[Kommentare: 16]

Nachbarschaftszank

Polit-Streit um Kreuzberger Moschee

Der Grünen-Europapolitiker Cem Özdemir liegt im Clinch mit Mitgliedern einer kurdischsprachigen Moschee-Gemeinde in Kreuzberg, die ihn als Hitler-Figur verunglimpfen.
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Grünen-Politiker Cem Özdemir. - Foto: dpa
In Kreuzberg hat sich ein Nachbarschaftsstreit entzündet, in dem mit harten politischen Bandagen gespielt wird. Es geht um Mieter eines Hauses in der Kottbusser Straße, in dem ein Café im Erdgeschoss und im ersten Stock die Selahaddin-Eyyubi-Moschee untergebracht sind. Und es handelt von dem Grünen-Europapolitiker Cem Özdemir, der im vergangenen Jahr mit Frau und Kind in dieses Haus gezogen ist. Özdemir ist Deutscher türkischer Herkunft, die Moschee ist die einzig kurdischsprachige in Berlin und gilt als PKK-nah und „ultrareligiös“, wie ein Mitglied der türkischen Gemeinde sagt. Seitdem der Nachbarschaftsstreit läuft, wird Cem Özdemir auf PKK-nahen Foren im Internet auf Fotos als Hitler-Figur verunglimpft. Auch in PKK-nahen Zeitungen ist zu lesen, dass Özdemir eine Kampagne gegen die Moschee initiiere und Kurden stigmatisiere, um sich Wählerstimmen bei den Türken zu sichern. Von Cem Özdemir, der gestern die bayerischen Grünen in Würzburg im Wahlkampf unterstützte, gab es gestern auf Anfrage keine Stellungnahme.

Vor 13 Jahren zog die Moschee in das Haus, das vor einigen Jahren zu einer Eigentümergemeinschaft umgewidmet wurde. Der Ärger über die „Moschee im Wohnzimmer“, wie ein Anwohner erzählt, sei immer größer geworden und mündete in einer Unterschriftenaktion. Mitunterzeichner ist Cem Özdemir. Vor Gericht wurde schließlich in diesem Jahr geklärt, dass die Moscheegemeinde mitsamt dem Café ausziehen muss. „Sie versucht zurzeit neue Räume zu finden“, sagt Riza Baran, Vorsitzender der kurdisch-demokratischen Gemeinde in Berlin und Brandenburg. Auch Baran findet es „problematisch, dass in Häusern Moscheen sind“. Baran will den Konflikt in Kreuzberg friedlich lösen und sieht darin aber „auf keinen Fall einen radikal-politischen Streit“. Als es im vergangenen Jahr zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Berlin wegen des Nordirakkonflikts gab, verhinderte die Polizei laut Verfassungsschutzbericht weitere gewalttätige Aktionen durch entschiedenes Einschreiten vor dieser Moschee, die dem Vernehmen nach vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sabine Beikler

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.09.2008)
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Kommentare [ 16 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von uschidoelle uschidoelle ist gerade offline | 27.9.2008 1:13 Uhr
Hitler-Figur !
Bisher habe ich in deutschsprachigen Medien keine Hitlerfigur von Ödzdemir gesehen.

Möglicherweise handelt es sich hier um einen lokalen Türkisch/Kurdischen- Streit, der dann bitte auch in der dazu gehörigen Medienwelt mit aller Aufmerksamkeit behandelt werden sollte.

Özdemir kam bisher nur als weggelobten, verstolperten Abgeordneten über Flugmeilen in meine Wahrnehmung, der jetzt, nach Brüssel, mal eine schöne „Einführungspresse“ benötigt.

Hier jetzt mal wieder Hitler ins Spiel zu bringen, klingt für mich nach einseitiger „Hofberichterstattung“ und löst nur Desinteresse aus.
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von unbekannt | 27.9.2008 10:33 Uhr
@uschidoelle
Nun, liebe Frau Doelle, so desinteressiert, wie Sie behaupten, scheinen Sie doch nicht zu sein, sonst hätten Sie auf diesen Artikel nicht reagiert :-)
Herr Özdemir, dem Sie offenkundig keine besondere Sympathie entgegenbringen, ist designierter Parteivorsitzender der Grünen und somit eine Person öffentlichen Interesses und somit wiederum der Nachbarschaftsstreit in Zusammenhang mit der kurdischen Moschee durchaus von Bedeutung für Leser des Tagesspiegels.
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von traveller traveller ist gerade offline | 27.9.2008 17:44 Uhr
Ja, wo leben Sie denn?
Ihr Desinteresse in Ehren, aber das ganze spielt sich in Deutschland ab – genauer in Berlin/Kreuzberg. Warum das nun nur in der „dazugehörigen Medienwelt“ behandelt werden soll, ist mir ein Rätsel. Wäre diese Story eventuell interessanter für Sie, wenn das ganze im Prenzelberg am Kollwitzplatz passiert wäre, und der Ankläger nicht Özdemir, sondern Thierse gewesen wäre?

Sorry, aber es scheint mir, Sie leben in einer intoleranten Parallelwelt.
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von nicenic nicenic ist gerade online | 27.9.2008 11:51 Uhr
Moschee
Also ich finde dass eine Moschee im Wohnzimmer ja nix schlimmes sein muss, denn man darf ja hier keine moschee bauen ohne dass gewisse CDUler eine Protestaktion starten. Ich find auf der anderen Seite den Hitler vergleich schlimm zeigt auch dass die Leute nix verstanden haben nru weil man gegen die Moschee im Wohnzimmer ist. Aber man darf beruhigt sein, wenn die Gemeinde auszieht ist wieder ruhe im Wohnzimmer.
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 27.9.2008 13:44 Uhr
Hitlervergleiche kommen heute stets...
...billig und schnell von Leuten, deren Geisteshaltung eher schlicht ist, denen die Argumente ausgingen.
Fabulierer, nicht mal gut genug fürs Kabarett.
Özdemir und Hitler, da geht absolut nichts zusammen.

