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Abrisspläne

Ex-Bauleiter: Das ICC ist kaum wegzukriegen

Der Abriss des Internationalen Congress Centrums wäre eine Mammutaufgabe. Autobahnzubringer und Brücke über S-Bahn müssten wohl neu gebaut werden.
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Koloss am Funkturm. Das ICC ist am Messezentrum fest verankert. - Foto: Mike Wolff
Ein früherer Oberbauleiter, der von 1972 bis zur Eröffnung des Internationalen Congress Centrums (ICC) im Frühjahr 1979 auf der Großbaustelle beschäftigt war, warnt dringend vor einem Abriss des Gebäudes. Die komplette Beseitigung des ICC bis zu den Fundamenten sei wegen der eigentümlichen Statik kompliziert und gefährlich, sagte Klaus Dieter Jacobs dem Tagesspiegel. Es müssten ungeheure Mengen Stahl, Aluminium, Beton, Mauerwerk, Granitplatten, Kabel usw. abgetragen und entsorgt werden. Außerdem werde bei einem Abriss der Straßen- und Bahnverkehr in weiterem Umkreis um das Kongresszentrum über einen langen Zeitraum lahmgelegt.

„Teile der Avus, der Stadtring, Messedamm, Kant- und Halenseestraße müssten monatelang, wenn nicht sogar für Jahre gesperrt und umgebaut werden“, sagt Jacobs, der einer von sieben bauleitenden Architekten war, damals zuständig für Eingangshalle, alle Foyers und Treppenhäuser. Zum Beispiel müssten die Zubringer zur Stadtautobahn neu gebaut werden und die Brücke über der S-Bahn (Neue Kantstraße) gerate in Mitleidenschaft. Ganz zu schweigen von unzähligen Rohr-, Elektro- und sonstigen Leitungen, die das Stadtquartier in der Nähe des Messegeländes versorgen. Denn die Fundamente des ICC reichen sehr weit über das sichtbare Kongressgebäude hinaus. Jacobs weiß, wovon er spricht – er kennt noch die frisch ausgehobene Baugrube.
Fotostrecke: Internationales Congress Centrum (6 Bilder)

Ein weiteres Problem, sagt der jetzt 73-jährige Baufachmann, sei die Konstruktion des ICC mit vielen ineinander verzahnten, mächtigen Bauteilen, die sich gegenseitig die Waage halten. So wiege ein Längsträger des 320 Meter langen und 80 Meter breiten „Raumschiffs“ etwa 1500 Tonnen. Die 300 bis 500 Tonnen schweren Querträger hielten das Dach und würden umgekehrt von der Dachscheibe stabilisiert. Diese Stahlträger ruhten auf Neoprenlagern, die bis zu 5000 Tonnen Last tragen müssten. „Da kann man nicht mit der Abrissbirne ran“, sagt Jacobs. Die gesamte Konstruktion müsse streng kontrolliert, Stück für Stück abgetragen werden, um gefährliche Senkungen oder Hebungen des Untergrunds zu vermeiden.

Dagegen sei der Abriss des Palastes der Republik einfach gewesen, meint der Ex-Bauleiter, der auch in anderen europäischen Ländern, in den USA und Südostasien gearbeitet hat. Ein eigenwilliger Weltenbummler mit einem Faible für Abenteuer. Zwei Bücher hat er über sein Leben geschrieben, dazu gehört auch die Arbeit beim ICC. Kurz nach der Eröffnung des größten Kongressgebäudes in Europa schrieb Jacobs mit geradezu prophetischer Gabe auf: Er halte es für möglich, dass die Berliner Messegesellschaft „im Laufe der Zeit aufgrund der hohen Wartungskosten aus diesem Kleinod der Architektur eine einfache Messehalle macht oder das ICC abreißt“.

Ein solcher Abriss werde hunderte Millionen Euro kosten, warnt der Architekt. Die von Gutachtern festgestellte Schadstoffbelastung des Gebäudes, vor allem durch Asbest, ist Jacobs ein Rätsel. „Die Bauleitung wurde von vornherein darauf hingewiesen, dass kein Asbest verbaut werden darf.“ Trotzdem enthalten Zementplatten und Heizungsrohre das krebserzeugende Material, sowohl am Dach wie in den Räumen. Die Beseitigung der Schadstoffe wird nach jüngsten Schätzungen über 60 Millionen Euro kosten.

