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Verkehr

Lizenz zum Rasen – Polizei hilflos bei Diplomaten

Botschaftsangehörige verursachten 2008 über 8400 Verkehrsverstöße, 55 waren es allein in Berlin. Doch sowohl Senat als auch das Außenministerium lehnen es ab, härter gegen die Länder vorzugehen - die Immunität der Diplomaten gegen Strafverfolgung bleibt somit weiterhin bestehen.
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Berlin -  In Berlin lebende Diplomaten waren im vergangenen Jahr in 55 Unfälle verwickelt. Bei fast jedem zweiten Crash flüchteten die Fahrer zudem vom Unfallort. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 8400 Verkehrsordnungswidrigkeiten durch Botschaftsangehörige.  Diese Zahlen teilte die Innenverwaltung jetzt auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp mit. Die Diplomaten nutzten dabei ihre diplomatische Immunität aus, die ihnen Schutz vor jeder Strafverfolgung zusichert. An der Spitze der Sünderliste stehen dieselben Länder auf den ersten vier Plätzen wie 2007: Saudi-Arabien, Russland, Ägypten und China.

Peter Trapp forderte den Senat angesichts der hohen Zahlen auf, stärker auf die Länder einzuwirken, die sich am wenigsten an die Straßenverkehrsordnung halten. Doch dieser Forderung wollen weder Senat noch Auswärtiges Amt nachkommen. Die Verstöße werden lediglich gesammelt und den jeweiligen Ländern „zur Kenntnis gegeben“, wie es in Berlin hieß. Das Auswärtige Amt lehnt vor allem das New Yorker Modell ab. Dort werden seit zwei Jahren die Knöllchen gesammelt und den Ländern von der Entwicklungshilfe abgezogen. Dies werde es „sicher nicht“ geben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Aus diplomatischer Rücksichtnahme verrät die Innenverwaltung noch nicht einmal, wie viele Strafmandate jedes einzelne Land bekommen hat – anders übrigens als früher vor dem Regierungsumzug in Bonn. Erstmals wurde jetzt lediglich eine Liste veröffentlicht, die die Zahl der zugelassenen Autos pro Botschaft nennt. Danach ist zumindest die Feststellung möglich, dass 81 saudi-arabische Fahrzeuge mehr Strafmandate kassiert haben als die 140 russischen Wagen. Ägypten mit nur 39 Autos liegt trotzdem auf dem dritten Platz der Verkehrsverstöße.

1977, so verrät das Tagesspiegel-Archiv, standen die Ägypter mit 124 Knöllchen noch an der Spitze der Sünderliste, damals natürlich in Bonn. Kein einziges Mal fiel damals übrigens die DDR der Bonner Polizei auf. Wie Polizisten berichten, waren es schon immer die Diplomaten der ärmeren Länder, die durch viele Delikte auffallen, oft auch durch Alkohol am Steuer, weil sie sich keinen Fahrer leisten können und sich der Botschafter nach Empfängen selbst ans Steuer setzt.

Irgendwelche Konsequenzen haben all diese Sünden nicht, Autos mit dem „CD“ (für Corps Diplomatique) am Heck genießen im Straßenverkehr Narrenfreiheit. „Sämtliche Verfahren wurden durch die Staatsanwaltschaft eingestellt“, teilte die Behörde dem Politiker Trapp weiter mit.  Berlin entgingen dadurch Einnahmen von 159 940 Euro, hat die Verwaltung errechnet. Die Zahl der tatsächlichen Verstöße dürfte weit höher liegen, weil viele Politessen an falsch geparkten CD-Karossen einfach vorbeigehen, weil das Knöllchen ohnehin im Papierkorb landet. Insgesamt ging die Zahl der 2008 registrierten Verkehrsverstöße durch Diplomaten zurück, 2007 waren es noch 12 000 gewesen. Das liegt aber nicht am besseren Fahrstil, sondern an der deutlich gesenkten Zahl der Kontrollen durch die Berliner Polizei.

Internationale Vereinbarungen sehen vor, dass Diplomaten „ungestört“ arbeiten können, ungestört eben auch von der Polizei. Erst wenn ein Verstoß extrem gravierend ist, werden die sogenannten diplomatischen Kanäle aktiviert, um einen Diplomaten zu ermahnen oder im Extremfall sogar abzulösen, heißt es im Außenministerium. Die Öffentlichkeit erfährt davon in der Regel nichts. Nur im Jahr 2004 hatte ein spektakulärer Fall Schlagzeilen gemacht. Ein Pressefotograf hatte durch Zufall Bilder von einer Polizeikontrolle gemacht – das Kennzeichen „0-23-1“ identifizierte den Fahrer eindeutig als bulgarischen Botschafter. Nikolai Apostolow war alkoholisiert Schlangenlinien gefahren und hatte bei der Kontrolle einen Polizisten absichtlich angefahren und verletzt – Apostolow verließ Deutschland wenig später.

