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Haushalt

84 Millionen Euro für bessere Kitas - ohne neue Schulden

Die Verbesserung der Kita-Betreuung in Berlin soll in den nächsten beiden Jahren nicht über neue Schulden finanziert werden. Der Senat kratzt in allen Ressorts die 84 Millionen Euro zusammen.
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Die Verbesserung der Kita-Betreuung in Berlin wird nicht über neue Schulden finanziert. Der Senat einigte sich am Dienstag auf Kürzungen in allen Bereichen der Verwaltung. In den Jahren 2010/11 werden insgesamt 84 Millionen Euro gespart, die den Kindertagesstätten zugutekommen. Den größten Beitrag dazu leistet die neue Einstein-Stiftung. Sie darf 33 von 70 Millionen Euro, die bisher nicht für Forschungsprojekte ausgegeben oder festgelegt wurden, nicht von 2008/09 auf das nächste Jahr übertragen.

Damit ist das „Sparschwein“ des Bildungssenators Jürgen Zöllner (SPD) geschlachtet. Denn die Stiftung wurde verspätet gegründet und hat erst im Sommer begonnen, Fördermittel zu verplanen. Deshalb blieb viel Geld übrig. Es bleibt aber dabei, dass die Spitzenwissenschaft in Berlin in den nächsten zwei Haushaltsjahren mit jeweils 40 Millionen Euro bezuschusst wird. „Das heißt, die Qualität der Einstein-Stiftung wird nicht beschädigt“, sagte Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos). Zöllner hat sich damit nun abgefunden. Er hat zwar koalitionsintern signalisiert, dass die Arbeitsfähigkeit der Stiftung für seine Weiterarbeit im Senat von zentraler Bedeutung sei. Andererseits soll Zöllner die 33 Millionen Euro jetzt von sich aus angeboten haben.

Auch die Hauptstadtkampagne „Be Berlin“ muss Federn lassen. Von den 10 Millionen Euro, die bis Ende 2011 eingeplant waren, werden 1,5 Millionen Euro gekürzt. Der für diese Berlinwerbung zuständige Senatssprecher Richard Meng sprach von einer „harten Entscheidung“. Weitere Gelder werden frei, weil sich der Ausbau des Olympiaparks, der neue zentrale Standort für die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in der Chausseestraße und die Vorbereitungen für die ICC-Sanierung verzögern. Diese nicht abgeflossenen Investitionsmittel wandern jetzt also in den Kita-Topf. Auch bei der Sanierung des Krankenhauses Havelhöhe wird vorerst gespart.

Als eigenen Sparbeitrag stoppt Nußbaum die geplante Zeiterfassung („Stechuhren“) in der Finanzverwaltung; ein Lieblingsprojekt des Vorgängers Thilo Sarrazin (SPD). „Es macht keinen Sinn, in einer Behörde ein isoliertes System zu entwickeln“, begründete der Senator die Entscheidung. Er verschiebt zudem die Einstellung von Personal. Auf der Sparliste stehen auch: die Beseitigung von Bodenverunreinigungen, Gewässergüte-Projekte, Zuschüsse an die Wasserbetriebe, die Gerichtskosten, die Entschädigung von Alteigentümern, das öffentliche Gebäudemanagement und die Wohnungsbauförderung des Senats.

Nach der Bildungsbehörde leisteten die Verwaltung für Stadtentwicklung mit 17 Millionen Euro und die Wirtschaftsverwaltung mit 10,5 Millionen Euro die größten Sparbeiträge. Insgesamt kommen die notwendigen 84 Millionen Euro aus allen Ressorts zusammen. Auch für die 30 Millionen Euro, die der Bund ab 2010 weniger für die Kosten der Unterkunft (Hartz-IV-Empfänger) zahlt, fand sich per Zufall noch eine passende Ersatzquelle: Die bundesweite Steuerschätzung sagte für Berlin jährlich etwa 30 Millionen Euro höhere Steuereinnahmen voraus. Ulrich Zawatka-gerlach

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.11.2009)
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Kommentare [ 33 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von berggeist berggeist ist gerade offline | 10.11.2009 20:57 Uhr
Das Geld kann nicht fehlen,
es muss im Überfluss vorhanden sein, solange es für sinnlose rechtswidrige Kriege vergeudet wird. Kriege einstellen und auf die Kernaufgaben eines Gemeinwesen zurückbesinnen! Alles andere endet in einer Katastrophe für alle.

