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Berliner Sparprogramm

Senat will den Gaslaternen den Hahn abdrehen

Licht aus für Gaslaternen: Die Verwaltung plant, langfristig alle 40.000 Leuchten auszumustern. Grund: Der Betrieb mit Strom soll jährlich Millionen sparen – und das Klima schützen.
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Licht aus für 40.000 Gaslaternen? - Foto: dpa
Die Stadtentwicklungsverwaltung will die Gaslaternen erneut aus dem Stadtbild verbannen. Im ersten Schritt sollen demnach 8400 Peitschenmaste, Gasreihenleuchte genannt, durch elektrische Anlagen ersetzt werden. Im zweiten Schritt sollen dann etwa von 2014 an auch die rund 30 000 sogenannten Aussatzleuchten elektrisch betrieben werden können. Gas als Energiequelle soll nur noch an wenigen historisch wichtigen Orten Straßenlicht spenden – etwa am Schloss Charlottenburg. Widerstand gegen diese Pläne kommt aus den eigenen Reihen der Koalition, während es bei der Opposition Zustimmung gibt.

Versuche, die Gaslaternen auf Strom umzustellen, gibt es seit Jahren. Die Stadtentwicklungsverwaltung hat jetzt ein Konzept fortentwickelt, das unter der Regie des Bezirksamtes Mitte entstanden – und höchst umstritten – war. Mitte war von 2001 an für die Straßenbeleuchtung in ganz Berlin zuständig, verlor diese Kompetenz aber 2006 wieder an die Stadtentwicklungsverwaltung.

Dort habe man das Konzept von Mitte jetzt neu bearbeitet, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Manuela Damianakis. Demnach bleibt es dabei, die sogenannten Gasreihenleuchten durch Elektrolampen zu ersetzen. Beide Arten seien auch in der Leuchtkraft kaum zu unterscheiden. Die 8400 Gasleuchten in Peitschenmastform seien zudem in den 50er Jahren meist zwischen elektrischen Anlagen aufgestellt worden; vorwiegend im Westteil der Stadt, sagte Damianakis. Die 8400 Leuchten seien an insgesamt 343 Straßen platziert.

Das Umrüsten auf Strom soll nach Angaben von Damianakis rund 25 Millionen Euro kosten. Bei den Unterhaltungs- und Betriebskosten ließen sich aber anschließend jährlich 4,2 Millionen Euro sparen. Das Gas für den Betrieb einer Lampe koste derzeit im Jahr 322 Euro, für Strom müsse man dagegen nur 33 Euro aufbringen. Durch den geringeren Verbrauch ließen sich zudem rechnerisch 9200 Tonnen Kohlendioxid im Jahr bei der Energiegewinnung sparen.

Im nächsten Schritt will die Verwaltung dann auch die meisten der 30 000 Aufsatzleuchten in historischer Form abschaffen. Mitte hatte nach Angaben von Harald Büttner, dem Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes, eine Laterne entwickeln lassen, die nach dem Umrüsten von Gas auf Strom äußerlich von den herkömmlichen Gaslampen nicht zu unterscheiden sei. Das Straßenbild werde sich dann nicht verändern. Ob dieses Modell übernommen wird, stehe noch nicht fest, sagte Damianakis. Die Verwaltung habe zudem einen Forschungsauftrag erteilt, Leuchtdioden (LED) zu entwickeln, die wie Gaslaternen strahlen. Durchs Umstellen auf Strom würde man jährlich hier etwa 8,5 Millionen Euro sparen – bei Investitionskosten in Höhe von grob geschätzt 77 Millionen Euro. Danach würden dann jährlich 26 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Jutta Matuschek von den Linken bezweifelt dagegen, ob ein Umrüsten so einfach möglich ist. Zum Verlegen der elektrischen Leitungen müssten Straßen- und Gehwege aufgerissen werden. Marode und erneuerungsbedürftig seien außerdem vor allem die elektrischen Lampen, die gasbetriebenen seien dagegen meist in einem guten Zustand. Die Pläne der Verwaltung sollen in einem Koalitionsgespräch mit der SPD diskutiert werden.

