Wie kann Berlin verhindern, dass in Problembezirken Parallelgesellschaften entstehen? Was Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky empfiehlt.
Sie sind nach Rotterdam und nach London gereist, um sich anzuschauen, wie man dort mit den Problemen von Verwahrlosung, Parallelgesellschaften, Kriminalität umgeht. Welche Stadt ist weiter?
Eindeutig Rotterdam, in London beginnt man erst jetzt in einzelnen Stadtteilen gegenzusteuern. Aber es gibt auch Stadtteile wie Whitechapel im Osten von London, da fühlt man sich wie in Kabul. Die Mainstream-Kleidung der Frauen ist die Ganzkörperverhüllung. Oder Brixton, da sehen sie nur Schwarze auf der Straße. Es wird offen gedealt. Das sind gekippte und wohl auch aufgegebene Gebiete. Im U-Bahnhof von Whitechapel hängen die Kabel von der Decke, da ist keine Fliese an der Wand, nur jede dritte Lampe geht. Eine beklemmende Atmosphäre. Auch die im Stadtbild deutlich erkennbaren Sozialbauten bieten einen furchtbaren Anblick. 2007 gab es in London 32 jugendliche Mörder zwischen 10 und 17 Jahren!
Wie reagieren die Briten?
Die Behörden haben in den Bezirken, die noch nicht gekippt sind, vor zwei Jahren begonnen einzugreifen. Der Einzelne weicht aus. Kaum ein bürgerlicher Engländer schickt sein Kind auf staatliche Schulen. Die sind für die Unterschicht da. Die anderen schicken ihre Kinder auf Privatschulen, ab 1000 Pfund monatlich. Ansonsten lebt man nebeneinander her.
Warum ist das schlimm? Solange Geld dafür da ist und sich die Gruppen vertragen?
Die kulturelle Identität geht verloren. Es entsteht ein Sammelsurium, in dem sich die Leute nicht mehr mit einem Staatswesen und seinen Grundwerten identifizieren. Auch nicht mehr mit dem Sozialraum, in dem sie leben, sondern nur noch mit den Regeln und Riten der eigenen Gruppe. Es entstehen eben Parallelwelten, der eigentlich erforderliche Grundkonsens an kulturellen Werten wie etwa Gleichheit von Mann und Frau, Ächtung von Gewalt, Trennung von Staat und Kirche wird aufgegeben.
Sehen die Briten das nicht so?
Doch, sie sind aufgewacht. Man kümmert sich zum Beispiel um Problemschulen anstatt sie einfach zu schließen. Jetzt hat jede Schule ihren eigenen Polizisten. Kommt ein Kind nicht zur Schule oder gibt es sonst ein Problem, ruft der Rektor seinen Polizisten an und der schaut bei der Familie nach dem Rechten. Einfach nur so, ohne Oberschulrätin, ohne Schulamt, ohne Schriftverkehr, aber mit Nachdruck. Dass die Schule direkt mit der Polizei kommuniziert und Aufträge erteilt, wäre bei uns unmöglich. Das Selbstverständnis der Polizei in London und Rotterdam ist anders als bei uns. Sie ist Teil der Sozialordnung und fühlt sich auch für das Klima im Wohngebiet verantwortlich.
Würden Sie sich das auch hier wünschen?
Ja. Ich kriege viele Hinweise, mit denen sich Neuköllner beschweren: In meinem Haus ist ein Bordell. Es wird gedealt. Die ganze Nacht ist Lärm. Die Polizei sagt: Wenden Sie sich ans Bezirksamt. Wir können erst etwas machen, wenn eine strafbare Handlung vorliegt. Die Philosophie des Polizeiauftrages müsste eine andere werden.
Was machen die Londoner und die Rotterdamer außerdem anders, um den sozialen Raum für alle zurückzugewinnen?
Die Verwaltungen arbeiten ganz anders zusammen als hier. Die Vernetzung ist immer praxis- und handlungsorientiert. In London-Hammersmith treffen sich alle sechs Wochen Vertreter vom Jugendamt, Schulamt, Polizei, Wohnungsbaugesellschaften, Verkehrsbetrieben und sprechen über alle problematischen Familien und die jüngsten Vorkommnisse. Bei uns weiß einer nichts vom andern.
Ist nicht auch der Datenschutz ein Grund?