Berggeist
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 10.11.2009 23:03 Uhr
Wieso wird nicht mal am Polizeischutz
für Fußball gespart oder bei den Opern? Oder den übertriebenen Sicherheitsmaßnamen für Diktatoren aus aller Welt die Berlin besuchen? Oder den Geldern die die Kirchen und Glaubensgemeinschaften aus der Staatskasse plündern ohne etwas dafür zu leisten.
(Außer uns Ratschläge zu geben das wir keine Kondome benutzen sollen.)
Aber bei WIssenschaft und Kunst sparen. Ja ja.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.11.2009 6:48 Uhr
Wenn ich mich nicht irre....
Wird da Geld das fuer wichtige Zukunftsprojekte reserviert war abgezwackt und fuer PDS Wahlversprechen verpulvert. Erinnert mich irgendwie an die typische sozialistische Abwirtschaftung und kurzfristige Aushoehlung von Substanz, was die Neosozis ja immer den Finanzinvestoren vorwerfen.

Vieleicht ist Berlin dann ja in ca. 5 Jahren mit seinem naechten "Insolvenzantrag" beim Bund erfolgreich.
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von fantasia fantasia ist gerade offline | 11.11.2009 10:57 Uhr
sozialistische Abwirtschaftung und kurzfristige Aushoehlung von Substanz
nennen Sie also die Stärkung der frühkindlichen Bildung.

Der Senat hat hier Gelder zusammengesucht, die an anderer Stelle nicht soviel Nutzen bringen, wie in der Verbesserung der Kita-Ausstattung. Das Bildung der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme ist wissen sehr viele, nur an Ihnen ist es vorbeigegangen. Die Finanzierung nicht über neue Schulden vorzunehmen ist gut, wir müssen für die schwarz/gelben Utopien in den nächsten Jahrzehnten schon genug Zinsen zahlen.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.11.2009 11:52 Uhr
Selbverstaendlich ist fruehkindliche Bildung wichtig...
... ich denke allerdings dass die Forschungsfoerderung, Hochschulbau und Investitionen in Wirtschaftskatalysation die falschen stellen zum sparen sind. Auch ist nicht sichergestellt dass tatsaechlich die Qualitaet der Betreuung hin zu mehr Lernen verbessert wird.
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von bernhard.goetz bernhard.goetz ist gerade offline | 11.11.2009 7:57 Uhr
Jetzt zu den Schulen
Nachdem der Senat allein bei der Drohung durch einen Kita-Volksentscheid eingeknickt ist, sollte der Landeselternausschuss folgerichtig einen Volksentscheid für eine deutlich verbesserte Schulausstattung initiieren.
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von zardoz zardoz ist gerade offline | 11.11.2009 8:09 Uhr
Elite Bildung
Das Geld, was aus dem Ressort Bildung abgezweigt wurde, lag in einem besonderen ungenutzten Topf (Sondervermögen?), der nur zur Förderung von Elitewissenschaftlern gedacht war. Diese an sich schon wohlhabende Kaste wird nämlich noch mit allen möglichen finanziellen Anreizen geködert, um sie nach Berlin zu locken. Gerdae die Menschen, die besonders viel verdienen, bedienen sich reichlich und ungeniert aus solchen Töpfen.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.11.2009 11:10 Uhr
Keine Ahnung
Sie haben anscheinend keine Ahnung. Ein Postdoc (wissenschaftlicher Mitarbeiter) wird nach E13 bezaht, egal wie spitzenmaessig begabt er ist. Das sind ca 1700 Euro netto im Monat -- bei 1-2 Jahresvertraegen und 60 Stunden/Woche. Ich glaube da kann man kaum von wohlhabender Kaste reden. Als Juniorprofessor kommt man vieleicht auf 500 Euro mehr, und wenn man denn 'mal berufen wird bekommt man als Professor kaum mehr als ein verbeamteter Lehrer am Gymnasium.

Auch ist es kaum so dass deutsche Wissenschaftler besonders reichhaltige Forschungsbudgets haetten. Der einzig korrekte Kritikpunkt waere, dass der Senat lieber anstatt mit "Elite" beworbenen Sonderfoerderungen lieber mehr regulaere Professuren einrichten sollte.

