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Grünanlagen

Die Furcht vor der Parkgebühr

In Schöneberg müssen die Anlieger die Kosten einer neuen Parkanlage tragen. Bei großen Grünanlagen von überregionaler Bedeutung, wie etwa dem Tempelhofer Flughafen-Areal, müssen Anwohner jedoch nicht zahlen.
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Von der Brache zum Park. Auch hier am Gleisdreieck soll eine gepflegte Grünanlage entstehen. Oliver Schworck (SPD), Stadtrat in Tempelhof-Schöneberg, hält es aber für unwahrscheinlich, dass Anwohner dafür zur Kasse gebeten werden. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
In Schöneberg müssen die Anlieger die Kosten einer neuen Parkanlage in Millionenhöhe tragen. Nach dem Beschluss des Verwaltungsgerichtes fürchten viele Berliner, ebenfalls zur Kasse gebeten zu werden. Darunter auch Anwohner des ehemaligen Flughafens Tempelhof, auf die angesichts der gigantischen Fläche immense Forderungen zukämen. Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt man allerdings Entwarnung. Die Regelung im Erschließungsbeitragsgesetz ist alt, kommt aber kaum zur Anwendung. Nicht nur die Kosten für neu gebaute Straßen können auf die Anlieger umgelegt werden. Gleiches gilt für neu angelegte Grünflächen, die der Erschließung von Baugebieten dienen. Heute werden solche Parks bei Neubauprojekten meist als Ausgleichsmaßnahmen durch Dritte finanziert, sagt Stadtrat Oliver Schworck (SPD). In Tempelhof-Schöneberg mussten zuletzt in den 90er Jahren zwei Grünanlagen von den Anliegern bezahlt werden.

Theoretisch käme dies auch bei der Neugestaltung des Areals des Flughafens Tempelhof in Betracht, sagt Manuela Damianakis, Sprecherin der Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Wegen der für die Anwohner bei solchen Geländegrößen unzumutbaren Kosten wird aber bei Grünanlagen von überregionaler Bedeutung auf eine Umlage verzichtet. Die Verwaltung verweist auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes aus dem Jahr 1988 (8 C 71.87).

Die Anlieger kleiner Parks werden dagegen zur Kasse gebeten. Wie berichtet, hat das Verwaltungsgericht in zwei Eilverfahren die Umlage von 1,7 Millionen Euro für die 2004 errichtete Parkanlage am Winterfeldtplatz für zulässig erklärt. Betroffen sind die Besitzer von Grundstücken, die sich in einem Umkreis von 200 Metern befinden. Die Verwaltungsrichter gingen über die Auffassung des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg hinaus. Aus ihrer Sicht hätten auch Grundstücke, die von der 200-Meter-Linie nur gestreift werden, mitberücksichtigt werden müssen. Deshalb reduzierten sie den Forderungsbetrag um drei Prozent.

Offen ist noch, ob die Kosten von den Grundstückseigentümern an die Mieter weitergegeben werden können. Grundsätzlich sei das nur im sozialen Wohnungsbau möglich, sagt der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Hartmann Vetter. Beim größten Betroffenen, der Pallasseum Wohnbauten KG, die den „Sozialpalast“ an der Pallasstraße mit über 500 Wohnungen besitzt und knapp 150 000 Euro zahlen soll, war bisher keine Stellungnahme erhältlich.

Die Gesetzesregelung ist eindeutig, hat aber nie eine große Rolle gespielt, da „Berlin im Prinzip eine erschlossene Stadt ist“, sagt Dieter Blümmel, Sprecher von Haus & Grund, dem Bund der Berliner Haus- und Grundstücksbesitzervereine. „Einen solchen Fall hatten wir noch nicht“, sagt Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU), gleichermaßen äußert sich sein Kollege Uwe Stäglin (SPD) aus Steglitz-Zehlendorf. „Für uns ist das überhaupt kein Thema“, sagt Stadtrat Martin Lambert (CDU) in Reinickendorf. Auch in Tempelhof-Schöneberg sind keine weiteren Umlagen geplant, betont Schworck. Für den Gleisdreieckpark wird die Rechtslage geprüft, auch hier erscheint ihm eine Erschließungsbeitragspflicht eher unwahrscheinlich.

In Spandau spricht Baudezernent Carsten-Michael Ryding (CDU) von einer „Frage der Definition des Erschließungsbegriffes“. „Es kommt auf den Willen des Bezirks an“, sagt auch Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). Vor längerer Zeit habe man dort zwei neue Parks als übergeordnete Grünanlagen konzipiert und auf diesem Weg eine Umlage vermieden. Rainer W. During

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.10.2009)
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Kommentare [ 11 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von Stratos Stratos ist gerade offline | 11.10.2009 21:16 Uhr
Zahlungsaufforderung an User "Southcross" senden :-)
@southcross
Eigentlich könnten Sie sich ja als Schliessungsbefürworter des Flughafen Tempelhof freiwillig an den Kosten für das ""Tempelhofer Feld"" beteiligen. Sagen wir so 9.000 EUR?? oder vielleicht doch ein bisschen mehr? Sie wollen es ja da soooo schön grün haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie oder Ihr Vermieter eine Zahlungsaufforderung vom Bezirksamt bekommen würden :-))))). Ach ja und die Genossen in Ost-Berlin könnten auch gleich mitzahlen.