Für das schnelle Umrüsten aller Gaslaternen haben sich gestern dagegen die Grünen und die FDP ausgesprochen. Damit würde auch das Problem der für die Gaslampen erforderlichen Glühstrümpfe minimiert, die radioaktives Thorium enthalten können, erklärte der baupolitische Sprecher der Grünen, Andreas Otto. Sein Kollege Klaus-Peter von Lüdeke von der FDP will durch den Einsatz von optimierten Leuchten mehr Licht an Straßen bei geringeren Kosten als heute schaffen lassen. Ein solches Konzept erfülle dann auch eine „kriminalpräventive Funktion“. Das romantische Faible der CDU-Fraktion für Gaslaternen gehe dagegen an den Realitäten vorbei.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.04.2008)
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Kommentare [ 34 ] Kommentar hinzufügen »

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von hermann hermann ist gerade offline | 8.4.2008 22:31 Uhr
Stadtbildpflege nicht vorhanden!
Es zeigt sich mal wieder, der Senat arbeitet weiter eifrig daran die Lebensqualität in dieser Stadt systematisch zu verschlechtern. Die Verantwortlichen begreifen mal wieder nicht, dass insbesondere die kleineren Gaslaternen in den Nebenstraßen auf besondere Weise Stadtbild prägend sind und positiv zu dem Charakter der Straßen beitragen. Genauso wie allgemein bekannte Discounter scheinbar für jeden Ort problemlos eine Baugenehmigung erhalten und dabei auch vor kleinen Grünflächen und Plätzen nicht halt gemacht wird. Gibt es in dieser Stadt eigentlich noch eine funktionierende Stadtplanung und Denkmalpflege? Offensichtlich nicht!
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von unbekannt | 8.4.2008 23:03 Uhr
Gaslaternen
Vorschlag an den Senat - Nehmt Kerzen -.
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von jb jb ist gerade offline | 9.4.2008 7:30 Uhr
@hermann
Nein, es gibt leider immer weniger Menschen, die das wahrnehmen, was Sie beschreiben. Mit dieser Tragik wird man sich wohl oder übel abfinden müssen, fürchte ich. Herr Stimmann ist der einzige in all den letzten Jahrzehnten gewesen, der da ein Ausnahme machte und noch das ABC der Stadtplanung beherrschte, was ihm stets als Rückwärtsgewandtheit ausgelegt (oder in Wirklichkeit doch eher: insgeheim geneidet?) worden ist. Wenn ich im Winter morgens aus dem Haus und meine Strasse runterlaufen, dann geniesse ich noch dieses wunderbare fahle, aber auch warme und irgendwie anheimelnde Gaslaternenlicht und kann mich sogar (in Neukölln) beinahe einen Moment lang in ein zilleartiges Milieu versetzen und ein ganz kleines bisschen erahnen, wie es früher einmal war, durch die Strassen Berlins zu gehen. Die Gaslaternen sind ein Alleinstellungsmerkmal Berlins, selbst in England gibt es sie kaum noch. Man sollte sie ALS GASLATERNEN weiterhin betreiben. Altes taugt noch immer, wie auch der Airport THF!
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von quefaire quefaire ist gerade offline | 9.4.2008 8:34 Uhr
"Danach würden dann jährlich 26 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. "
Was ist denn das für eine Milchmädchenrechnung? Bei der Produzierung des Stroms wird doch auch CO2 freigesetzt, ganz zu schweigen von den Verlusten durch den Transport.
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von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 9.4.2008 9:45 Uhr
Kein Handlungsbedarf
Typisch - in einer kleinen Angelegenheit will der Senat offenbar Handlungsfähigkeit beweisen. Er sollte lieber nach dem Prinzip vorgehen - "If it ain´t broke, don´t fix it!"
Es gibt genügend andere Betätigungsfelder in Berlin!
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 9.4.2008 10:19 Uhr
Wir spiegeln mal ...
Man stelle sich vor, die Schlagzeile hätte gelautet: "Senat plant Ausweitung der Gasbeleuchtung." Na, das Geschrei hätte ich hier nicht lesen mögen ...
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von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 9.4.2008 10:43 Uhr
@klaus_weiss