Natürlich. Echte Vernetzung bedeutet Datenfluss. Bei uns ist der Datenschutz Täterschutz. Die für Neukölln zuständige Jugendrichterin Kirsten Heisig kann einem jugendlichen Straftäter zwar eine Schulweisung auferlegen – aber sie kann sie nicht kontrollieren, Denn sie darf nicht wissen, auf welche Schule der Täter geht. Das ist doch pervers!
Hat in Berlin nicht das Quartiersmanagement die Aufgabe, Ämter, Menschen in den Kiezen, Polizei zu vernetzen?
Ja, aber bisher nur mit dem Gutmenschen-Ansatz der Stadtteilfeste, einer kleinen Ausstellung und sicher im Einzelfall vielen guten und hilfreichen Projekten. Hier wirken engagierte Menschen – aber es fehlt ihnen an Werkzeugen zur Intervention, um zur Not auch aktiv repressiv auf Störer einzuwirken. Es fehlt hierfür die gemeinsame Philosophie.
Welche Philosophie?
In Rotterdam heißt das, wir nehmen Probleme ernst, wir schauen hin und kümmern uns. Rotterdam gehört jedem Rotterdamer, in jeder Straße und zu jeder Tageszeit. Davon sind wir hier meilenweit entfernt. Viele denken doch, die Unterschicht muss sich ja irgendwo konzentrieren. Solange das weit weg ist von meinem Wohnort, ist das okay.
Fühlen Sie sich alleine gelassen?
Na, ganz allein nicht, aber den politischen Mainstream verkörpere ich auch gerade nicht. Doch die Mauer des Totschweigens bröckelt immer dann, wenn man selbst betroffen ist. Wenn wir weiter nur zuschauen, werden wir in 10 bis 15 Jahren in Neukölln-Nord von Whitechapel nicht mehr weit entfernt sein. 75 Prozent der Kinder unter 15 Jahren leben hier bereits heute von Sozialleistungen. Wir haben Schulen, wo 95 Prozent der Eltern arbeitslos sind. In der Welt dieser Kinder kommt ein geregeltes Erwerbsleben nicht vor.
Berlin hat 14,1 Prozent Arbeitslose.
In London haben sie Vollbeschäftigung und trotzdem völlig verwahrloste Stadtteile. Das Argument: Gib jedem einen Job und alle sozialen Probleme sind gelöst, ist damit widerlegt.
Woran liegt es dann?
Es gibt nun einmal Menschen, die sich wunderbar in unserem Sozialsystem eingerichtet und es als alleinige Lebensgrundlage adaptiert haben Außerdem gibt es auch noch andere Möglichkeiten, zu Geld zu gelangen, als sich den Tag mit Arbeit zu versauen. In den Niederlanden sind die Sozialleistungen bei 2100 Euro gedeckelt. Bei uns gilt: je mehr Köpfe in einer Bedarfsgemeinschaft, desto höher ist das Einkommen. Bei Kinderreichtum summiert sich das durchaus in beträchtliche Höhen.
Was folgt daraus?
Zuallererst: Dass wir mit stärkerem Nachdruck die Erwerbstätigkeit einfordern müssen. Zum Beispiel durch Speed meetings für Jugendliche wie in Rotterdam.
Was ist das?
Alle zwei Monate werden 200 arbeitslose Jugendliche eingeladen und mit zehn bis fünfzehn Arbeitgebern konfrontiert. Die sitzen da aufgereiht wie auf einer Perlenkette, und die jungen Leute haben jeweils drei Minuten Zeit, um mit dem Arbeitgeber zu reden. Der sagt vielleicht: Ich brauche vier Transportarbeiter. Der nächste sagt: Ich biete einen Ausbildungsplatz für Friseure. Willst Du das, dann komm mit. Ich werde daran arbeiten, das im Jobcenter Neukölln auszuprobieren.
Hätten Sie denn in Neukölln Jobangebote in dieser Dimension, und sei es für Transportarbeiter?
Wir haben freie Ausbildungsplätze, und selbst in Neukölln können wir die Arbeitskräftenachfrage der Firmen nicht befriedigen.
Und was macht man mit denen, die immer sagen: Kein Interesse, keine Lust?
In Rotterdam sagen sie: Wer bei uns nicht mitmacht, im sozialen Verhalten wie bei der Jobsuche, dem gehen wir ans Portemonnaie. Die kürzen Transferleistungen, wenn es sein muss, bis auf Null.
Wie oft kommt das vor?
