Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat seinen Vergleich von Linksautonomen mit Faschisten verteidigt. Mit dem Zitat von Kurt Schumacher habe er deutlich machen wollen, dass sich seines Erachtens nach ein Teil der linksextremen Szene in ihrer „menschenverachtenden Gewalt“ nicht von den Neonazis unterscheide, sagte Körting.
Wenn etwa Brandsätze gegen Häuser oder Polizeireviere geworfen würden, sei dies ein Verbrechen und „im höchsten Maße“ menschenverachtend. Menschen, die derartige Straftaten begingen, dürfen sich nicht auf “irgendwelche halbbegriffenen und höchstwahrscheinlich unverdauten politischen Formeln" zurückziehen, sagte Körting im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.
Bei einer Sitzung des Parlamentarischen Innenausschusses Anfang Dezember hatte Körting in Anlehnung an ein Zitat des früheren SPD-Parteivorsitzenden Kurt Schumacher (1895-1952) gesagt, die Formulierung von “rotlackierten Faschisten" scheine durchaus “auch auf einen Teil der Linken zuzutreffen". Der SPD-Politiker war wegen des Zitats vor allem von der Berliner Linken scharf kritisiert worden, die sich von linker Gewalt aber ausdrücklich distanzierte.
Der Innensenator führte an, er würde sich freuen, wenn auch die Bundesvorsitzenden der Linken sich “von der ein oder anderen Äußerung" ihrer Mitglieder außerhalb Berlins distanzieren würden. Er spielte damit unter anderem auf eine Pressemitteilung von der Linken-Bundestagsabgeordneten Inge Höger an, in der sie einen Freispruch für angeklagte Mitglieder der linksextremistischen “militanten gruppe" (mg) gefordert hatte.
Mit Blick auf die Serie von vermutlich politisch motivierten Brandanschlägen warnte der SPD-Politiker davor, von einer “neuen Qualität" zu sprechen und damit die Szene aufzuwerten. Er räumte allerdings ein, dass die linksautonome Szene seit dem G8-Gipfel in Heiligendamm “aktiver und gewaltbereiter" sei. Das zeige sich unter anderem bei bestimmten Demonstrationen, Würfen von Molotowcocktails auf Gebäude sowie Brandanschlägen auf Fahrzeuge.
(ddp)
Kommentare [ 44 ] Kommentar hinzufügen »
Doch da wird er dann kleinlaut.
aber die agression nimmt zu, da muss ich zustimmen. besser jedoch, als die auswirkungen zu verurteilen und hart zu bestrafen, ist es immer die Ursache des Problems zu bekämpfen.
nur das is eben eine grundlegende, das system in frage stellene aufgabe. eine zu große für herrn körting.
Na dann, Sie könnten sich ja immerhin noch nachträglich reinlesen.
Dafür hätten Sie doch auch Quellen? und meinen nicht die Taten der "RAF" von vor 20 und 30 Jahren?
Und noch einmal lagen Sie richtig: In der Tat, ich meinte nicht die "Taten" der RAF, ich meinte die Morde der RAF.
Nun warte ich nur noch gespannt darauf, wie Sie und ceo erklären wollen, dass die RAF keine linksextremen Mörder waren.
Ich füge noch hinzu:
Das beim sinnlosen Abfackeln von Autos jeder Art sowie beim Einsatz von Brandzündern ect., anlässlich von div. Demos, bisher noch niemand ums Leben kam ist eher ein glücklicher Zufall als geordnete Rücksichtnahme im ungeordneten Chaos.
Und sonst bin ich beruhigt, das Sie DOCH die Taten und natürlich auch die Morde der RAF meinten. Aber Sie antworteten an ceo ja auch mit "jahrzehnte". Les ich gerade erst... Ja, der Stress heutzutage. Ich dachte Sie meinten ganz aktuelle Taten und nicht welche aus dem Geschichtsbuch.
Aktuell sind dann wirklich die Morde von Rechtsextremisten, seit 89 über 140 an der Zahl. Da müssen die aktuellen Linksextremisten noch einiges stricken, wenn auch mit "glücklicken Zufällen" bis sie das mal eingeholt haben.
P.S.: Mörder waren das in der Tat, als "links" würde ich ja sowas nicht bezeichnen. Aber das wussten Sie auch schon längst ;-)
Ob Linksfaschismus oder Rechtsfaschismus, es handelt sich nur um zwei Farbnuancen derselben menschenverachtenden Mentalität. Glauben Sie etwa, es sei purer Zufall, daß die Hochburgen der Linkspartei mit den Hochburgen der Neonazis deckungsgleich sind?
Dahinter stecken dieselben intoleranten Kleingeister, die ein Problem damit haben, daß es Menschen gibt, die anders leben als sie, daß es Menschen gibt die ehrgeiziger sind als sie oder daß es Menschen gibt, die einer Religion anhängen. Was die Elterngeneration vielleich nur laut denkt, setzen die Kids dann in die Praxis um.
bisher habe ich (1. mai ausgenommen) nur gegenreaktionen erlebt, nie hab ich gesehen, dass ein polizist geschlagen wurde und danach die polizei zurückschlug - allerdings umgekehrt erlebe ich das nahezu auf jeder demo.
im pressespiegel steht dann meistens "ausschreitungen", wie es dazu kam ist schwer nachvollziehbar, erst rtecht wenn die hauptinformationsquelle für fast alle zeitungen der "polizeiticker" ist...