Primär geht es doch um die Kosten einer Umstellung, egal Elektrisch zu Gas oder umgekehrt. Bei einer Schuldenlast, wie Berlin sie hat, verbieten solche Eskapaden sich doch von selbst! Sollte das Vorhaben, die Gasbeleuchtung abzuschaffen durchgesetzt werden, verliert Berlin enorm viel an Glaubwürdigkeit. Das Gejammere um mangelnde Finanzen würde den Berlinern kein Aussenstehender mehr abnehmen! Oder ist man in Berlin der Meinung, dass beim vorhandenen, riesigen Schuldenberg auch die Millionen, welche die geplante Umstellung verschlingt, keine Rolle mehr spielen? Hier hat man Geld, aber eine Jugendförderung wie die "Arche" in Hellersdorf sollte mangels finanzieller Mittel geschlossen werden. Da musste die freiwillige Feuerwehr aus St.Pölten (Österreich) mit Geld- und Sachspenden einspringen. Ich war tief erschüttert, wie tief Berlin gesunken ist. "Gestern standen sie kurz vor dem Abgrund - heute sind sie einen riesigen Schritt weiter!" Hans-Peter Lepper, Zürich
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von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 9.4.2008 10:31 Uhr
C02 und so...
Also das ist für mich neben "BIO" die Buchstabenfolge mit dem grössten Anteil an Beschiss: die angeblich "saubere Energie Strom" ist nämlich gar nicht so sauber, wie es uns weisgemacht werden soll! In den 50er und 60er Jahren war ich als Schüler oft im Sommer in den "Ferienkolonien" der Stadt Zürich, zumeist im Bündnerland. Damals wurden die grossen Staudämme gebaut. Ganze Alpentäler waren vom Zementstaub zugedeckt, es sah aus, wie Leichentücher. Um diese 100'000e von Tonnen Zement herzustellen, brauchte (und baucht man noch heute) es sehr viel an fossiler Energie! Jeder zusätzliche Stromverbraucher braucht auch zusätzliche Stromproduzenten. Aber: auch heutige Kraftwerke werden noch immer mit Beton gebaut, bei dessen Herstellung enorm viel Co2 produziert wird. Soviel zum Thema saubere Energie... Leute, lasst Euch doch nicht immer wieder von selbst ernannten "Experten" im Dienst der Stromwirtschaft anlügen!
Hans-Peter Lepper, Zürich
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von nachdenken nachdenken ist gerade offline | 9.4.2008 10:36 Uhr
Stadtbild
Es ist zu hoffen das "historisch wichtige Orte" sehr weit ausgelegt wird. Auch kleine historische Straßen (Kreuzberg, Neukölln z.B.) gehören hierzu. An anderen Stellen kann man womöglich darauf verzichten. Klimaschutz ist sicher ein Argument aber von einem Senat der an seinen Dienstwagen an dieser Stelle nicht sparen mag nicht ganz ernst zu nehmen.
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von gluewuermchen gluewuermchen ist gerade offline | 9.4.2008 11:17 Uhr
Berliner Gaslaternen
Wenn man nachts durch die Berliner Straßen geht oder fährt, fällt eines auf: Viele elektrische Laternen sind verdreckt, trüb, manche stehen seit langem (seit Jahren!)schief, weil mal einer dagegengefahren ist. Im Ostteil bröseln Unmengen kaputter Betonmaste mit Elektrolampen vor sich hin, in Mitte (Friedrichstraße, Leipziger Straße) stehen schicke hübschhässliche Elektro-Laternen, oben meist mit 2 Laternen-"köpfen". Dummerweise geht davon im Durchschnitt jede vierte nicht, oder ist trüb. Oder wenn sie mal geht, dann blendet sie. Eine klasse Anschaffung des Senats. Soll sehr teuer gewesen sein, der Hersteller dürfte sich am Strand von Acapulco die Hände reiben. Die Gaslaternen leuchten wunderbar, geht mal nach Lichtenrade...oder Lichterfelde...oder Zehlendorf. Ein Gefunkel ist das! Klar gibts auch da mal einen Ausfall, na und? Die Gaslaternen sind fast durchweg TOP in Ordnung. Hinter der ganzen Sache stecken Elektrofirmen, die spitz darauf sind, ihre Billig-Elektro-Lampen los zu werden.
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von ernstkowalski ernstkowalski ist gerade offline | 9.4.2008 11:25 Uhr
Milchmädchen
Nicht nur, weil sich dererlei Berechnungen in Berlin schon oft als Seifenblasen erwiesen haben (siehe Umweltzone), ist die Einsparung nicht ganz zu Ende gedacht: Die Gaslaternentechnik ist doch robuster und langlebiger wie E-Laternen. Die Wartungskosten üssen also mitberechnet werden.