Angeblich sehr selten. Die Drohkulisse wirkt. Dazu gehört natürlich die Erfahrung: Es wird tatsächlich gemacht. Als man in einem Problemviertel zwei Familien umgesiedelt hatte, änderten acht weitere schlagartig ihr Verhalten. Das Hauptaugenmerk in London wie in Rotterdam liegt auf dem regelmäßigen Schulbesuch der Kinder. Mangelhafter Schulbesuch ist der Anfang allen Übels. Wie kommt es denn, dass die Friseurmeisterin oder der Bäckermeister Stellen nicht besetzen können? Weil die, die kommen, das Basiswissen für eine Ausbildung nicht mitbringen. Aber davon abgesehen, es gibt auch andere Jobs, die man annehmen kann.
Auch hier bei uns?
Fahren Sie raus zum Flughafen Schönefeld. In der Airport Welt hängen an einer Wand um die hundert Jobangebote, von der Reinemachfrau bis zum Diplomingenieur. Da dürfte nicht eine Karte hängen - denn in Neukölln haben wir die höchste Arbeitslosigkeit Berlins und manifeste 80 000 Kunden im Jobcenter. Also: So groß kann der Existenzdruck bei uns nicht sein.
Also: mehr Möglichkeiten für die Behörden, Druck auszuüben und zu drohen…
Ja, aber die Drohkulisse ist es natürlich nicht allein. Dazu gehören auch Angebote wie ein Elternkompetenz-Zentrum in den Schulen. In Rotterdam gibt es das.. Jeden Tag von acht bis 15 Uhr geöffnet, mit Kursen für arbeitslose Eltern. Sozialarbeiter an jeder Schule. 30 Prozent der Lehrer haben Migrationshintergrund - die müssen sich im Gespräch mit den Eltern nichts von Schülern übersetzen lassen. In Rotterdam geben sie die Zeugnisse nur an die Eltern aus. Das zwingt Schule und Eltern dazu, zweimal im Jahr miteinander zu reden. Drohkulisse heißt nicht, Menschen auf der Straße verhungern zu lassen. Ich glaube nur: Eine Gesellschaft muss so viel Selbstbewusstsein haben, dass sie regelkonformes Verhalten im Interesse aller durchsetzt. Die Formel von Rotterdam – „Keine Prävention ohne Repression“ – die hat was. So eine Formel gab es bei uns auch: „Keine Leistung ohne Gegenleistung“ Die stammte übrigens von Barbara John…
...der ersten Berliner Ausländerbeauftragten. Aber diese Formel gilt nicht mehr.
Jeder hat das Recht, in Ruhe und Frieden zu leben, und der Staat muss intervenieren, wenn eine Minderheit der Allgemeinheit dieses Recht streitig macht. Allerdings dürfen der Disziplinierung von Minderheiten nicht die Bürgerrechte der Mehrheit geopfert werden. Das ist die Kunst. 85 % dürfen nicht unter 15 % leiden müssen. Was meinen Sie, was wir uns hier über das Jobcenter Neukölln anhören mussten, als dort nur durchgesetzt wurde, was das Gesetz eigentlich vorschreibt… Drangsalierung arbeitsloser Jugendlicher und ähnliches. Weil wir junge Menschen, die Hartz IV beantragen, sofort mit einem Pflichtenheft versehen. Das finden viele unkomfortabel.
Wenn Sie von Repression sprechen: Wollen Sie auch eine Zuzugsbeschränkung wie in Rotterdam?
Theoretisch ja, aber ich halte sie mit unserer Rechtsordnung nicht für vereinbar. Freizügigkeit für alle Menschen ist ein hohes Gut - die würde ich selbst als letztes Mittel ungern opfern wollen. In Rotterdam haben sie das allerdings gemacht.
Für einen begrenzten Zeitraum, etwa vier Jahre. Eine Zuzugsbeschränkung soll bewirken, dass in ein sozial schwaches Gebiet nicht noch mehr sozial Schwache ziehen, sondern Leute mit Arbeit.