Mein Gott was für ein Wahnsinn der hier in Berlin abläuft. Es wird wirklich Zeit das Rot/Rot abgewählt wird.

Comment
von lionfood lionfood ist gerade offline | 11.10.2009 22:38 Uhr
Ist doch einfach
Da sollten sich die Anwohner jetzt aber auch Stacheldraht kaufen, im 200 Meter Radius um den Park alles dicht machen, und von Nichtanwohnern Eintritt verlangen. Ist ja jetzt ihr Park.
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von angel angel ist gerade online | 12.10.2009 13:25 Uhr
Unsinn !
Nur weil Anwohner Erschließungskosten zahlen müssen, dürfen sie den Park nicht einzäunen. Wer Erschließungskosten für eine Straße o.ä. zahlt, darf die auch nicht alleine benutzen.
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von cabotine cabotine ist gerade offline | 11.10.2009 23:18 Uhr
nicht alles was heutzutage passiert
ist von Rot-Rot zu verantworten...
das wird in dem Artikel ja auch deutlich, aber man kann es scheinbar trotzdem unter jeden Artikel schreiben...
fragen Sie doch mal in der Redaktion an, vielleicht lässt sich das automatisieren, dann haben Sie u.a. nicht jedesmal die Mühe das selbst zu schreiben, wobei dann geht Ihnen ja vermutlich auch ein wenig Spaß im Leben verloren...
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von eli_genf eli_genf ist gerade offline | 12.10.2009 1:44 Uhr
Internationale Gartenausstellung 2017?
Wo bleibt eigentlich der 100-Millionen-Deal?

Am Sonntag, dem 11. 10 sollte doch die IGA 2017 nach Berlin vergeben werden (oder Aachen, oder...), aber dann:

Link: Aachener Nachrichten: Entscheidung über Gartenschau 2017 vertagt



Zitat von Aachener Nachrichten

Im Klartext: Offensichtlich hatten sich sowohl die Aachener als auch die Berliner Bewerber außer Stande gesehen, wesentliche vertragliche Eckpunkte rechtzeitig bis zum vergangenen Freitag, dem 9. Oktober, feinabstimmen zu können



An der Dynamik der Berliner kann es doch nicht liegen?

Link: Berlin bewirbt sich – oder: Ein Jahr ein Jahr vom Beschluss zur Website
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von berlin14057 berlin14057 ist gerade offline | 12.10.2009 7:07 Uhr
Wieso in Berlin
Da sind Sie aber ganz schön auf dem Holzweg. Solche Umlagen für Erschließungen gibt es nicht nur in Berlin, sondern überall im Lande und hat NICHTS mit Rot/Rot zu tun, sondern damit, dass Politiker aller Parteien unser Land über 40 Jahre finanziell ruiniert haben und nun überall abkassieren wo es nur geht.
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von iris.s iris.s ist gerade offline | 12.10.2009 15:46 Uhr
@berlin14057
das geht schon ganz eine weile so - weg vom steuer- hin zum gebührenstaat!

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von ar ar ist gerade offline | 12.10.2009 9:26 Uhr
Große Klappe, aber...
nur Unkenntnis dahinter. Das Erschließungsbeitragsrecht ist Bundesrecht, wie Sie bei eine Besuch in der ZLB oder der Senatsbibliothek nachschlagen können. Die Kommunen haben es anzuwenden. Allein durch Unterschiede im Ausbaustandard und ein gewisses "Schummelengagement", höhere Summen aus irgendwelchen Töpfen der EU zu finanzieren, kann die Verwaltung die Anwohner entlasten. In der Grundtendenz ist das gewünscht, denn Erschließung und eine opulente Grünanlage verbessern i.d.R. den Marktwert eines Grundstückes: Wer profitiert, soll zahlen.
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von serafin serafin ist gerade offline | 12.10.2009 10:39 Uhr
Schöneberg/Tempelhof
Schöneberg/Tempelhof wird nicht von rot/rot regiert. Das ist, wie ja auch aus dem Artikel erkennbar, eine Bezirksangelegenheit. Immer einfach erst einmal ohne langes Überlegen draufschlagen? Hier traf es die/den Falschen!
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von lizzzy lizzzy ist gerade offline | 12.10.2009 15:00 Uhr
Leuthenerplatz
Na da weiß ich ja auf was wir uns auf der Roten Insel gefasst machen müssen...wenn der Leuthenerplatz über die Naumannstrasse ins Gewerbegebiet nen neuen Grünzug bekommt, zahlen das dann auch die Anwohner??? Wurden wir gefragt, ob wir das wollen???
Schön Dank auch...
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von whoelse whoelse ist gerade offline | 16.10.2009 22:13 Uhr
@lizzzy
1. Es heißt Leuthener Platz.
2. Es hat mindestens 3 Informationsveranstaltungen des Bezirksamts gegeben. Wenn Sie allerdings darauf warten, dass mit Ihnen zuhause ein Termin gemacht wird, dann dürften Sie uninformiert bleiben. Sie können sich im Übrigen auch über das Internet informieren, da gibt es alle Details unter der Seite zum Stadtumbau-West.
3. Der Umbau wird aus Mitteln des Programms Stadtumbau-West bezahlt. Es fallen keine Anliegerbeiträge an.
4. Es besteht kein Anlass zur Empörung.

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