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Kinderarmut

Jedes dritte Berliner Kind lebt von Hartz IV

Die soziale Lage der Berliner Kinder bleibt dramatisch. Mehr als ein Drittel von ihnen wächst in einem Hartz-IV- Haushalt auf - das sind mehr als 170.000 Heranwachsende.
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Berlin -  Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Margrit Barth (Linke) hervor. Insgesamt haben damit über 170 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit den finanziellen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit zu tun. Allein in Mitte sind über 13 000 Heranwachsende betroffen, in Neukölln 12 500. Am niedrigsten ist die Zahl erwartungsgemäß im sozial stärksten Bezirk Steglitz-Zehlendorf (3145).

Zusätzlich erschwert wird die Lage dieser Kinder dadurch, dass sie ein größeres Risiko haben, mit nur einem Elternteil zusammenleben: Die Senatsverwaltung für Soziales berichtet, dass über 79 000 der 170 000 Hartz-IV-Kinder in sogenannten alleinerziehenden Haushalten leben. Je älter die Kinder sind, desto größer ist dieser Anteil: Von den 14- bis 17-jährigen Jugendlichen lebt nur noch ein Drittel mit zwei Erziehungsberechtigten zusammen. Bei den 0- bis 7-Jährigen sind es rund 40 Prozent.

Die Zahlen zeigten, wie wichtig und richtig es gewesen sei, die Elternbeiträge für das Schulessen und den Kitabesuch zu senken und letztlich zu streichen, betonte am Dienstag Marion Barth, die jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion ist. Sie fragt Jahr für Jahr bei der Senatsverwaltung für Soziales die Zahlen über Kinder in Hartz-IV-Familien ab und weiß daher, dass sich kaum etwas zum Besseren verändert hat.

„Es ist dennoch wichtig, diese Fragen zu stellen, damit die Probleme nicht aus den Augen verloren werden“, begründet Barth ihre parlamentarischen Anfragen. So erfährt sie nicht nur, dass sich die soziale Spaltung in der Stadt verfestigt, sondern auch, dass keine der bisherigen familien- und arbeitsmarktpolitischen Reformen Wesentliches für die Heranwachsenden geändert haben.

Die Senatsverwaltung für Soziales verwies gestern angesichts der Zahlen auf die Bemühungen der rot-roten Koalition, im gemeinnützigen Sektor über 6000 Stellen für Langzeitarbeitslose zu schaffen. „Berlin leidet aber nach wie vor unter den wirtschaftlichen Umbrüchen“, wirbt Sprecherin Anja Wollny um Verständnis dafür, dass sich die arbeitsmarktpolitischen Bemühungen nicht stärker auf die Lage der Kinder auswirken. Es sei deshalb wichtig, anderweitig für Entlastung zu sorgen. Dazu könne etwa gehören, dass der Hartz-IV-Regelsatz für Kinder erhöht werde.

Mit dieser Forderung steht die Sozialverwaltung nicht allein da. Zuletzt hatte der Präsident des Caritasverbandes, Peter Neher, angesichts der Kinderarmut eine stärkere Entlastung von Familien gefordert. Die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder müssten gerade in der Wirtschaftskrise erhöht werden, lautet sein Appell. Ähnliche Forderungen gibt es auch seitens des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Kinderschutzbundes.

Besonders betroffen von Arbeitslosigkeit sind die Familien mit kleineren Kindern: Über die Hälfte aller Hartz-IV-Kinder in Berlin sind unter sieben Jahre alt. Viele der Mütter können nach den Kindererziehungsjahren keine Arbeit finden, weil sie schon vor den Schwangerschaften keine festen Arbeitsverhältnisse hatten. Im besonderen Maße gilt das für Mütter ausländischer Herkunft. Allerdings gibt es keine belastbaren Zahlen für diese Bevölkerungsgruppe, da die Kinder bei der Geburt zunächst meist die doppelte Staatsbürgerschaft haben.