Die hohen Baukosten für das ICC, über eine Milliarde D-Mark (etwa 500 Millionen Euro), erklärt sich Jacobs auch aus dem Standort zwischen Autobahn, S-Bahn und Messedamm. „Ein schmales Handtuch, das jahrzehntelang als unverkäuflich und nicht bebaubar galt.“ Alternativ seien vorher die Heerstraße und die Jafféstraße im Gespräch gewesen. Die ungewöhnliche Architektur des ICC sei eben auch dem schwierig zu nutzenden Grundstück zu verdanken. Für das Ingenieurbüro Gerhard Bartels habe er 1968/69 gemeinsam mit einem Kollegen eine interne Kostenschätzung vorgelegt. „Wir kamen damals schon auf 850 Millionen D-Mark.“ Offiziell ging der SPD-geführte Senat 1969 damit hausieren, dass das ICC für 120 Millionen D-Mark zu haben sei. 

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.10.2009)
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Kommentare [ 49 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von lw lw ist gerade offline | 23.10.2009 1:10 Uhr
vor Gericht stellen
Die Verantwortlichen müßte man heute noch vor Gericht stellen und zur Rechenschaft ziehen. Die Verschwendung von Steuergeldern ist in der herrschenden Klasse wohl immanent.
Comment
von psylon psylon ist gerade offline | 23.10.2009 6:49 Uhr
Schon damals...
...konnten die SPD-Verantwortlichen nicht rechnen.
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von cisco cisco ist gerade offline | 23.10.2009 10:18 Uhr
Jawollja
das können nur Christ- und Freidemokraten, der Schattenhaushalt 2010 lässt grüßen.
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von soldier soldier ist gerade offline | 23.10.2009 17:04 Uhr
Probe
Wir machen dann demnächst eine erneute Probe aufs Exempel. Beim Humboldtstadtschlossforum, oder wie immer das Ding am Ende heißen wird. Es soll nicht mehr als 552 mio. Euro kosten, alles in allem. So lautet der Bundestagsbeschluss, gefasst mit der überwältigenden Mehrheit der Stimmen.

Wollen wir wetten, dass das nicht reicht?

Und wollen wir weiter wetten, dass jede kommende Regierung (egal in welcher Farbkombination) das fehlende Geld, Steuergeld!!, draufpacken wird, vollkommen egal wie viel es sein wird?
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von jb jb ist gerade offline | 23.10.2009 7:53 Uhr
sagt Jacobs...
...der einer von sieben bauleitenden Architekten war...

Blablabla eines damals Beteiligten, der sein Denkmal nicht verschwinden sehen will. Vollkommen unbeachtlich, kein Wort davon sollte ungeprüft geglaubt werden - das ist doch alles masslos übertrieben!

Weg mit dem Ding!
Comment
von leeser leeser ist gerade offline | 23.10.2009 7:54 Uhr
Foto
Schön wäre es, wenn der Tsp Fotos von der Baugrube auftreiben könnte!
Comment
von juergenspiegel juergenspiegel ist gerade offline | 23.10.2009 8:20 Uhr
Für Rückbau hatte das Nachwende-Berlin aber alle Kraft - nur nicht für Ausbau
Kongresszentrum dieser Dimension beseitigen, passt dazu.

... Als ob die Rückkehr der Regierung etwas so Großes ist, dass Berlin Angst dabei wird, wenn es mit seiner Größe ernst wird:
Anstatt eines 4. Flughafens bekommen wir einen einzigen, der für 2,6 Milliarden Euro so schlecht ist, dass das keiner außerhalb wiederholt,
Wir brauchen keinen Transrapid,
Straßenbahn ist Schnellbahn,
macht das Tor zu,
Fusion mit Brandenburg ist vergessen,
Rückbau von Straßen,
Die "Linden" endlich ordentliche Durchfahrt, ohne Foren,
auf riesen Freiflächen Planspielerei mit sumuliertem Bedarf,
halbe Regierung hier -
jeder kann dazwischen, weil Berlin leider wie sprachlos ist.
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von so_weit_so_gut so_weit_so_gut ist gerade offline | 23.10.2009 9:55 Uhr
architektur mit charakter
architektonische qualität ist eben für diese stadt kein thema mehr. lieber noch ein alexa und noch eine paar anachronistisch schlösser und hotels. was soll´s.
es ist echt ein jammer, dass man sich architektur mit charakter nicht mehr leisten will und statt dessen die stadt mit gesichtslosen plastikbuden zupflastert - und sich dafür auch noch feiern lässt.