Dann müssen Sie aber das Wohnen gleichzeitig attraktiv machen. Als wir versucht haben, die Beschränkungen im sozialen Wohnungsbau in Neukölln abzuschaffen, um besser verdienende Mieter anzulocken, haben wir auf den Kopf gekriegt. Die Bereitschaft, auch unkonventionell für eine bessere soziale Durchmischung zu sorgen, war nicht vorhanden. Dabei ist die Situation, in der man handeln muss, längst da: Wir haben 50 Prozent migrantische Bevölkerung in Neukölln-Nord. 80 bis 95 Prozent der Schüler kommen aus Migrantenfamilien. Da sagen manche: Was stören uns die Parallelwelten, wenn sie nur unter sich bleiben? Aber ist es erstrebenswert, dass mir Arbeitsmigranten der ersten Generation sagen: „Ich habe 20 Jahre in der Sonnenallee gewohnt. Ich würde hier nicht mehr hinziehen.“
Was also wollen Sie von Rotterdam nach Neukölln bringen?
Man kann nicht alles, was man sieht, eins zu eins übertragen, schon gar nicht die Art von Behördenvernetzung, wie man sie im Rotterdamer TIP hat, dem Transfer-Informations-Punkt, wo alle Informationen zusammenfließen und für alle Institutionen einsehbar sind. Man könnte aber durchaus etwas Ähnliches bei uns im Quartiersmanagement versuchen…
Quartiersmanagement ohne Datenschutz.
Nicht gleich so heftig. Eher verbindliches Quartiersmanagement. Dort könnte man schon entscheiden über die Notwendigkeit des Einschreitens von Behörden, etwa dass das Jugendamt nächste Woche dreimal zur Familie X geht. Das wäre einen Versuch wert. Nur nicht bloß über zwei, drei Jahre. Rotterdam hat fünf Jahre gebraucht! Wir haben gesehen, wohin es führt, wenn man nichts tut. Das sind die aufgegebenen Teile von London. Und wir haben gesehen, wie weit man in Bürgerrechte eingreifen muss, wenn man ein Stadtviertel zurückholen will. Das ist Rotterdam. Beides halte ich nicht für erstrebenswert. Doch wegschauen ist der gefährlichste Weg.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 01.07.2008)
Kommentare [ 51 ] Kommentar hinzufügen »
Stimmt. Als die erste Welle der Gastarbeiter nach Deutschland kam, gab es die Grünen noch nicht.
Und als es die Grünen gab, dürften Lehrer nicht einfordern, dass auf Schulhöfen Deutsch gesprochen wird.
Nun haben wir den Salat. Aber wir können ja Teile der Neuköllner Bevölkerung vielleicht auf nach Grunewald umziehen lassen. Gern von meinen Steuern.
Oder nach Marzahn. Da regiert die Linke. Ein paradisischer Ort für Chancengleichheit.
Sagt Buschkowsky etwas Verkehrtes oder sagt er das Richtige zu spät? Darf er etwa das, was er sagt, nicht sagen? Vielleicht das Falsche zu früh?
Wenn man die Zustände in bestimmtem Stadtteilen als krank ansieht, dann sind wir heute noch nicht mal bei der Anamnese, geschweige denn bei der Diagnose oder gar einer Therapie.
Aber die Partei der Besserwisser sorgt schon dafür, dass nichts wirklich gemacht werden wird. Denn dann müsste sie sich ja ihre eigene Realitätsverweigerung eingestehen.
Anstatt einfach mal anzupacken wird es erstmal alles kaputt geredet. Statt über Ideen zu diskutieren wird gegen eine Person polemisiert. Typisch deutsches Vorgartenzwergentum. Gleichzeitig wächst die lost Generation weiter.
Alles in allem kann ich mich "eban" nur anschließen: Wenn Herr Buschkowsky bei der Wahl zum REgierenden anträte - meine Stimme hätte er und ich würde sehr für ihn werben.
......................................wrzlbrmft
In welchem anderen Land der Welt gibt es das noch, das Kinder von sozial Schwachen (Hartz IV Familien) von den Arbeitsagenten des Sozialstaats aufgrund der aktuellen Gesetzeslage zum Abbruch das Schulbesuchs (z.B. Gymnasiums) angehalten werden, um einen Job als Hilfsarbeiter anzunehmen? Wo sonst wird Jugendlichen die Unterstützung versagt, weil sie nicht im Arbeitsamtbezirk sondern woanders eine Lehrstelle antreten wollen - nur weil sie dann nicht mehr bei den Eltern wohnen können?
Solange derartiger Unsinn von Gesetzes wegen praktiziert wird, braucht man sich über den Niedergang der Gesellschaft nicht wundern.
Nur ist man in Berlin nicht bereit, die Probleme zu erkennen. Es wird weiter nur herumgeredet, aber nichts unternommen.