Wie brisant die Einkommensverhältnisse der Familien in Berlin sind, zeigt sich auch daran, dass rund zwei Drittel von ihnen nur den Mindestsatz für die Kindertagesstätten zahlen. Rund 40 Prozent der Berliner Kinder müssen zudem keine Schulbücher kaufen, weil die Eltern nur geringe oder keine Einkünfte haben.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.08.2009)
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Kommentare [ 95 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von arneaud arneaud ist gerade offline | 11.8.2009 21:26 Uhr
Kinderarmut leider noch weit schlimmer als berichtet
Ich mußte erst klagen damit meine Kinder welche zur Hälfte bei mir leben auch als Teil meiner Bedarfsgemeinschaft anerkannt werden und Hartz 4 bekommen. Ausgang des Verfahrens noch ungewiss. So etwas ist kein Einzelfall. Einerseits besteht Entrüstung wenn Kinder in Deutschland hungern weil Eltern ihre Sorgepflicht vernachlässigen andererseits wird von Behörden und Staat der Hunger und die Not von Kindern sogar weit unter Hartz4 Niveau ignoriert.
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von exfrench exfrench ist gerade offline | 11.8.2009 21:34 Uhr
Und wenn Hartz4
auf 2500 Euro pro Person erhöht wird, werden diese Kinder weiterhin von Hartz4 leben. Das zahlenmäßige Erfasssen bringt da wohl nichts. Wir müssen denjenigen, die da raus wollen andere Möglichkeiten anbieten und diejenigen, die sich dort gut eingerictet haben weitere Hilfen verweigern. Ist natürlich nicht so leicht, bei denen die da raus wollen was zu ändern, den die Abkocherei dieser Leute als 1 Euro-Sklaven ist ja ein echter Wirtschaftsfaktor und Standortvorteil.
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von don_alfredo don_alfredo ist gerade offline | 11.8.2009 21:42 Uhr
Es wird
höchste Zeit, dass Arbeitslose keine finanziellen Vorzüge mehr erhalten, wenn sie sich Kinder zulegen.

Nicht umsonst haben die Bildungs- und Einkommensschwachen Familien die meisten Kinder. Dem muss entgegengewirkt werden.

Alibimäßig ein paar Kinder zulegen und zeit Lebens ein Sozialfall sein - das ist heutzutage Standard.

Selbstverständlich ist das nicht ausschließlich der Fall, aber diese Entwicklung ist vermehrt zu Beobachten.

Den Hartz IV Regelsatz für Kinder zu erhöhen wäre daher ein falsches Signal. Vielmehr müssten kostenlose Angebote, z.B. Kindertagesstätten, Mittagsversorgung, Freizeitgestaltung, etc. geboten werden.
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von blumentopfche blumentopfche ist gerade online | 11.8.2009 21:59 Uhr
leider , leider
haben sie in vielen punkten recht. besonders kinderreiche familien bekommen durch alg2 soviel geld, wie sie als berufstätige nicht verdienen würden.

arbeit muss sich eben lohnen , bei den geringen löhnen ist der anreiz nicht da.

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von demokratur demokratur ist gerade offline | 12.8.2009 9:54 Uhr
ARBEIT MUSS SICH LOHNEN .....
AHA . Und eine Mutter mehrerer Kinder hat in ihren Augen also keine Arbeit , nein ?

Wie wäre es denn, wenn Sorge getragen werden würde, dass die Erziehung der Eltern *Entlohnung* erfährt.
2300 Euro wäre es ja wohl allemal wert, oder?
Und dann wären Mütter und deren Kinder keine Bittsteller mehr....

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von paetchee paetchee ist gerade offline | 12.8.2009 11:41 Uhr
Finde ich auch....
Wer als Alleinerziehende 3 Kinder anständig erzieht, tut der Gesellschaft einen großen Gefallen. Das kann die Gesellschaft ruhig angemessen vergüten.

So einer Frau würde ich nicht zumuten wollen, auch noch regulär arbeiten zu gehen, dafür zahle ich gerne meine Steuern!
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von rijukan rijukan ist gerade offline | 12.8.2009 15:03 Uhr
anständige Erziehung - das ist das Problem
... da liegt halt nur das Problem. Wir reden hier von Eltern, die vielfach nicht einmal imstande sind, für sich selbst zu sorgen (wie heißt es so schön im Artikel: die Mütter hatten schon vor der Geburt keine regelmäßige Arbeit...) Tja, und das ist kein allzu gutes Indiz für die Qualifikation, für andere zu sorgen. Wie soll jemand, der selbst nicht zurechtkommt, Kindern das nämliche beizubringen? Die Berichte über Eltern, deren "Erziehungsleistung" darin besteht, die Kinder bestenfalls sich selbst zu überlassen, sind Legion.