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von ImmerOptimist ImmerOptimist ist gerade offline | 23.10.2009 10:10 Uhr
Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär
und das ICC der DDR gehört hätte, wäre es schon lange abgebaut!
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von flexton flexton ist gerade offline | 23.10.2009 10:11 Uhr
Es wär' einfach Geldverschwendung
Das ICC ist gut ausgelastet und es mangelt ihm nicht an Zuspruch. Es muss halt nur, wie jedes Gebäude, nach 30 Jahren intensiver Nutzung grundlegend saniert und modernisiert werden. Dass der Betreiber dafür nicht über die Jahre Geld zurückgelegt hat, das war ja absehbar, ist für mich schon ein kleiner Skandal.

Ein neues Gebäude wäre aus Kostengründen wohl mit Sicherheit nicht so großzügig von der Raumaufteilung, die großen Foyers mögen hohe Unterhaltskosten verursachen sind aber bei Kongressteilnehmern beliebt. Also eine Verschlechterung. Wer weiss ob Berlin damit nicht an Bedeutung, als Ausrichtungsort für große Kongresse, verliert. Es gibt viele Millionenstädte auf dieser Welt, und die buhlen alle um derlei Aufmerksamkeit mithilfe von hypermodernen Veranstaltungs- und Kongresszentren. Wegen der Museumsinsel kommt zumindest kein Kongress in die Stadt...
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von spielflieger spielflieger ist gerade offline | 23.10.2009 10:13 Uhr
Warum Abriss?
Ich verstehe den abrisswahn nicht.

Heute regen wir uns auf, dass frühere Regierungen Gebäude, die die damalige Zeit wiederpiegelten abgerissen und gespregnt haben und machen heute den gleichen Fehler wieder.

Das ICC ist bestimmt kein besonders hübscher Bau. Aber es ist ein besonderer Bau und für mich ein Berliner Original. Es wäre eine Schande es durch ein neues Seelenloses Gebäude zu ersetzen.
Comment
von marel marel ist gerade offline | 24.10.2009 19:41 Uhr
Zustimmung
Würde das ICC in der Innenstadt stehen, wäre ich sofort für den Abriss. In seiner Lage fügt es sich aber geradezu harmonisch in die umliegende Häßlichkeit ein und ist zumindest funktional.

Es ist ein zeitgeschichtliches Denkmal, das immerhin den Optimismus der damaligen Zeit sehr gut zum Ausdruck bringt. Aber Optimismus allein reicht eben noch nicht für gute Architektur.

Heute bauen deutsche Architekten leider immer noch häßliche Gebäde am laufenden Band. Schon darum kann man das ICC noch gut eine Generation stehenlassen.
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von anmerker anmerker ist gerade offline | 23.10.2009 10:25 Uhr
Ein netter Versuch
des Bauleiters und Architekten zur Rettung seines Lebenswerks. So gesehen kann man nur einen Sarkophag aus Beton darüber gießen - wie über's Atomkraftwerk von Tschernobyl.Der sähe dann auch besser aus als das ICC.
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von strandgut.21 strandgut.21 ist gerade offline | 23.10.2009 10:28 Uhr
denkmal?
fand man das ICC eigentlich damals schön?

irgendein soziologe hat mal sinngemäß gesagt, wenn man den zustand der menschheit nach ihrer architektur beurteilen würde, könnte man sich angesichts solcher gebäude auf das ende gefasst machen.
hässlich und dann noch asbestverseucht. wer will das haben und warum? weg damit, es wird sicher günstiger als jahrelang dran herum zu frickeln und zu keiner befriedigenden lösung zu kommen.
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von mfx mfx ist gerade offline | 23.10.2009 14:46 Uhr
Schönheit ...
Mir gefällt das ICC immer noch, es hat Character und Identität. Es mag vielleicht nicht so "schön" wie das Schloss Charlottenburg oder das Bauhaus-Archiv sein (das ihnen vermutlich auch nicht zusagen wird), aber welcher Bau der letzten 60 Jahre ist das schon?

