppe sen sollte, die sich vorgenommen hat, alle Bonzenautos dieser Stadt in Asche zu legen, hätte man dann - allerdings etwas plump - die Täter auch noch zu Opfern gemacht.

Man kann von Glück sagen, dass nicht noch irgendwer im Auto genächtigt hat.

Aber auch das hätten die Gestörten dann noch irgendwie (Manchesterkapitalismus durch Unterstützung der Schweinekapitalisten in Form von LKWs zwecks Profitmaximierung statt Einsatz von Pferdefuhrwerken auch unter CO2-Gesichtspunkten) plausibel erklärt.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 28.8.2008 17:25 Uhr
@ hannibal 27.08.2008 15:49:25

"Debilität ante portas". Wie Recht Sie haben!

Oder war es doch Hannibal?

Dann sollten Sie Ihre neoliberalen Kriegselefanten lieber nicht über die vereisten Alpen schicken. Spätestens bei Liechtenstein kommen Sie ins Rutschen.

Was Sie nicht verstehen ist, dass für "Gesetzlose" das Gesetz keine Rolle mehr spielt und dass Neoliberalität und sozialer Zynismus Fabriken sind, die Gesetzlosigkeit oder eben auch nur wieder Zynismus produzieren.
Comment
von matsberlin matsberlin ist gerade offline | 27.8.2008 16:15 Uhr
Wie Medien funktionieren
Den beiden betroffen gilt natürlich mein Beileid und ich hoffe, dass sie sich schnell die Wohnung neu einrichten können und dann alles gut für sie läuft hier in Berlin. Die linken Täter verdienen volle Verachtung.

Die Story ist aber auch ein interessantes Beispiel dafür, wie Medien funktionieren. Ich habe den Eindruck, dass das ganze Mitgefühl bzw. die Anteilnahme auch daraus resultiert, dass hier zwei relativ hübsche junge Mädchen die Opfer sind, dich sich in der Presse gut vermarkten lassen und fotogen sind. Vielleicht ja demnächst auch im Fernsehen. Dass es sich dabei um zukünftig topverdienende Ärztinnen handelt, die wahrscheinlich aus wohlhabendem Hause stammen, wird nicht beachtet. Ich gönne den beiden alles Gute der Welt, nachdenklich macht mit aber die nach medialer Verwertbarkeit sich richtende, von der Presse erzeugte Aufmerksamkeit. Dafür können die beiden Ärztinnen nichts, aber die oft viel schlimmeren Schicksale anderer Menschen interessieren die Presse dagegen nicht.
Comment
von matsberlin matsberlin ist gerade offline | 27.8.2008 16:25 Uhr
Wie Medien funktionieren
Den beiden betroffen gilt natürlich mein Beileid und ich hoffe, dass sie sich schnell die Wohnung neu einrichten können und dann alles gut für sie läuft hier in Berlin. Die linken Täter verdienen volle Verachtung.

Die Story ist aber auch ein interessantes Beispiel dafür, wie Medien funktionieren. Ich habe den Eindruck, dass das ganze Mitgefühl bzw. die Anteilnahme auch daraus resultiert, dass hier zwei relativ hübsche junge Mädchen die Opfer sind, dich sich in der Presse gut vermarkten lassen und fotogen sind. Vielleicht ja demnächst auch im Fernsehen. Dass es sich dabei um zukünftig topverdienende Ärztinnen handelt, die wahrscheinlich aus wohlhabendem Hause stammen, wird nicht beachtet. Ich gönne den beiden alles Gute der Welt, nachdenklich macht mit aber die nach medialer Verwertbarkeit sich richtende, von der Presse erzeugte Aufmerksamkeit. Dafür können die beiden Ärztinnen nichts, aber die oft viel schlimmeren Schicksale anderer Menschen interessieren die Presse dagegen nicht.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 28.8.2008 9:08 Uhr
matsberlin | 27.08.2008 16:15:06

Das haben Sie sehr gut beobachtet.

"Völlig abgebrannt: Umzug ruinierte junge Frauen
Keine Möbel, keine Kleider, nichts ..."