Die SPD-Fraktion will das nicht einmal von Buschkowsky hören.
Noch ein Wort zu @epunion.de:
Lieber eine Dienstreise des Bezirksbürgermeisters nach Rotterdam bzw. London als Dienstreisen in der Regierungsmitglieder Mannschaftsstärke zur EM.
Thomas Liebig (March 2007)
Quelle : http://www.oecd.org/dataoecd/8/28/38195773.pdf
So bleibt uns hoffentlich ein subjektiver Reisebericht des Bezirksbürgermeisters aus Dänemark erspart und das spart auch sogar auch noch Kosten.
Siehe : www.oecd.org oder
http://www.oecd.org/dataoecd/8/28/38195773.pdf
(Hier finden sich weitere Abhandlungen zum Thema) -
Gute Reise ins Web!!!
PS : Im übrigen hat das alles nichts mit Parteizugehörigkeit zu tuen, sondern eher mit Peinlichkeit, Lächerlichkeit und Eitelkeit. Herr B. ist seit 2001 Bezirksbürgermeister. Und im Jahr 2008 Bedarf es einer Reise ins Ausland, um zu Problemlösungen zu kommen?! Wo sind wir hier eigentlich? Bei "Kurt Krömer" oder "Alfred Tetzlaff"? Das ist doch nur noch REALSATIRE. Leute wie Herr B. befinden sich u.a. in einer Linie mit Leuten wie Herrn "Sarrazin". Die "Nulltoleranzstragie" "Giulianis" gab es 1994-1998.
"Kritiker führen den Rückgang der Kriminalitätsrate allerdings auf andere Faktoren zurück, als die Nulltoleranzstrategie Giulianis. In den 1980ern war die Kriminalität vor allem durch eine Crack-Epidemie und den damit verbundenen Drogenhandel in die Höhe geschnellt, in den 1990ern ging sie aber bundesweit zurück - auch in Städten, die andere Strategien verfolgten.[2] Als eine Folge der Politik gaben Ende der 1990er Jahre 81% der schwarzen Bevölkerung von New York City Polizeibrutalität als ein "sehr ernstes Problem" an.[3]"
Quelle : http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolph_Giuliani
Aber ich muss epunion auch recht geben.
Wer nach 7 Jahren Amtszeit auf die Idee kommt, nach Lösungen für seine Probleme zu suchen, der hat seinen Job tatsächlich verpennt.
Außerdem sollte man annehmen, dass im Zeitalter von Telefon und Internet, die Zustände und Lösungsansätze von London und Rotterdamm keine Geheimnisse sein dürften, deren Lüftung eine Dienstreise bedürfen.
Dabei geht es nicht einmal um die Kosten der Dienstreise, sondern viel mehr um die investierte Zeit, die ein Bezirksbürgermeister sich nicht um seine Arbeit kümmern kann.
Stimmt!
Fordern Sie ein, Herr Buschkowski... bei den Firmen, Konzernen, Kapitalisten.
Fordern Sie das Grundrecht auf menschenwürdige Arbeitsplätze und menschenwürdiges Einkommen ein.
Und machen Sie endlich Schluss mit Ihren Hetztiraden gegen sozial Benachteiligte.
Das ist eines "s"PD-'Genossen' unwürdig.
Und vor allem: es ist nicht die Aufgabe der Firmen und Konzerne Arbeitsplätze einzurichten.
Wenn es so wäre, dann müssten sich allerdings auch die Privatleute vorhalten lassen, warum sie zum Abbau der Arbeitslosigkeit eigentlich keine Unternehmen gründen.
Und es ist auch nicht die Aufgabe der Kapitalisten (das sind übrigens die, die unter Konsumverzicht ihr Geld z. B. in kleine Unternehmen investieren, die zwar gute Ideen aber wenig Geld haben. (Was dann aber wieder zu Arbeitsplätzen führen kann)).
So schnell werden aus Feinden Freunde. Ist das nicht schön?
@hanni, ich beginne Sie zu lieben: Ihre kabarettistischen Einlagen sind kaum zu überbieten: „…es ist nicht die Aufgabe der Firmen und Konzerne Arbeitsplätze einzurichten.“
Yes Sir. Im ggK (ganz gewöhnlichen Kapitalismus) ist es primäre Aufgabe der F&Ks den Profit via Menschenrechts- und Grundgesetzverletzungen zu mehren.
