Es wird der größte Naziaufmarsch Europas und tausende Gegner wollen ihn stoppen. Allein aus Berlin fahren am 13. Februar Hunderte nach Dresden, um sich der rechten Szene entgegenzustellen. Am Sonntag trafen sich in Hellersdorf rund 100 Menschen zur Vorbereitung der Proteste.
„Das Allerwichtigste ist warme Kleidung“, sagte Henning Jansen vom Bündnis Dresden-Nazifrei den jungen Zuhörern. „Von uns wird keine Eskalation ausgehen“, betonte er. Mit massenhaften Sitzblockaden wolle man die Route der Nazis blockieren. Aufgerufen haben dazu Grüne, Linke, Gewerkschaften und Antifa-Gruppen. Dass die Staatsanwaltschaft Dresden in dem Aufruf zur friedlichen Blockade eine Straftat sieht und tausende Plakate beschlagnahmte, sorgte für eine schwunghafte Mobilisierung. „Seit der Razzia hat sich die Zahl der Unterzeichner unseres Aufrufs auf 2000 verdoppelt“, sagte ein Sprecher der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB). 5000 Poster seien beschlagnahmt worden, doppelt so viele habe man anschließend nachgedruckt. Die Nazi-Gegner rechnen mit mehr als 10 000 Demonstranten. Fast 100 Busse aus ganz Deutschland fahren nach Dresden, 16 davon kommen aus Berlin. Am Donnerstag will das Bündnis mit Politikern von SPD und Grünen öffentlich den verbotenen Aufruf plakatieren.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 25.01.2010)
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Die Aktionen der Dresdner Staatsanwaltschaft und die seit Wochen von dortigen Stadt- und Landespolitikern geführte Kampagne gegen den Anti-Nazi-Protest sind einfach ein Trauerspiel. So macht man die Rechten stark und schwächt demokratische Abwehrkräfte.
Das macht mir sehr viel Sorgen. Und deshalb kann ich mich auch nicht richtig darüber freuen, dass aufgrund des skandalösen Verhaltens der dortigen Politiker am 13. Februar nun noch mehr Demonstranten zum Blockieren der Nazis nach Dresden fahren werden.
demokraten nehmen ihr recht auf versammlungsfreiheit und das recht auf freie meinungsäußerung nur noch dort wahr, wo gerade rechts- oder linksradikale nicht sind? wenn das "pflicht" wäre, würde ich mir um die demokratie in diesem lande aber ganz gehörig sorgen machen1
ich vermute einmal, wir werden die aufrechten demokraten dann bald nur noch in irgendwelchen fernsehsesseln bewundern resp. verläßlich vermuten können, oder sie emsig tastaturen beharken sehen, weil man mal wieder seine "stimme" erheben muß. irgendwann tritt dann sicher ein, daß man sie nur noch ab und zu in freier wildbahn wird sehen können, fraglich ist jedoch, ob sie dann auch unter naturschutz gestellt sein werden...
Leider gibt es zuviel Leute, die den Tag nicht als Gedenktag gg. Krieg und Zerstörung nutzen. Leider wird die unsinnige Zerstörung von rechten und linken Faschisten sowie Möchtegerndemokraten gleichsam instrumentalisiert.
Wehret den Anfängen.
Das Gezeter und die Gewaltakte aus dieser Richtung werden der zigtausenden Opfer des Bombenangriffs 1945 jedenfalls nicht gerecht.
Die Naziveranstaltung wird der Opfer aber sicherlich auch nicht gerecht.
Ist das gelebte Demokratie? Wohl kaum. Wer Anhänger des zivilgesellschaftlichen Engagements, zu dem auch der zivile Ungehorsam gehört, mit solchen Ausdrücken belegt, legt vielmehr die Axt an dieselbe.
Ein Grund mehr, am 13. Februar in Dresden entschieden Präsenz gegen Nazis und für die Demokratie zu zeigen.
In diesem Chor mit einzustimmen hat nach meiner Meinung ebend nicht mit gelebter Demokratie zu tun!