Ein "Erziehungsgehalt" wäre nicht schlecht, aber es müßte sich unbedingt an der Qualifikation der Erziehungsperson (meist Mutter) orientieren. Zum Beispiel könnte es in der ersten drei Jahren an ihrer formalen Qualifikation (Schulabschluß, Berufsabschluß) bemessen werden; in dieser Zeit könnte die Mutter eine Berufsausbildung zur, sagen wir mal, "Familienmanagerin" absolvieren - auf unterschiedlichen Qualitätsniveaus und mit PRÜFUNGEN am Ende.

Nur auf so einer Basis ist das "Erziehungsgehalt" eine gute Idee. Ansonsten setzt man noch viel mehr als heute Anreize für sozial schwache Frauen, sich über Kinder abzusichern -- während für qualifizierte Frauen andere Berufe weiterhin attraktiver, weil ertragreicher sind.



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von angel angel ist gerade offline | 12.8.2009 13:03 Uhr
Kinderreich
Als wenn ein Kinderreicher keine Arbeit hat ...
Da kann ich nur den Kopfschütteln über soviel Naivität oder auch Ignoranz.
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von marel marel ist gerade offline | 12.8.2009 1:26 Uhr
Zustimmung
Man muß nicht ausgerechnet die Sozialschwachen dafür bezahlen, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, mit deren Erziehung sie völlig überfort sind. Kinder sollten eigentlich ein Recht auf eine gute Kinderstube haben.

Seien wir realistisch. Das Geld, was eigentlich den Kindern zugute kommen sollte, kommt bei ihnen in vielen Familien gar zugute, sondern wird von den Eltern für den eigenen Konsum benutzt, Auto, Alkohol, Zigaretten und andere Laster.

Lehrer, Erzieher, Ärzte können ein Lied davon singen.

Darum wäre es richtig, dieses Geld so umzuleiten, daß es tatsächlich den Kindern zugute kommt.

Umzuleiten in Angebote, wie Kindertagesstätten, Frühstück-, Mittagsversorgung, Freizeitgestaltung, und immer wieder

... Bildung, Bildung, Bildung.

Nur dann haben die Kinder eine faire Chance dem Millieu der Eltern selbst einmal entwachsen zu können.
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von demokratur demokratur ist gerade offline | 12.8.2009 15:06 Uhr
Na sicher doch ....
Am Besten bereits mit drei Wochen in die Säuglingskrippe . Von 6 h früh bis 16 Uhr .
Damit die Eltern auch ja schaffen gehen können.

Ach nee , geht ja nicht. Keine Jobs vorrätig ...
Oder doch ? dann im Schicht Papa für 3,33 € im Sicherheitsdienst und Mama als Altenpflegein für 2€ 22 unerheblich , dass es nicht zu mehr Einnahmen führt
Hartz IV müssen sie ja trotzdem beziehen ....
und Bittsteller bleiben sie .

Und Urlaubszeit ..
wohin dann mit dem Kind .
Ferien im Kindergarten harmonieren nicht unbedingt mit den zugesicherten Urlauben von Eltern -
Und für Schulkinder ..... also ich hab 34 Tage im Jahr .... und wohin mit dem Rest der Ferienzeit ....

