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Berlin

Filmen, identifizieren, rausgreifen

Die Kritik an den Festnahmetrupps während der G20-Demonstration gegen die Krisenpolitik in Berlin wird lauter. Provozierte die Polizei mit ihrer neuen Einsatztaktik Randale?
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Die Polizei durchsucht Verdächtige auf der Demo gegen den Weltfinanzgipfel. - Foto: dpa
Berlin - Die Demonstranten in der schwarzen Kluft reagierten mit Wut. „Das ist Willkür!“, schrien sie den Polizisten entgegen. Dann flogen am Samstagnachmittag Flaschen und Steine vor dem Roten Rathaus. Gut eine Stunde lang gerieten Beamte und Protestler am Rande der Kundgebung gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung heftig aneinander.

Als „Willkür“ empfanden die Mitglieder des autonomen schwarzen Blocks, aber auch Sprecher des Netzwerkes „Attac“, dass die Polizei kurz vor Beginn des ersten Rednerauftritts mit sogenannten „Festnahmetrupps“ überraschend in die Menge eingedrungen war und mutmaßliche Straftäter gezielt ergriffen hatte. Zuvor hatten andere Beamte diese „Störer“ schon während des vorangegangenen Protestumzuges durch Mitte bei Steinwürfen gefilmt und identifiziert.

Provoziert die Polizei mit einem solchen Vorgehen nicht unnötig Randale? War der Zeitpunkt des Zugriffs ungeschickt gewählt? Das fragten sich manche der rund 20 000 überwiegend friedlichen Demonstrationsteilnehmer am Platz. Und sie ärgerten sich, weil Redner der Kundgebung wegen der lauten Auseinandersetzung kaum zu verstehen waren.

Aus Sicht der Polizei war die Einsatztaktik am Samstag hingegen „genau richtig“. Man habe konsequent die „erfolgreiche Strategie der sogenannten beweissicheren Festnahme“ angewandt, sagt Polizeisprecher Bernhard Schodrowski. Dieses Vorgehen wurde aus den Lehren der Vergangenheit entwickelt. Noch vor einigen Jahren nahmen die Beamten nur auf Verdacht eine ganze Gruppe von Protestlern vorläufig fest, falls aus deren Richtung Steine flogen. Häufig waren dann auch Unschuldige unter den Festgenommenen, die sich über Willkür beklagten, weil sie nur am Rande dabeigestanden hatten. Und den tatsächlichen Tätern konnte man die Schuld nur schwer nachweisen.

Vor allem im Hinblick auf die alljährlichen Gewaltausbrüche am 1. Mai entwickelte die Polizei schließlich das neue Einsatzkonzept. „Filmen, identifizieren, rausgreifen“ lautet dessen Motto – wobei die Beamten laut Schodrowski drei Ziele verfolgen: Zum einen sollen die tatsächlichen Täter schnell gezielt und ohne viel Aufruhr ergriffen und zur Verantwortung gezogen werden. Indem man die Rädelsführer dingfest mache, lasse sich zudem eine weitere Eskalation verhindern. Und: „Friedliche Protestler werden geschützt.“

Die speziell trainierten Festnahmetrupps gehen arbeitsteilig vor. Einige Beamte filmen, identifizieren und beobachten die Täter fortlaufend, andere warten ab, bis sie in kleinen Trupps mit einer genauen Täterbeschreibung rasch in die Menge vordringen und zugreifen können.

Als der Protestmarsch am Samstag nach dem Umzug durch Mitte den Kundgebungsplatz am Roten Rathaus erreichte, sei der Moment für einen solchen Einsatz „günstig“ gewesen, begründet die Polizei ihre Taktik. Später hätte man die Täter nicht mehr beweissicher festnehmen können. Gegen einen wurde gestern Haftbefehl erlassen. Im Übrigen habe sich der Aufruhr ja bald beruhigt – was aber vor allem der starke Regen bewirkte. CS

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.03.2009)
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Kommentare [ 69 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von 1.wahlberliner 1.wahlberliner ist gerade offline | 29.3.2009 19:12 Uhr
Provozierte die Polizei mit ihrer neuen Einsatztaktik Randale?
Das ist doch gar keine Frage. Natürlich ist die Polizei an den Randalen schuld.

