Die Verbesserung der Kita-Betreuung in Berlin soll in den nächsten beiden Jahren nicht über neue Schulden finanziert werden. Der Senat kratzt in allen Ressorts die 84 Millionen Euro zusammen.
Die Verbesserung der Kita-Betreuung in Berlin wird nicht über neue Schulden finanziert. Der Senat einigte sich am Dienstag auf Kürzungen in allen Bereichen der Verwaltung. In den Jahren 2010/11 werden insgesamt 84 Millionen Euro gespart, die den Kindertagesstätten zugutekommen. Den größten Beitrag dazu leistet die neue Einstein-Stiftung. Sie darf 33 von 70 Millionen Euro, die bisher nicht für Forschungsprojekte ausgegeben oder festgelegt wurden, nicht von 2008/09 auf das nächste Jahr übertragen.
Damit ist das „Sparschwein“ des Bildungssenators Jürgen Zöllner (SPD) geschlachtet. Denn die Stiftung wurde verspätet gegründet und hat erst im Sommer begonnen, Fördermittel zu verplanen. Deshalb blieb viel Geld übrig. Es bleibt aber dabei, dass die Spitzenwissenschaft in Berlin in den nächsten zwei Haushaltsjahren mit jeweils 40 Millionen Euro bezuschusst wird. „Das heißt, die Qualität der Einstein-Stiftung wird nicht beschädigt“, sagte Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos). Zöllner hat sich damit nun abgefunden. Er hat zwar koalitionsintern signalisiert, dass die Arbeitsfähigkeit der Stiftung für seine Weiterarbeit im Senat von zentraler Bedeutung sei. Andererseits soll Zöllner die 33 Millionen Euro jetzt von sich aus angeboten haben.
Auch die Hauptstadtkampagne „Be Berlin“ muss Federn lassen. Von den 10 Millionen Euro, die bis Ende 2011 eingeplant waren, werden 1,5 Millionen Euro gekürzt. Der für diese Berlinwerbung zuständige Senatssprecher Richard Meng sprach von einer „harten Entscheidung“. Weitere Gelder werden frei, weil sich der Ausbau des Olympiaparks, der neue zentrale Standort für die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in der Chausseestraße und die Vorbereitungen für die ICC-Sanierung verzögern. Diese nicht abgeflossenen Investitionsmittel wandern jetzt also in den Kita-Topf. Auch bei der Sanierung des Krankenhauses Havelhöhe wird vorerst gespart.
Als eigenen Sparbeitrag stoppt Nußbaum die geplante Zeiterfassung („Stechuhren“) in der Finanzverwaltung; ein Lieblingsprojekt des Vorgängers Thilo Sarrazin (SPD). „Es macht keinen Sinn, in einer Behörde ein isoliertes System zu entwickeln“, begründete der Senator die Entscheidung. Er verschiebt zudem die Einstellung von Personal. Auf der Sparliste stehen auch: die Beseitigung von Bodenverunreinigungen, Gewässergüte-Projekte, Zuschüsse an die Wasserbetriebe, die Gerichtskosten, die Entschädigung von Alteigentümern, das öffentliche Gebäudemanagement und die Wohnungsbauförderung des Senats.
Nach der Bildungsbehörde leisteten die Verwaltung für Stadtentwicklung mit 17 Millionen Euro und die Wirtschaftsverwaltung mit 10,5 Millionen Euro die größten Sparbeiträge. Insgesamt kommen die notwendigen 84 Millionen Euro aus allen Ressorts zusammen. Auch für die 30 Millionen Euro, die der Bund ab 2010 weniger für die Kosten der Unterkunft (Hartz-IV-Empfänger) zahlt, fand sich per Zufall noch eine passende Ersatzquelle: Die bundesweite Steuerschätzung sagte für Berlin jährlich etwa 30 Millionen Euro höhere Steuereinnahmen voraus.
Ulrich Zawatka-gerlach
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.11.2009)
Kommentare [ 33 ] Kommentar hinzufügen »
Berggeist
(Außer uns Ratschläge zu geben das wir keine Kondome benutzen sollen.)
Aber bei WIssenschaft und Kunst sparen. Ja ja.
Vieleicht ist Berlin dann ja in ca. 5 Jahren mit seinem naechten "Insolvenzantrag" beim Bund erfolgreich.