Gefährlich ist Dein Beitrag weil ebend diese Teile des Bündnisses als zivilgesellschaftliches Engagement verharmlost. Kein hat hier etwas dagegen, wenn Anwohner, Jusos, Junge Gründe, Junge Union, Junge Liberale, ihre Parteien, Gewerbetreibende Gegen Tyrannen demonstrieren.
Aber man hat etwas dagegen, wenn ein Bündnis aus dieses einzelgruppen ebend andere Tyrannen unter sich dulden, nur weil diese nützlich sind um Lärm zu machen! In Wahrheit sägt das selbsternannte Zivilgesellschäftliche Engagement am Ast seiner eigenen Glaubwürdigkeit.
Ich habe es vor kurzem hier schon mal erzählt: Ich habe sieben Jahre in Sachsen-Anhalt gelebt, habe mich dort gegen Rassismus, Faschismus und Antisemitismus engagiert, wohlgemerkt als Sozialdemokrat. Ich habe ein Bündnis gegen Rechts neu belebt, die Aktion Noteingang initiiert, mit Jugendlichen ein Rockkonzert auf die Beine gestellt, Gedenkstättenbesuche und Exkursionen veranstaltet usw. usf.
Sieben Jahre lang bin ich deshalb nach der von Ihnen hier demonstrierten Methode angegangen, schikaniert und gemobbt worden. Nestbeschmutzer, Radikaler, Politisierer, Querulant, Feigenblatt für Extremisten, das sind noch die netteren Titulierungen, die ich zu hören bekommen habe. Und wenn man politisch nichts mehr finden konnte, dann wurden die Diffamierungen aufs Privatleben mit nicht weniger Energie, aber noch mehr Phantasie ausgedehnt. Am Ende stand ich ohne Job da, ziemlich isoliert und habe nur eine Option für mich gesehen: Flucht nach Berlin.
In weiten Teilen Ostdeutschlands ist gelebte Demokratie unbekannt. Sie wird als störend empfunden und selbstbewusste Demokraten werden wie kleine grüne Männchen vom Mars behandelt, die hoffentlich bald wieder verschwinden. Deshalb sind die Nazis dort auch so erfolgreich. Sie rennen offene Türen ein. Es ist an der Zeit, Politikern wie Böhmer oder Tillich deutlich zu machen, von woher die Gefahr für unser republikanisches Gemeinwesen kommt. Von denjenigen, die Nazis blockieren, kommt sie auf jeden Fall nicht.
Dein Beitrag zeigt, dass für Dich die sachliche Diskussion wohl beendet ist und Du Dir nun mit anderen Leuten hier denn Ball zuspielen willst mit dem Versuch die Leute die nicht Deiner Meinung sind mit Tyrannen gleichzusetzen.
Ziemlich schwach mac!
Eins ist mir aber nicht egal: solange ich Sie nicht duze (und darauf können Sie ziemlich lange warten) werden Sie mich gefälligst höflich anreden (wenn überhaupt).
Mann kann jetzt auch nicht damit kommen, das man die Demokratie verteidigen will, denn andere Meinungen als die eigene zu bekämpfen, das klingt ja schon nach "Wer Demokrat ist, bestimme ich".
2. Die Riege der Unterstützer umfasst neben Antifa-Gruppen auch Künstler wie Konstantin Wecker, Bundes- und Landtagsabgeordnete (Linke, Grüne und SPD), Gewerkschaften und Parteiorganisationen. Dieses breite Bündnis einfach als "solche Leute abzutun" ist zu einfach. Darunter finden sich zahlreiche "gesetzestreue Bürger". Es sind allerdings Bürger die nicht jede Meinung eines Staatsanwaltes als gott gegeben hinnehmen. Das nennt man dann freies Denken.
Kein Fußbreit den Faschisten!!
Die üben dort das Verhindern einer genehmigten Demonstration. Das kann doch nicht legal sein?
Wenn ja was machen die ach so besseren Parteien wenn die NPD das mal nachmacht und sowas übt?
Als unparteiischer Berliner verstehe ich die Arroganz der Linken nicht.
Das hat mit diesem Thema allerdings gar nichts zu tun.
aber lasst doch die leute, die ehrlich trauern wollen trauern.