Die Randalierer sind ja nur die Opfer der Polizei, von je her und in alle Ewigkeit.

Warten wir nur den 1. Mai ab, da kommt dann noch einiges auf uns zu.
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von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 29.3.2009 19:30 Uhr
Es wird Zeit die Polizei abzuschaffen.
Deren Anwesenheit provoziert Autonome nur unnötig.

Anschließend müssen wir alle Menschen, die mehr verdienen als Hartz IV abschaffen. Deren Existenz provoziert Autonome nur unnötig.

Anschließend müssen wir Lokale die Autonomen nicht gefallen abschaffen. Deren Existenz provoziert Autonome nur unnötig.

Es ist wichtig Respekt vor Autonomen zu zeigen. Denn die greifen niemals ohne Grund zur Gewalt. Ihre Ideale sind links. Und wann in der Geschichte haben linke Ideen jemals zu Gewalt und Unterdrückung geführt?

Nein, Autonome sind friedlich, pazifistisch, ehrlich, weise, klug und bescheiden, Sie sind die reinsten, schönsten, besten und tollsten Menschen der Welt. Huldigen wir Ihnen, denn alles andere provoziert doch nur unnötig.
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von garda garda ist gerade offline | 29.3.2009 19:50 Uhr
Klar sind die Autonomen wütend
denn ihre alte Taktik die friedlichen Mitläufer als Schutz vor einer Festnahme oder nach einer Festnahme als lautstarke Protestierer zu nutzen geht nicht mehr auf. Ist halt blöd wenn man sich für seine - unprovozierten - Steinwürfe verantworten muss.

Das sich die Organisatoren vor den Karren des schwarzen Blocks spannen lassen ist dieselbe Masche wie sie die leider noch legale NPD anwendet. Auch da gehen die Schläger vor, während die NPD natürlich nichts mit Gewalt zu tun hat.

Rechts und Links außen - wo sind die Unterschiede?
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von frederik frederik ist gerade offline | 31.3.2009 2:15 Uhr
unterschiede
der unterschied zischen rechts und links...? nun ja, seit 1990 wurde mehrere hundert menschen in deutschland von nazis GETÖTET, aufgrund ihres aussehens, ihrer herkunft, etc.

mehr brauche ich zu den hier bezweifelten unterschieden wohl nicht zu sagen. wer die rechts-links-gleichsetzung bemüht, verharmlost rechte gewalt, die sich fast immer gegen menschen richtet und tödlich ausgehen kann. was ist dagegen schon ein kaputtes auto? für viele anscheinend aber doch mindestens genauso wichtig, echt traurig.
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von gralsritter gralsritter ist gerade offline | 1.4.2009 14:10 Uhr
Entlarvend.
Entlarvend, daß Ihnen dies als einzige Unterschied zwischen links und rechts einfällt.
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von bundesbuerger bundesbuerger ist gerade offline | 29.3.2009 19:54 Uhr
Zu den ersten beiden Kommentaren
Einigen wird hier sicher der nötige textliche Ernst fehlen, weil man das Problem nicht ausgiebig analysiert. Aber ich denke mal, dass man wirklich nur noch mit Galgenhumor die ständige Kritik an der Polizei aushalten kann. Ja Leute, wie hättet es ihr denn gerne? Schreibt vorher einen Wunschzettel. Vielleicht wird er erfüllt. Andererseits frage ich mich aber auch, warum diese friedlichen demonstrierenden Mitbürger es zulassen, dass Typen da mitlaufen, die auf ihren Tafeln "Arbeit ist Scheiße" zu stehen haben? Macht erst mal eure eigenen Hausaufgaben, dann braucht ihr vielleicht nicht auf die Polizei schimpfen!
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von schnonus schnonus ist gerade offline | 29.3.2009 20:09 Uhr
wenn schon , denn schon
... also , wenn man (zumindest ab und zu) sieht aus welch relativ nichtigen Gründen bei Fußballspielen zugegriffen, eingekesselt usw. wird (und auch reisserisch manchmal berichtet wird, wie böse die sog. Hooligans sind) - dann bitte hier bei diesen Typen den gleichen Maßstab ansetzen bzw. bei allen gleich.
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von unbekannt | 29.3.2009 20:43 Uhr
Ist ja total fies und ungerecht von der Polizei
erkannte und identifizierte Gewalttäter beweissicher festzunehmen. Sauerei!
Übrigens setzt eine solche gerechtfertigte Festnahme immer ein zuvor verübte Straftat voraus. Die Umsstehende haben natürlich dann auch noch den Festgenommenen beigestanden und Widerstand geleistet.
Ich verstehe es ja auch und es ist es ist enorm frustrierend, wenn man zeitverzögert festgenommen wird und sich eigentlich schon sicher war, daß man unbemerkt u.a. Steine oder Flaschen werfen konnte. Ich sage ja, total gemein von der Polizei.