Aber schimpfen Sie ruhig weiter, denn wir wissan ja dass ein Bauern- und Arbeiterstaat keine Forschung und hoehere Bildung braucht.
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von dali dali ist gerade online | 11.11.2009 12:12 Uhr
Es tut mir leid @jet
und dass er damit leben muss um so mehr,
aber das jetzige System mit Juniorprof ist schlicht und einfach Schrott, denn es beute den Beschäftigten (wie es jet ja beschreibt) total aus und gaukelt im auch noch vor,
er hätte irgendwann die Chance, eine ordentliche Prof.-Stelle zu bekommen.
Auch heute läuft da ohne Habilitation nix.
Wie soll aber jemand habilitieren, wenn er mit der Lehre schon eine solche Arbeistbelastung hat.
Die ganze "Excellenz"-Ka.. gehört auf den Misthaufen,
dafür brauchen wir nicht einen Euro.

Allerdings sind die Denkfehler, die da gemacht wurden und werden, eben KEIN "Arbeiter und Bauern"-Handeln,
sondern zutieft konservativ restaurative.
Dass sich dem auch oft sozialdemokratische (und Linke) Politiker dran vergehen,
liegt daran, das das System so herrlich "kostengünstig und effizient" ist.
Es sieht aus, als würd man etwas für "Bildung" tun,
erledigt aber das, was Arbeitgeber am liebsten tun,
er quetscht die Beschäftigten aus...
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.11.2009 19:38 Uhr
@dali
Also in Naturwissenschaften ist die Habilitation in der Praxis quasi Geschichte. Aber sie haben schon Recht, wenn man sich zwischen einer tenure track Assistenzprofessur im Ausland und einer deutschen Juniorprofessur entscheiden kann (kleiner Scherz), dann nimmt man die Assistenzprofessur.

Ich denke allerdings kaum dass der Exzellenzkram eine konservative Idee ist. Denn konservativ bedeutet die deutsche unabhaengige Professur mit einem Harem von Mitarbeitern. Es ist eher eine Idee von einigen Rochschulrektoren (i.e. '68 er) sich international profilieren zu wollen, die natuerlich von fachfremden Politikern und der Oeffentlichkeit aufgegriffen wurde. Ich hatte nie behauptet das dieser Schwachsinn auf das neosozialistische Spektrum zurueck zu fuehren sei.
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von dali dali ist gerade online | 11.11.2009 22:00 Uhr
Ohne das hier vertiefen zu wollen , @jet
aber das ging in Deutschland von den Bergvölkern aus und hat sich dann mit all den "Evaluationen" und "Spitzenförderung" durch den Osten (Sachsen) nach Berlin durchgefressen,
wo allerdings die Damen und Herren Profs, hier nun tatsächlich zum großen Teil 68er, so spinnefeind untereinander sind (was auch schon seit 40 Jahren so war), dass sie dann davon überrollt wurden.
Seit sich dann die "evaluierten" Arbeitsbedingungen (die ja auch vorher HIER nicht rosig waren) noch mehr verschlechtert haben,
ist mir dann der Spaß an meinem "Hobby" endgültig vergangen...
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von areia areia ist gerade offline | 11.11.2009 13:38 Uhr
Für eine Nachwuchskraft sind 1700 Euro ...
... doch gar nicht so übel.

60 Stunden die Woche sind irgendwie nicht glaubhaft, da die Universitäten ja zwei sehr lange Semesterpausen haben.

Garantiert werden, dass nun aus mehr Kindern ein kleiner Einstein wird wegen der verbesserten Frühpädagogik kann natürlich nicht. Aber es gibt viele Argumente, die dafür sprechen und sogar vom gesunden Menschenverstand ohne wissenschaftliche Evalution nachvollziehbar sind.