Vielleicht ist aber auch die damalige Vergabe der Lampen an Nuon an die Bedingung geknüpft worden, dass die Wartungsosten steigen, wer weiss das schon...
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von konfuzius konfuzius ist gerade offline | 9.4.2008 11:25 Uhr
@ Züricher

In Anbetracht der Tatsache, dass die Kosten für eine Gaslaterne 11 mal so hoch sind wie mit Strom, haben Sie bei Ihrer Ausführung leider unberücksichtigt gelassen. Nach 6 Jahren sind diese Umstellungskosten also wieder eingeholt, und von da an spart Berlin jährlich über 4 Millionen Euro. Wenn das mal kein gutes Argument für eine Umstellung ist, weiß ich auch nicht.
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von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 9.4.2008 13:14 Uhr
@Konfuzius
Das glaube ich nur schon deshalb nicht, weil ich keiner Statistik glaube, die ich nicht selber fälschte. Aber, auch wenn dem so wäre: die Umbaukosten werden hier vollkommen "aussen vor" gelassen. Diese sind, nach meinen Erkenntnissen, schlichtweg horrend. Sie entsprechen in etwa dem eines Beleuchtungs-Neubaus. Und sie verbieten sich deshalb, angesichts des riesigen berliner Schuldenbergs, von selber. Zudem werden viele Aspekte nicht beachtet: Berlin ist nur an wenigen Orten so schön, wie viele andere Städte, die ich in Deutschland kennenlernen dufte. Einen Grossteil dieser verblassenden Schönheit machen aber die warmen Gaslampen aus. Ihr habt ja keine Ahnung, wie sehr viele Leute Berlin um diese vielen Gaslampen beneiden! In Zürich wurden alle gemeuchelt - bis auf eine. Für mich gehört Euere Gasbeleuchtung zum Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Deshalb lehne ich diese Umstellung ebenfalls ab.
Hans-Peter Lepper, Zürich (N.B.: es heisst "Zürcher" - ohne "i", gemäss Uni Zürich)
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von konfuzius konfuzius ist gerade offline | 9.4.2008 14:11 Uhr
@ zürcher