Berlin ist mit belangloser, langweiliger und hässlicher Architektur vollgestopft; was haben alle nur gegen das ICC?
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von lankwitze lankwitze ist gerade offline | 23.10.2009 10:30 Uhr
Na endlich ein Gebäude
für die Ewigkeit.
Diese Leute und Ihresgleichen gehören weggesperrt mit Ihren Auftraggebern und Finanzierern.
Und zwar ins ICC!
Da können sie mit dem langsamen Abriss schon mal beginnen.
Hammer und Meißel stelle ich.
Comment
von spraykanal spraykanal ist gerade offline | 23.10.2009 10:41 Uhr
Chauvigesellschaft
Der Gedanke, ein Architekturdenkmal aus der Hauptstadt zu entfernen, der beruht auf dem intellektuellen Gehalt im Bewußtsein unserer Regierungsverantwortlichen, die für den Betrieb einer kommunistischen Kita dreimal soviel Geld ausgeben würden wie für den Betrieb eines unikären Messezentrums mit Berliner Geschichte.
Die Argumentation ist ein Zeichen dafür, daß den Errungenschaften der Berliner Vergangenheit keine Werte mehr beigemessen werden und ist außerdem ein Ergebnis dessen, daß die Berliner Personalreferenten zu Lasten des OB die verantwortlichen Positionen mit Ungeziefer besetzen, die der Stadt keine Bedeutung mehr beimessen, ihre Schäfchen ins trockene bringen wollen und sinnlose Diskussionen anregen.
Der Staat erwägt sich in dem Reichtum, jedem Bürger seine Grundsicherung zugestehen zu können, bemüht sich aber wenig um ein Fortbestehen der innerstädtischen Kulturen, daß die Stadt weiter und weiter zu einem ökokommunistischen Ödland verkommt.
Es gibt genug andere Sachen zu erledigen als am Messedamm für Veränderungen zu sorgen und läßt womöglich rückblicken, daß Deutschland über kein Know How mehr verfügt, wie ein Messezentrum, das 40 Jahre alt wird, unterhalten werden kann.
Comment
von metua metua ist gerade offline | 23.10.2009 13:05 Uhr
@spraykanal
sorgen Sie sich nicht um die Kommunisten, sorgen sie sich lieber um die freikirchlichen Kitas oder überhaupt um solcherlei religöses Gedöns...ist nämlich auch nur was, an das man glauben muss und es ist gegen Demokratie...so groß ist der Unterschied gar nicht...Kommunismus - Religion - Glaubenssache.

Zum Thema:
Das Raumschiff zu beseitigen finde ich schade, aus emotionalen Gründen, nämlich weil ICH es toll finde. Wenn es vernünftige Argumente für den Abriss gibt...dann mal her damit. Ansonsten kann mans stehen lassen, mein schönes Fluchtmobil falls die Erde mal einem intergallaktischen Highway im Wege ist...:-)
Comment
von StolzWieBolle StolzWieBolle ist gerade offline | 23.10.2009 10:53 Uhr
Wenn das Ding nicht kleinzukriegen ist...
...wäre es doch das ideale Atommüll-Endlager.