Der Senat hat hier Gelder zusammengesucht, die an anderer Stelle nicht soviel Nutzen bringen, wie in der Verbesserung der Kita-Ausstattung. Das Bildung der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme ist wissen sehr viele, nur an Ihnen ist es vorbeigegangen. Die Finanzierung nicht über neue Schulden vorzunehmen ist gut, wir müssen für die schwarz/gelben Utopien in den nächsten Jahrzehnten schon genug Zinsen zahlen.
Auch ist es kaum so dass deutsche Wissenschaftler besonders reichhaltige Forschungsbudgets haetten. Der einzig korrekte Kritikpunkt waere, dass der Senat lieber anstatt mit "Elite" beworbenen Sonderfoerderungen lieber mehr regulaere Professuren einrichten sollte.
Aber schimpfen Sie ruhig weiter, denn wir wissan ja dass ein Bauern- und Arbeiterstaat keine Forschung und hoehere Bildung braucht.
aber das jetzige System mit Juniorprof ist schlicht und einfach Schrott, denn es beute den Beschäftigten (wie es jet ja beschreibt) total aus und gaukelt im auch noch vor,
er hätte irgendwann die Chance, eine ordentliche Prof.-Stelle zu bekommen.
Auch heute läuft da ohne Habilitation nix.
Wie soll aber jemand habilitieren, wenn er mit der Lehre schon eine solche Arbeistbelastung hat.
Die ganze "Excellenz"-Ka.. gehört auf den Misthaufen,
dafür brauchen wir nicht einen Euro.
Allerdings sind die Denkfehler, die da gemacht wurden und werden, eben KEIN "Arbeiter und Bauern"-Handeln,
sondern zutieft konservativ restaurative.
Dass sich dem auch oft sozialdemokratische (und Linke) Politiker dran vergehen,
liegt daran, das das System so herrlich "kostengünstig und effizient" ist.
Es sieht aus, als würd man etwas für "Bildung" tun,
erledigt aber das, was Arbeitgeber am liebsten tun,
er quetscht die Beschäftigten aus...
Ich denke allerdings kaum dass der Exzellenzkram eine konservative Idee ist. Denn konservativ bedeutet die deutsche unabhaengige Professur mit einem Harem von Mitarbeitern. Es ist eher eine Idee von einigen Rochschulrektoren (i.e. '68 er) sich international profilieren zu wollen, die natuerlich von fachfremden Politikern und der Oeffentlichkeit aufgegriffen wurde. Ich hatte nie behauptet das dieser Schwachsinn auf das neosozialistische Spektrum zurueck zu fuehren sei.
wo allerdings die Damen und Herren Profs, hier nun tatsächlich zum großen Teil 68er, so spinnefeind untereinander sind (was auch schon seit 40 Jahren so war), dass sie dann davon überrollt wurden.
Seit sich dann die "evaluierten" Arbeitsbedingungen (die ja auch vorher HIER nicht rosig waren) noch mehr verschlechtert haben,
ist mir dann der Spaß an meinem "Hobby" endgültig vergangen...
60 Stunden die Woche sind irgendwie nicht glaubhaft, da die Universitäten ja zwei sehr lange Semesterpausen haben.
Garantiert werden, dass nun aus mehr Kindern ein kleiner Einstein wird wegen der verbesserten Frühpädagogik kann natürlich nicht. Aber es gibt viele Argumente, die dafür sprechen und sogar vom gesunden Menschenverstand ohne wissenschaftliche Evalution nachvollziehbar sind.
Und nicht zuletzt ist die personelle KITA-Aufstockung auch eine Erleichterung für das dortige beschäftigte Personal, welches für eine sehr komplexe Allround-Tätigkeit lediglich im Durchschnitt 1000 - 1300 netto bekommt.
Insbesondere die Vorbereitungszeit für anspruchsvolle Lernpädagogik kam bisher extrem zu kurz - bisher in Berlin veranschlagt mit 0 Stunden.
in dem, was areia "Geisteswissenschaften" nennen würde, ist die benannte Arbeisbelastung sicher nicht übertrieben.
Denn neben dem "Lehrdeputat" ist es angesichts der Seminargrößen und kaum noch vorhandener Tutorien notwendig, z.B. Teilseminare zu veranstalten.
Zu den "normalen" Sprechstunden" kommen dann noch die, in denen die Seminararbeiten der Gruppen odeer Einzelstudenten begleitet werden müssen. Dies ist übrigens von der Belastung her sogar eine Hauptarbeit.
Zu den dann noch notwendigen Korrekturen bzw. Beurteilungen (wohlgemerkt Arbeiten zwischen 10 und 50 Seiten) kommen dann noch aministrative Arbeiten und (notwendige!!!) Gremienarbeit.