Und nicht zuletzt ist die personelle KITA-Aufstockung auch eine Erleichterung für das dortige beschäftigte Personal, welches für eine sehr komplexe Allround-Tätigkeit lediglich im Durchschnitt 1000 - 1300 netto bekommt.
Insbesondere die Vorbereitungszeit für anspruchsvolle Lernpädagogik kam bisher extrem zu kurz - bisher in Berlin veranschlagt mit 0 Stunden.
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von dali dali ist gerade online | 11.11.2009 14:38 Uhr
Na nu ma ganz langsam, @areia
wie das bei Naturwissenschaftlern ist, kann ich nicht beurteilen,
in dem, was areia "Geisteswissenschaften" nennen würde, ist die benannte Arbeisbelastung sicher nicht übertrieben.
Denn neben dem "Lehrdeputat" ist es angesichts der Seminargrößen und kaum noch vorhandener Tutorien notwendig, z.B. Teilseminare zu veranstalten.
Zu den "normalen" Sprechstunden" kommen dann noch die, in denen die Seminararbeiten der Gruppen odeer Einzelstudenten begleitet werden müssen. Dies ist übrigens von der Belastung her sogar eine Hauptarbeit.
Zu den dann noch notwendigen Korrekturen bzw. Beurteilungen (wohlgemerkt Arbeiten zwischen 10 und 50 Seiten) kommen dann noch aministrative Arbeiten und (notwendige!!!) Gremienarbeit.
Nicht zu vergessen ist.
Dass diese Leute, die dann 1.700.- haben bereits PROMOVIERT sind, somit bereits (bei zügigem Studium) ca 10 Jahre Ausbildung HINTER sich haben?
Und da stellt sich areia hin
und hält das für 'ne angemessene Bezahlung?
Ich selbst habe über Jahrzehte, allerdings nicht zum Gelderwerb, sondern als Hobby, "Lehraufträge" gemacht.
Das war noch "angemessener bezahlt" da bekommt man nämlich für's GANZE SEMESTER!!! 1.100.- für mindestens 15 Wochenstunden "reale" Arbeit. Das bedeutet,
ein Unidozent erhielt einen Stundenlohn von ca. 4,40.-€ (aktuelle Regelungen sind ähnlich).

Davon unabhängig ist natürlich auch die Bezahlung der erzieher unter jeder Sau,
nur,
wenn hier das eine arme Schweinchen dem anderen armen Scheinchen nicht mehr das Scharze unter den Spitzbeinen gönnt, bzw. den Hungerlohn des anderen für angemessen hält,
sollte man doch mal über die Entwicklungen unserer "solidarischen Gesellschaft" nachdenken
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.11.2009 19:28 Uhr
Anscheinend keine Ahnung
Ich habe als Jahrgangsbester an einer internationalen Spitzenuni in Naturwissenschaften abgeschlossen, und daraufhin an einen rennomierten Institut promoviert. Wenn ich wollte kaeme ich damit in der Industrie auf 10000 Brutto, bzw. dank Sozialstaat auf 5000 Netto.

Wie Sie vermutlich auch nicht wissen arbeiten Wissenschaftler nicht um ein Lehrpensum abzuarbeiten, sondern um die wizzenschaft voranzubringen (bzw. die naechste befristete Stelle zu erlangen). Da gibt es keine Stechuhr, sonder was zaehlt sind Publikationen/Veroeffentlichungen. Feiertage, Urlaub etc. bedeuten lediglich das die Sekretaerinnen nicht da sind.

Also ich moechte nicht arrogant wirken, und ich habe allen Respekt fuer die Erziehungsarbeit, aber die Arbeit eines Wissenschaftlers ist nicht mit der einer Erzieherin zu vergleichen.
Comment
von areia areia ist gerade offline | 11.11.2009 20:43 Uhr
@ jetbundle
Auch wenn das vielleicht jetzt pedantisch wirkt (und ich nicht so wirken möchte): Es doch Ihre Entscheidung, an der Uni zu arbeiten. Wenn es Ihnen aufs Geld ankommt, warum gehen Sie dann nicht in Privatwirtschaft?

Natürlich weiß ich, dass es bei Uni-Angestellten nicht nur um den Lehrauftrag geht, sondern auch um die eigene Forschung. Wobei in der Regel hier doch nicht der Fokus sein sollte, sondern zumindest Lehre und Forschung im Gleichgewicht sein sollten, so wie es Dali beschrieb.

Außerdem werden die Publikationen und Veröffentlichungen doch sicher noch mal extra honoriert? Es zählt ja nicht alles, was Sie als Wissenschaftler tun zum Arbeitsverhältnis mit der Uni, sondern es dient doch auch dem Vorantreiben der eigenen Reputation oder geht aus dem Forscher-Engagement hervor?

