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GEWALT BEI G 8 Berlin diskutiert

Unter dem Steinhagel splitterten sogar Polizeihelme Innenausschuss debattiert über Einsatz in Rostock Glietsch: Polizei war Randalierern nicht gewachsen

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Innensenator Ehrhart Körting hat gestern von allen friedlichen Demonstranten gefordert, sich künftig vom gewaltbereiten schwarzen Block zu distanzieren – „und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Körting sagte unter dem Eindruck der brutalen Übergriffe von Linksextremisten auf die Polizei, dass die Autonomen nicht mehr in ansonsten friedliche Demos gelassen werden dürften. Diese räumliche Trennung würde „der Polizei das Eingreifen erleichtern“, sagte der SPD-Politiker. Bislang ist es in der linken Szene üblich, dass sich die Autonomen in Demos einreihen dürfen – daher kommt auch der Name schwarzer Block. Nach Angaben des Polizeipräsidenten Dieter Glietsch waren in der Rostocker Demo unter den knapp 30 000 Teilnehmern etwa 2500 Gewaltbereite, die unvermittelt die Polizei angegriffen haben.

Glietsch sagte gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhaus, dass bei der Demonstration am Sonnabend in Rostock die eingesetzten Polizeibeamten den Krawallmachern „nicht gewachsen waren“. „In Härte, Rücksichtslosigkeit und Brutalität haben wir so etwas noch nicht erlebt“ sagte Glietsch. Unterdessen stieg die Zahl der schwer verletzten Berliner Polizisten auf 18, die meisten haben sich Hände oder Finger gebrochen. Ein Beamter liegt wegen einer Gehirnerschütterung noch in einem Rostocker Krankenhaus. Insgesamt waren 158 Polizisten verletzt worden. „Wir sind seit Jahrzehnten nicht mehr mit Gehwegplatten beworfen worden“, sagte Glietsch. Bei mehreren Beamten seien die Helme zersplittert. „Ein Glück, dass keiner getötet worden ist“, sagte der CDU-Abgeordnete Frank Henkel. Er forderte alle Demoorganisatoren auf, jegliche Kooperation mit dem schwarzen Block einzustellen.

Glietsch wollte die Entscheidung der Rostocker Einsatzleitung nicht kommentieren, dass der schwarze Block „nicht einschließend begleitet“ wurde, sondern die Beamten „im Nahbereich mitgeführt“ wurden. In Berlin ist es üblich, dass die Polizei bei Demonstrationen den gewaltbereiten Kern durch behelmte Beamte auf beiden Seiten des Demozuges direkt begleitet – so kann sie sofort eingreifen.

Der grüne Fraktionsvorsitzende Volker Ratzmann, der bei der Demo in Rostock war, bezeichnete den Einsatz in Rostock als „völlig unkoordiniert“. So hätten bayerische Beamte „einfach draufgehauen“ statt den schwarzen Block zu isolieren. Dagegen lobte der Grüne die Berliner Polizei: „Die Berliner Beamten haben sich davon wohltuend abgehoben.“ Wie berichtet, hatte kurz nach 16 Uhr, „als die Lage eskalierte und unübersichtlich wurde“, ein Berliner Polizeiführer das Kommando von dem aus Bayern stammenden Einsatzleiter Gerhard Danzl übernommen. Glietsch sagte, dass Danzl formal „nicht abgelöst“ worden sei. Mehrere Beteiligte bestätigten aber, dass sich nach 16 Uhr der Leiter der Berliner Bereitschaftspolizei, Marco Langner, „die Einheiten unterstellt“ habe. Dem Vernehmen nach soll die bayerische Einheit aus Rostock aus Protest gegen die Degradierung abgereist sein, eine Bestätigung durch die Rostocker Einsatzleitung gab es nicht.

Der CDU-Abgeordnete Frank Henkel forderte, „die Polizisten ernst zu nehmen, die beklagen, dass sie ,verheizt’ worden seien“.



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.06.2007)
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Kommentare [ 3 ] Kommentar hinzufügen »

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von unbekannt | 6.6.2007 11:05 Uhr
Es sind Lösungen gefragt.........
Eines der ersten Opfer, ein mit der Verkehrsregelung beauftragter Polizist, der nicht die in der Nähe „friedliebender“ Demonstranten erforderliche Schutzkleidung trug, wurde mit einem Hagel Pflastersteinen schwer verletzt. Die „friedliche“ Masse der Demonstranten hat diese Tat weder verhindert noch die Täter festgehalten, sie konnten unerkannt im Schutz dieser „friedlichen“ Masse“ verschwinden.
Unter solchen Umständen richtet sich die „Besonnenheit“ der Polizisten verständlicherweise in erster Linie auf den Selbstschutz. So berechtigt viele Punkte der Kritik sind, gefragt sind Lösungen. Nur, die bieten attac und co. auch nicht. Wenn große Lösungen nicht durchsetzbar sind, sind kleinere gefragt, bis hinunter zu dem, was jeder einzelne selbst machen kann, um wenigstens kleinere Erfolge zu erzielen.
Brennende Autos sind kein geeigneter Beitrag den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Dafür lenken sie aber wunderbar von der Lösungsarmut der Veranstalter ab.
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von unbekannt | 6.6.2007 11:57 Uhr
Es sind Lösungen gefragt.........
Eines der ersten Opfer, ein mit der Verkehrsregelung beauftragter Polizist, der nicht die in der Nähe „friedliebender“ Demonstranten erforderliche Schutzkleidung trug, wurde mit einem Hagel Pflastersteinen schwer verletzt. Die „friedliche“ Masse der Demonstranten hat diese Tat weder verhindert noch die Täter festgehalten, sie konnten unerkannt im Schutz dieser „friedlichen“ Masse“ verschwinden.
Unter solchen Umständen richtet sich die „Besonnenheit“ der Polizisten verständlicherweise in erster Linie auf den Selbstschutz. So berechtigt viele Punkte der Kritik sind, gefragt sind Lösungen. Nur, die bieten attac und co. auch nicht. Wenn große Lösungen nicht durchsetzbar sind, sind kleinere gefragt, bis hinunter zu dem, was jeder einzelne selbst machen kann, um wenigstens kleinere Erfolge zu erzielen.
Brennende Autos sind kein geeigneter Beitrag den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Dafür lenken sie aber wunderbar von der Lösungsarmut der Veranstalter ab.
Comment
von max max ist gerade offline | 7.6.2007 3:49 Uhr
Medienkompetenz:
"Unterdessen stieg die Zahl der schwer verletzten Berliner Polizisten auf 18, die meisten haben sich Hände oder Finger gebrochen."
"Ein Glück, dass keiner getötet worden ist", sagte der CDU-Abgeordnete Frank Henkel.

Ja, und wirklich nur Glück. Denn die Hände und Finger sind natürlich durch hinterhältige Terroranschläge verletzt worden, und nicht durch das Einschlagen auf Menschenschädel.

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