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Ladenschluss

Offener Streit um den offenen Sonntag

Berlins Regelung zu den Shoppingzeiten ärgert die Kirchen. Das Verfassungsgericht muss jetzt entscheiden.
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Schön shoppen gehen. Den nächsten verkaufsoffenen Sonntag gibt es am 4. Oktober, nach dem Tag der Einheit. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Nach dem Streit um den Religionsunterricht geht am Dienstag die zweite große Kontroverse zwischen dem rot-roten Senat und den Kirchen in eine entscheidende Runde. Dann verhandelt der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts über die Klage der evangelischen Landeskirche und des katholischen Erzbistums gegen den Sonntagsverkauf in Berlin. Der noch amtierende Landesbischof Wolfgang Huber und Kardinal Georg Sterzinsky werden bei der Verhandlung in Karlsruhe auf Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) treffen, die das Land Berlin vertritt. Ein Urteil der Verfassungsrichter ist vor der Sommerpause des Gerichts jedoch nicht mehr zu erwarten.

Im November 2006 hatte der Senat die Ladenöffnungszeiten weitgehend freigegeben. Seitdem darf von montags 0 Uhr bis sonnabends 24 Uhr rund um die Uhr verkauft werden, gleichzeitig sind jährlich zehn Öffnungen am Sonntag möglich. Vier Termine zu besonderen Anlässen setzt der Senat, außerdem darf an den vier Adventssonntagen verkauft werden, zwei weitere Daten dürfen sich die Geschäftsleute selber suchen. Damit hat die Stadt Berlin bundesweit die weitestgehenden Möglichkeiten zum Sonntags- Shopping. Die beiden Kirchen sehen darin einen Verstoß gegen den verfassungsrechtlich garantierten besonderen Schutz des Sonntags, der schon nach der Weimarer Verfassung ein Tag „der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ sein soll.

Es könne nicht sein, dass ein Landesgesetz ein Verfassungsrecht aushebele und schleichend aufhebe, sagt Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums. Der Schutz des Sonntags sei ein hohes Gut. Für die Gesellschaft sei es wichtig, einen Tag zu haben, an dem der Rhythmus des Geschäftigen unterbrochen werde und nicht alles gleichförmig laufe. Selbst wenn es in anderen Bereichen – beispielsweise im Gesundheitswesen – die Notwendigkeit gebe zu arbeiten, müsse man dieses nicht unnötig ausweiten. „Der Sonntag ist der Tag, an dem man anders sein kann“, sagt Volker Jastrzembski, der Sprecher der evangelischen Landeskirche. Es gelte, die Kultur des Sonntags zu erhalten.

Laut Gesundheitssenatorin Lompscher ist der Schutz des Sonntags dennoch sehr wohl gegeben. Man habe den vorher herrschenden „Wildwuchs“ bei den Öffnungen beseitigt und klare Regelungen für alle geschaffen. „Es sind weitaus weniger Sonntage geöffnet als früher“, sagt die Linkspolitikerin. Vor der Liberalisierung der Verkaufszeiten konnten die Bezirke auf Antrag Sonderöffnungen genehmigen. Der Senat sieht auch keinen Interessenskonflikt mit den Kirchen, da die Geschäfte nur in der Zeit von 13 bis 20 Uhr öffnen dürfen, ein Kirchgang vorher also möglich ist. Die Senatswirtschaftsverwaltung für Gesundheit verweist darauf, dass die Sonntage vor allem von den Geschäftsleuten in den großen Zentren und an touristischen Standorten genutzt werden.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, wird am kommenden Dienstag in Karlsruhe sein. Die Sonntage würden gut von den Kunden – Berliner und Touristen gleichermaßen – angenommen. „Es hat sich auch gezeigt, dass es nicht zu einer massiven Verschiebung zwischen Berlin und Brandenburg gekommen ist“, sagt Busch-Petersen. Außerdem stoße der Sonntag bei den Beschäftigten im Einzelhandel durchaus auf Akzeptanz.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die ebenfalls die Zulässigkeit der Sonntagsöffnungen juristisch überprüfen lassen wollte, hatte zwei Beschäftigte bei ihren Klagen vor dem Berliner Verwaltungsgericht unterstützen wollen. Der Arbeitgeber sicherte jedoch den Betroffenen zu, niemals am Sonntag arbeiten zu müssen. Daraufhin war die Klage der Beschäftigten hinfällig. Eine Entscheidung blieb also aus – was die Verdi-Handelsexpertin Erika Ritter durchaus bedauert. Sie nennt es „eine Falle“ der Arbeitgeber, der Gewerkschaft so die Klagemöglichkeit zu entziehen. Denn Verdi selber kann nicht gegen das Gesetz vor Gericht ziehen.