Es gibt einen rechtsstaatlichen Grundsatz, daß das Gewaltmonopol bei der Polizei liegt. Dazu gehört, daß den Aufforderungen der Polzei Folge zu leisten ist.
Die Polizei hat ein Recht und die Pflicht ihre Anordnungen auch mit der nötigen Härte durchzusetzen. Es gibt kein Recht auf Widerstand gegen Polizeianordnungen.
Wer sich Ungerecht behandelt fühlt, muß sich im Rechtsstaat an die Gerichte wenden. Polizistenmord ist kein rechtsstaatliches Prinzip.
Wenn Sie mit dem Rechtsstaat nicht zurecht kommen, so wandern Sie vielleicht nach Guatemala aus. Dort gilt mehr oder weniger das Faustrecht.
Ich weiss ja nicht auf welche Art von Demos Sie gehen. Bei den Demos bei denen ich Augenzeuge war, lief es eher so, dass die Polizei eine Eskalation z.B. zwischen Rechts- und Linksextremen verhindert hat.
Wir leben in einem Rechtsstaat. Alles weitere dazu hat bereits @marel 28.12.2009 15:07 Uhr beantwortet.
Für Gewalt gibt es hierzulande keine Rechtfertigung...
So Du mir, so ich Dir?! Körting ist ein Heuchler!
Einige Kommentatoren machen im Forum darauf aufmerksam, daß Linksextremisten nicht gezielt Menschen angreifen wie Rechtsextremisten und aus diesem Grund anscheinend "moralischer" handeln und dementsprechend "nachsichtiger" zu beurteilen sind. Ich finde diese Unterscheidung heuchlerisch. Egal, ob ich einem Menschen die Faust ins Gesicht schlage oder ihn mit einem Brandsatz bewerfe, beides sind verbrecherische Handlungen, die das Recht auf Unversehrtheit der Angegriffenen mißachten.
Wir sollten uns mal wieder etwas mehr darauf besinnen, dass "der Berliner die Ruhe nicht verliert", anstatt bei jedem Gezündel eines dummen Jungen gleich die Apokalypse an die Wand zu malen!
Bewirft man Polizisten mit Flaschen und Steinen dann ist man ein billiger Verbrecher. Ich lache mich mittlerweile schief wenn hier die linken Terrorspinner verharmlost werden, denn ernst nehmen kann man diesen Schwachsinn nicht.
Hat man diesen kopfkranken Autozündlern nicht gesagt das man Autos vor Wohnhäuser nicht anzündet? Dies Feuer kann übergreifen und wenn nicht unsere UNIFORMIERTE FEUERWEHR diese Brände rechtzeitigt löschen würde könnte es vielleicht Menschenleben kosten. Und das ist versuchter Mord!!!
Und zum anderen muß man sich nicht von linken sagen lassen wo wer wann zu leben hat weil das ist faschisten Idiologie!!!
ich will die politisch motivierten anschläge nicht gutheißen...
aber menschenverachtende gewalt richtet sich doch gegen menschen und nicht gegen Material (selbst wenn es sich dabei um etwas handelt was nach unserer (doch etwas seltsamen auffassung) um "Besitz" handelt...
Wer meinen Besitz angreift, greift auch mich an. So einfach ist das. Ich kann den Spruch: es ist doch nur Sachschaden entstanden nicht mehr hören, er k... mich an. Diese Sachen gehören irgendjemanden, der hat dafür gearbeitet und bezahlt. Und im falle von Gebäuden vielleicht seine Eltern oder Großeltern.
Wenn einer Spaß daran hat Autos oder Häuser abzufackeln, bitte sehr, kann sich sowas kaufen und dann zündeln. Und sich anschließend mit der Polizei und der Feuerwehr bzw. dem Gericht darüber streiten ob er das tun durfte. - Heutzutage würde man ihm wahrscheinlich eine Anzeige wegen mutwilliger Umweltverschmutzung und Verstoß gegen die Feinstaubrichtlinien anhägen.
besitz ist nicht existent...
was ich besitze ist meine seele... vielleicht gehört nicht mal mein körper mir...
wie das hierher passt???