Durch Festnahmen wird ebensowenig eskaliert, wie durch die bloße Anwesenheit der Polizei.
Die Ausübung des Legalitätsprinzip, der Pflicht Straftaten zu verfolgen ist keine Provoka-, noch Eskalition, sondern gerechtfertigtes Vorgehen gegen Gewalttäter.


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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 29.3.2009 20:53 Uhr
Waren wir nicht schon mal so weit, ...
... Steinewerfer aus Demonstrationszügen zu isolieren und so einen leichteren Zugriff durch die Polizei zu ermöglichen?
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von timchen timchen ist gerade offline | 29.3.2009 20:55 Uhr
bedenklich...
um diese Taktik anzuwenden muss die Polizei von vornherein eine Demo filmen - ohne dass überhaupt etwas passieren muss (jaja, irgendwelche Chaoten gibts immer, blabla...).
Dieses Filmen auf Verdacht ist aber mindestens bedenklich, wenn nicht verboten.
Es würde in Zukunft auf jeden Fall verstärkt Menschen davon abhalten, von ihrem Versammlungsrecht Gebrauch zu machen
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von deejay deejay ist gerade offline | 29.3.2009 20:59 Uhr
Bestimmt
In die Kundgebung mit 200 Mann reinstürmen....
Würde die Polizei sicher genauso auf einer CDU-Kundgebung machen, um gesuchte Personen rauszuziehen und zu verhaften.
Da wette ich mein Leben drauf......
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von gralsritter gralsritter ist gerade offline | 30.3.2009 6:45 Uhr
toller vergleich...
nun sind ja bürgerliche kundgebungen nicht wirklich für ihren gewalttätigen charakter bekannt.
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von deejay deejay ist gerade offline | 30.3.2009 9:26 Uhr
?
@gralsritter
Genauso wie bei deser hauptsächlich friedlichen Demo können sich auch bei einer CDU Demo unfriedliche Personen einmischen.

übrigens gibt es in Zehlendorf nicht weniger Kriminalität wie anderswo. Stichwort Wirtschaftskriminalität. ;)
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von unbekannt | 30.3.2009 9:59 Uhr
ich finde sogar, die polizei zwingt die Leute zum Steinewerfen
ich finde sogar, die polizei zwingt die Leute zum Steinewerfen. Da können die gar nicht dafür. das ist die Gesellschaft schuld und so
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von gralsritter gralsritter ist gerade offline | 30.3.2009 14:04 Uhr
Neues aus Absurdistan.
Da haben sich also zwei bis drei böse Leute drunter gemischt? Das könnte "der CDU" genauso passieren, da haben Sie recht. Nur komischerweise passiert es bei Demonstrationen "der CDU" nicht. Auch "in Zehlendorf" passiert's nicht.