Bevor ich hier solche Reden schwinge würde ich erst bis zum Ende denken

*kopfschüttel*
Merkbefreitheitsmedaillen
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von hansenberg hansenberg ist gerade offline | 12.8.2009 21:10 Uhr
Gedächtnis
Wie war das denn mit den so genannten Amok-Läufern an deutschen Schulen? Da kam doch wohl keiner aus so genannten Hartz-IV-Familien. Also können diese Familien mit ihrer Erziehung so schlecht nicht sein, zumindest nicht so schlecht, wie die mitleidlose Erziehung der Familien aus dem Mittelstand.
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von obscur obscur ist gerade offline | 11.8.2009 22:18 Uhr
Armut?
...mir drängt sich da gerade die Frage auf, wieso Kinder die Hartz4 erhalten als "arm" bezeichnet werden...ab dem 1.7.09 erhalten Kinder (bzw. deren Eltern) von 0-6 Jahren monatlich 215 Euro; Kinder 7-13 monatlich 251Euro und Teenager 287Euro Hartz4, zusätzlich kommt das Kindergeld von 154 Euro monatlich....danach hat ein Teenager von 14 Jahren, etwa 441 Euro monatlich zur Verfügung!!!Davon muß keine Miete oder ähnliches gezahlt werden! Als Student_in bestreite ich meinen GESAMTEN LEBENSUNTERHALT mit einem 400€ Job!!!!!! Wo bitte sind diese Kinder ARM?[b][/b]!?!?!?!
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von blumentopfche blumentopfche ist gerade online | 11.8.2009 22:46 Uhr
leider ist das falsch,
das kindergeld wird voll auf den alg2-satz der kinder angerechnet. also ein kind unter 6 jahren erhält insgesamt 215 euro einschließlich kindergeld und nicht das kindergeld noch zusätzlich.

aber, eine alleinerziehende mit bsp. 3 kindern kommt auf ungefähr 1800 euro einschl. kindergeld und miete. das muss erstmal irgendwie verdient werden.

wo sind die jobs mit denen man mehr als 10 euro die stunde verdient, um bei vollzeittätigkeit soviel geld selber zu verdienen??
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von don_alfredo don_alfredo ist gerade offline | 11.8.2009 22:20 Uhr
Es ist jedoch
auch häufig der Fall, dass diese Personen keinerlei Interesse haben, sich in irgendeiner Weise zu qualifizieren, da sie ja auch mit dem oben beschriebenen Vorgehen akzeptiert werden.
Das kommt obendrein noch als Problem hinzu.
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von s.theile s.theile ist gerade offline | 11.8.2009 22:41 Uhr
So viel geballte Kompetenz
Ich frage ich mich, ob die hier im Kommentarbereich vorgetragene Kritik wirklich etwas über den Untersuchungsgegenstand aussagt oder eher über die Kritiker.

So ein Hartz-IV-Kinderdasein ist schon ein Leben in Saus und Braus. Und auch die Not der Eltern läßt sich damit vorzüglich lindern - je mehr Kinder, um so besser...

Auf so eine Idee kann nur der kommen, der entweder keine Kinder hat oder noch ganz, ganz viel studieren muß, um das Wechselspiel von Hartz-IV und Kindergeld zu verstehen.
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von obscur obscur ist gerade offline | 11.8.2009 23:18 Uhr
kompetente Kritiker....
@s.theile;@hannibal:.... da Sie ja augenscheinlich über umfassende Kompetenzen verfügen, ist es Ihnen da auch möglich Ihre gönnerhaften Kommentare in konstruktive Kritik umzuwandeln? Dies wäre doch bei einem derartigen Thema angebracht....
Comment
von arneaud arneaud ist gerade offline | 11.8.2009 22:44 Uhr
soweit ist es schon
Ich kann nicht glauben was ich hier lese. Nicht Hartz4 ist zu hoch , sondern die Löne zu niedrig. Kein Wunder dass die Konjunktur im Eimer ist wenn über Hartz4 Empfänger gehetzt wird und Menschen bereit sind für Hungerlöhne zu arbeiten. Wenn Arbeitnehmer genauso viel verdienen wie Arbeitslose kann auch nicht die Konjunktur in Gang kommen. Nicht Hartz4 ist zu hoch ,sondern die Löhne sind zu niedrig. Jeder der sich weigert unter Mindestlohnniveau arbeiten zu gehen tut mehr für die Wirtschaft als Arbeitnehmer welche für einen Appel und ein Ei arbeiten gehen. Nicht die Arbeitslosen und schon gar nicht die Kinder der Arbeitslosen haben schuld an der Arbeitslosigkeit sondern die deren "Arbeit" es ist Arbeitsplätze zu vernichten.
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von 1800 1800 ist gerade offline | 11.8.2009 22:50 Uhr
@obscur ... Soweit ich weiß,...
wird das Kindergeld mit dem AlGII verrechnet.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 11.8.2009 22:50 Uhr
Ich vermute, die bisherigen
Kommentare sind so gar nicht im Sinne der Autorin.