Da Sie und offensichtlich auch Herr Buschkowski das Grundgesetz nicht zu kennen scheinen, zitiere ich mal aus:
--GG Artikel 12
--(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.
--(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
--GG Artikel 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und SOZIALER Bundesstaat.
Herrn Buschkowski als auch den meisten Schreiberlingen hier scheint dies nicht zu passen.
Zu "IZA" :
IZA - Organization Chart :
Präsident : Dr. Klaus Zumwinkel !!!!!!
CEO und Director : Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann
u.a. befand sich auch "Herr Gerster" (jetzt PIN AG) einmal im Vorstand des "IZA" (Zitat :"Er gehört dem Kreis der IZA Policy Fellows seit 2005 als Gründungsmitglied an."). Das "iza" schlägt u. a. die Auflösung der BA (95.000 Mitarbeiter) und die Ausgliederung der Mitarbeiter in Servicegesellschaften vor.
Kündigungsschutz sei ein "Handycap" für die Wirtschaft. Sind das nicht schöne Bekanntschaften??!!Also:Welche Interessen vertritt"Hr.Buschkowsky"hier eigentlich? Fordert er auch harte Strafe für "Zumwinkels"?
Director of Research Director of Administration Director of Labor Policy
Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann Martin T. Clemens PD Dr. Hi
Solange Herr Buschkowsky aber das hier ernst meint:
" Hätten Sie denn in Neukölln Jobangebote in dieser Dimension, und sei es für Transportarbeiter?
Wir haben freie Ausbildungsplätze, und selbst in Neukölln können wir die Arbeitskräftenachfrage der Firmen nicht befriedigen.
Und was macht man mit denen, die immer sagen: Kein Interesse, keine Lust?
In Rotterdam sagen sie: Wer bei uns nicht mitmacht, im sozialen Verhalten wie bei der Jobsuche, dem gehen wir ans Portemonnaie. Die kürzen Transferleistungen, wenn es sein muss, bis auf Null."
muß man ernsthaft an seiner Kompetenz zweifeln!
Wenn doch endlich mal begriffen würde, dass man bei vielen Leuten nur etwas übers Portemonnaie erreicht!
Die NKner Richterin Heisig, die B. begleitete, stellte ebenfalls fest, dass bestimmte Maßnahmen, wie sie bereits in Holland üblich sind, in D. verfassungsrechtlich nicht denkbar wären (@epunion). Wenn so etwas aber in dem ehemals ach so liberalen Holland nun praktiziert wird, kann man sich vorstellen, wie zerrüttet die Verhältnisse dort gewesen sind. Und warum? Weil viel zu lange weggeschaut wurde. Es wird Zeit, dass auch in D. gehandelt wird, bevor auch hier Zustände herrschen wie in den NL oder GB.
Liest sich wie Sibirien . Und ich dachte früher immer , ich würde in einem demokratischem Land leben in der es Grundrechte für jeden Bürger gibt .
Wenn Herr Buschkowsky mit den aktivierten Zellen einmal nachdenkt , dann würde er feststellen , dass das Thema bereits vor 30 Jahren abgehandelt wurde und schon da erkannte Mensch - Hier läuft was falsch !
Allerdings gibt es in Deutschland vermutlich eine genetische Disposition zur Unfähigkeit aus Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen . Und allen voran Verbeamtete die dürfen nämlich nichts von anderen annehmen . Nicht einmal Vernunft .
Die konkrete Gestaltung des Sozialstaats erfolgt in der Sozialpolitik.
Ausdruck des Sozialstaatsprinzips in Deutschland sind die Grundsicherung
und deshalb leben hier in Deutschland ja auch so viele in Armut . Weil es so sein sollte ........... aber eben nur sollte .
Bitte Aufwachen
würde es ihnen viel ausmachen, die Menschen ernst zu nehmen? Ihr Ansatz bedeutet, dass die Menschen sich als Objekte nicht aber als Subjekte verstehen. Das heißt, die können nichts dafür! Denn die sind zu doof, zu ungebildet etc ohne fremde Hilfe ihr Leben zu bestehen. Das ist stinkend arrogant von ihrer Seite.
P.S: Fragen Sie ihren Elektriker oder Malermeister um die Ecke, also die Kapitalisten, die bösen, wie es mit der Ausbildungsfähigkeit steht.