Sowjetische Flaggenträger, "Arbeit ist Scheiße!"-Proklamierer und sonstige blökende Irre sammeln sich eben stets zu ganz bestimmten Anlässen und haben nur eine verschwindend geringe Bereitschaft sich mit "der CDU" oder mit "Zehlendorfer Wirtschaftskriminellen" zu mischen.

So haben Sie wohl recht: Es ist möglich. Aber es ist eben auch möglich, daß sich plötzlich die Pinguine gegen die Menschen verschwören. Darauf ist auch keiner richtig vorbereitet und die Behörden treffen keine geeigneten Vorbeugemaßnahmen. Es trifft wieder nur Sie, Deejay, Sie armer!
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von nawrocki1 nawrocki1 ist gerade offline | 29.3.2009 21:00 Uhr
@kommentatoren
Ich empfehle jeder/jedem nach jahrelangen Erfahrungen im Versammlungsrecht, sich selbst ein Bild von der Vorgehensweise der Berliner Polizei zu machen. Leider fehlt es den meisten(nicht allen!) Kommentatoren am nötigen Ernst, dieses Thema zu kommentieren. Die Berliner Polizei und ihre Freunde sind jedenfalls beim Tagesspiegel gut aufgehoben. Man bleibt halt unter sich im Glashaus und das ist auch gut so. Protestbewegungen lassen sich ungern spalten, weder von der Ber
liner Polizei, der(Springer)Presse oder Menschen mit gefährlichem Halbwissen. Viel weniger Hysterie und eine nüchterne Betrachtungsweise der Vorgänge oder Denken erleichtert vieles ist angebracht.
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von deejay deejay ist gerade offline | 29.3.2009 21:02 Uhr
"ohne viel Aufruhr"
Herr Schodrowskui war wohl nicht vor Ort.
Comment
von orgel orgel ist gerade offline | 29.3.2009 21:11 Uhr
?
"Andererseits frage ich mich aber auch, warum diese friedlichen demonstrierenden Mitbürger es zulassen, dass Typen da mitlaufen, die auf ihren Tafeln "Arbeit ist Scheiße" zu stehen haben?"
Sie wissen aber schon, dass besagte Tafel zusätzlich mit einem Konterfei von Karl Marx bestückt war? Und nur weil Sie anscheinend nicht viel lesen und Marx' Analyse über die Unart der Lohnarbeit nicht kennen, müssen Sie hier ja nicht Anderen Leuten Niveaulosigkeit vorwerfen.
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von bundesbuerger bundesbuerger ist gerade offline | 30.3.2009 20:58 Uhr
@orgel
Also ich weiß sehr wohl, wie Karl Marx aussieht! Und lesen tue ich wahrscheinlich mehr als Sie denken. Aber das Schild, dass besagter "Typ" trug, als er an mir vorbeizog, hatte definitiv kein Konterfei von Marx darauf! Und ich wage sogar zu behaupten, dass diese von ihnen anführte "Analyse über die Unart der Lohnarbeit" auch den Träger der Tafel 1. unbekannt ist, und 2. gar nicht interessiert! So einfach, wie es auf seiner Tafel stand, meinte er es auch. "Arbeit ist Scheiße!" Warum arbeiten, wenn man auch ohne Arbeit Geld vom Staat bekommt!! Das sagt mir nicht nur meine Lebenserfahrung!
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von manfred manfred ist gerade offline | 29.3.2009 21:26 Uhr
@ ti mchen
und ich dussel dachte immer, dass man demonstriert, weil man die in die öffentlichkeit will....