Es ging mir eigentlich nicht darum, einen direkten Vergleich zur Tätigkeit einer Erzieherin zu ziehen. Ich wollte darauf reagieren, dass Sie einen Artikel über das Voranbringen des Vorhabens der Verbesserung der KITA-Erziehung damit kommentieren, dass Uni-Angestellte zu wenig verdienen.
Ich sehe da keinen direkten Zusammenhang, bzw. erachte dies nicht als überzeugendes Argument gegen die Dringlichkeit des KITA-Vorhabens.

Die von der Einstein-Stiftung in diesem Jahr nicht ausgegebenen Gelder waren doch sicher nicht für künftige Gehaltserhöhungen der UNI-Angestellten vorgesehen?
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 5:34 Uhr
Immer noch keine Ahnung
Publikationen werden nicht honoriert, genausowenig wie das Begutachten von Publikationen. Die einzigen die daran verdienen sind Wegelagerer wie Springer, Elsevir, Cambridge University Press etc.

Natuerllich bin ich freiwillig Wissenschaftler (wie auch Erzieher freiwillig erzieher sing und Priester sich freiwillig dem Zoellibat aussetzen), wobei ich als Naturwissenschaftler sogar auch jederzeit in die Industrie wechseln koennte. Gluecklicherweise bin ich allerdings nicht in Deutschland taetig.

Ich hatte lediglich kommentiert, dass die Wissenschaftsfoerderung der falsche Topf zum sparen ist. Wenn dan kommentatoren wie @zardoz behaupten dass es sich doch sowieso bei die Wissenschaft nur um die Bereicherung irgendeiner Elite ginge, oder Leute wie Sie dann irgendwelche falschen Vorurteile ueber die Akademische Arbeit 'raushauen geht mir das gegen den Strich.

Wie sich gezeigt hat gibt es da eine starke Fehlinformation und gerinschaetzende Vorurteile ueber Akademiker in Forschung und Bildung im Allgemeinen. Der Grund wieso sich in Deutschland kaum gute Leute fuer den Bildungssektor gewinnen lassen, und Wissenschaftler die Lehre eher Stiefmuetterlich behandeln ist doch die Geringschaetzung dieser Arbeit durch die Allgemeinheit, und nicht die miese Bezahlung.
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.11.2009 20:46 Uhr
Da ist @jet bei mir am richtigen, (19:28)
denn er müsste wissen, welche Geringschätzung naturwissenschaftlichen Dissertationen, NICHT den Examina, gegenüber ich aufbringe.
Dies umsomehr, als in den Naturwissenschaften der Arbeitsaufwand für die Lehre, sagen wir mal vorsichtig, in Grenzen hält (was übrigens in der Schule nicht anders ist).
DA hat natürlich bei einem Lehrdeputat ein Junior-Prof. 'ne Menge Zeit zum Forschen.
Möge jet doch einfach mal 'nen Kollegen Geisteswissenschaftler fragen (natürlich kennt er keinen), was der so an Aufwand für die Lehre hat.
Wenn er dann allerdings bei dem die gleichen Töne spukt,
könnte es durchaus sein, dass er dann nicht mit heiler Haut aus dem Laden kommen...
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 5:13 Uhr
Im Gerensatz...
...zu den Geisteswissenschaftlern, die die "Forschungsgelder" mit irgendwelchen Literaturarbeiten vergeuden, betreiben wir handfeste Forschung, die das Wissen der Menscheit erweitert. Wenn einige Professoren sich mit geringschaetzung ueber die Lehre aufgeilen, dann liegt das daran, dass Lehre im Allgemeinen nicht hinreichend angesehen wird, und man halt keinen Preis fuer besonders gute Didaktik erhaelt -- und zusatzlich Professoren inzwischen eher Manager als wissenschaftler und Lehrer sind.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2009 10:37 Uhr
Na klar @jet (5:13)
von naturwissenschaftlichen One Trick Ponys erwartet man keine andere Reaktion. Ihr haltet Euch für den Nabel der Welt und wüsstet ohne die GEISTESWISSENSCHAFT!!! Mathematik nicht mal, dass 2+2=4 ist. Aber daran sind wir gewöhnt.
Unerträglich aber wird es,
wenn Ihr einen Gegenstand, von dem Ihr nichts versteht (und auch nicht müsst, ist ja nich EUER Job), mit so viel Ignoranz entgegentritt.
So erklärt sich dann aber auch die wirtschaftspolitische Dünnbrett-Bohrerei aus der Ecke,
die die Welt unter errechenbare Systeme zwingen will.