Nicht zu vergessen ist.
Dass diese Leute, die dann 1.700.- haben bereits PROMOVIERT sind, somit bereits (bei zügigem Studium) ca 10 Jahre Ausbildung HINTER sich haben?
Und da stellt sich areia hin
und hält das für 'ne angemessene Bezahlung?
Ich selbst habe über Jahrzehte, allerdings nicht zum Gelderwerb, sondern als Hobby, "Lehraufträge" gemacht.
Das war noch "angemessener bezahlt" da bekommt man nämlich für's GANZE SEMESTER!!! 1.100.- für mindestens 15 Wochenstunden "reale" Arbeit. Das bedeutet,
ein Unidozent erhielt einen Stundenlohn von ca. 4,40.-€ (aktuelle Regelungen sind ähnlich).
Davon unabhängig ist natürlich auch die Bezahlung der erzieher unter jeder Sau,
nur,
wenn hier das eine arme Schweinchen dem anderen armen Scheinchen nicht mehr das Scharze unter den Spitzbeinen gönnt, bzw. den Hungerlohn des anderen für angemessen hält,
sollte man doch mal über die Entwicklungen unserer "solidarischen Gesellschaft" nachdenken
Wie Sie vermutlich auch nicht wissen arbeiten Wissenschaftler nicht um ein Lehrpensum abzuarbeiten, sondern um die wizzenschaft voranzubringen (bzw. die naechste befristete Stelle zu erlangen). Da gibt es keine Stechuhr, sonder was zaehlt sind Publikationen/Veroeffentlichungen. Feiertage, Urlaub etc. bedeuten lediglich das die Sekretaerinnen nicht da sind.
Also ich moechte nicht arrogant wirken, und ich habe allen Respekt fuer die Erziehungsarbeit, aber die Arbeit eines Wissenschaftlers ist nicht mit der einer Erzieherin zu vergleichen.
Natürlich weiß ich, dass es bei Uni-Angestellten nicht nur um den Lehrauftrag geht, sondern auch um die eigene Forschung. Wobei in der Regel hier doch nicht der Fokus sein sollte, sondern zumindest Lehre und Forschung im Gleichgewicht sein sollten, so wie es Dali beschrieb.
Außerdem werden die Publikationen und Veröffentlichungen doch sicher noch mal extra honoriert? Es zählt ja nicht alles, was Sie als Wissenschaftler tun zum Arbeitsverhältnis mit der Uni, sondern es dient doch auch dem Vorantreiben der eigenen Reputation oder geht aus dem Forscher-Engagement hervor?
Es ging mir eigentlich nicht darum, einen direkten Vergleich zur Tätigkeit einer Erzieherin zu ziehen. Ich wollte darauf reagieren, dass Sie einen Artikel über das Voranbringen des Vorhabens der Verbesserung der KITA-Erziehung damit kommentieren, dass Uni-Angestellte zu wenig verdienen.
Ich sehe da keinen direkten Zusammenhang, bzw. erachte dies nicht als überzeugendes Argument gegen die Dringlichkeit des KITA-Vorhabens.
Die von der Einstein-Stiftung in diesem Jahr nicht ausgegebenen Gelder waren doch sicher nicht für künftige Gehaltserhöhungen der UNI-Angestellten vorgesehen?
Natuerllich bin ich freiwillig Wissenschaftler (wie auch Erzieher freiwillig erzieher sing und Priester sich freiwillig dem Zoellibat aussetzen), wobei ich als Naturwissenschaftler sogar auch jederzeit in die Industrie wechseln koennte. Gluecklicherweise bin ich allerdings nicht in Deutschland taetig.
Ich hatte lediglich kommentiert, dass die Wissenschaftsfoerderung der falsche Topf zum sparen ist. Wenn dan kommentatoren wie @zardoz behaupten dass es sich doch sowieso bei die Wissenschaft nur um die Bereicherung irgendeiner Elite ginge, oder Leute wie Sie dann irgendwelche falschen Vorurteile ueber die Akademische Arbeit 'raushauen geht mir das gegen den Strich.
Wie sich gezeigt hat gibt es da eine starke Fehlinformation und gerinschaetzende Vorurteile ueber Akademiker in Forschung und Bildung im Allgemeinen. Der Grund wieso sich in Deutschland kaum gute Leute fuer den Bildungssektor gewinnen lassen, und Wissenschaftler die Lehre eher Stiefmuetterlich behandeln ist doch die Geringschaetzung dieser Arbeit durch die Allgemeinheit, und nicht die miese Bezahlung.