da sind reporter, die mein anliegen schließlich auch dahin transportieren sollen, wo nicht mit demonstriert wird.
und wer sagt eigentlich, dass ununterbrochen gefilmt wurde.
ich stelöle mir eher vor, dass die kameras angehen, wenn etwas gerade passiert und danach laufen sie halt so lange, wie es der strafverfolgung nutzt.
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von karnival karnival ist gerade offline | 29.3.2009 21:48 Uhr
Komische Wahrnehmung
Da ich auch auf der Demo war, möchte ich nur kurz meine Eindrücke wiedergeben, und das auch nur, weil die Resonanz und Berichterstattung so anders ist.
Ich bin den größten Teil der Strecke im vorderen Bereich der Demo mit gelaufen, musste auch immer mal wieder Pausen einlegen, weil der Marsch so langsam war und ständig unterbrochen wurde. Dies lag aber wohl an der Route, die durch ziemlich enge Straßen führte, weswegen die Menschen immer wieder auseinander gezogen wurden.
Was mir schon zu beginn auffiel, war die starke Polizeipräsenz in "Kampfmontur" und mit Videokameras bestückt- was mich verwunderte, weil ich zuvor noch gelesen hatte, dass man in London der Polizei das tragen solcher Kleidung untersagt hatte und ich hätte gedacht, dass man in Berlin ähnlich entspannt auftritt.
Nun denn, so weit ich das überblicken konnte, verlief der Zug ja recht friedlich und am Hackeschen Markt hab ich den dann passieren lassen. Hab bestimmt 30min da gestanden und die einzelnen Gruppen angeschaut, darunter auch ein überschaubarer schwarzer Block. Aber der ging angesichts der Masse an buntem und kreativem Protest ziemlich unter. Bin dann mit den letzen Gruppen auf den Platz am Neptunbrunnen gekommen, aber der Zug staute sich in der Spandauer Str. Die Polizei war nur noch vereinzelt in Grüppchen zu sehen und dann hab ich auf ner Bank vor der Marienkirche sitzend ganz entspannt der Rede Gysis zugehört. Zwischendrin gab es ein paar Prosteste gegen die Polizei,aber wenn das niemand ins Mikro geschrien hätte, hätte ich davon nicht mitbekommen. Vielleicht hab ich nicht das Gespür für Bambule wie Journalisten, Autonome und Polizei-Hundertschaften, aber ich bin auch keine 16 mehr. Ich fand es sehr entspannt dort und das eigentliche gesellschaftliche Drama hat sich an dem Tag ein paar hundert Meter weiter in einem Saturn-Laden abgespielt. Aber das ist ein anderes Thema.
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von moabit moabit ist gerade offline | 29.3.2009 22:16 Uhr
Gute Polizei-Taktik
Wir haben in Berlin die moderateste und effektivste Polizei, die man sich nur vorstellen kann. Die Taktik "Filmen, identifizieren und rausgreifen" passt ins Gesamtkonzept der ausgestreckten Hand. Allgemeine Zurückhaltung, aber konsequentes Durchgreifen bei Gesetzesverstößen heißt es auch seit eineiger Zeit erfolgreich um den 1. Mai herum. Der Vorwurf angeblicher Provokationen duch die Polizei gehört zu den linken Lebenslügen und braucht nicht diskutiert werden. Wer mit Steinen wirft, nimmt den Tod oder zumindest schwere Verletzungen eines Menschen in Kauf. Entsprechend müsste diese Tat eigentlich auch bestraft werden.

