Brandanschläge, Besetzungen, Sachbeschädigungen: Die linksautonome Gewalt in Berlin hat nach Ansicht des Senats in den vergangenen Monaten eine neue Qualität erreicht - zuletzt am Flughafen Tempelhof. Die CDU macht SPD und Linke mitverantwortlich.
Die linksautonome Gewalt in Berlin hat nach Ansicht des Senats durch die Anschläge und Auseinandersetzungen der vergangenen Monate eine neue Qualität erreicht. „Die Gewaltbereitschaft in der linksextremen Szene hat zugenommen und ist nicht mehr auf den 1. Mai beschränkt“, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Das hätten die vergangenen Monate mit Brandanschlägen, Besetzungen und Sachbeschädigungen gezeigt.
Als bislang letzten Vorgang in der Kette sieht der Senator die autonomen „Action Weeks“ mit mindestens 116 registrierten Straftaten seit Anfang Juni sowie die im Rahmen dieser Aktionswochen propagierten, teilweise gewalttätigen Versuche linker und radikaler Gruppen, das Rollfeld des stillgelegten Flughafens Tempelhof zu besetzen. Dabei waren am Sonnabend 102 Personen festgenommen worden. Mittlerweile sind alle wieder frei. Körting warnte aber zugleich davor, die Verantwortung für die Eskalation pauschal beim linken politischen Spektrum zu sehen. „Da gibt es sehr unterschiedliche Leute, von denen viele im Rahmen des Rechts ihr Unbehagen ausdrücken und demonstrieren – die darf man nicht alle in einen Topf werfen.“
Damit reagierte der Senator auf Vorwürfe, die rot-rote Koalition habe ein Klima in der Stadt geschaffen, das der Gewalt zuträglich sei. So gab der CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke im Ausschuss SPD und Linken die Schuld an der Armut in der Stadt; die daraus resultierenden Sorgen der Menschen mache sich wiederum die autonome Bewegung zunutze. Die Unzufriedenheit und Proteste seien auch dadurch angefeuert worden, dass der Senat erst den Flughafen Tempelhof schließt und dann die Brache zu lange ungenutzt lässt, kritisierten Redner von CDU, FDP und Grünen.
Hätte die Zuspitzung verhindert werden können, wenn der Senat Tempelhof einfach geöffnet hätte und der Protest ins Leere gelaufen wäre? Aus Sicht von Innensenator Körting ist das eine „Pseudodebatte“: Diejenigen, die im Rahmen der „Action Weeks“ Gewalt verüben wollten, hätten sich auch ohne Tempelhof genug Anlässe gesucht. Körtings Innenstaatssekretär Ulrich Freise warf der Opposition und vor allem dem FDP-Abgeordneten Björn Jotzo gar vor, sie argumentierten „wie die Gewalttäter“, wenn sie sagten, durch die Öffnung des Flugfeldes hätte man illegale Aktionen verhindern können.
Die Grünen kritisierte Körting dafür, dass sie die Tempelhofbesetzung zumindest anfangs unterstützt hätten: „Rechtsbrüche dürfen nicht toleriert werden“, sagte der Senator. Bei solchen Aktionen „gibt es keine Alternative für den Rechtsstaat, als sie zu verhindern“. Zum Pistoleneinsatz eines Zivilbeamten (siehe Kasten) sagte Körting lediglich, dass die Polizei wegen der angespannten Lage der vergangenen Wochen „außerordentliche Belastungen“ erlebt habe, die die Beamten aber „engagiert und angemessen“ bewältigt hätten.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.06.2009)
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Und nun: BOX!
mog
"Die Polizei hat in diesen beiden Wochen dafür gesorgt, daß die Bilanz nicht noch schlechter ausfällt."
Mehr braucht man eigentlich nicht mehr dazu sagen....
http://rbb-online.de/etc/medialib/rbb/rbb/abendschau/abendschau_20090622_innen.asx.format_0001.1.asx
Die Schuld trägt somit nicht die Polizei, sondern wohl eher die Organisitoren dieser sogenannten actions week, was für mich eher postpubertierender Blödsinn ist. Auf keinen Fall ist das für mich politisch un dschon gar nicht links.
Hier ist noch ein lesenswerter Blog zu dem Thema:
Die Airport-Squatter
Ich war selbst Vorort und JA: es gab kopierte Stadtpläne. Und die Leute haben Handys benutzt. Und im 21. Jahrhundert leben sie auch, sind des Internets kundig. Sonst noch was?