Im Ernst: Wenn das ICC ein Sanierungsfall ist und trotz guter Auslastung rote Zahlen schreibt, muß man was tun. Es kann ja nicht so schwer sein, die voraussichtlichen Kosten einer Sanierung mit denen eines Abriß und Neubaus zu vergleichen. Hinweise auf mögliche Probleme beim Abriß können da nur helfen, die Kosten realistisch anzusetzen.
Comment
von irene irene ist gerade offline | 23.10.2009 12:28 Uhr
Erinnerung
Soo begeistert, wie sich das heute anhört, waren nicht alle West-BerlinerInnen über das ICC. Es gab heftigste Diskussionen über die Schönheit und die Proportionen des Baus, und der Jubel kannte keine Grenzen, als der Tagesspiegel - in einem besonders hübschen Aprilscherz - berichtete, dass das ICC nunmehr doch nicht gebaut und das schon erbaute Parkhaus wieder abgerissen werden würde. Nach Fertigstellung wollte einer gar seine 4-Zimmer-Wohnung mit Atelier tauschen, da er "den Blick auf das ICC nicht mehr ertragen" könne.
Comment
von olli olli ist gerade offline | 23.10.2009 12:33 Uhr
kaufmännisches rechnen gefragt
allein die Zinslast für die Kosten des Abrisses würde die laufende Unterhaltung des Gebäudes überschreiten.
Geschweige die zusätzlichen Kosten für einen Neubau.
Wir immer wird der Steuerzahler verarscht.

Olli
Comment
von sennahoj sennahoj ist gerade offline | 23.10.2009 12:37 Uhr
Ein neues ICC in der größe....
würde MILLIARDEN verschlingen die keiner hat!
Als Ersatz käme dann wohl eine kleine "BUTZE" zu stehen weil man ja KOSTEN sparen muß!!!
Die anstehende SANIERUNG wäre im vergleich aus der "PORTOKASSE" bezahlen!
Comment
von stefan.d. stefan.d. ist gerade offline | 23.10.2009 14:11 Uhr
@Optimist
Verstehe ich nicht. Der böse Klassenfeind hat doch fast alles unter Denkmalschutz gestellt und wunderbar saniert. Vom Alex bis hunters Frankfurter Tor, steht fast alles unter Denkmalschutz.
Ich habe ehrlich keinen blassen Dunst was Sie damit meinen?
Comment
von ImmerOptimist ImmerOptimist ist gerade offline | 23.10.2009 20:40 Uhr
Nachtrag
Der Abbau des Palastes der Republik war politisch motiviert.
Schon vor dem Abstimmungstermin der Bundestagsabgeordneten,
tönten vorher viele über den unvermeintlichen Abriss.

Es wurden Zahlen über zu erwartenden Abrisskosten genannt,
die tatsächlich sehr viel höher waren.

Viele Sachkundige und Interessierte aus dem In- und Ausland
hatten sich für den Erhalt und die kulturelle Weiternutzung
nach der Asbestbehandlung ausgesprochen.

Stur und starr wurde der Palast der Republik platt gemacht,
wie viele andere Unternehmungen in der ehemaligen DDR.

Berlin bzw. der Regierende Bürgermeister Wowereit
ist auf der Suche nach räumlichen und finanziellen Lösungen
für eine neue Kunsthalle.

Andere wieder favorisieren den Schlossnachbau in Berlin,
der Millionen € kosten wird und keiner Wirtschaftlichkeitsrechnung standhalten kann.

Berlin braucht bezahlbare Visionen „im Umgang mit Themen und Menschen, die sich einer neueren und modernen Architektur, künstlerischen Sicht und kulturellen Lebensweise verpflichtet fühlen und über analytisches Gespür für die Kunst und Gestaltung von Bauten sowie die Neugierde auf Unbekanntes und künftige Entwicklungen“ verfügen.