Mehr Bescheidenheit bei den sozialen Wohltaten, die über die Sozialversicherungen finanziert werden, würden dreierlei bewirken:
1. mehr Netto bei den Werktätigen (dieser Begriff wird auch von Jung- und Altkommunisten verstanden)
2. durch geringere Abeitskosten die Eröffnung der Möglichkeit, die inder BRD gefertigte Produkte und DL konkurrenzfähiger anzubieten und
3. niedrigere Arbeitskosten, die tendentiell die Chance erhöhen, mehr Arbeitsplätze einzurichten, die mehr einbringen, als sie kosten. Denn NUR SO entstehen überhaupt erst Arbeitsplätze!
PS: Die OECD hat eine Belastung von Steuern und Abgaben des DURCHSCHNITTSeinkommens in der BRD in 2007 von 52% festgestellt!!
Ich halte dies im selben Maße für zu hoch wie selbsterklärend.
Ist es wirklich zuviel verlangt, dass die LEute ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten? Ja, das bedeutet Anstrengung, aber im besten protestantischen Sinne sage ich, dass Arbeit adelt.
Aber - mich ärgert nicht , dass da jemand auf meine Kosten ein Bier trinkt . Sondern wofür meine ausgegeben werden .
Dafür , dass Kriege finanziert werden .
Waffen geordert werden .
Ein gewaltiger , sinnloser Verwaltungsapparat aufrecht erhalten wird . Wofür ?
Jedem Bürger könnte ein Bürgergeld gegeben werden . Kein Wohngeldamt , kein Arbeitsamt , und keine Zwangsarbeit , die meist eh nur Beschäftigungscharakter hat .
wer mir erzählt , Arbeit macht frei und adelt ..........., der hat das System noch nicht gescheckt . Ehrlich nicht .....
Als Vater habe ich eines gelernt. Der Mensch braucht eine Belohnung um motiviert zu werden.
Also wenn man die Arbeitslosigkeit senken möchte, dann nicht durch Bestrafung (Streichung von Sozialbezügen), sondern durch Motivation.
Wie?
Ganz einfach!
Sockelbetrag, den jeder erhält. Und dieser wird bei Verdienst nicht um den Verdienst gekürzt, sondern um vielleicht nur 50% vom Verdienst, damit bei der arbeitenden Bevölkerung auch etwas in der Tasche verbleibt.
Das nennt man Motivation und würde nachhaltig Erfolg bringen.
Ich wünsche mir dringend New Yorker und Rotterdamer Verhältnisse. Und zwar ganz schnell. Aber Herr Buschkowsky wird in seiner Partei und beim Koalitionspartner allerdings kaum Gehör finden, die ihre Energie ja lieber darauf verwenden, darüber zu sinnieren, welche weiteren sozialen Wohltaten noch ausgeschüttet werden können, statt sich auch mal derjenigen anzunehmen, die Beiträge für das öffentliche Wohl erbringen.
Auf 100 Euro Bruttolohn und –gehalt zahlten die Arbeitgeber im Jahr 2007 in Deutschland 32 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und nahm mit Rang 14 innerhalb der Europäischen Union einen Mittelplatz ein. In Frankreich und Schweden z.B. entfielen auf 100 Euro Lohn zusätzlich 50 Euro Lohnnebenkosten. Quelle: Statistisches Bundesamt.
Lieber Hannibal, sie kritisieren die Symptome - ziemlich hohe Sozialabgaben - und nicht die Ursachen, zu geringe Steuerfinanzierung von Sozialleistungen. Um Sozialleistungen aus Steuern zu finanzieren, muss man allerdings entsprechend Steuern erheben und sich nicht mit einer Steuerquote von 22% (EU-Durchschnitt 30%) begnügen.
Allerdings lassen Ihre Zahlen vermuten, dass es bei uns nicht so schlimm ist, wie es ist, zumindest, was die Arbeitslosenzahlen angeht. Und eine 52%-Quote scheint bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit doch nicht sinnvoll, oder?
Und zum ML:
1. sehen Sie denn den Einfluss eines ML von wünschenwerten 8€ gegenüber tatsächlichen 5€ auf den VK-Preis?
2. Akzeptieren Sie, dass bei einem solchen ML die Preise dadurch nach oben beeinflusst werden und dass
3. höhere Preise es traditionell schwerer haben als niederigere Preise, die z. B. für in Polen oder Ungarn gefertigte Produkte verlangt werden können?