Auch ist es falsch,
dass sich in den Geisteswissenschaften jemand geringschätzig über Lehre "aufgeilt",
das kann man dann eher jet unterstellen, wenn er den Arbeisaufwand für Lehre in den Geisteswissenschaften "beurteilt".
Auch was jet über das Managertum der Profs schreibt, mag ja auf Naturwissenschaftler zutreffen,
bei den Geisteswissenschaften hatte und hat es nichts zu suchen...
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 13:04 Uhr
Differentialrechnung, Geometrie, Differentialgeometrie, Algebraische Topologie
...wurden von theoretischen Physikern entwickelt. Ich wuerde Mathematik auch nicht unbedingt als Geisteswissenschaft bezeichnen.
Auch sind, was Sie als "One Trick Ponys" bezeichnen sicherlich nicht unter den Spitzenwissenschaftlern zu finden. Wenn alle Naturwissenschaftler Duenbrettbohrer sind, werden Sie mir auch erklaeren koennen wieso meine Komilitonen und Ich uns bei den Philosophen, Politologen und Wirtschaftswissenschaftlern im Nebenfach zur Erheiterung 'reingesetzt haben, und auch wieso wir dann Mathematik, Informatik und unser Fach in Theorie und Experiment beherrschen.

Sie unterstellen mir immer Dinge... Ich habe mich ueberhaupt nicht ueber die Lehre der Geisteswissenschaftler ausgelassen. Da ja deren Forschung eher rein akademischer natur ist werden sie sicherlich etwas sinvolles in der Lehre tun. Das Managertum der Professoren in Naturwissenschaften ist uebrigens keine Charakterschwaeche, sondern ein Systemfehler. Wenn Sie eine Forschungsgruppe mit 1 mio. Umsatz im Jahr leiten muessen, dann bleibt dank Bewerbunden, Ausschreibungen, Evaluationen etc. nicht mehr viel Zeit uebrig. Deshalb fordere ich immer schon mehr, schlankere Professuren.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2009 14:25 Uhr
Aha @jet (13:04)
Descartes und Leibniz waren also Physiker,
aber gut,
es gab auch einen Zugang dazu von Physikern wie Newton.
Aber zunächst müssen wir mal abklären, was die Aufgaben eines eines Geistes- und was die eines Naturwissenschaftlers sind:

Das Wesen der Geisteswissenschaft ist es, Setzungen zu schaffen,
während der Naturwissenschaftler Setzungen anwenden soll. (ich weiß, das ist nicht durchgänging richtig, aber "hinreichend").
Auch darf jet unter One Trick Pony durchaus die (ja notwendige) Spezialisierung der Naturwissenschaftler verstehen. So gibt es unter Naturwissenschaftlern massenweise "Fachidioten", deren Anzahl unter Geisteswissenschaftlern eher begrenzt ist.

"Was das Managertum" bei den Naturwissenschaftlern stimme ich jet gerne zu, dass ihnen das nur aufgezwungen ist.

Und das das jetzige Uni-System eine Katastrophe ist, dürfte unter uns NICHT strittig sein...
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 16:30 Uhr
Das Wesen der Naturwissenschaften...
ist es die naturgegebene Welt mit vorhersagekraeftigen Modellen zu beschreiben. Das Wesen der Geisteswissenschaften ist es Gedankengaenge zu diskutieren.