Persönlich war ich für den Erhalt des Palastes der Republik und des ICC.
Als Betriebswirt beurteile ich die Kosten.
Comment
von horott horott ist gerade offline | 23.10.2009 14:18 Uhr
Der beste Kommentar ...
... zu diesem Thema.
Du hast es auf den Punkt gebracht, @ImmerOptimist ;-)
Comment
von stachel.v.tagesigel stachel.v.tagesigel ist gerade offline | 23.10.2009 14:21 Uhr
So wie Herr Jacobs die Dinge beschreibt...
...so sind sie in der Tat. Das ICC abreißen, bedeutet Chaos am Autobahnkreuz über Jahre. Tonnenschwere Trägerkonstruktionen und eine komplizierte Unterkonstruktion (Beton-Pfahlbau) können nicht entfernt werden, ohne dass es keine Auswirkungen auf umliegende Brücken, Bahnstrecken und Fahrbahnen hätte. Es wäre der Supergau und Infarkt am Verkehrs-Nadelöhr Funkturm. Es gibt nur eins, eine schrittweise Sanierung bei laufendem Betrieb. Das dies der Messe Berlin nicht gefällt, ist doch klar. Das Ganze steht auch im Zusammenhang mit der Schließung der Deutschlandhalle. Die Messeverantwortlichen wollen seit Jahren auf diesem Grunstück unwiderruflich Alternativen schaffen um den Klotz ICC loszuwerden, natürlich auf Kosten der Steuerzahler und schon lange zu Lasten des Charlottenburger Eishockeys. Eissporthalle abgerissen, einen Riesen-Südeingang für Millionen hingesetzt, den kein Mensch braucht, nun ist die nächste Halle dran und wenn es geht, das ICC gleich mit! Und Wowereit macht diese Spielchen mit...
Comment
von loucass loucass ist gerade offline | 23.10.2009 14:53 Uhr
Einfach abreißen
Was danach kommt, überlegen wir dann. Hat bei Tempelhof auch schon funktioniert.

Preise wie der hier interessieren uns nicht:

ICC ist das beste Kongresszentrum in Europa

Geld haben wir im Überfluss, da brauchen wir doch keinen Konferenztourismus, der die Betriebskosten des ICC locker wieder 'reinholt!
Comment
von psylon psylon ist gerade offline | 23.10.2009 15:56 Uhr
@loucass
Berliner Politik läuft derzeit so, dass den West-Berlinern ihre Filetstücke zerstört werden.
Comment
von eckensteher_nante eckensteher_nante ist gerade offline | 24.10.2009 12:34 Uhr
Tja,
nur Mitte ist eben sexy (für Touris, PubCrawler, Investoren, Spekulanten, sonstige Parvenüs), ohne unbedingt reich zu sein. Da hat der Westen eben die A...karte gezogen - frei nach dem Senatsmotto: "und das ist auch gut so!"
Comment
von bw bw ist gerade offline | 23.10.2009 16:29 Uhr
Also Abriss
Unsere soziale Links-Linksregierung läßt doch bekannterweise keine Gelegenheit aus um (Verkehrs)Chaos herbeizuführen. Also ist der Abriss nur folgerichtig um dem so sehr gehassten Westen die Verkehrswege zu zerschneiden.
Nach dem so geliebten Palast muss es doch eine Reaktion der "so geknechteten ehemaligen DDR´ler" geben. Viele Kommentare lesen sich jedenfalls so.
Comment
von m0e m0e ist gerade offline | 23.10.2009 17:24 Uhr
@bw


Zitat von bw

Nach dem so geliebten Palast muss es doch eine Reaktion der "so geknechteten ehemaligen DDR´ler" geben. Viele Kommentare lesen sich jedenfalls so.



Ich sehe 2 Kommentare die in diese Richtung gehen, dem gegenüber inklusive Ihrem Kommentar 4 die in die Gegenrichtung gehen. Das beste ist aber, dass die Mehrzahl (20) keine Mauer mehr im Kopf hat. An die bedauernswerte Minderheit: Kopf hoch, irgendwann kommt auch ihr in der Gegenwart an.
Comment
von karnival karnival ist gerade offline | 23.10.2009 16:35 Uhr
Differenzierung bitte
Das ist doch Schwachsinn. Die Kongresshalle in Ostberlin, jener Kuppelbau am Alexanderplatz, den Henselmann zusammen mit dem Haus des Lehrers in den 60ern bauen ließ und die zu Recht als herausragendes Bespiel Ostdeutscher Nachkriegsarchitektur gelten, wurden in den letzten Jahren aufwändig saniert und strahlen heuter heller denn je - wenn das furchtbare Alexa und der hässliche Saturnbau nicht wären. Und die Erhaltung und Sanierung der Karl-Marx-Alle ist heute noch eine gigantische Herausforderung, die auch keiner in Frage stellt.
Comment
von giselamittruecker giselamittruecker ist gerade offline | 23.10.2009 17:05 Uhr
Wenn ...
("... das ICC der DDR gehört hätte, wäre es schon lange abgebaut!")