Die nächsten Öffnungen an Sonntagen gibt es übrigens am 4. Oktober (nach dem Tag der Einheit), am 8. November (vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls) und im Advent. Sigrid Kneist

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 21.06.2009)
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Kommentare [ 34 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von bisc265 bisc265 ist gerade offline | 21.6.2009 13:24 Uhr
bahnhöfe
meinetwegen braucht es keine öffnungen am sonntag oder an feiertagen. wozu gibt es denn die "einkaufsbahnhöfe" der db? jeden tag mindestens von 8-20h offen, alles, was notwendigerweise gebraucht wird (und oftmals noch viel mehr ;-)), und auch am wochenende und an feiertagen immer verfügbar.
wat will man mehr? :-)
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von guderian guderian ist gerade offline | 21.6.2009 14:29 Uhr
Ich finde
Kirchen sollten am Sonntag geschlossen bleiben, gerade in einem christlichen Land sollte der Sonntag ein Ruhetag sein, d.h. auch kein Glockengeläut und keine Kirchenlieder!
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 21.6.2009 20:10 Uhr
Ich finde
Parteibüros jedweder Färbung sollten an 365 Tagen im Jahr geschlossen bleiben, damit der Bürger seine Ruhe hat. Kein Gegröle mehr: Die Partei, die Partei... Hm, vielleicht sollte man Parteien grundsätzlich verbieten. Sie sind ohnehin überflüssig.
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von lukas lukas ist gerade offline | 21.6.2009 21:51 Uhr
Parteien verbieten? Morgen vor 76 Jahren
wurde die SPD verboten, am 14. Juli alle anderen demokratischen Parteien. Ich teile Ihre Demokratieverständnis nicht...
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 22.6.2009 4:40 Uhr
Demokratie
Das war naürlich ironisch gemeint, eine Replik auf @Guderians durchaus ernst gemeinte Forderung die Kirchen Sonntags zu schließen. Noch sind wir hier schließlich in "Preußen", noch gilt das Toleranzedikt von Potsdam "Jeder nach seiner Facon..."

Gegen Sonntagsöffnung von Kaufhäusern und Supermärken habe ich per se nichts einzuwenden. Persönlich bin sowieso für die Abschaffung sämtlicher Feiertage. Es wird 365 Tage im Jahr durchgearbeitet, warum soll es anderen Leuten besser gehen als mir...
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von dirkschneider dirkschneider ist gerade offline | 21.6.2009 14:30 Uhr
In was für einem
Staat leben wir denn?

Das die Gewerkschaft gegen Öffnungszeiten am Sonntag vorgeht ist ihr gutes Recht, wenn ich das auch nicht nachvollziehen kann...