Nun ja, es handelt sich hier ja nicht um ein paar Gaslaternen, sondern offenbar um 38.000 Laternen, die ausgewechselt werden! Insgesamt hat Berlin so um die 44.000 - von weltweit 77.000! Es befinden sich also von allen Gaslaternen dieser Welt über die Hälfte in Berlin. Irre, nicht wahr?
Ich finde die geplante Auswechslung auch sehr schade, und vielleicht ist das Ausmaß der Auswechslung zu groß. Aber angesichts dieser Zahlen bin ich sofort eingeknickt. Einen solchen Luxus kann sich Berlin bei dem horrenden Schuldenberg einfach nicht leisten.
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von mino43 mino43 ist gerade offline | 9.4.2008 11:29 Uhr
Leuchtdioden (LED) zu entwickeln, die wie Gaslaternen strahlen
"Leuchtdioden (LED) zu entwickeln, die wie Gaslaternen strahlen"
Wenn das gelingt, dann könnte man denen Form und Farbe der Glühstrümpfe geben und es sollten doch alle zufrieden sein.
LEDs sind äußerst sparsam im Verbrauch, halten sehr lange und sind im Prinzip wartungsfrei. Und wie hell die schon sein können, sieht man ja an diversen inzwischen umgerüsteten Verkehrsampeln.
Apropos Wartung; LEDs halten auch jedem Vandalismus besser stand, als Glühstrümpfe.
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von berlinradler berlinradler ist gerade offline | 9.4.2008 15:12 Uhr
Sparsamkeit von LEDs
Heutige Leuchtdioden sind eher zur Punkt- als zur Flächenbeleuchtung geeignet. Die Lichtausbeute ist schlechter als diejenige von Leuchtstofflampen. Die Leuchstärke einer auch nur schwachen Glühlampe ist heute mit LEDs nicht annähernd zu erreichen. Sinnvoll sind Leuchtdioden allenfalls in Fahrzeugen und an Ampeln.
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von miles miles ist gerade offline | 9.4.2008 11:34 Uhr
...
Ich finde das gerade die alten Gaslaternen erhalten bleiben sollten. Ich persönlich würde sie vermissen. Sie machen, wie andere hier schon angemerkt haben, das besondere Flair in Berlin aus. Gerade in den kleinen Seitenstraßen!
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von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 9.4.2008 14:17 Uhr
Gaslaternen in Zürich und Schlieren
Vielleicht lässt der Tagesspiegel für einmal zu, dass ich einen Beitrag mit Links veröffentliche. Es handelt sich um die letzte überlebende Gaslaterne in Zürich-Enge, nahe dem SBB-Bahnhof Enge, an der Bürglistrasse. Es ist für mich jede Woche ein Muss, sie zu betrachten, denn ihre Schönheit ist bei Tag und Nacht einmalig:
http://img100.imageshack.us/my.php?image=11wl4.jpg
http://img100.imageshack.us/my.php?image=14oi8.jpg
Sie steht bei der Verwaltung der Gasversorgung Zürich. In Zürich gab es einst einen ganzen Wanderweg, der mit Gaslaternen beleuchtet war, und zwar vom Üëtliberg hinunter zum Albisgütli. Leider wurden sie gemeuchelt, obwohl viele Wanderer sich für sie und ihren Erhalt einsetzten. Dann steht noch eine Einzellaterne nahe dem ehemaligen Gaswerk Schlieren bei Zürich:
http://img176.imageshack.us/my.php?image=hpim9500mtsp3.jpg
Oh, Ihr glücklichen Berliner: macht das nicht auch kaputt!
Hans-Peter Lepper, Zürich
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von gluewuermchen gluewuermchen ist gerade offline | 9.4.2008 14:44 Uhr
Gaslaternen/Kosten
Die aufgemachten Zahlen des Senats, die offenbar auch FDP und die Grünen glauben, sind an den Haaren herbei gezogen. Man kann die Kosten einer Gaslaterne exakt auf Basis des Berliner Haushaltsplans ausrechnen. Man nehme die Haushaltstitel 517 09, 521 38, 521 39, 720 14, 720 15 und 119 61 (Rückerstattung der Erdgassteuer, weil die Erzeugung von Licht aus Gas steuerfrei ist), dann kan man ganz einfach die Kosten errechnen und durch die Anzahl der jeweiligen Leuchten dividieren. Dann sieht man ganz schnell, wieviel mehr eine Gasleuchte im Vergleich zu einer E-Leuchte kostet, es sind etwa 180 Euro pro Leuchte und Jahr. Nun kommt aber die viel längere Lebensdauer der Gasleuchte hinzu. Der Senat gibt selbst an, das der Aufbau einer Elektroleuchte 3000 Euro kostet. Bei einer 1 zu 1 Umstellung wären das bei 44000 Gasleuchten ...na wieviel?: Richtig: 132 Millionen Euro. Jetzt weiß jeder, wer hier mit völlig falschen Zahlen hantiert. Das soll sich dann irgendwann rechnen? Ein schlechter Witz!
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von jb jb ist gerade offline | 9.4.2008 15:46 Uhr
@gluehwuermchen
Danke für Ihre interessante Berechnung, die das Ganze doch schon in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Ich bezweifle die Riesenersparnis nämlich auch. Und Dank an unseren Zürcher (ich meine, ganz streng grammatikalisch gesehen müsste es doch aber eigentlich Züricher heissen, oder nicht?), dass er uns mal ahnen lässt, was für ein Kapital wir da in unserer insgesamt nicht gerade mit einem schönen Stadtbild betörenden Metropole haben. Die Lampen sollten unbedingt mit Gas weiterbetrieben werden - dass der Umweltschutzbeitrag einer Umstellung nennenswert wäre, bezweifle ich übrigens ebenfalls. Es gibt ausserdem unendlich viel wichtigeres zu tun, wie z.B. den Flughafen THF offenzuhalten - noch so ein international bewundertes, so nur in Berlin zu findendes Merkmal der Stadt.