Dies umsomehr, als in den Naturwissenschaften der Arbeitsaufwand für die Lehre, sagen wir mal vorsichtig, in Grenzen hält (was übrigens in der Schule nicht anders ist).
DA hat natürlich bei einem Lehrdeputat ein Junior-Prof. 'ne Menge Zeit zum Forschen.
Möge jet doch einfach mal 'nen Kollegen Geisteswissenschaftler fragen (natürlich kennt er keinen), was der so an Aufwand für die Lehre hat.
Wenn er dann allerdings bei dem die gleichen Töne spukt,
könnte es durchaus sein, dass er dann nicht mit heiler Haut aus dem Laden kommen...
Unerträglich aber wird es,
wenn Ihr einen Gegenstand, von dem Ihr nichts versteht (und auch nicht müsst, ist ja nich EUER Job), mit so viel Ignoranz entgegentritt.
So erklärt sich dann aber auch die wirtschaftspolitische Dünnbrett-Bohrerei aus der Ecke,
die die Welt unter errechenbare Systeme zwingen will.
Auch ist es falsch,
dass sich in den Geisteswissenschaften jemand geringschätzig über Lehre "aufgeilt",
das kann man dann eher jet unterstellen, wenn er den Arbeisaufwand für Lehre in den Geisteswissenschaften "beurteilt".
Auch was jet über das Managertum der Profs schreibt, mag ja auf Naturwissenschaftler zutreffen,
bei den Geisteswissenschaften hatte und hat es nichts zu suchen...
Auch sind, was Sie als "One Trick Ponys" bezeichnen sicherlich nicht unter den Spitzenwissenschaftlern zu finden. Wenn alle Naturwissenschaftler Duenbrettbohrer sind, werden Sie mir auch erklaeren koennen wieso meine Komilitonen und Ich uns bei den Philosophen, Politologen und Wirtschaftswissenschaftlern im Nebenfach zur Erheiterung 'reingesetzt haben, und auch wieso wir dann Mathematik, Informatik und unser Fach in Theorie und Experiment beherrschen.
Sie unterstellen mir immer Dinge... Ich habe mich ueberhaupt nicht ueber die Lehre der Geisteswissenschaftler ausgelassen. Da ja deren Forschung eher rein akademischer natur ist werden sie sicherlich etwas sinvolles in der Lehre tun. Das Managertum der Professoren in Naturwissenschaften ist uebrigens keine Charakterschwaeche, sondern ein Systemfehler. Wenn Sie eine Forschungsgruppe mit 1 mio. Umsatz im Jahr leiten muessen, dann bleibt dank Bewerbunden, Ausschreibungen, Evaluationen etc. nicht mehr viel Zeit uebrig. Deshalb fordere ich immer schon mehr, schlankere Professuren.
aber gut,
es gab auch einen Zugang dazu von Physikern wie Newton.
Aber zunächst müssen wir mal abklären, was die Aufgaben eines eines Geistes- und was die eines Naturwissenschaftlers sind:
Das Wesen der Geisteswissenschaft ist es, Setzungen zu schaffen,
während der Naturwissenschaftler Setzungen anwenden soll. (ich weiß, das ist nicht durchgänging richtig, aber "hinreichend").
Auch darf jet unter One Trick Pony durchaus die (ja notwendige) Spezialisierung der Naturwissenschaftler verstehen. So gibt es unter Naturwissenschaftlern massenweise "Fachidioten", deren Anzahl unter Geisteswissenschaftlern eher begrenzt ist.
"Was das Managertum" bei den Naturwissenschaftlern stimme ich jet gerne zu, dass ihnen das nur aufgezwungen ist.
Und das das jetzige Uni-System eine Katastrophe ist, dürfte unter uns NICHT strittig sein...
Ich habe schon viele Fachidioden in meinem Fach kennen gelernt, aber die sind meist nicht unter den Spitzenwissenschaftlern zu finden. Auch ist es so dass mit Ausnahme sehr weniger Spitzenleute (die sich keine Sorgen um ihren Job machen muessen) insbesondere breiter aufgestelltere Leute mit gesundem Menschenverstand die Nase voll haben und sich nach Jobs mit besseren Perspektiven umschauen. Da bleiben verstaerkt Leute uebrig deren Horizont an der Schreibtischkante aufhoert. Dies hat allerdings nichts mit dem Fach zu tun, sondern mit den akademischen Arbeitsbedingungen und den Jobalternativen.