Aber auch so lernt der junge Mensch!
Comment
von krefelderin krefelderin ist gerade offline | 11.8.2009 22:54 Uhr
@ obscur und @tagesspiegel
Lieber "obscur", Sie irren sich. Das Kindergeld wird auf den Hartz-IV-Regelsatz angerechnet und nicht zusätzlich gezahlt.

Zum Artikel selbst habe ich eine Verständnisfrage. Dort heißt es:

"Von den 14- bis 17-jährigen Jugendlichen lebt nur noch ein Drittel mit zwei Erziehungsberechtigten zusammen."

Sind damit nun nun ALLE Berliner Jugendlichen gemeint oder nur diejenigen, die Hartz IV (Arbeitslosengeld II) erhalten?

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. Danke dafür.

MFG
Comment
von tagesspiegel.de tagesspiegel.de ist gerade online | 12.8.2009 13:38 Uhr
Hallo @krefelderin,
hierbei handelt es sich ausschließlich um die Kinder von Hartz-IV-Empfängern in der genannten Altersgruppe.

Mit freundlichen Grüßen
die Community-Redaktion / tos
Comment
von krefelderin krefelderin ist gerade offline | 11.8.2009 22:59 Uhr
nochmal Hartz IV und Alleinerziehende
Ich will die Nöte von Alleinerziehenden und Langzeitarbeitslosen in keinem Fall kleinreden, doch man darf diese Statistik nicht für bare Münze nehmen. Mir persönlich sind fünf Mütter bekannt, die, obwohl mit dem Kindsvater zusammenlebend, Hartz IV beziehen - sie sind beim Jobcenter als Alleinerziehende gemeldet. Für manche Menschen ist das ein guter Grund, nicht zu heiraten.

MFG
Comment
von blumentopfche blumentopfche ist gerade online | 11.8.2009 23:58 Uhr
tja, wie macht man das?
ganz einfach, die mutti lebt mit ihren sprösslingen offiziell alleine und beantragt alg2 als alleinerziehende. der kindesvater wohnt natürlich offiziell nicht da, sondern ist ev. bei mama gemeldet. das ist dann ein schönes zusätzliches einkommen für die inoffizielle bedarfsgemeinschaft, falls der herr arbeit hat.

ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass ich das beispiel nicht auf alle alleinerziehenden beziehe. da gibt es wirklich viele, die haben es schwer.
Comment
von hansenberg hansenberg ist gerade offline | 12.8.2009 21:15 Uhr
So what?
Das, wozu alle allen raten "nichts verschenken" - das halten Sie für verwerflich? Haben Sie schon einmal eine Steuererklärung gemacht oder beziehen Sie etwa auch lebenslang staatliche Transferleistungen? Denn sonst wüssten Sie ja, was es mit Abschreibungen, GWGs und anderen Posten in den Steuererklärungen so auf sich hat...
Comment
von bunzel bunzel ist gerade offline | 13.8.2009 12:06 Uhr
@ hansenberg
Da irren Sie sich aber ganz gewaltig.

Die von Ihnen benannten steurlichen Möglichkeiten sind LEGAL und können somit genutzt werden.

Das Verschweigen eines Einkommensbeziehers, so das Beispiel von bluemtopfche, ist LEISTUNGSBETRUG und somit keineswegs zu tolerieren.
Comment
von pschl pschl ist gerade offline | 12.8.2009 0:07 Uhr
es trifft jeden
Hartz 4 behindert auch Paare, die zusammen wohnen wollen. Ein Arbeitnehmer, der mit Hartz 4-Partner unter einem Dach lebt, ist plötzlich Teil einer Bedarfsgemeinschaft und muß alle 6 Monate seine Einkommens-und
Vermögensverhältnisse offenlegen. Verdient er zu viel, bekommt der Hartz 4- Partner gar nichts. Aus diesem Grunde stehen viele Wohnungen leer.
Und die Agenda 2010 Macher wundern sich, dass sie 2010 nicht mal mehr in der Regierung am "Großen Rad" mitdrehen dürfen.
Comment
von s.theile s.theile ist gerade offline | 11.8.2009 23:09 Uhr
@ krefelderin (11.8.2009, 22:59 Uhr)
Und ich kenne alleinerziehende Frauen, welchen mit einem Kind oder mehreren Kindern die gesetzlich vorgeschriebene Erstausstattung verweigert wurde mit dem Hinweis, die Kindesmutter habe ja mindestens neun Monate Zeit gehabt, das Geld anzusparen.
Bis diese verunsicherten Frauen dann an effektiven Rechtschutz gelangen, ist es meistens zu spät, da die Widerspruchsfristen abgelaufen sind.