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von konfuzius konfuzius ist gerade offline | 9.4.2008 16:32 Uhr
@ gluewurmchen: Glühwürmchen vs. KPMG
Sind Sie sicher, dass die Kosten nur 132 Millionen betragen werden? Sind es nicht vielleicht eher 132 Milliarden Euro, also über das Doppelte unseres Schuldenberges!
Aber Scherz beiseite. Ich wünschte mir ja so, dass Sie recht hätten! Aber irgendwas kann bei den von Ihnen zugrunde gelegten Zahlen nicht stimmen. Die Kalkulation stammt immerhin von KPMG und nicht von Harald Wolf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich um das Fünffache verrechnet haben sollen.
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von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 9.4.2008 18:02 Uhr
Die Schuldenlast Berlins
Ich las irgendwo, dass die Schuldenlast Berlins 69 Milliarden Euros betragen soll. Bei "berlin.de" erfuhr ich dann, dass in dieser riesigen Stadt 3,4 Millionen Menschen leben sollen. Zumindest sind so viele angemeldet. Nun habe ich mal ausgerechnet, wie hoch die Schulden eines einzelnen Berliners sind, und zwar vom gerade erst Geborenen bis zum ältesten Greis: ich komme dabei auf den Betrag von EUR 20294.12 (auf den Cent aufgerundet). Das ist doch nicht viel - da könnte man gleich alle Gaslaternen "elektrisieren". Andererseits frage ich mich schon, ob der erste Schrei von berliner Neugeborenen seine Ursache im Schrecken hat, von Anfang an so hohe Schulden zu haben! Leute - wie wollt Ihr davon wieder runterkommen? Wenn man in die Grube fährt, kann einem sowas ja egal sein. Doch von Geburt an? Ganz sicher erledigt sich das nicht mit absolut unnötigen Ausgaben, so lange in dieser Stadt noch so vieles im Argen liegt!
Hans-Peter Lepper, Zürich
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von gluewuermchen gluewuermchen ist gerade offline | 9.4.2008 20:15 Uhr
Kosten für die Umrüstung
Meine Berechnung basiert auf dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung selbst verfassten Gesamtkonzept für die öffentliche Beleuchtung (Drucksache 16/0819) vom 13.09.2007. Dieses Konzept sah allerdings "nur" die Demontage der sogenannten Gasreihenleuchten vor. Alles andere sollte bleiben. War wie wir nun wissen GELOGEN! Unter Punkt 5.2.1. des Konzepts (Seite 11) werden für den Austausch von 8400 Gasreihenleuchten 25 Millionen Euro veranschlagt. Der Senat geht also von etwa 3000 Euro UMSTELLUNGSKOSTEN pro Gaslaterne aus. Also, rechnen kann ich noch einigermaßen: 44000 umzurüstende Gasleuchten multipliziert mit 3000 Euro: Was macht das wohl? 132.000.000 (in Worten: 132 Millionen) Euro! Und jeder weiß: Derartige Kosten explodieren schon nach kurzer Zeit, das war schon immer so bei öffentlichen Aufträgen/Vergaben, vor allem im Straßenbau, Bahnbau oder ähnlichem. Am Ende werden noch ganz andere Zahlen herauskommen....
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von orgetorix orgetorix ist gerade offline | 9.4.2008 20:27 Uhr
Klima schützen...
Wäre am wirkvollsten, wenn gewisse Herrschaften weniger Gas in der Lampe hätten...
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von monitor monitor ist gerade offline | 9.4.2008 21:48 Uhr
Danke
Das war mal wieder ein wunderbarer Beweis, das solche Foren die Menschen weiterbringen können. Jemand wird ein gedanklicher Fehler vorgehalten, der gibt es zu und hilft der Diskusion auch dadurch weiter,die anderen greifen es auf, wirklich beachtenswert. Ich hab viel Information erhalten und konnte mir so eine gefestigtere Meinung bilden.
Laßt es so wie es ist. Wer Gaslaternernen gegen Stromlaternen tauschen will, muß ein Elektrolaternenunternehmen unterstützen wollen, oder nur auffallen wollen.
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von tramstadt tramstadt ist gerade offline | 9.4.2008 23:52 Uhr
Gegenteil von Umweltschutz
Abgesehen davon, dass der Strom in seiner Erzeugung fast nie „sauber“ ist und man die angebliche CO2- und Asbestbelastung der Gasbeleuchtung getrost in den Skat drücken kann, gibt es zwei Aspekte dieser Umstellungpläne, die das Gegenteil von Umweltschutz darstellen: Einerseits würde durch Massenbaustellen erheblich in das Wurzelwerk der zahlreichen Straßenbäume eingegriffen, andererseits würde das umweltschonende Licht (1. blendfrei und 2. ungefährlich für nachtaktive Insekten, weil kein UV-Anteil im Lichtspektrum enthalten ist) durch umweltschädliches ersetzt.
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von tramstadt tramstadt ist gerade offline | 9.4.2008 23:56 Uhr
Zerstörung eines Kulturguts
Es wird richtigerweise immer wieder der Wert dieses weltweit einmaligen Kulturguts betont. Andere Weltstädte haben das längst begriffen: London bewirbt seine zumindest reichlich 1000 Gasleuchten mit Stadtführungen „Visit London by Gaslight“, Prag ist dabei, rund 3000 Gasleuchten in der Altstadt neu (!) aufzustellen (übrigens mit hochmoderner Technik aus Berlin). Berlin sollte seine 44.000 Gasleuchten endlich als Standortfaktor begreifen und nutzen (à la „Sei helle, sei Gaslicht, sei Berlin“).