Zu den Veranstaltungen, bei denen wirklich der Opfer gedacht und nicht versucht wird, sein eigenes politisches Süppchen zu kochen, finden sich immer mehr Menschen ein.
Ich hätte es auch abgelehnt, wenn aus ganz Deutschland Gegner des Stalinismus die Gedenkveranstaltung am 15. Januar mit Sitzblockaden gestört hätten.
Die haben erstens als Einzige das wissenschaftliche Weltbild,
zweitens kennen nur sie die wirklichen Bedürfnisse des Volkes,
drittens sind sie in Berlin an der Macht, in Hellersdorf sogar seit 64 Jahren,
und viertens haben sie inzwischen selbst ehemals bürgerliche Medien wie den Lokalteil des Tagesspiegels zu ihrem Sprachrohr gemacht.
Da kann man schon mal hochmütig werden.
Das ist natürlich eine Sternstunde der Demokratie wenn die durch Dresden marschieren und "Ausländer raus" brüllen.
Wollen sie nicht mit marschieren mit den Nazis stbrumm? Es gilt ja schließlich die Demokratie zu verteidigen gegen die bösen Linken.
In der vorigen Woche wollte er in einer Erwiderung an mich hier im Forum einen Link posten. Ein Videovortrag des NPD-Landesvorsitzenden des Saarlandes... Dankenswerterweise war die Redaktion so aufmerksam und veröffentlichte den Link nicht.
Nur ist Herr Brumm auch noch so mitteilsam, das er den Link dann direkt an mich mailte per pm...
Wir wissen nicht, womit Herr Brumm sich die Zeit vertreibt am 13.2.
Aber man könnte was vermuten ;-)
Wir wissen nicht, womit Herr Brumm sich die Zeit vertreibt am 13.2.
Aber man könnte was vermuten ;-)
Ähm, was das erste angeht, jeder patzt mal ;)
Und das zweite - Viel Spaß beim Vermuten...
Ja, klar, das war so sehr gepatzt, das Sie vorher noch den Namen des NPD-Landesvorsitzenden des Saarlandes erwähnten, auf meine Frage hin wer das denn sei, wollten Sie dann den Link dazu posten ;-)
Ganz schlimm gepatzt ;-)
Wenn Ihr euch profilieren wollt, dann bitte nicht, indem Ihr Zehntausende Opfer missbracht.
Vielleicht mal zur nachdenken bevor man hier Weltformeln aufstellt?
http://www.welt.de/politik/deutschland/article5966428/Ministerin-Koehler-ist-auf-dem-linken-Auge-blind.html
Die von Herrn Brumm wirklich gewünschten Verlage wären sicher mit den Forenregeln nicht vereinbar.
Übrigens ist es auch ganz gut, Produkte wie die "Welt" oder die "taz" zu lesen, wenn man dabei die nötige Skepsis walten lässt.
Wir machen ein "Anti-Nazi" Event, ein Happening und suhlen uns in unserem Kampf gegen den Faschismus.
Lasst doch einfach diese braune Dumpfbacken da rumlaufen und ihre dummen Parollen plären. Solche Leute ignoriert man, nach dem Motto, kommt ein Nazi, zeige ich ihm die kalte Schulter.
6000 aus ganz Europa werden erwartet? Whow, mehr kriegen die nicht zusammen und da tuen einige so, als sei das Abendland in Gefahr.
Ich will (fast) niemendem, der nach Dresden fährt keine guten Absichten unterstellen (einige Krawalltouris werden sicherlich auch dabei sein). Nur über eines müßt Ihr euch klar sein, ihr spielt die Wasserträger der Rechten. Ihr macht genau das, was die Organisatoren des Aufmarsches von Euch erwarten, ja erhoffen. Ihr arbeitet denen zu. Die Gegendemo wird sicherlich nicht friedlich ablaufen, es wird sich ein schwarzer Block formieren und es werden Steine fliegen und die Rechten werden einen auf Saubermänner machen und obwohl sie von mind. 95% der Bevökerung verachtet werden, werden sie als die Sieger dastehen.
Genauso muss er aber friedliche Gegenaktivitäten ermöglichen und bei der Abwägung beider gegen einander Augenmaß und Verhältnismäßigkeit walten lassen.