???
mit der illusion des besitzes geht auch einher, dass wir den planeten zerstören, da wir ihn (seine Bestandteile) zu besitz erklären...
doch es ist der Planet (und das universum) dem wir (an-)gehören... wir sind ein teil allen seins
und als solches sollten wir nicht länger uns über den stein oder das tier stellen...
wir sind in unseren Gedanken soweit von der Natur gegangen, dass wir Grenzen haben wachsen lassen, die nie zuvor bestanden...
wir waren immer eins mit allem, bis wir anfingen das Individuum als einzeln zu sehen und dualitäten kreirten, die eigentlich polaritäten waren...
na ja...
ich finde es auch nicht schön, autos abzubrennen und häuser mit mollis zu bewerfen, geschweige denn Menschen...
ich will es auch nicht gutheißen...
es geht mir darum einen unterschied klarzumachen
ich wollte nur darauf hinweisen, dass es sich bei einem anschlag auf ein Auto nicht um eine menschenverachtende Tat handelt sondern um eine dieses auto verachtende und eventuell besitz oder die autoindusrie verachtende Tat...
vielleicht verachten diese Menschen Menschen die Besitz verehren, aber das dürfen wir nicht mit label "menschenverachtend" gleichsetzen, denn das ist dann auch ein 3 Euro T-shirt und so ziemlich alles aus discountern ist weltverachtend...
man hüte sich vorm wort...
es verführt einen es zu gebrauchen...
Leider fallen viele auf diese Ablenkung herein!!!
Mich interessiert die politische Einstellung eines Straftäters bestenfalls an zweiter Stelle.
Vorrangig ist die Verhinderung der Taten und gleich danach kommt die Ermittlung der Täter.
Dazu kann Herr Körting nach wie vor kein schlüssiges Konzept vorlegen.
Er sollte daher zurücktreten und das Feld für einen lösungsorientierten Senator frei machen.
Auch Linksextremisten glauben, daß ihre eigene abstruse Ideologie sie dazu berechtigt, über Leichen zu gehen. Die Opfer sind halt Kollateralschäden, die im Rahmen der erfolgreichen Weltrevolution "leider" vorkommen.
Ähnlichkeiten zur ideologisch begründeten Rechtfertigung von Gewalttaten der Rechtsextremisten und Islamisten sind nicht rein zufällig, sondern liegen in der Natur von ideologischen verblendeten Menschen.
Soll das heißen, dass Menschen, die keine derartigen Straftaten begehen, sich auf irgendwelche halbbegriffenen und höchstwahrscheinlich unverdauten politischen Formeln zurückziehen dürfen?
Vermutlich reklamiert er letzteres für sich selbst, sonst müßte er tatsächlich seine irgendwie halbbegriffenen und höchstwahrscheinlich unverdauten politischen Formeln überdenken und zurückziehen, nämlich die Gleichsetzung von Nazis mit wirren Gewalttätern, die sich links Autonome nennen.
Ach, würde er doch einfach den Mund halten, anstelle so einen horrenden Unsinn zu verbreiten. Leider ist er weder lernfähig noch lernwillig, beratungsresistent ist er ja ohnehin. Nicht mal auf seine eigene Leute will er hören, z.B. auf den Historiker Heinrich August Winkler (seit 1962 in der SPD), der sich genau zu den gemeingefährlichen, weil die Nazis verharmlosenden, Vergleiche von Körting hier im Tagesspiegel äußerte.
Das, was gern als Nazis bezeichnet wird, sind in den meisten Fällen genau solche Dummköpfe wie die Autozündler und autonomen Schläger, nur benutzen sie eben andere Ideologien als Rechtfertigung.
Ein Vergleich dient nicht zur Rechtfertigung der Nazis (umgekehrt kommt es leider häufiger vor), ebensowenig wie ein Vergleich von Hitler mit Stalin oder Mao die Verbrechen im Dritten Reich keinen Deut weniger schrecklich macht.
Vergleich heißt nicht zwangsläufig Gleichsetzung.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Heinrich-August-Winkler-Ehrhart-Koerting-Linksextremismus-Faschismus;art270,2970421
Sie sollten schon genau lesen, bevor Sie hier solchen Unsinn posten.
Und natürlich kann jeder, der keine Straftaten begeht, sich auf "irgendwelche halbbegriffenen und höchstwahrscheinlich unverdauten politischen Formeln" zurückziehen."
Das passiert täglich an deutschen Stammtischen, und darüber regt sich keiner auf.
Ei der daus, würde @aquarius... sich vorher schlau machen, und sonst, ach, einfach den Mund halten, anstelle (ich würde sagen, anstatt) so einen horrenden Unsinn zu verbreiten....
Schade!
Meckern sieht bei mir anders aus.
Ich stelle nur fest, dass Hr. Körting mit populistischen Äusserungen auf Stammtischniveau von seinen Misserfolgen ablenkt ( wie jüngst auch Hr. Sarrazin - ist wohl die neue SPD Strategie )
Wenn die Autobrände in Berlin so unglaublich wichtig sind, wie hier viele vorgeben, muss ein Senator zurücktreten, wenn er ihm nicht gelingt ein geeingetes Lösungskonzept zu entwerfen und umzusetzen.
Damit ist die Sachbeschädigung der "linken"
nicht gleichzusetzen !
Völlig unsinnig diese Diskussion hier !
Oder sind Brandanschläge auf Wohnhäuser oder das Schleudern von Brandsätzen auf Polizisten in Ihren Augen nur "Sachbeschädigungen"?
Due Diskussion hier im TSP-Forum ist sinnvoll - auch wenn Ihnen dies nicht zu gefallen scheint.
Es ist die Frage, ob es in Berlin wirklich immer die "Linksextremen" sind.
LIEBE immer