Aber die Kirchen? Die sollen sich gefälligst ums jenseits kümmern. Oder ist Deutschland etwa ein christianistischer Staat?
Schlimm genug das es hier immer noch die Kirchen"steuer" gibt... und Religionsunterricht... :-(
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von toni12toni toni12toni ist gerade offline | 21.6.2009 15:12 Uhr
Welche Regeln?
"Im November 2006 hatte der Senat die Ladenöffnungszeiten weitgehend freigegeben.(...)Damit hat die Stadt Berlin bundesweit die weitestgehenden Möglichkeiten zum Sonntags- Shopping (...)". In Berlin Prenzl. Berg gibt es keinerlei Einschränkung der Ladenöffnungszeiten. Hier bei uns sind div. Läden 24 Std. 365 Tage im Jahr geöffnet. Z.T. auch EDEKA-Geschäfte (Arbeitnehmerschutz??). Hier werden schon Entscheidungen des BVG in keinster Weise durchgesetzt. D.h. Amtswillkür und/oder laisez faire. I.d.R. haben somit die ach so betrunkenen Jugendlichen, und nicht nur die, immer die Möglichkeit sich mit Alkohol zu versorgen. Diese (Nicht-)Durchsetzung von höchstrichterlichen Entscheidungen ist ein weiteres Indiz für das immer weiter umhergreifende Primat der Wirtschaft (des Geldverdienens). Und das von einer ach so arbeitnehmerfreundlichen Rot-Roten Landesregierung und einem Grünen Stadtrat für öffentl. Ordnung. Auf dem Rücken von BVG-Urteilen, der Jugendlichen, Arbeitnehmerrechten ..., der Staatsräson, "Let´s make Money"
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von unbekannt | 21.6.2009 15:14 Uhr
hm
die kassieren genügend staatskohle die kirche-darum sollte die besser schweigen....
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade online | 21.6.2009 16:29 Uhr
wenn schon
die seelische Erbaung (was für ein blödes Wort) im Mittelpunkt steht, dann sollten die Herren und Damen Pfarrer auch Sonntags stündliche Erbaungen anbieten. Ich nutze den Sonntagsverkauf auch nicht und brauche ihn auch nicht, aber wenn sich diese selbsternannten Moralapostel engagieren,bin ich für denn Sonntagsverkauf
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von sct sct ist gerade offline | 21.6.2009 16:43 Uhr
Verkehrte Welt
Schon komisch ein Land wo die Zielgrupppe des allgemeinen Konsums nur dann bedient werden soll wenn sie keine Zeit hat (selber arbeiten muss). Meintwegen Sonntags auf bis 22:00. Aber Montags dafür Ruhetag. Da muss sich dann Oma Krause oder Hartz-Kalle Montags mal zusammenreissen.
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von baumhase baumhase ist gerade offline | 21.6.2009 16:48 Uhr
... alle wollen irgendwie mitreden!!!
Es ist schon recht ungewöhnlich um was sich die Kirchen so alles kümmern!! Sie sollten sich um Ihre angestammten Aufgaben kümmern, d.h. um soziale Kompetenz wie Alten,- Krankenpflege. Es ist doch die gleiche Kirche welche z.T. in ihren eigenen Einrichtungen einen Sch... darauf gibt ob Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Den eigenen Mitarbeiter werden hier und heute Kürzungen von Gehältern aufgedrückt, weil in der von der Kirche übernommenen Aufgaben im Bereich der Geriatrie und der Krankenpflege keine GEWINN erwirtschaftet werden. In Bereichen der Geriatrie herrscht heute bereits ein Zustand der sogenannten gefährlichen Pflege. Und diese Kirche traut sich eine Klage einzureichen??? - wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Klamotten schmeißen.
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von vollbart vollbart ist gerade offline | 21.6.2009 16:54 Uhr
Konsequent
wäre es dann auch, wenn am Sonntag nicht der knatternde Rosinenbomber über Berlin fliegen würde. Stört der dann nicht auch die Verbindung zwischen Himmel und Erde?
Herr, was ist los mit deinem Bodenpersonal?
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von hansholst hansholst ist gerade offline | 21.6.2009 16:56 Uhr
weiter so....
Wer , zum Teufel, denkt noch an die alleinerziehenden Kassiererinnen, die Ihre Kinder kaum noch sehen, geschweige denn ein arbeitsfreies Wochenende geniessen.
Hauptsache die sinn-und ethikfreie Spassgesellschaft kann ihrem Hedonismus zu jeder Tages-und Nachtzeit frönen. Besinnung am Sonntag, Ruhezeiten für Anwohner und Arbeitnehmer in "Schopping- Mooools und Einkausstrassen" broochen wir nich mehr. Und glooben tun wir ehh nur noch an den Kontoauszug vom Amt oder Arbeitgeber.
Und wenn die Kirchen leer sind haben wir ja jetzt alternativ an jeder Ecke eine Moschee.
Na super......
quo vadis ?