Na klar: die Polizei. Ich habe einzelne Beamte gefragt und mehrere bekundeten, dass sie auch gerne etwas anderes zu tun hätten als eine Wiese zu bewachen und sich anpöbeln zu lassen. Zum Beispiel: bei dem schönen Wetter ins Schwimmbad. Viele Beamte haben keine Lust ein besetztes Haus zu räumen, weil der Senat es versäumt hat, eine sozial nachhaltige Wohnungspolitik zu betreiben. In anderen Städten und Ländern gibt es keine Berliner Linie, wo jedes besetzte Haus sofort geräumt wird. In Berlin scheint die Obrigkeit es vollkommen in Ordnung zu finden, dass es immer mehr Motzverkäufer gibt und auf der anderen Seite Häuser und Wohnungen leer stehen.
Natürlich gibt es auch Polizeibeamte, die Lust auf das Wiesen-Verteidigungs-Theater hatten, denn die Stimmungsmache gegen die Polit-Aktivisten gab ihnen quasi einen Freifahrtschein für diesen Tag. Eines war klar: an diesem Tag sollten die Behelmten mal wieder draufhauen dürfen, was dann auch einige taten. Ich beobachtete sehr unfeine und verantwortungslose Szenen: Pfefferspray in eine tanzende Menschenmengen am Columbiadamm, rüde Tritte auf am Boden liegende Menschen, blutende Nasen. Durch solche Einsätze werden viele Menschen, die der Institution Polizei an sich positiv gegenüberstehen, in ihrem Vertrauen erschüttert.
Warum Beamte derart aggressiv auftreten, liegt auf der Hand: in ihren Reihen tummeln sich mindestens genauso viele gewaltbereite Leute wie auf der anderen Seite. Hinweis darauf sind die diversen Skandale der letzten Zeit: Zivilpolizisten mit Thor-Steinar-Klamotten, illegales Verwenden von Quarzsandhandschuhen, Lügen über Verletztenzahlen bei der G8-Öffentlichkeitsarbeit, Misshandlungen bis Mord an Migranten (etwa Achidi John in Hamburg), etcpp.
Ich z.B. Ich will nicht in den CDU-Topf der "alle Linken sind Gewalttäter".
Linke haben einfach regelmäßig die Eigenschaft sich selbst in diesen Topf zu setzen, indem sie linke Gewalt wohlwollend tolerieren anstatt, sich klar zu distanzieren und gegen die Gewalttäter in den eigenen Reihen durchzugreifen. In der CDU werden Sie wohl kaum ein gleichartiges Verständnis für rechte Gewalttäter finden.
Insofern hat der linke Senat mit seinem Vorgehen gegen linke Gewalttäter beim Ex-Flughafen theoretisch gar nicht so unklug gehandelt. Bekloppt war aber die Sache an sich, ausgerechnet bei einer leeren Wiese ein Exempel statuieren zu wollen, nachdem er sicherheitspolitisch immer mehr versagt.
Das soll nicht heißen, daß die CDU in diesen Dingen einst klüger gehandelt hätte. Sie hat es mit der Polizei-Gewalt regelmäßig übertrieben und vor allem nicht fair gehandelt, was zu fatalen Eskalationen führte.
Fairness ist letzlich der Schlüssel, um mit diesen Problemen umzugehen. Gegen Gewalttäter muß gezielt, schnell und konsequent druchgegriffen werden. Es ist aber nicht die Aufgabe der Polizei selbst zu provozieren oder willkürlich auf Demonstranten einzuprügeln. Im Gegegenteil, es ist ihre Aufgabe die Demonstrationsfreiheit zu schützen.
@southcross
In diesen Topf gehört man wenn man die Straftaten dieser Verbrecherbanden duldet oder toleriert oder sogar mit denen sympatisiert. Da wären die Linke, Jusos, Grüne usw....
nein, wer thor steinar trägt ist kein potentieller mörder, sondern ein offensichtlicher vollidiot.
und sonst lesen sie den westler, einen über mir. der wirft demokratische parteien, bzw. deren jugendverbände in einen topf und macht nen radikalen einheitsbrei draus.
aber ich seh es ja gerade mit humor ;-)
schönen abend noch!
mal abgesehen davon, das thor steinar zeugs einfach nicht gut aussieht. und wer mit doof aussehender kleidung rumläuft? was will man da noch sagen?
fred perry wird inzwischen von linken getragen?
gucken sie den leuten eigentlich immer auf die hose?