An dieser Stelle sollten auch mal die Polizisten gelobt werden, die regelmäßig ihren Kopf herhalten als Fußabtreter einer kaputten Nation.

Mich hat in Deutschland übrigens noch nie ein Polizist provoziert!

Gruß aus Moabit
Comment
von unbekannt | 29.3.2009 22:21 Uhr
Man sollte es kaum glauben,
aber Polizei darf filmen.

Ein Blick in ein Gesetz soll ja manchmal helfen, z.B. § 24 ASOG, Datenerhebung bei öffentlichen Veranstaltungen und Ansammlungen

http://www.berlin.de/imperia/md/content/seninn/abteilungiii/katastrophenschutz/2._3_asog_aktualis.pdf

Die erforderlichen Straftaten haben ja die Annahme im Vorfeld letztendlich untermauert und bloße Übersichtsaufnahmen sind ebenfalls gesetzlich gedeckt.
Comment
von krefelderin krefelderin ist gerade offline | 29.3.2009 22:39 Uhr
Revolutionäre Schwaben
Ich kannte mal ein paar Autonome. Sie waren bei jeder Demo dabei und haben mit Bierflaschen geworfen. Von der Polizei festgenommen zu werden, war für sie aber keine "Panne", sondern ein Ziel. Ein Erlebnis, über das man noch lange berichten konnte, untermauerte es doch die These vom Polizeistaat, in dem man zu leben glaubte. Außerdem gab es doch eine Reihe Mädels, bei denen sowas gut ankam.

Umso herber war allerdings die Enttäuschung, wenn es trotz der Flaschenwürfe nicht zu einer Verhaftung kam. Ein verpfuschter Tag- das behielt jeder lieber für sich.

Wenn man diesen Jungs wirklich eins auswischen will, dann gibt´s nur einen Weg: nicht mehr über sie zu berichten.
Leider ist das in der offenen Gesellschaft unmöglich.
MFG
Comment
von the_master the_master ist gerade offline | 29.3.2009 23:26 Uhr
Toll...
...dass die, die nicht dabei waren und nur bequem zu Hause auf ihrer Couch sitzen, jetzt genau wissen, wer Schuld war an der Auseinandersetzung...
Comment
von dali dali ist gerade online | 30.3.2009 1:58 Uhr
Ich weiß nicht
zwar war ich etwa kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges bei einer Demo, bei der irgendetwas flog,
aber ich erinnere mich schon daran, dass manchmal die grünen Jungs und Mädels nicht unbedingt ausschließlich sich deeskalierend verhielten.
Wenn dann nicht nur Szeneblättchen darüber berichten, ob das Verhalten der Polizei unter Umständen vielleicht die Möglichkeit einräumt, dass da was hätte anders laufen können, sollte man vielleicht denn doch mal zuhören, was die Parteien (nicht die im Parlament, die auf der Straße) zu sagen haben.
Natürlich kann es seitens der Polizei falsche Lageeinschätzungen geben, natürlich sind unter den Demonstranten sicher auch krawallbereite gewesen,
aber die sich jeweils hier so in die Brust Werfenden von beiden Seiten, geben mir doch zu denken...
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 30.3.2009 6:24 Uhr
@krefelderin
"Wenn man diesen Jungs wirklich eins auswischen will, dann gibt´s nur einen Weg: nicht mehr über sie zu berichten."

Pro Nase 120 Stunden sozialen Dienst verordnen. Z. B. beim Grünflächenamt. Zwei Wochen Hundek.. aufsammeln sollten für den Sch...staat sensibilisieren :-).
Comment
von juergenf juergenf ist gerade offline | 30.3.2009 7:59 Uhr
ein einziger Haftbefehl
war das Ergebnis dieser Demonstration polizeilicher Gewalt? Hat sich ja gelohnt. Ich kenne noch aus DDR Zeiten prügelnde Polizisten und Stasileute, die Demonstranten regelmäßig und organisiert angriffen... sind wir wieder soweit?