P. S.
Ich bin bereit mit jedem zu kooperieren der diesem merkwürdigem Konsumismus am Sonntag ein Ende bereitet.

meint
hansholst
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von dali dali ist gerade online | 21.6.2009 16:59 Uhr
Aber darum geht es doch nicht mal den Kirchen, Leutchen,
sie weisen nur darauf hin, bzw. fragen,
ob man sich nun wirklich an 7 Tagen der Woche ausschließlich mit shopping die Zeit vertreiben muss,
und das ist es bei vielen Leuten.
Ich kann mir z.B. bei den Leuten, die Sonntags im Supermercato im Ostbahnhof, nicht vorstellen, dass sie dazu wochentags keine Zeit hatten.
Die gehen einkaufen, weil ihnen nichts besseres einfällt, um Zeit totzuschlagen.
Brauchen wir es wirklich, dass unsere lieben Kleinen statt auf die Sportplätze zu gehem, lieber sich mit ihren Kumpels in Einkaufszentren rumtreiben?
Nee, Leute,
nichts gegen verkaufsoffene Sonntage,
aber die Regel muss es wirklich nicht sein...
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade online | 21.6.2009 17:31 Uhr
dali
ist ja auch niht die Regel, wenn es das wäre, wäre ich auch dagegen
Comment
von hansholst hansholst ist gerade offline | 21.6.2009 17:03 Uhr
ganz vergessen....
und noch einen schönen Gruss an Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelverbandes, der immer dann aktuiv wird, wenn es um Einschränkung der Rechte von Arbeitnehmern geht. (..hat der sich eigentlich mal zu Themen der Arbeitnehmer-Bespitzelung bei Lidl oder der Behinderung der Arbeit von Betriebsräten bei Schlecker geäussert?)
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von unbekannt | 21.6.2009 17:56 Uhr
Offene Sonntage?
Klar! Unbedingt! Sehr wichtig! 24 h an 7 Tagen in der Woche. Das bringt unser Land voran. Das kurbelt die Konjunktur an!

P.S. Könnte mir jemand etwas Kohle fürs Shoppingerlebnis borgen?
Comment
von eban eban ist gerade offline | 21.6.2009 18:08 Uhr
Man sollte es
Jedem selbst überlassen, ob er am Sonntag seinen Laden öffnet oder nicht. Und bei den großen Ketten kann der Betriebsrat sein Veto einlegen, wenn die Belegschaft es nicht will, das KaDeWe hat es vorexerziert.
Und ja,@baumhase, die Kirchen sollten erst mal ihren eigenen Laden in Ordnung bringen, bevor sie vollmundig Forderungen stellen. Vor ein paar Ausgaben habe ich im Spiegel ein Interview mit Bischof Mixa gelesen, da ist mir fast schlecht geworden vor so viel Scheinheiligkeit.
Aber wenn es passt, erinnern sich die Kirchen gern an das Grundgesetz. Andere Forderungen an ein gedeihliches Miteinander geraten schnell aus dem Blickfeld, und daran wird sich nichts ändern, so lange diese Zustände nicht von einer breiten Öffentlichkeit diskutiert werden, und zwar nicht nur einen Tag lang.
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von besserwisser besserwisser ist gerade offline | 21.6.2009 18:18 Uhr
die armen Verkäuferinnen
für ihre Arbeit am sonntag bekommen sie steuerfreie Zulage und noch freie Tage während der Woche. So gut möchte ich es auch mal haben!
Comment
von eban eban ist gerade offline | 21.6.2009 19:00 Uhr
@besserwisser
Ob im Einzelhandel für die Sonntagsarbeit steuerfreie Zulagen gezahlt werden, weiß ich nicht. Sicher ist, sie bekommen keinen freien Tage während der Woche, sondern einen freien Tag als Ausgleich.
Im Übrigen glaube ich nicht wirklich, dass besserwisser es einmal im Arbeitsleben so gut haben möchte wie eine Verkäuferin.
Comment
von heiko61 heiko61 ist gerade offline | 21.6.2009 18:23 Uhr
Wieso hat die Kirche
in viel stärker religiös geprägten Ländern wie Polen, Litauen oder Spanien eigentlich nichts gegen Sonntagsöffnungen? Kann mir das bitte jemand erklären?