Hat man das zu Ostzeiten so genannt, wenn ein Protzbau nicht lange gehalten hat und abgerissen werden musste?
Comment
von sennahoj sennahoj ist gerade offline | 23.10.2009 17:25 Uhr
"Ganz Berlin wird sukzessive abgewrackt"...
Ich werde den verdacht nicht los das in Berlin eine
"wohl organisierte ZERSTÖRUNG" wütet!
Tempelhof,Tegel,verstümmelter Hauptbahnhof,ICC...etc.

Wirtschaftsfördernd sieht m.E. ganz anders aus!

Comment
von bisc265 bisc265 ist gerade offline | 23.10.2009 18:53 Uhr
lange nicht gehabt - architekturdiskurs im tagesspiegelforum
sennahoj polemisiert wie gewohnt, nicht ein ding aus seiner aufzählung ist bis jetzt "zerstört", und wird wohl auch nicht so schnell werden, und die verstümmelung des hbf kommt erst noch.
ratet mal, was nämlich da hin kommt (nordseite): ein kongresszentrum! wenn der klotz erstmal steht, wird man sich das icc zurückwünschen ;-)

ansonsten halte ich es persönlich wie


Zitat von spielflieger - der wievielte flieger ist das hier eigentlich?:-)

Das ICC ist bestimmt kein besonders hübscher Bau. Aber es ist ein besonderer Bau und für mich ein Berliner Original. Es wäre eine Schande es durch ein neues Seelenloses Gebäude zu ersetzen.



wobei ich mich wieder an dem wort seelenlos störe.
entweder haben gebäude generell keine seele (hallo - das sind leblose objekte) oder wenn man animistisch veranlagt ist, hat jedes gebäude eine seele, ob hässlich oder schön. hässlich und schön gibts objektiv betrachtet ja auch nicht.

ich glaub nicht, das abriss+neubau billiger wäre als sanierung. also: sanieren!
Comment
von tkall tkall ist gerade offline | 24.10.2009 11:19 Uhr
Asbestsanierung ...
... allein kann kein Grund sein, das Gebäude abzureißen. Die Alternativen shen - wegen der Gesetzlichen Bestimmungen zum Umgang mit Asbest - so aus:

- erst Asbestsanierung, dann Umbau, oder
- erst Asbestsanierung, dann Abriss, dann Neubau.

Jeder darf mal raten, was teurer ist.

Wer verspricht, dass die Asbestsanierung bei Abriss günstiger ist als bei Umbau, der ist unseriös, weil exakt die gleichen Vorschriften für Arbeitsschutz etc. gelten.
Comment
von unbekannt | 23.10.2009 19:44 Uhr
Warum eigentlich nicht wie immer...
und der Vorschlag kam hier tatsächlich schon...allerdings in einem anderen Artikel zum ICC.

Abreissen (alternativ schließen) und ne Wiese drauf machen....so'ne "Strandbar" an'ne Autobahn hat doch was ;-)