Also was soll's?
Comment
von lacher lacher ist gerade offline | 11.8.2009 23:54 Uhr
ich erinnere hier daran...
...daß Frau Merkel die einführung von mindestlöhnen mit der begründung ablehnte, daß die betroffenen arbeitnehmer ja hartz 4 beantragen könnten um auf das existenzminimum zu kommen.
und dann wundern wir uns, daß das so viele machen müssen.
ein volk von eseln und schafen lässt sich zur wahl treiben...
Comment
von multischuldi multischuldi ist gerade offline | 12.8.2009 6:17 Uhr
Handyverträge/Zigarettenkonsum

interessant wäre, Untersuchungen zu der Anzahl der Handyverträge und zum Zigarettenkonsum in den "armen" Familien anzustellen.

Eine solche Forderung ist aber wohl politisch nicht korrekt
Comment
von cisco cisco ist gerade offline | 12.8.2009 11:58 Uhr
Wieso wäre das interessant?
sie sind sicher in der Lage mir flux die rechtlichen Grundlagen zu nennen, auf Grund derer es den Beziehern des ALG II untersagt ist ein Mobiltelefon zu beszitzen oder zu rauchen.

Bei den Kommentaren hier kann man nur ungläubig den Kopf schütteln. Was kommt als nächstes? Die Forderung nach Zwangssterilistaion? Kinder nur noch abe einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro aufwärts?
Comment
von geronimovandyk geronimovandyk ist gerade offline | 12.8.2009 14:48 Uhr
@multischuldi:Interessant wäre es auch...
...Sie mal in Realität zu sehen.
Ich stell mir Sie etwa so vor:
http://www.tv-nostalgie.de/Ein%20Herz%20und%20eine%20Seele/Alfred4.jpg
Comment
von hansenberg hansenberg ist gerade offline | 12.8.2009 21:19 Uhr
Fakten, Fakten, Fakten
Ich würde eher die Häufigkeit von Bordellbesuchen der mittelständischen Ehemänner in Berlin amtlich feststellen lassen - da wäre doch mehr zu holen, als ein paar Kippen in Hartz-IV-Verhältnissen. Und da wäre noch ehrliche Reue zu erwarten - immer gut für jede Art von Geschäft. Und politisch korrekt sowieso.
Comment
von detlef detlef ist gerade online | 12.8.2009 7:26 Uhr
Was sind denn nun die Ursachen,
das die Zahl der allein erziehenden Frauen seit Jahren ansteigt?

Ist es nicht erschreckend, dass in Berlin von 339.700 Familien mit Kindern unter 18 Jahren 156.400 allein erziehende Familien (46,04%)leben. Davon sind rund 82% allein erziehende Frauen

Hier mal ein Auszug aus dem letzten Armutsbericht:

Ebenfalls groß ist die Gefahr, in Armut zu leben, für Alleinerziehende.

Mehr als ein Drittel (35,6 %) der in diesen Haushalten Lebenden sind arm, wenn darin zwei Kinder leben, 44,6 % sind es bei drei Kindern und fast die Hälfte (48,2 %) bei vier und mehr Kindern.

Apropos Kinder: Der Berliner Armutsbericht dokumentiert, dass 23,6 % der Kinder unter 18 Jahren in dieser Stadt von Armut betroffen sind; bei den unter 3jährigen sind es sogar 31,8 %.
Comment
von vielflieger vielflieger ist gerade offline | 12.8.2009 8:43 Uhr
@ detlef
Sie dürfen aber auch nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die Leute sind nicht unbedingt arm, weil sie Kinder haben. Sondern weil sie arm sind, haben sie Kinder. Kinder, die in armen Verhältnissen geboren werden, sind dann natürlich auch arm.