Kindererziehung ist NICHT dazu da,
die Ausbeutung der Arbeitskraft zu universalisieren,
es ist aber nützlich, wenn man Beruf und Betreunung vereinbaren kann.
Eine spätnachmittahliche/abendliche Betreuung von Kindern halte ich nur in weniger Ausnahmefällen für akzeptabel und ist keinesfalls zum Regelangebot zu machen...
Auch habe ich mich nie negativ ueber die Lehre geauessert. Forschung und Lehre sind eine Einheit, und nur wer sein Fach genug versteht und hinterfragt um zu forschen und davon hinreichend begeistert ist ist auch ein guter Lehrer. Und wenn mir jemand sagt er sei von etwas begeistert, kann/moechte es aber anderen nicht erklaeren, dann hoert sich das zweifelhaft an.
Auch wäre es ein Traum,
wenn man zum 20, Mal den "Faust" durchnehmen könnte,
tatsächlich erfordert die (an dieser Stelle vielleicht nicht zu diskutierende) allgemeine Verblödung und der Verlust an Konzentrationsfähigkeit, dass SÄMTLICHE Stoffe, JEDES Jahr didaktisch völlig neu aufgebaut werden müssen.
Das geht den Hauptschullehrer nicht anders als denen an Gymnasien.
Zusätzlich erfordern die Umstellungen, die sich aus "G8" ergeben, dramatische Veränderungen.
Haltet Euch Naturwissenschaftler für die Größten,
aber kommt nicht auf die Idee, Ihr wäret die einzigen Menschen, die arbeiten würden,
ja es überhaupt nur könnten...
indem man sein Kind in die Tagespflege statt in eine Krippe/Kita gibt,
andererseits frage ich mich dann schon, wann Kind und Eltern dann noch Zeit miteinander verbringen (können).
Ich verstehe natürlich die Notwendigkeiten, die sich heute z.B. schon im Handel Normalität sind.
Aber da sollte man vielleicht eher über eine Umgestaltung der Sozialsysteme nachdenken, als dass man es erleichtert,
sich den Gegebenheiten von Dumpinglohn und Arbeitszwang durch die ARGE anzupassen...
Nun zum Artikel: Wenn in der Finanzverwaltung Stechuhren eingeführt werden sollten, dann gibt es doch bestimmt ein Warenmuster - das dürfen wir Wowereit ins Büro hängen. Dieser Mann taugt mit seinem Senat nicht die Bohne.
Wichtig: Diese Entscheidung wurde durch einen drohenden Kita-Volksentscheid von den Eltern erzwungen - vielleicht kann man auch erpreßt sagen, weil der Senat vor einer Schlappe Angst hatte. Eigene Initiativen sind bisher ausgeblieben und wenn Wowereit und Co das jetzt als Sieg verkaufen wollen, ist das bloßer Etikettenschwindel.
Dank dieses Systems laesst sich kaum ein schlauer Mensch bewegen im Kindergarten zu betreuen, oder in der Grunschule zu unterrichten, und die Kinder bekommen fuer 10 Jahre "Mathe war mir damals auch schon viel zu schwer" eingetrichtert bevor sie ins Gymnasium kommen.
Im Idealfall muesste sich da sowohl bei der Bezahlung und bei der Ausbildung 'was aendern.
was für ein Arbeitsaufwand, egal ob auf Gymnasium oder Hauptschule, ein Lehrer mit der Kombination Deutsch/Fremdsprache hat. Natürlich sieht's auch da bei den "smarten" Mathe/Geograpfie oder Physik/Chemie-Freds aus.
Keine Vorbereitung, kaum Korrekturaufwand,
da kommt man dann schnell zu merkwürdigen Einschätzungen.
Allerdings sind wir uns einig,
dass die gesamte Didaktik und die Curricula völlig umgestellt werden müssen, wenn wir wieder "Schüler" haben wollen...
Aber um ehrlich zu sein ist der Vorbereitungsaufwand um zum 20. Mal Faust zu analysieren nicht sonderlich hoch. Die Naturwissenschaftler muessen z.B. Versuche vorbereiten und neue Anschauungsversuche (entsprechend dem technologischen Vortschritt) entwickeln, jedes Jahr neue Aufgaben und Arbeiten erarbeiten, und auch korrigieren.
Staenkern wir also lieber gemeinsam ueber die Sportlehrer.