Die eine begründete Festnahme steht in keinem Verhältnis zu den Maßnahmen - so schaut das zumindest für mich aus.
Comment
von westler westler ist gerade offline | 30.3.2009 8:17 Uhr
Wenn man
idioten wie diese provozierenden + jammernden Spinner bei einer Demo duldet ist jeder Polizeieinsatz in JEDER Form gerechtfertigt. Mich wundert aber das dieser Gliesch mal gegen die linke handelte, normalerweise gibt es doch "freie Bahn für Hauptsache links und demokratiefeindliches Gesülze integriert mit Gewalt"
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von unbekannt | 30.3.2009 8:22 Uhr
naja
komischerweise sind doch solche randalen der autonomen bei linkendemos vorprogrammiert...egal gegen was demonstriert wird.solange die sich nicht selbst von gewalttätigen mitläufern-die einzig das ziel zu randalieren haben-distanzieren....so müssen die mit videos und polizei eben leben...........und was ist an videoaufzeichnung so schlimm?ich habe als ordentlicher bürger nichts zu verbergen....
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von fontane fontane ist gerade offline | 30.3.2009 8:47 Uhr
Solange
die Veranstalter es (auch wegen der Medienwirkung) billigend in Kauf nehmen, dass die rohen, gewalttätigen Horden mit"demonstrieren", weil sich ja sonst niemend für den Kram interessieren würde, für den da auf die Strasse gegangen wird, bleibt das Dilemma der Polizei. "Deeskalation" heißt, die Gewalt und die bewußten Provokationen gegen das Versammlungsrecht tolerieren. Eingreifen heißt, sich dem Knüppelvorwurf auszusetzen. Für die Veranstalter bleibt es bequem.
Comment
von guybrush guybrush ist gerade offline | 30.3.2009 9:05 Uhr
...
Wer sich einmal anschauen möchte, wie so eine gezielte Festnahme mit kleinem Stoßtrupp ausschaut, der bediene sich folgendem Link:

http://board.fcc-supporters.de/phpBB3/viewtopic.php?f=7&t=11252
Comment
von hasilein hasilein ist gerade offline | 30.3.2009 9:35 Uhr
Hallo oller Gralsritter
Sie haben das Prinzip des "Menschlichen Schutzschildes" immer noch nicht verstanden.

Je harmloser eine Menge - um so gefährlicher ist sie doch.

Das sollte doch gerade Ihnen - nach den Ereignissen des 9.11. 2001 doch klar sein!

Keiner ist mehr unschuldig!
Comment
von gralsritter gralsritter ist gerade offline | 30.3.2009 14:13 Uhr
Hasilein...
Das "oll" verbitte ich mir. Mein Rat an Sie:

1. Bemühen Sie sich um ein wenig Kinderstube! Danach reden wir vielleicht weiter.

2. Damit unser Reden wenigstens ein bißchen zielführend ist, können Sie ja schonmal überlegen, wie Sie mir den Vergleich mit dem 11. September erklären wollen.
Comment
von lutzbucklitsch lutzbucklitsch ist gerade offline | 30.3.2009 9:45 Uhr
Danke Berliner Polizei
Es ist unerträglich, was auch immer die Polizei macht ist verkehrt. NEIN, ist es eben nicht.
Wer Gewalt sät, wer Strafe ernten ist halt die Antwort des Staates auf die kriminellen Demonstranten. Nur wer eben Beweissicher eine Straftat aufklärt, dann den Straftäter festnimmt wird Erfolg haben. Klar, früher hat man einfach Leute festgenommen und ermittelt und er,ittelt, die Zeit ist aber vorbei.
Jetzt wird klar und deutlich dokumentiert und festgenommen, so wie es sich gehört für Polizeibeamte. Was erwarten denn die Demonstranten, etwas das die Polizei wartet bis die Versammlung sich auflöst, dann schnell Briefzusteller schickt, mit der Bitte das sich der Adressat bei der Polizei meldet,w eil er ja zuvor eine Straftat begannen hat? Nein, Berlins Polizei darf nicht länger der Buhmann sein, straffällige Demonstranten sind es.
Wenn keinen Straftaten begangen werden, dann schreitet die Polizei auch nicht ein, ganz einfach. Wer das nicht kapiert, sollte vielleicht noch einmal die 1.Klasse besuchen,dort lernt man es denn.
Comment
von andrae andrae ist gerade offline | 30.3.2009 9:45 Uhr
Friedlich und ohne Waffen...
so heißt es in unserem Demonstrationsrecht. Pech gehabt, wer sich nicht daran hält. Ist Landfriedensbruch und evtl.gefährliche Körperverletzung wer mit Steinen schmeisst. Der Einsatz und das Rausgreifen von Straftätern absolut richtig. Witzig fand ich, dass Lafontaine mit Eiern beworfen wurde, sollte ihm selber zu denken geben. Hoffentlich greift Justizia konsequent und vor allem schnell durch,keine Verwarnung sondern Strafe,bei leichteren Verstößen Arbeit statt Strafe.Und wer sich verweigert "zieht ein". Die Polizei darf nicht weiterhin der Prügelknabe der Nation sein. Es sind Menschen mit Familien,sie sind ein Teil von uns. Was wäre wenn es diese Mitbürger nicht gebe? Das Geschrei bei einigen wäre groß.
Comment
von nachdenken nachdenken ist gerade offline | 30.3.2009 9:49 Uhr
Taktik
Die ideale Taktik wird es wohl nicht geben um den selbstzentrierten elitären Autonomen das Kapern von gewaltfreien (weil es geht um Inhalte)Demos zu erschweren.
Die Amsterdammer Polizei setzt übrigens schon seit den späten 80ern solche Eingreiftrupps in Zivil ein. In Kleidung den Autonomen angepasst. Der mangelnde Schutz durch die fehlende martialische Uniform wird ausgeglichen durch den Überraschungseffekt. Diese Trupps waren sehr gefürchtet. Das Einschreiten von uniformierter Polizei in Kampfausrüstung hingegen hat sicher einen provozierenden Effekt (das dieser moralisch schlecht begründbar ist, ist eine ganz andere Geschichte)
Comment
von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 30.3.2009 11:37 Uhr
erst, wenn die Polizisten-(führung)
begreifen,
dass auch sie für die "Krise(n)" bezahlen müssen...