Nach meiner Beobachtung ist Berlin (oder besser Deutschland) das einzige große Touristenziel weit und breit, das sonntags seine Geschäfte schließt.
Comment
von sommer sommer ist gerade offline | 21.6.2009 18:43 Uhr
Es geht um die Mitarbeiter!
21.Jun.09

Es geht doch bei der Sonntagsarbeit nur sekundär um die (christlichen) Kirchen. In Deutschland leben viele Muslime (heiliger Tag Freitag) und Juden (heiliger Tag Sonnabend). Also kann man dieses Problem nicht von den Kirchen her "aufrollen".

Wichtig ist m.E. vor allem die Rücksichtnahme auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und deren Familien.
Es ist unerheblich, ob kurz vor Weihnachten einige Käuferinnen und Käufer in die Geschäfte und Kaufhäuser kommen, um spät-aber-nicht-zu-spät noch Einkäufe zu erledigen.
Es ist dagegen sehr wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen "fair deal" erhalten - wenn sie schon infolge der Wirtschaftskrise kein Mehr an Gehältern erwarten können.

MfG

Peter Sommer

PS: "besserwisser" hat keine Ahnung, wie es im Einzelhandel wirklich aussieht.
Der Meinung von "dali" kann man eigentlich nur zustimmen.
Comment
von cz284 cz284 ist gerade offline | 21.6.2009 18:55 Uhr
Doppelte Moral
Die Kirchen reichen doch in erster Linie solch eine Klage ein, aus Angst, dass keiner mehr am Sonntag zur Kirche kommt und damit jeder denkt, die Kirche hat nur unser Wohl im Auge.
Da die Geschäfte ohnehin erst ab Mittag öffnen, kann wer will, vorher in die Kirche gehen.
Wenn die Angestellten ordentlich bezahlt werden, finden sich auch immer Leute, die am WE Dienst tun oder gegen einen Wochentag tauschen.
Comment
von zweifel zweifel ist gerade offline | 21.6.2009 19:21 Uhr
Auf Schäfchen, ...
...die nicht mehr zur Kirche gehen, weil der Supermarkt geöffnet hat, könnte die Kirche ohnehin gut und gerne verzichten,
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 21.6.2009 20:02 Uhr
Und in Himmel kommen die nicht!
Selbst schuld.
Comment
von dali dali ist gerade online | 21.6.2009 21:25 Uhr
Ist @zweifel+cz schon mal aufgefallen,
dass die Läden Sonntags erst aufmachen, nachdem wirklich der letzte Kindergottesdienst beendet ist, folglich die Forderung nach Sonntagsruhe sich nicht darauf beziehen KANN!!!
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 21.6.2009 19:06 Uhr
Gibt es ein Leben jenseits von Kommerz und Konsum?
Was hat Priorität? Die Hundts und Westerwelles und Henkels und Schickedanz’ dürfen die Frage für sich nach ihrem Gusto beantworten. Leider glauben sie das auch für uns tun zu müssen, allerdings in der Weise, dass sie sich nicht am Menschen, sondern am Kapital, an ihrem Kapital orientieren.
Comment
von zweifel zweifel ist gerade offline | 21.6.2009 19:13 Uhr
Es wöre nichts einzuwenden, ...
...wenn der Besitzer eines kleinen Ladens diesen auch am Sonntag öffnet, um vielleicht etwas Umsatz zu erwirtschaften, da bei solch kleinen Läden manchmal (besonders zum Monatsende) ein umsatz von 50 Euro darüber entscheidet, ob die Miete bezahlt werden kann oder nicht.
Andeererseits würde dann eine Öffnungszeit der Supermarktketten von 8:00 - 20:00 zur Regel, ohne dass die Verkäuferinnen eine Möglichkeit hätten, dies abzulehnen.
Comment
von ganymed ganymed ist gerade online | 21.6.2009 19:16 Uhr
geschlossen sein
sollten krankenhäuser und heime am sonntag, stattdessen ist dort genau an diesen tagen personalknappheit und man muss mehr arbeiten als sonst, na bravo.
Comment
von lukas lukas ist gerade offline | 21.6.2009 21:34 Uhr
Ich bin zwar eher gegen die Sonntagsöffnung
frage mich aber, warum ausgerechnet die Kirchen sich da einmischen müssen. Viel mehr als alle Supermärkte zusammen und der geballte Parkplatzsuchverkehr nervt mich die gottverdammische Kirche um die Ecke mit ihrem vermaledeiten Glockenterror kurz vor dem Aufstehen am Sonntagmorgen um 11:00 Uhr.