Natürlich müssen alle Kinder von der Gesellschaft versorgt und mit einer Perspektive versehen werden, egal aus welchem Elternhaus sie stammen. Aber irgendwie stört mich die Vorstellung, dass Kinder jetzt nur noch gezeugt werden, damit die Eltern und alleinerziehenden Mütter anschließend vom Kindergeld leben können. Das Kindergeld darf auch nicht zu einem staatlichen Grundeinkommen werden.
Comment
von detlef detlef ist gerade online | 12.8.2009 9:24 Uhr
@vielflieger
Wenn von 17 Millionen Kindern in Deutschland unter 18 Jahren, bereits jedes siebte Kind in Armut lebt, ist das doch eigentlich eine Situation, die unsere Regierung sehr ernst nehmen sollte.

In diesem Zusammenhang sollte die Frage an die CDU und S)PD erlaubt sein, warum sie den Schulkindern zwischen 7 und 13 Jahren pro Jahr 288 € entzogen hat, durch Senkung des Regelsatzes und Senkung des Niveaus der früheren einmaligen Beihilfen.

Bei Kindern zwischen 14 und 17 Jahren waren es sogar 492€.

Also warum wird der Wachstumsbedarfs von Schulkindern verweigert?

Vielleicht gibt es ja hier im Forum einen Experten, der diese Maßnahme begründen kann.

Comment
von angel angel ist gerade offline | 12.8.2009 13:10 Uhr
Vom Kindergeld leben
Wie soll man von € 164,-- Kindergeld leben???
Comment
von angel angel ist gerade offline | 12.8.2009 13:16 Uhr
Allein erziehend
Ich vermute, so mancher Hartz IV-Fall bei allein erziehenden Frauen würde sich erübrigen, wenn die Väter den gesetzlichen Unterhalt für die Kinder zahlen würden.
Comment
von Fragezeichen Fragezeichen ist gerade offline | 12.8.2009 7:34 Uhr
Mehr Geld?
Da ich selbst schon in Armut gelebt habe weiß ich, daß nicht alle H4 Empfänger ihren Kindern Bildung versagen. Da ich aber durch meine Armut viele Arme kennegelernt habe weiß ich auch, daß ich damals die Ausnahme war. Ich weiß aber auch, das Bildungsarmut kein rein finanzielles Problem ist. Bildung ist immer noch eine Frage des Wollens, auch mit wenig Geld. Deshalb halte ich die ständige Forderung nach mehr Geld für sehr gefährlich. Sie weckt Bedürfnisse nach noch mehr Rundumversorgung und ein Anrecht darauf, und wird unsere Gesellschaft weiter schwächen, weil sie die Selbstbehauptungskräfte schwächt. Wichtiger wäre es, den gutwilligen Eltern, welche ihre Kinder nicht ausreichend unsterstützen mangels eigener Bildung, Hilfen an die Hand zu geben, denjenigen Eltern, die nicht wollen, sollte mit mehr Druck begegnet werden.
Comment
von unbekannt | 12.8.2009 13:45 Uhr
@fragezeichen
Viel schöner, klarer und besser hätten wir das auch nicht ausdrücken können! Danke.
Comment
von joker joker ist gerade offline | 12.8.2009 7:52 Uhr
Kinder und H4
Wenn die Eltern H4 beziehen dann können sie:
- die Kinder morgend wecken,
- ihnen ein ausgewogenes Frühstück machen,
- sie zu Schule bringen,
- Einkaufen (Schnäppchenjagd auf Wochenmärkten etc),
- frisch und ausgewogen zu Mittag kochen,
- die Kinder nach der Schule empfangen,
- mit den Kinder Hausaufgaben machen,
- sie zum Sport und Spiel begleiten,
- in der Schule oder im Verein bei verschiedenen Projekten aktiv sein,
usw.
Und das alles bei einem Einkommen, was manche durch Arbeit nicht verdienen und die ihren Kindern diese Fürsorge nicht in dem o.a. Umfang angedeihen lassen können.
Also, wo ist das Problem?

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