Party!
Comment
von Zielke Zielke ist gerade offline | 23.10.2009 20:39 Uhr
Der modernste Bau Berlins
Das ICC ist der modernste und großstädtischste Bau Berlins. Schade nur, das es nicht im Zentrum steht, sonst wäre es eine Attraktion, Ozeanriese und Raumgeleiter, und ein
lebendiger Platz, ähnlich dem Centre Pompidou in Paris. Dieser Bau ist zeitlose Architektur und großstädtische Avantgarde und in 30 Jahre würde er sicher unter Denkmalschutz gestellt werden. Das ICC gibt dem möchtegern Eiffelturm auf der anderen Seite erst eine Aura. Ohne dem ICC wurde er zu einem Mobilfunkmast verkommen. Das ICC ist ein Aushängeschild und ein kraftvolles Wahrzeichen Berlins. Es muss gerettet und erhalten werden. Dagegen sind alle anderen Bauten kleinmütig und provinziell. Schaut Euch den Bau genau an, er ist einzigartig auf der Welt. Wenn ich daran vorbeifahre sieht es immer so aus, als ob dass ICC
gerade gelandet wäre; silbern strahlend und erhaben. Allen Berlinbesuchern, die über die Stadtautobahn einreisen, zur Messe möchten oder an einer Tagung teilnehmen wollen wird hier klar, dass Sie in einer Weltstadt angekommen sind. Ich zeige dieses Bauwerk gerne allen
meinen Gästen. Und was wäre die Alternative in Berlin mit seiner regieden historisierenden
Sandsteinmoderne. Vielleicht so eine halbherzige O2 World, zu der einem das Wort Architektur
nicht über die Lippen kommen möchte. Wer kann einen Bau in Berlin nennen, der ähnlich
eindruchsvoll und fantasieanregend ist. Das rote Rathaus, der Reichstag, das Abgeordnetehaus? Ich hoffe, es finden sich genügend Berliner die das Wahrzeichen retten
wollen und es nicht zulassen, dass sich Architekten an einer neuen teuren Billigvariante versuchen, die man dann eigentlich gleich wieder abreißen möchte. Das ICC ist ein Denkmal
Berlins und repräsentiert stolz eine Moderne der Nachkriegszeit, die nur noch die Neue National-
galerie und die Philharmonie verkörpern. Und bei allem Respekt, der Palast der Republik hatte
nie die Kraft und Magie. Und eigentlich gehört das ICC auf den Schlossplatz. Das ICC unbedingt stehenlassen, koste es was es wolle!
Comment
von bisc265 bisc265 ist gerade offline | 23.10.2009 23:19 Uhr
also...wenn sie so direkt fragen


Zitat von zielke

Das ICC ist der modernste und großstädtischste Bau Berlins. (...) Dieser Bau ist zeitlose Architektur und großstädtische Avantgarde und in 30 Jahre würde er sicher unter Denkmalschutz gestellt werden. (...) Das ICC ist ein Aushängeschild und ein kraftvolles Wahrzeichen Berlins. (...) Schaut Euch den Bau genau an, er ist einzigartig auf der Welt. Wenn ich daran vorbeifahre sieht es immer so aus, als ob dass ICC
gerade gelandet wäre; silbern strahlend und erhaben. Allen Berlinbesuchern,(...)wird hier klar, dass Sie in einer Weltstadt angekommen sind. Ich zeige dieses Bauwerk gerne allen
meinen Gästen. (..)
Wer kann einen Bau in Berlin nennen, der ähnlich
eindruchsvoll und fantasieanregend ist.



berlin hauptbahnhof.

ja, ich weiß was jetzt gleich allet wieder in meine richtung jeflogen kommt, könnt ihr euch aber schenken :-)
zielke wollte ne antwort, und für mich kommt gemessen an seinem obigem zitat nur der hbf in frage.

aber, @zielke, die antworten werden sicher so unterschiedlich ausfallen wie die menschen sind. für andere isses dann eben der berliner dom, die museumsinsel, das brandenburger tor, das sony center oder der ganze protzdamer(sic!) platz, die philharmonie oder flughafen tempelhof. vielleicht würde einer gar das kanzleramt nennen, auch da hab ich schon leute von schwärmen gehört ;-)
berlin hat viele architektonische größen, schön oder nicht liegt im auge des betrachters, aber besonders und charakteristisch sind viele.

nichts gegen das icc, bin auch dafür es stehen zu lassen.
Comment
von colorcraze colorcraze ist gerade offline | 23.10.2009 23:59 Uhr
Bitte genau beobachten
wenn demnächst vielleicht mal echte Zahlen zur ICC-Nutzung auftauchen. Ja, hohe Unterhaltskosten bei einem Gebäude will man nicht haben, das ist richtig so. Aber in Anbetracht der Kosten für Abriß und Neubau inkl. Verkehrschaos stellt sich auch die Frage, ob das denn wirklich besser ist. Wie hier schon so einigen durch den Kopf ging, wird auch dieses Mal wieder eine absurd niedrige Summe genannt werden. Daß der Bauplaner seinerzeit eine realistischere Zahl schätzte, glaub ich ihm, aber kein Auftraggeber, der Geld einsammeln will, will das hören.
Außerdem ist das Gebäude weder wacklig gebaut noch vom Raumangebot her unpassend. Sanieren und gut auslasten dürfte auf die nächsten 10, 20 Jahre insgesamt billiger kommen.

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