Eine Liste der Diplomaten-Kennzeichen im Internet: 

www.autokennzeichen.info

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 20.04.2009)
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Kommentare [ 15 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von lionfood lionfood ist gerade offline | 19.4.2009 22:51 Uhr
Das können deutsche Diplomaten aber auch.
Man sollte auch erwähnen dass der fette Mercedes des deutschen Konsulats mich in Kapstadt schön fast übern Haufen gefahren hat. Auch in Südafrika wird ja an roten Ampeln überwiegend gehalten, normalerweise rast am hellichten Tag da keiner rüber. Und ständig im absoluten Halteverbot stand.
Es ist wirklich schwer einen Parkplatz dort zu finden, aber die süssen rosa Bussgeldbescheide hatte der nie an seinem Fenster.
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von xberger xberger ist gerade offline | 19.4.2009 23:09 Uhr
Recht, Gleichheit, Brüderlichkeit, usw.
Rechtsstaatliche Prinzipien ...... wir sind ja alle so gleich....
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von zurueckschnauzer zurueckschnauzer ist gerade offline | 20.4.2009 23:40 Uhr
Locker bleiben!
Als ich diesen Bericht las musste ich wirklich schmunzeln:

Da wollten Die Berliner doch vor 15 Jahren - ich erinnere mich genau - um alles in der Welt Hauptstadt sein und die Regierung hier haben. Jetzt haben sie sie hier mit allen grossen Vor- und kleinen Nachteilen und nun regen sich da einige Hinterbänkler über letztere gross auf.

Diese Aufregung zeugt von grösserer Provinzialität als diejenige, die man hier Bonn stets gerne unterstellt (hat). In Bonn hingegen, wo sich das "fahrende Diplomatenvolk" auf viel kleinerem Raum lokal ausgetobt hat, hatte man sich stattdessen rasch damit arangiert.
Einmal im Jahr hat die Bonner Polizei mit einer detaillierten Liste ohen weiteren Kommentar die "Übeltäter" blossgestellt und gleichzeitig die Bevölkerung gewarnt, ansonsten hat man das mit rheinischer Gelassenheit genommen.

Dazu gehört m.E. dass man Bagatelldelikte wie Falschparken sportlich sieht und dass man auch nicht vergisst (wie der TSP in seinem Bericht ebenfalls nicht erwähnte), dass es eine ganze Reihe von Ländern gibt, die bzw. deren Diplomaten ihre Knöllchen freiwillig bezahlen.

Wirklich kritisch wird es nur da, wo wirklich grosse Schäden entstehen oder Gefahr für Leib und Leben besteht und meines Wissens kümmert sich da im AA eine ganze Abteilung diskret um die "Eindämmung" sowie Regelung solcher Probleme.

Bedenklicher als die 55 Diplomatenunfälle finde ich für Berlin, dass hier dieses Jahr schon über 70 Autos abgefackelt wurden, ohne dass die Polizei auch nur einen Verdächtigen geschnappt hat, oder dass man hier straflos Parks vollmüllen kann oder das man Hunde alles vollkoten lässt ...

In Bonn bekamen Besucher oder Neulinge übrigens unter der Hand immer den pragmatischen, politisch wenig korrekten Tip:
"Pass auf, wenn Du ein Nullerfahrzeug mit dunklen Personen drin siehst! Am besten gleich rechts ran fahren."
Die Witze die es über Diplomaten gab, kann ich hier leider nicht wiedergeben.



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von miketrommer miketrommer ist gerade offline | 20.4.2009 0:11 Uhr
Inakzeptabel
Ich empfinde es als eine Mißachtung unseres Landes seitens der sich massiv verkehrswidrig verhaltenden Diplomaten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Verkehrsteilnehmer verletzt wird. Ich verstehe nicht, aus welchem Grund seitens der Ministerien kein Einfluß genommen wird. Dieser kann darin bestehen, dass Verkehrsteilnehmerschulungen angeboten werden, den Außenministern des betreffenden Landes und damit gleichzeitig Vorgesetzten des Botschaftspersonals unser Unmut mitgeteilt wird und natürlich auch, ab einem bestimmten Schweregrad, Strafzettel zugestellt werden müssen. Auf keinen Fall kann akzeptiert werden, nichts zu tun und die Verstöße zu ignorieren.
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von larkxram larkxram ist gerade offline | 20.4.2009 0:57 Uhr
So, so - Diplomaten...
... die verstehen doch nur eine Sprache -- diplomatisch eben.