Ich habe schon viele Fachidioden in meinem Fach kennen gelernt, aber die sind meist nicht unter den Spitzenwissenschaftlern zu finden. Auch ist es so dass mit Ausnahme sehr weniger Spitzenleute (die sich keine Sorgen um ihren Job machen muessen) insbesondere breiter aufgestelltere Leute mit gesundem Menschenverstand die Nase voll haben und sich nach Jobs mit besseren Perspektiven umschauen. Da bleiben verstaerkt Leute uebrig deren Horizont an der Schreibtischkante aufhoert. Dies hat allerdings nichts mit dem Fach zu tun, sondern mit den akademischen Arbeitsbedingungen und den Jobalternativen.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2009 17:36 Uhr
Könnte @jet (14:10)
das Thema Kindswohl vielleicht ausnahmweise mal NICHT unter die Verwertungkriterien der Wirtschaft stellen?
Kindererziehung ist NICHT dazu da,
die Ausbeutung der Arbeitskraft zu universalisieren,
es ist aber nützlich, wenn man Beruf und Betreunung vereinbaren kann.
Eine spätnachmittahliche/abendliche Betreuung von Kindern halte ich nur in weniger Ausnahmefällen für akzeptabel und ist keinesfalls zum Regelangebot zu machen...
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 13:13 Uhr
P.S.
Ich habe nie behauptet dass die quantitative Makrooekonomie eine besonders tiefgehende theoretische Wissenschaft sei. Wenn ich mir deren primitive Modelle angucke wundere ich mich wofuer die bezahlt werden.

Auch habe ich mich nie negativ ueber die Lehre geauessert. Forschung und Lehre sind eine Einheit, und nur wer sein Fach genug versteht und hinterfragt um zu forschen und davon hinreichend begeistert ist ist auch ein guter Lehrer. Und wenn mir jemand sagt er sei von etwas begeistert, kann/moechte es aber anderen nicht erklaeren, dann hoert sich das zweifelhaft an.
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2009 10:49 Uhr
Das ist nicht richtig @jet (5:18)
denn er schrieb "...(und damit arbeitsintensiver)..." und erklärt damit, dass der außerschulische Aufwand der Lehrer unter 8 Wochenstundentunden liegt und das trifft ausschließlich auf die (inzwischen nicht mehr zulässige) Fächerkombination Sport/Geographie zu..
Auch wäre es ein Traum,
wenn man zum 20, Mal den "Faust" durchnehmen könnte,
tatsächlich erfordert die (an dieser Stelle vielleicht nicht zu diskutierende) allgemeine Verblödung und der Verlust an Konzentrationsfähigkeit, dass SÄMTLICHE Stoffe, JEDES Jahr didaktisch völlig neu aufgebaut werden müssen.
Das geht den Hauptschullehrer nicht anders als denen an Gymnasien.
Zusätzlich erfordern die Umstellungen, die sich aus "G8" ergeben, dramatische Veränderungen.
Haltet Euch Naturwissenschaftler für die Größten,
aber kommt nicht auf die Idee, Ihr wäret die einzigen Menschen, die arbeiten würden,
ja es überhaupt nur könnten...
Comment
von dali dali ist gerade online | 12.11.2009 14:00 Uhr
Problematisch @hva
einerseits ist das schon heute möglich,
indem man sein Kind in die Tagespflege statt in eine Krippe/Kita gibt,
andererseits frage ich mich dann schon, wann Kind und Eltern dann noch Zeit miteinander verbringen (können).
Ich verstehe natürlich die Notwendigkeiten, die sich heute z.B. schon im Handel Normalität sind.
Aber da sollte man vielleicht eher über eine Umgestaltung der Sozialsysteme nachdenken, als dass man es erleichtert,
sich den Gegebenheiten von Dumpinglohn und Arbeitszwang durch die ARGE anzupassen...
Comment
von kugelblitz kugelblitz ist gerade offline | 11.11.2009 18:54 Uhr
Eine Stechuhr für den Regierenden Bürgermeister
Vorweg: Es ist gut, dass die Kitas mehr Geld bekommen - darüber besteht keine Frage. Bildung beginnt in der vorschulischen Ausbildung und ich verstehe als Gymnasiallehrer eigentlich nicht, warum die Kollegen desto weniger Geld verdienen, desto jünger die Kinder sind. Natürlich sehe ich meine Arbeit als gerechtfertigt bezahlt an, aber ein Grundschullehrer und eine Kita-Erzieherin machen ebenso wichtige Arbeit. So viel zu den Kommentaren zum Verdienst und Gehalt zuvor.
Nun zum Artikel: Wenn in der Finanzverwaltung Stechuhren eingeführt werden sollten, dann gibt es doch bestimmt ein Warenmuster - das dürfen wir Wowereit ins Büro hängen. Dieser Mann taugt mit seinem Senat nicht die Bohne.
Wichtig: Diese Entscheidung wurde durch einen drohenden Kita-Volksentscheid von den Eltern erzwungen - vielleicht kann man auch erpreßt sagen, weil der Senat vor einer Schlappe Angst hatte. Eigene Initiativen sind bisher ausgeblieben und wenn Wowereit und Co das jetzt als Sieg verkaufen wollen, ist das bloßer Etikettenschwindel.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 11.11.2009 20:00 Uhr
Der Grund...
...wieso die Lehrer weniger verdienen je juenger die Kinder sind ist die (angebliche) fachliche Qualifikation der Lehrer. Auch sind Kindergaerten und Grundschulen betreuungsintensiver (und damit arbeitsintensiver) als Gymnasien.