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von marel marel ist gerade offline | 27.9.2008 14:38 Uhr
Hintergründe?
Als zukünftiger Parteivorsitzender der Grünen hat Cem Özdemir im Prinzip die Chance aus einer Partei mit K-Gruppen-Vergangenheit eine der modernsten Parteien zu machen, die konstruktive Antworten auf die heutigen Herausforderungen geben kann. Er steht u.a. dafür, daß die Integration von Zuwanderen innerhalb von 2 Generationen ausgezeichnet gelingen kann, wenn Zuwanderer nicht in Gettos abgeschottet werden und sich selbst abschotten.

Daher ist der Artikel grundsätzlich interessant. Was ich vermisse, sind einige Hintergründe. Warum genau wenden sich die Mitbewohner gegen ein Gotteshaus im Wohngebäude? Läßt es sich belegen, daß Özdemir Kurden stigmatisiere oder ist das eine Keule, um von einem selbstverschuldeten Problem der Kurdengemeinde abzulenken?









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von schnarzan schnarzan ist gerade offline | 27.9.2008 14:48 Uhr
@ marel
Hier gibt es mehr Hintergrundinfos:
http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/moscheestreit-a-la-kreuzberg/
Comment
von spital8katz spital8katz ist gerade offline | 27.9.2008 15:18 Uhr
Warum
kauft oder mietet Ö. überhaupt eine Immobilie in dieser Umgebung?

Um anschließend zu klagen?
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von daisy daisy ist gerade offline | 27.9.2008 17:09 Uhr
Auswahl einer Wohnung
Wenn ich eine Wohnung in einem Haus beziehe, in dem seit 13 Jahren eine religiöse Gemeinde ansässig ist, weiß ich hierüber vorher Bescheid. Schließlich existieren Klingelschilder bzw. Namensschilder der Bewohner, anhand derer ich mich orientieren kann, wer außer mir Mieter oder Eigentümer ist. Sagt mir das Umfeld nicht zu, ziehe ich nicht ein. Ansonsten muss ich mit diesem Umfeld leben.
Interessant ist, dass das Haus laut dem Tagesspiegel-Bericht in eine Eigentümergemeinschaft umgewidmet wurde. Wer hat hier von wem gekauft? Offenbar machen sich die Bewohner nunmehr Sorgen, dass der Wert ihres Wohneigentums aufgrund der an die Gleubensgemeinschaft vermieteten Wohnung fallen könnte. Warum haben sie dann ihre Wohnung gekauft? Ich vermute mal, weil diese relativ günstig war. Alles kann man eben nicht haben.
Comment
von blumentopfche blumentopfche ist gerade offline | 27.9.2008 19:19 Uhr
ich finde es ja interessant,
dass es für die vielen kurden , die in berlin leben nur eine kurdischsprachige moschee , noch dazu in einer einfachen wohnung , gibt.

da bleibt dann die frage, wer verhindert, dass kurden eine moschee , ein eigenes gotteshaus haben bzw. wer finanziert eigentlich die anderen vielen moscheen, die es in berlin gibt?

Comment
von marel marel ist gerade offline | 27.9.2008 21:34 Uhr
Gibt es nicht genügend Gotteshäuser?
Ich frage mich, warum die Kurden überhaupt eine eigene Moschee brauchen. Braucht denn jede Abspaltung und Variante der Religionen gleich einen neuen Tempel?

Grundsätzlich sind sich die großen 3 Buch-Religionen doch in der Frage einig, daß es nur einen Gott gibt. Können sie ihn dann nicht auch im gleichen Gotteshaus verehren?
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von hades hades ist gerade offline | 28.9.2008 13:23 Uhr
Mehr Politiker
Sollten in den Kiezen wohnen...
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von kreuzbergex61 kreuzbergex61 ist gerade offline | 28.9.2008 21:09 Uhr
Das ausgerechnet der designierte....
Parteiführer der Grünen Herr Özdemir gegen eine Moschee ist, stimmt mich traurig und macht mich auch ein Stück weit betroffen. Was sagte denn die Betroffenheitskreische Frau Roth dazu (danke TAZ :) ) ?
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von blumentopfche blumentopfche ist gerade offline | 28.9.2008 21:42 Uhr
@kreuzberger...
herr ö. ist ja nicht gegen moscheen, nur als türkischstämmiger deutscher hat er anscheinend eine kurdische moschee nicht gern in seiner umgebung.

mich macht das nun schon sehr nachdenklich, ich weiß nun nicht, ob er deutsche politik machen will, oder doch die interessen der türkei gegen die kurden vertritt??

Comment
von uschidoelle uschidoelle ist gerade offline | 29.9.2008 1:36 Uhr
@traveller |
Sehr geehrter traveller,
hiermit möchte ich Ihnen widersprechen.
Ich k ö n n t e "in einer intoleranten Parallelwelt leben", wenn
unser Senat nicht in den letzten 10 Jahren rund 150 Millionen EUROS im Bereich Bildung eingespart hätte.
Ob nun Özdemir, Thierse oder ein Sack Reis in China..., spielt in diesem Zusammenhang wirklich gar keine Rolle.
Beide sind nicht ohne Steine für das Glashaus im sitzen.



Comment
von blume44 blume44 ist gerade offline | 29.9.2008 15:05 Uhr
Jeder Vergleich mit diesem
"Herrn" aus Braunau schafft größte Aufmerksamkeít, auch wenn dieser Vergleich noch so blödsinnig ist.

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