Da erinnere ich mich doch gerne an meine Jahre in Paris, wo sich viele Diplomaten tummelten und manche auch glaubten, die Verkehrsregeln seien nur für andere da und insbesondere nur für das doofe, gewöhnliche Franzosenvolk aus Paris gemacht und gültig; insbesondere Park- und Halteverbote -- wo der Parkraum dort dann auch noch eben besonders knapp war...

... nun, da haben doch diese tumben, französischen Haupstadtbewohner diesen cleveren fremdländischen Diplomaten dann eben einfach, was sag ich - vierfach die Luft aus den Reifen gelasse, ohne viel Federlesens, und zwar aus allen Vieren gleichzeitig, gewissermaßen als Grand ohne Viere. Die Ventile hat man dann gleich mitgenommen, als kleines Andenken für die Kleinen zu Hause.

Das sichere Nebeneinkommen für die Pariser Abschleppdienste wurde dann quasi billigend in Kauf genommen. Allerdings hat die dortige Polizei solche Aktionen nie selber gesehen oder aufklären können -- sicherlich dank ihrer angeborenen Lebensklugheit, 'savoir vivre' eben; bei unseren deutsch-preußischen Quadratschädeln wär ich mir dessen leider nicht so gewiß!

Doch sicher eine bedenkenswerte Anekdote... !!!

Beim RASENDEN DIPLOMATEN hört allerdings der Spaß auf. Wo bleibt denn da eigentlich die Fürsorgepflicht des Staates für seine Bürger, wenn keine Einsicht dann eben Durchblick oder nicht, man kann ja eine solche Fahrt auch wegen Gefahr im Verzug auch endigen lassen, trotz aller Diplomatie, die muß ja nicht gleich in Doofheit aller Betroffenen münden.

Das Auswärtige Amt glaubt wohl seit diesem Super-ALOR Fischer alles viel besser machen zu müssen als die anderen großen und viel größeren Nationen, quasi im vorauseilenden Buckeln...
... sicher bloß der Geschäfte wegen, was sind da schon ein paar totgefahrene Berliner, eh doch alles Pfannkuchen...
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von terrier terrier ist gerade offline | 20.4.2009 2:14 Uhr
Daß manche dieser Fahrzeuge mit CD am Heck sich wie die Axt im Wald bewegen, haben wohl die meisten bereits erlebt.
Das weitaus größere Problem jedoch ist die Tatsache, daß gewisse Botschaften Kostenübernahmen für Dienstleistungen oder Warenlieferungenschriftlich zusichern, Rechnungen aber niemals bezahlen.

Seit nunmehr 4 Jahren wartet mein Arbeitgeber auf die Bezahlung einer Rechnung, welche die Botschaft eines Landes zu zahlen hat.

Ein Vorgehen mit Mahnbescheid läuft ins Leere. Auf diese Art gibt es kein Geld.

Einzig wirksame Maßnahme: Vorkasse!

Das mag Umsatz verhindern, schützt aber auch vor finanziellen Verlusten.

Auch wenn es nichts bringen sollte, so werde ich heute mal eine mail nach Dubai (Außenministerium) schicken und nachfragen, ob die Vorgehensweise der Botschaft in deren Sinne ist.

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von walter_opree walter_opree ist gerade offline | 20.4.2009 9:11 Uhr
Oh - die diplomatische Diplomatie
Wie diplomatisch ist die Dipolmatie

Na, reichlich Undiplomatisch muss ich sagen.
Wenn Otto Normalos das tut - was den Diplomas zugestanden ist - oha dann wirds eng.
Mein Vater hat immer gesagt: Auch die kacken aus dem gleichen Loch ... also weg mit dem blödsinn
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von uemh2 uemh2 ist gerade offline | 20.4.2009 9:15 Uhr
Von den USA lernen, aber wofür steht D?
zitat:Dort werden seit zwei Jahren die Knöllchen gesammelt und den Ländern von der Entwicklungshilfe abgezogen. Dies werde es „sicher nicht“ geben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