Dank dieses Systems laesst sich kaum ein schlauer Mensch bewegen im Kindergarten zu betreuen, oder in der Grunschule zu unterrichten, und die Kinder bekommen fuer 10 Jahre "Mathe war mir damals auch schon viel zu schwer" eingetrichtert bevor sie ins Gymnasium kommen.

Im Idealfall muesste sich da sowohl bei der Bezahlung und bei der Ausbildung 'was aendern.
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.11.2009 20:53 Uhr
Etwas praxisfern, gell @jet... (20:00)
jet scheint keinen blassen Schimmer davon zu haben,
was für ein Arbeitsaufwand, egal ob auf Gymnasium oder Hauptschule, ein Lehrer mit der Kombination Deutsch/Fremdsprache hat. Natürlich sieht's auch da bei den "smarten" Mathe/Geograpfie oder Physik/Chemie-Freds aus.
Keine Vorbereitung, kaum Korrekturaufwand,
da kommt man dann schnell zu merkwürdigen Einschätzungen.

Allerdings sind wir uns einig,
dass die gesamte Didaktik und die Curricula völlig umgestellt werden müssen, wenn wir wieder "Schüler" haben wollen...
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 5:18 Uhr
Ich hatte...
... mich garnicht zum Arbeitsaufwand in Deutsch/Fremdsprachen geaeussert, anscheinend will Dali da nur 'rumstaenkern.
Aber um ehrlich zu sein ist der Vorbereitungsaufwand um zum 20. Mal Faust zu analysieren nicht sonderlich hoch. Die Naturwissenschaftler muessen z.B. Versuche vorbereiten und neue Anschauungsversuche (entsprechend dem technologischen Vortschritt) entwickeln, jedes Jahr neue Aufgaben und Arbeiten erarbeiten, und auch korrigieren.

Staenkern wir also lieber gemeinsam ueber die Sportlehrer.
Comment
von struebchen struebchen ist gerade offline | 12.11.2009 9:51 Uhr
Und darum wird ab nächstem Halbjahr...
...der naturwissenschaftliche Unterricht auf die Hälfte Unterrichtseinheiten gekürzt. Bio, Physik und Chemie sollen nur noch eine Wochenstunde in den staatlichen Schulen unterrichtet werden. Ansage vom 31. August 09, ganz klasse Herr Zöllner.
Comment
von hvandrich hvandrich ist gerade offline | 12.11.2009 10:05 Uhr
Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Standortvorteil
Hierbei handelt es sich um eine Investition in Familien und Kinder. Das Ziel der Berliner Kinderbetreuung muss es jedoch sein, dass man Beruf und Familie miteinander vereinbaren kann. Das fängt bereits dabei an, dass man Kinder nicht schon um 16:00h abholen muss, sondern ein nachfrageorientiertes Betreuungssystem entwickelt wird. Kindern werden dann erst um 18:30h abgeholt, nach Feierabend. Das wäre, wenn es entsprechend deutschlandweit kommuniziert wird, dann auch ein Standortvorteil Berlins, der es für Firmen interessant macht, sich in Berlin neu anzusiedeln. In der Folge könnte Berlin auch neue Steuereinahmen verbuchen, somit eine lohnende Investition für mich, für uns, für alle!
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 12.11.2009 14:10 Uhr
Das stimmt...
...allerdings ist es eher ein Standortvorteil wenn es Probleme gibt gering- und mittelverdienende Arbeitnehmer zu gewinnen. Besserverdiener koennen sich sowieso private Dienste leisten. In Berlin gibt es allerdings eher einen Mangel an wirtschaftlicher Aktivitaet und an Arbeitgebern. Jene liessen sich z.B. durch Investitionen in die Wissenschaften gewinnen.

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