Das Problem von Thor-Steinar und deren Trägern ist doch, daß sie mit der symbolische Anleihe auf Naziverbrecherorganisionen und deren Verbrechen Geschäfte bzw. Angst machen wollen. Sie verharmlosen und verklären mit ihrer grenzüberschreitenden halbschicken Thor Steinar Mode die Naziverbrechen. Wenige folgen dieser Mode aus Unkenntnis, manche aber auch machen sich bewußt unreflektiert die hinter den Symbolen stehende menschenverachtende Nazi-Ideologie zu eigen. Das ist das Problem, daß sich nicht durch Verbote, sondern allein durch Aufklärung aus selbst verschuldeter Unmündigkeit lösen kann.
und zu thor steinar. natürlich volle zustimmung. guck mal in mein profil. das pic ;-) das ist da schon aus einer gant bestimmten persönlichen grundeinstellung. und umfassend befasst hab ich mit dem thema auch.
ich wollte es nur auf eine etwas unpolitischere ebene runterziehen, weil ich mein vorredner nicht immer so ganz ernst nehme...
Das Problem der Linken ist das Deutsche vor denen Angst haben müssen wenn es ihnen Finanziell besser geht als dem Druchschnittsliken der wenig Geld hat und aus Frust alle hasst denen es besser geht.
http://www.youtube.com/watch?v=wybcOUYH8C8&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=_A3tjv0enxU
Das Mass an Gewalt ist unerträglich. Wer das einmal miterlebt hat wird nachdenklich und sicher weitaus zorniger auf die nächste Demo rennen. Wieder mal: Kennzeichnungspflicht her, sofort. Masslose Gewalt muss auf allen (!) Seien verfolgt werden.
ich würde gerne hören, was der mann sagte.
grundlos so zu boden gerissen wird keiner.
für das zweite video muss man sich anmelden.
sorry aber, muss ja nicht sein.
bei der kennzeichnungspflicht stimme ich ihnen zu.
die ist auch längst beschlossene sache. aber immer wieder drauf insistieren ist wohl nötig.
Alle anderen gehören hinter Gittern - Kinderbettgittern.
unser dauerstudent glänzt wieder mit stammtischparolen.....
Nur, warum habe ich das Gefühl, dass nahezu alle aufmerksamen Beobachter in dieser Stadt dies schon spätestens vor einem halben Jahr bemerkt haben?
Hat bislang niemand von den ganzen Polizisten inkl. Staatsschutz dem Innensenator dies erzählt?
Liest der Innensenator keine Zeitung?
Oder kann es sein, dass Körting dies einfach bisher nicht wahrhaben wollte?
Es brennen immer Autos. Irgendwo. Auch völlig unzusammenhängend. Möglich dass autonome Grüppchen das cool finden. Aber wie in Frankreich im letzten Jahr, sollte die Polizei hier auch mal auf den Trichter kommen, wegen Versicherungsbetruges zu ermitteln. Bietet sich ja derzeit an, wenn man Schulden hat, was derzeit ja gehäuft unter der Elite vorkommt, das eigene Auto abzufackeln, und zu sagen die Linken warens. So geschehen in Frankreich...
Die Fahrzeuge vom Ordnungsamt hätt auch jeder Hundebesitzer, Falschparker, oder im Park Griller abfackeln können - Technisch gesehen, wohl am ehesten die letztern - die sich über ein fettes Bussgeld ärgern.
All das in einen Topf zu werfen, erscheint mir sehr faul und bequem, und ist weit von Ermittlungsarbeit entfernt. Da muss einfach mal besser gearbeitet werden bei der Polizei, und Herr Körting, wohl auch dafür zuständing, sollte sich darauf konzentrieren das hinzukriegen.
Eine "Linke" hätte wohl auch was mit Politik zu tun. Kids die in Neukölln . in der 3. Welt Deutschlands - Minimalverdienern Autos kaputtschlagen sind nicht links, sondern eher Rechts anzusiedeln. Klarer Fall von Ausländerfeindlichkeit. Wer wirklich links ist würde in Zehlendorf oder Grunewald demonstrieren gehen. Denn da wohnt das Kapital!
Menschen die Politk betreiben wollen, und Botschaften unters Volk bringen, überdröhnen diese nicht mit dumpfer Technomusik, sondern haben etwas zu sagen. Man erinnere sich hier an Dutschkes subtile ruhige Art der Kommunikation.
Was hier passiert ist so ne Art Linke-Fashion-Faszination unter kiddies. Weil das gerade in ist. Wärs cool Springerstiefel zu tragen und Ausländer zu verprügeln, ich glaub die würden das auch tun. Alles eine Frage des marketings.
Dabeisein ist alles! Und in 5 Jahren haben di eh alle jobs in coolen Firmen und wohnen am Helmholtzplatz und rufen die Polizei wegen der Penner um das Häuschen in der Mitte...
Und darum sollte sich Herr Körting mal kümmern. Seit Jahren hat die Polizei ausserordentliche Belastungen, weil seit Jahren gespart wird. Und das warum??? Wer biiteschön richtet denn die Milliardenschäden am Staatshaushalt an? Ich würde da mal ermitteln lassen. Aber lassen sie mich raten: es fehlt an Personal...