D=doof und dämlich.
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von struebchen struebchen ist gerade offline | 20.4.2009 12:55 Uhr
Vorbildfunktion
Diese Erwachsenen sind ein "gutes" Vorbild für unsere Kinder und Jugendlichen, kann man da nur sagen. Wehe wenn die Kinder und Jugendlichen sich später das Verhalten der Erwachsenen zu eigen machen, dann ist das Geschrei wieder groß und schärfere Gesetze müssen her, damit die Diplomatie bessere freiere Fahrt hat.
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von einbeutedeutscher einbeutedeutscher ist gerade offline | 20.4.2009 13:52 Uhr
Berlin kommt seiner Hauptstadtfunktion näher
Endlich das gldeiche Gejammere, das es früher in Bonn gab. Prompt erdreistet sich dann auch noch ein CDU-Hinterbänkler, den Mund aufzureißen und die bösen Delikte anzuprangern. Dorfpolitik eben.
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von bero bero ist gerade offline | 20.4.2009 16:25 Uhr
Berlin ist zu doof
Genau wie die Amerikaner machen - aber wir sind da ja wieder zu bescheuert für.
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von bero bero ist gerade offline | 20.4.2009 17:36 Uhr
Polizei hilflos?
wir sollten es genau wie die Amerikaner machen, aber wir sind uns ja wieder zu fein dafür (auf gut deutsch: zu bescheuert). Und natürlich gibt es Möglichkeiten gegen diese degenerierten Auswüchse (nicht jedes Falschparken meine ich damit) rigoros anzugehen. Wo ein Wille, da ein Weg.
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von einbeutedeutscher einbeutedeutscher ist gerade offline | 20.4.2009 19:33 Uhr
Den USA die Entwick´lungshilfe kürzen!
Grandiose Idee - aber leider etwas hirnlos.
Die USA- und andere Diplomaten dürfen rasen. Wenn ein armer Afrikaner einen Verkehrsverstoß begeht muss er indirekt zahlen.
Berliner undurchdachte Vorschläge, die es auch achon in Bonn gab. Aber Berlin weiß anscheinend nichts von Bonn.
Bonn gb und gibt es nicht in den Augen der Berliner Politik und der Berliner Jounaille.
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von michaelkuss michaelkuss ist gerade offline | 20.4.2009 19:36 Uhr
Wieso redet man hier nur von "Verkehrsdelikten"?
Wenn's doch nur die Verkehrsdelikte alleine wären! Die diplomatischen Frechheiten gehen doch viel weiter als nur bis zur Raserei oder dem überfahrenen Rotlicht. Einige Diplomaten lösen niemals einen BVG-Fahrschein, schwarzfahren steht doch unter diplomatischem Schutz. Sogar Ladendiebstähle kommen nicht zur Anzeige. Warum veröffentlichen die Behörden nicht das gesamte Spektrum der diplomatischen Horrorliste?

Als ich letztens - als Schwerbehinderter mit Ausweis im Fenster - mal für drei Minuten mit einem Reifen auf dem Rand des Bürgersteiges parkte (um an einem Engpass den entgegenkommenden BVG-Bussen Platz zu lassen), war ich gleich mit 15 Euro dabei. Als ich Einspruch erhob, wurde der mit der Begründung verworfen, es hätte mich ja keiner gezwungen, auf den Bus Rücksicht zu nehmen, und prompt war ich mit weiteren 30 Euro Gerichtskosten dabei.

Man sollte in Berlin nicht schwerbehindert sein, sondern Diplomat...
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von friedrichshainer friedrichshainer ist gerade offline | 21.4.2009 12:08 Uhr
MItleid
Es waere doch ein wenig Mitleid angesagt mit den Saudis und Aegyptern. Wer schliesslich mal in Cairo oder gar in Riyadh am Steuer sass, der kommt sich in diesem extremst geordneten und schleichenden Autoverkehr in Berlin schliesslich ganz verloren vor, so fern der Heimat. Es ist also wohl kein boeser Wille der Diplomaten, sondern einfach nur das blosse Heimweh. Ganz rechts fahrend, um dann ganz ploetzlich links abzubiegen, oder sein Blech moeglichst direkt vor der Tuer parken, falls in der dritten Reihe noch keiner steht, ist im Heimatland normal, auch wenn die Bestrafungsliste Knast und Stockschlaege fuer solcher Art Delikte beinhaeltet. Aber so wie in Riyadh die Polizei i.d.R. machtlos neben dem Chaos steht, bleibt man ja in Berlin auch offensichtlich ganz unbehelligt – so fuehlt sich der Saudi zumindest ein wenig wie zu Hause.

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