BLÖD hätte sie dann noch nackt in die Speisekammer gesetzt. Das ist dem Leser des seriösen Tagesspiegel erspart geblieben. Oder vorenthalten worden. Wie auch immer.
Comment
von ganymed ganymed ist gerade online | 27.8.2008 16:50 Uhr
bevor ein arzt
top verdient, muss viel wasser den rhein runterlaufen..
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 27.8.2008 17:39 Uhr
schlimm ist,
dass es in unserer Gesellschaft so viele Menschen gibt, denen fremdes Eigentum nichts bedeutet.Das die Hemmschwelle, andere zu schädigen so niedrig ist, das sollte hier, trotz allem Verständnis für die beiden, nicht vergessen werden
Comment
von kreuzbergex61 kreuzbergex61 ist gerade offline | 27.8.2008 19:02 Uhr
@hannibal
"Aber auch das hätten die Gestörten dann noch irgendwie (Manchesterkapitalismus durch Unterstützung der Schweinekapitalisten in Form von LKWs zwecks Profitmaximierung statt Einsatz von Pferdefuhrwerken auch unter CO2-Gesichtspunkten) plausibel erklärt." Womit Sie völlig Recht haben - die Tat passt zu dieser gestörten Stadt!
Comment
von onkeljoe onkeljoe ist gerade offline | 27.8.2008 20:03 Uhr
Links Bringts oder so.
Ich glaub es nicht wer das behauptet macht nur Wahlkampf für den Rest. der auch nichts bringt.Wer umzieht sollte sich im Voraus im Klaren sein das erst Feierabend ist wen der LKW leer ist. wer anders handelt, handelt Fahrlässig und leichtsinnig. und bleibt Logischerweise darauf sitzen auf den Scherbenhaufen. Traurige Wahrheit aber es ist so.wenn ein LKW reicht für zwei haushalte kann es nicht viel gewesen sein.. Traurig kann man nur über das ganz Private was in den Flammen mit Verbrande was einen keiner ersetzen kann. das ist einen Lieb und teuer unbezahlbar.Möbel und Kleidung kann man Billig ersetzen.
Aber gelernt haben beide allemal. Las nie dein Hab und gut in einen LKW. wozu hast Du eine Wohnung? War ein teurer Lehrstoff.
Comment
von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 27.8.2008 20:55 Uhr
AAARGH !
Obiges ist mein Kommentar 1)zum Vorgang an sich 2) zu einigen der Kommentare die ich gelesen habe.
Fakt: es ist kein Mietwagen sondern ein privat geliehener LKW eines Bekannten, folglich auch kein Mietvertrag (nix kleingedrucktes)
Von Neu-Berlinern muß man nicht erwarten das sie wissen das in dieser Stadt regelämssig von irgendwelchen gehirnamputierten Klein-Revoluzzern Auots abgefackelt werden. Und schon gar nicht müssen sie annehmen das diese Schwachmaten sich ausgerechnet den LKW eines Hamburger Caterers vornehmen.
@Commenator:Vielleicht liegst an der Tatsache das ich seit heute morgen 3 Uhr auf den Beinen bin aber: NIX VERSTEHEN. Bitte noch mal auf hochdeutsch.
Irgendwelche Phobien als Entschuldigung für Brandstiftung? Wollen Sie zum Ausdruck bringen die Täter wären psychisch in irgendeiner Form krank? Wohl eher nicht, entweder war das eine Form von Terrorismus oder Zerstörungswut. Für beides gibt es nur eine Antwort: Knast.
Hat jemand mal das Spendenkonto? Bin zwar klamm ..
Comment
von oketimo oketimo ist gerade offline | 27.8.2008 23:35 Uhr
Hoffentlich
werden die Täter ermittelt und danach zu höchsten haftstrafen verurteilt! das ist terrorismus, es soll ein ständiges gefühl der angst unter der bevölkerung entstehen und letztlich die bevölkerung vertrieber werden oder zu mindest zum unterlassen ihres handelns bewegt werden. ich will kein vergleich anstellen aber genau dass wollen andere terroristen dieser welt auch!
Bandstifter sind Terroristen!
Comment
von pooky pooky ist gerade offline | 28.8.2008 10:04 Uhr
Ruiniert ?

Zwei junge Frauen, die demnächst ihre stellen antreten !- Ruiniert ? - Niemals!!- Es gibt viele Arbeitslose in der Stadt!- Auch Akademiker etc.!Hartz IV- dann wären sie ruiniert!
Dies sollte den "ruinierten"Kindern klar sein.Und allen anderen auch!Die armen, armen Mädchen !!


Mit freundlichen Grüßen
Pooky
Comment
von dali dali ist gerade online | 28.8.2008 12:24 Uhr
Könnt Ihr Euch mal entscheiden,
worüber Ihr streiten wollt?
Natürlich ist der Schwachsinn und das Abfackeln von Grund auf abzulehnen. Um so mehr als die Autos meist solide versichert sind.
Am peinlichsten aber ist, dass die Fackelbrüder und Schwestern sich nicht mal bei Autos auskennen, denn oft fackeln sie Autos ab, die sich kleine Angeber kaufen und übersehen die dicken Schlitten, deren Namen sie nicht mal kennen.
Andererseits sind die Sprüche nach "höchsten Strafen" begehrend auch reichlich hüftschwach. Will man diese, sicher erheblichen Sachschäden, die jetzt schon hoch strafbewehrt sind, Kapitalverbrechen angleichen?

Natürlich war es von den Ladies extrem dämlich, egal wo in Deutschland, einen Transporter auf öffentlichen Straßen über Nacht stehen zu lassen (in Hamburg wäre er vielleicht nicht abgefackelt worden, sondern gleich geklaut),
aber es ist unangebracht, Häme über sie zu kübeln,
dennoch,
es wäre interessant zu wissen,
wie diese Meldung, in dieser Breite, den Weg in den TSP gefunden hat?

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