Zu Recht werden alljährlich hohe Summen für den Denkmalschutz ausgegeben - warum nicht auch ein kleiner Teil für die Mehrkosten der Gasbeleuchtung, wenn dieses schützenswerte Kulturgut auf diese Weise erhalten werden kann? (Zumal für die langfristige Vermeidung dieser Mehrkosten kurz- und mittelfristig Rieseninvestitionen nötig wären.) Und so schlimme Geldfresser können Gasleuchten nicht sein, wenn Prag derart in deren Neuanschaffung investiert...
Comment
von eisguenni eisguenni ist gerade offline | 10.4.2008 0:49 Uhr
Bitte nicht noch mehr davon.....
Mit Sorge beobachte ich die so genannte Modernisierung der
Berliner Straßenbeleuchtung.Überall wo bis jetzt diesbezügliche
Arbeiten durchgeführt wurden domminiert ein extrem grelles ,
und menschenverachtendes orange-gelbes Licht anstelle von
Gasleuchten oder auch Leuchtstoffröhren.Auch das warmweisse
Licht der Leuchtstoffröhren verschwindet immer mehr.
Eine Bitte an die Verantwortlichen des Berliner Senates :
Lasst Die Berliner Straßenbeleuchtung so wie sie ist
( natürlich mit Ausnahme der brösenlden Betonmaste )
damit berlin auch bei Nacht sehenswert bleibt.
Mit den Gasleuchten verschwindet ein bedeutendes und liebenswertes Merkmal von Berlin.
Comment
von eisguenni eisguenni ist gerade offline | 10.4.2008 1:05 Uhr
Sparsamkeit...
...Sparsamkeit ist sicher ein ernst zu nehmendes Argument -
aber bitte nicht um jeden Preis !
Comment
von flexton flexton ist gerade offline | 10.4.2008 7:42 Uhr
Wo ist das Problem?
Ich war vor kurzem in Augsburg - wunderschöne Stadt übrigens, wer sich eine Städtereise überlegt es gibt auch noch was anderes als München oder Hamburg - dort gibts überall diese alten Gaslampen in denen aber absolut authentisch ein elektrisches Licht leuchtet. Die müssen das also irgendwann mal umgerüstet haben, was sicherlich viel teurer ist als einfach neue Lampen zu kaufen. Aber die haben das ja auch irgendwie geschafft ;-) Einfach mal in Augsburg nachfragen?!
Comment
von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 10.4.2008 10:34 Uhr
@flexton
Also bitte!!! "Wer sowas vorschlägt..." Nein - diesen Satz darf ich nicht so zu Ende schreiben, wie ich es tun müsste. Genau solche intelligente Menschen waren es, die auf dem Genfersee einst Schaufelraddampfer auf Antrieb mit Dieselmotoren umrüsten liessen! Man könnte auch in die Kessel von Dampfloks Dieselmotoren einbauen lassen. Das käme sicher billiger als die altmodische Art, Dampf zu erzeugen. Im zürcher Norden gibt es eine Parkeisenbahn, deren erste Dampflok eine Nachbildung der ersten schweizer Dampflok "Limmat" war - angetrieben mit einem Zweitaktermotor eines Kreidler Florett! Nun müssen die "Dieseldampfer" auf dem Genfersee aufwändig wieder auf Antrieb mit einer Dampfmaschine zurückgebaut werden. Was ja auch fast nichts kostet! "Elektrisierte" Gaslampen sind mir ein Gräuel. Genauso wie die, welche ich in "Mitte" entdeckte: statt einem Beleuchtungskörper war eine Kamera drin... Pfui Teufel!
Hans-Peter Lepper, Zürich
Comment
von zuerihegel_hp zuerihegel_hp ist gerade offline | 10.4.2008 13:38 Uhr
"Big Brother" macht in Gas!
Berlin verursacht bei vielen Besuchern, die etwas genauer hinschauen, schon mehr als nur ein Kopfschütteln! Als Stadtwanderer entdeckte ich nahe Honeckers Lampenladen diese Perversität:

http://img212.imageshack.us/my.php?image=berlin191220066017bvc9.jpg

Es ist eine Überwachungskamera, die als Gaslampe getarnt ist! SO kann man es natürlich auch machen, wenn man die Gaslaternen loswerden möchte! Dann hätte ich noch einen Vorschlag: hier geistert doch ein "Gluehwuermchen" umher. Könnte man die Gaslampen nicht mit solchen putzigen Tierchen beleuchten? Die wären noch billiger als elektrischer Strom! /Ironie aus.
Hans-Peter Lepper, Zürich
Comment
von lumpi lumpi ist gerade offline | 12.4.2008 14:27 Uhr
LEd für die Straßenbeleuchtung
Seit in Düsseldorf die Stadtwerke aus Werbegründen eine Straßenbeleuchtungsanlage mit LED-Leuchten errichtet haben, sind viele Kommunalpolitiker geblendet vom Glanz der LED.
Die Wahrheit ist. LED´s sind bei weitem nicht so effizient wie die Lampen, die z.Z. in der Straßenbeleuchtung zur Anwendung kommen. Sie Erzeugen durch den Betrieb viel mehr Energiekosten und produzieren dadurch mehr CO2. Die LED´s blenden immens und sind eher gefährlich beim Einsatz, da Autofahrer Gefahren und Fussgänger kaum noch wahrnehmen können und die Leuchten sind viel teurer als herkömmliche Leuchten. Die LED-Leuchten halten rund 50.000 Betriebsstunden, was bei einer Strassenbeleuchtungsbetriebszeit von 4.200 Stunden pro Jahr 12 Jahre Lebensdauer bedeutet. Danach muss die Leuchte komplett getauscht werden. Eine normale Straßenleuchte hält 30 Jahre und länger.
Kurz: LED ist teuer, umweltbelastend und ungeeignet
Und dafür gibt man Geld für einen Forschungsauftrag aus?

Prima!!!!!!
Comment
von gluewuermchen gluewuermchen ist gerade offline | 17.4.2008 7:28 Uhr
Kritische Betrachtung nicht erwünscht?
Es fällt auf, dass der Tagesspiegel-Artikel das Vorhaben des Senats kaum kritisch hinterfragt. Außerdem werden die Gegenargumente nicht veröffentlicht, trotz 33 Kommentaren auf dieser Seite werden keine Leserbriefe veröffentlicht, obwohl bestimmt welche vorliegen. Was soll das? Für mich sieht kritischer Journalismus anders aus. Offenbar will man das Medien-Echo klein halten, damit die Senatsverwaltung mit ihrem unseligen Vorhaben klammheimlich loslegen kann. Siehe Torgauer Straße in Schöneberg. Schon vor Monaten dem Tagesspiegel mitgeteilt, eine Veröffentlichung darüber...? Fehlanzeige. Ich bin über diese Zeitung maßlos enttäuscht!

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