Alles mal so in einen linken Topf zu werfen, das ist billig. Bankrotterklärung eines mit Inteligenz und Effizienz vorgehendern Innenpolitischen Senators.
Als nächstes sinds ann wieder die Rechten. Jaja...
Und wenn beides nicht marketingtechnisch mehr geht, dann sinds nachts die Heinzelmännchen gewesen die schlechtes Grass geraucht haben und vom Pfad abgekommen sind.
Toll!
Wer Angst vor einer zupackenden Polizei hat, sollte kriminellen Schauplätzen fern bleiben. Andernfalls begibt er sich auf eigene Gefahr dahin. So argumentieren die Sympathisanten der Autobrandstifter hier im Forum.
Oder zu dem Polizisten, der in Notwehr die Waffe gezogen hatte:
"Hören wir doch erstmal, was der junge Mann zu sagen hat. Welche Beweggründe er hatte."
Außerdem erinnert der Hass auf die Polizei von einigen hier an Rassismus. Man tausche nur mal das Wort "Polizist" gegen ein anderes - und schon erkennt man den Rassisten.
170 autos brannten in berlin in diesem jahr. es gibt kaum bekenner, keine festnahmen (bis auf zwei letztens), keine spuren.
offenbar wissen sie mehr als die polizei, wenn sie für diese straftaten die autonomen und linken (wer immer das sein mag) verantwortlich machen.
wie @lionfood in seinem beitrag schreibt: es kann jeder sein! auch der "unbescholtene" bürger, der seine versicherung betrügen will.
Aber falls Sie das tun, dann gebe ich Ihnen Recht!
Denn die, die diese Gewalttaten begehen, sind keine Demokraten und haben mit linken und rechten Gedanken nichts am Hut. Denn sonst würden die versuchen, sie
demokratisch durchzusetzen.
Aber so richtet sich das gegen ALLE Demokraten!! Also gegen mich und - darf ich das sagen, @iris.s? - auch gegen Sie!
ich fange jetzt aber nicht an, jede straftat nach rechts, links, demokrat ja / nein abzufragen. bei ladendieben zb wird doch auch nicht die gesinnung hervorgehoben. wird mein fahrrad geklaut (was noch nie geschehen ist), sage ich doch auch nicht, dieser üble linke gehört gehörig bestraft, weil ich nicht weiß, wer es war.
ich wollte mit meinem beitrag lediglich darauf hinweisen, dass es keinen wie auch immer gearteten beweis für die täter gibt. darum finde ich es unnötig, mich explizit von dieser straftat zu distanzieren. "fehler" - wie es die politiker immer so schön ausdrücken - wurden und werden auch in zukunft gemacht werden und haben mit demokratie nichts, aber auch gar nichts zu tun.
ALLE LINKEN sind BÖSE GEWALTTÄTER!
Wenn man sich das nur oft genug sagt, stimmts auch irgendwann. Diese Methodik ist schon über 60 Jahre alt :-)
Gruß Met
(ich hoffe die IRONIE ist heraus zu lesen)
aber erst seit Rot/rot an der Tete ist.
dem kann ich mich nur anschließen! bin selbst erschrocken, wie die polizei manchmal agiert. auch auf der demo in thf gab es ja laut aussage einiger vielfach schlimmeres als nur eine gezogene waffe...
ach, das ist ja spannend: southcross bestimmt jetzt, was gut aussieht und was nicht? dass Sie bisher noch nicht in einer kunst- oder architekturdebatte aufgetaucht sind ;-)
nein, ich bin kein thor steinar-träger. ich weiß nicht mal wie die klamotten aussehen (null interesse), bin aber der ansicht, dass kleidungsstil geschmackssache ist, und geschmäcker sind halt verschieden. es steckt ferner nicht immer das drin, was man vermutet - sonst müsste man ja auch jedem kapuzenpulliträger das label autonom/ schwarzer block aufkleben ;-)
mit "polizist" funktioniert es aber noch lange nicht so gut wie mit "kapitalist" bzw "bonze" ...
Also, jeder der diese Sachen einkauft tätigt eine Spende und das ist der Grund des Boykottes.
Es geht also nicht um Stil oder das Aussehen, sondern um aktive geldwerte Unterstützung.
Insofern ist jeder, der Thor-Steinar Klamotten kauft ein Naziunterstützer, ober gewollt oder nicht.
Gibt es zur geldwerten Unterstützung irgendwelche Links oder Bilder? Ich frage deshalb, weil sich auf Altermedia schon des öfteren Nazis beschwerten, dass Thor Steinar genau das nicht tun würde und auch nie getan hätte. Das Unternehmen selbst hat sich zu dieser Frage wohl überhaupt noch nicht geäußert.