Comment
von nachdenken nachdenken ist gerade offline | 30.3.2009 12:28 Uhr
@yogi
Den Polizisten ist das wohl klar, aber wann lernen die Autonomen das man mit den Polizisten nicht die Schuldigen an der Krise angreift. Polizei hat in einer Demokratie eine bestimmte Rolle unabhängig von der individuellen politischen Haltung, aber wer bei Demonstrationen ganz gleich ob gegen Globalisierung oder Nazis es immer als sein Ziel sieht Polizisten anzugreifen hat die Probleme der Welt schlecht verstanden, beziehungsweise lehnt das demokratische System als solches ab und nähert sich bis zur Ununterscheidbarkeit dem rechten Schwarzen Block an.
Wenn man überhaupt über das Gewalt ist geil und macht Spaß Niveau hinaus kommt.
Die politischen Ziele werden zweitrangig für diesen bürgerlichen autonomen Kindergarten der Arroganz und Selbstüberschätzung.
Comment
von nachdenken nachdenken ist gerade offline | 30.3.2009 12:36 Uhr
@yogi
Den Polizisten ist das wohl klar, aber wann lernen die Autonomen das man mit den Polizisten nicht die Schuldigen an der Krise angreift. Polizei hat in einer Demokratie eine bestimmte Rolle unabhängig von der individuellen politischen Haltung, aber wer bei Demonstrationen ganz gleich ob gegen Globalisierung oder Nazis es immer als sein Ziel sieht Polizisten anzugreifen hat die Probleme der Welt schlecht verstanden, beziehungsweise lehnt das demokratische System als solches ab und nähert sich bis zur Ununterscheidbarkeit dem rechten Schwarzen Block an.
Wenn man überhaupt über das Gewalt ist geil und macht Spaß Niveau hinaus kommt.
Die politischen Ziele werden zweitrangig für diesen bürgerlichen autonomen Kindergarten der Arroganz und Selbstüberschätzung.
Das es auch Übergriffe der Polizei gibt ist ebenso sicher, aber das reine friedliche Demos ohne Horden schwarzer Vermummter wahllos von Polizei mit Gewalt provoziert werden kann man wohl nicht ernsthaft behaupten.

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