Wenn es um Lohndumping im Sozialbereich geht oder darum, daß die beiden größten deutschen Konzerne (nach Zahl der Beschäftigten), Caritas und Diakonie, nichtmal einen Betriebsrat haben dürfen, dann hört man von den Kirchen wenig arbeitnehmerfreundliches. Oder wenn es um gleiche Arbeitnehmerrechte z.B. für Homosexuelle etc. geht.

Bitte, liebe Kirchen, kümmert Euch um das Seelenheil Eurer Schafe im Jenseits, aber laßt die Menschen in Ruhe, die an ein Leben vor dem Tod glauben.
Comment
von miraculix miraculix ist gerade offline | 21.6.2009 23:31 Uhr
Wenn alle Tage gleich sind....
Das wäre doch auch langweilig. Ich bin gegen die Sonntagsöffnungen, weil durch die langen Wochenöffnungszeiten es genug Zeit zum Einkaufen gibt. Man muß nicht am Sonntag unbedingt einkaufen. Auch die Adventssonntage verlieren durch die vollen Einkaufsstrassen ihre Besonderheit. Statt gemütlich zu Hause einen Adventskaffee mit der Familie und mit Freunden zu veranstalten,oder einen Weihnachtsmarkt zu besuchen, rennen die Menschen durch die überfüllten Kaufhäuser und Läden. Abgesehen davon, dass das Verkaufspersonal sich nicht immer aussuchen kann, ob es an diesen Tagen arbeiten möchte. Die Familie ist zu Hause und die Mutter, meistens sind es doch Frauen, muß arbeiten. Was ist mit den Alleinerziehenden, wenn die Kindergärten geschlossen sind? Kirche oder nicht, nur noch Arbeitstage 7x die Woche ist einfach nur noch öde!
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von dudi dudi ist gerade offline | 22.6.2009 5:31 Uhr
Die Senatswirtschaftsverwaltung für Gesundheit verweist darauf, dass ...
wie jetzt?
Comment
von stefano stefano ist gerade offline | 22.6.2009 15:19 Uhr
Das ist Deutschland
Deutschland ist eines der weniges europäischen Ländern, in denen Sonntags die Geschäfte zu bleiben.

In anderen Ländern ist es kein Problem, warum dann also bei uns?
Und immer dieses Argument der armen Kassierinnen... Mein Gott, was ist denn mit Polizisten, Angestellten in Krankenhäusern, Piloten, BVGlern... die müssen auch am Sonntag arbeiten. Es gibt genügend Arbeitskräfte, die kein Problem damit haben, auch am Sonntag zu arbeiten, weil sie das Geld brauchen.

Ja, ich bin für den verkaufsoffenen, aber dagegen, dass die Geschäfte bis 22 oder sogar länger auf haben. Capre Diem - 9-20h reicht völlig, aber eben auch am Sonntag
Comment
von dali dali ist gerade online | 22.6.2009 16:39 Uhr
Realitätsfern, @stefano
außer in den Touri-Zentren haben auch in Italien, Frankreich, ja selbst in Manhattan Sonntags fast alle Läden zu. Das ist in "anderen Ländern" kein Problem.
Auch ist es etwas anderes, wenn ich einen Beruf wähle, der 24 Stunden-Dienst voraussetzt oder eben nicht.
Das diese speziellen Berufe besondere Anforderungen an z.B. Familie stellen, ist klar. Soll nun auch der Rest der Gesellschaft auf diese Weise "flexibilisiert" werden?
Das Schärfste aber ist der Verweis auf "carpe diem",
nicht nur, dass sich stefano anmaßt zu entscheiden, zu welcher Tageszeit eingekauft wird,
er behauptet auch noch,
"diem" würde sich auf die Zeit rund um das Tageslicht beschränken,
denn carpe diem stellt nur einen Gegensatz zu memento mori dar.
Wenn das so eingeschränkt wäre,
würden die Barock-Dichter ganz schön böse werden...

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