Die Bürger haben entschieden, und die Politik schickt sich an, dem Bürgerwillen Rechnung zu tragen. Nicht mehr als 24 Meter werden die Bauten am Osthafen in Zukunft in die Höhe ragen. Das hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Dienstag beschlossen.
Die Pläne für den Bau eines Hochhauses an der Stralauer Allee Ecke Elsenbrücke sind endgültig vom Tisch. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat eine Änderung des Bebauungsplan-Entwurfs beschlossen für das Grundstück, das Teil des umstrittenen Baugebiets „Mediaspree“ ist. Dies teilte Bezirksbürgermeister Franz Schulz gestern mit und sagte: „Mit dem geänderten B-Plan haben wir auch an dieser Stelle erfolgreich für die Ziele des Bürgerentscheids gekämpft.“
Der Bürgerentscheid hatte eine Veränderung der Baupläne für die an den Ufern von Kreuzberg und Friedrichshain gelegenen Grundstücken gefordert und dabei insbesondere einen breiteren für die Bürger frei zugänglichen Uferweg verlangt. Der geplante rund 90 Meter hohe Neubau an der Elsenbrücke war zu einem Symbol für den Widerstand in der Bürgerinitiative geworden. Nun ist nur die Errichtung eines 24 Meter hohen Gebäudes auf diesem Grundstück möglich, das sich damit in seiner Höhe und seiner Maßstäblichkeit an die bestehenden Bauten am Friedrichshainer Ufer anpasst.
Bei der Behala, einer Tochtergesellschaft des Landes, wusste Geschäftsführer Peter Stäblein nichts von dem Bezirksamtsbeschluss. „Wenn der Bebauungsplan in diesem wesentlichen Punkt verändert wurde, dann muss man über die Kosten für unsere Planungen sprechen“, sagte er. Beim Bezirk fürchtet man keine Schadensersatzklagen, weil der ursprüngliche Bebauungsplan nur ein Entwurf war und frühzeitig gestoppt wurde.
Die Behala wollte laut Stäblein nicht selbst bauen, sondern das Grundstück mit Baugenehmigung an einen Investor verkaufen. Der veränderte Bebauungsplan kostete das Unternehmen dennoch viel Geld: Der Wert von Bauland hängt von der möglichen Baudichte ab, die bei veränderten Plänen erheblich sinkt.
Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung heißt es: „Wir haben nichts gegen die Umplanung des Bezirks“, so Sprecherin Manuela Damianakis. Die Verwaltung habe ein Signal von Wirtschaftssenator Harald Wolf bekommen, wonach das Interesse eines Investors an dem Bau eines Hochhauses an dieser Stelle nicht kurzfristig zum Abschluss eines Kaufvertrages führen werde. Deshalb habe auch Wirtschaftssenator Harald Wolf, der im Aufsichtsrat der Behala deren Geschäfte kontrolliert, seine Zustimmung zu der geringen Grundstücksausnutzung gegeben.
Das Behala-Areal zählt zu den letzten bisher noch nicht verkauften Bauflächen an den Friedrichshainer Ufern der Spree. Gelegen zwischen Elsenbrücke und Strahlauer Allee ist es nicht nur von der Spree, sondern auch vom Verkehr umspült. Ein Verkauf dürfte auch deshalb nicht einfach sein, weil der Senat eine Verlängerung der Autobahn A 100 bis zur Elsenbrücke plant – was das Verkehrsaufkommen noch erhöhen könnte.
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Sei Berlin - sei arm!
Endlich hat mal ein Bezirk den Mut, diesem kleinbürgerlichen Metropolen-Gejaule alter West-Berliner Provenienz eine Absage zu erteilen. Gut so!
Es gibt Dinge die sind wirtschaftlich notwendig, andere sind es nicht, manchmal sind die Politiker vernünftiger, ab und an der "gemeine" Bürger...
Das was hier beschlossen wurde ist doch ein Stück wirklich gelebter Demokratie.
Städtebauliche Veränderungen einseitig mit Wirtschaftsinteressen zu koppeln hätte schon manch schöner Stadt das wunderbare Antlitz geraubt... Gut, gut ich will zugeben, dass das in diesem Fall so oder so nicht zutreffend ist.
Gruß,
A.Lindblom
Hauptsache alles bleibt so "knorke" und "dufte" wie es in der "guten alten Zeit" der Hausbesetzer war. Deren wilde Schopf ist zwar meist einer Halbglatze gewichen, aber im Nacken baumelt das schüttere Haar immer noch im Pferdeschwanz. Be reaktionär, be nostalgisch, be berlin.
Was haben denn in Ihren Augen die Zugezogenen aus dem Südwesten mit der Sache zu tun? Soweit ich dem Text entnehme kann ich da nichts dergleichen rauslesen, ebensoviel oder wenig wie da zugezogene Sachsen, Hessen oder Ostfriesen Erwähnung finden.
Oder suchen Sie bloß einen Grund einfach mal auf diese Gruppe schießen zu können?
Ohne die seit den 1860ern bis heute Zugezogenen hätte Berlin wahrscheinlich immer noch 300000 Einwohner, also Bielefeld-Niveau ;-)
;-)
Das hört sich irgendwie nach Fortschritt an, wenn die Politik den Bürgerwillen in Einzelfragen umsetzt.
In Wahrheit ist es ein Rückschritt, denn die Politiker sind gewählt worden, um zu führen, um den Bürgern dann auch Argumente aufzuzeigen, die eine evtl. Bürgermehrheit evtl. nicht bedacht hat.
Zur Umsetzung des Wählerwillens bedarf es ansonsten lediglich einer Schar Beamte
Das einzig wichtige ist doch der Zugang zum Spreeufer. Wie hoch gebaut wird ist doch wirklich egal.
Mußte gerade an die londoner Dock-Lands und die hamburger Hafen-City denken. Wieder eine Chance vertan Berlin.....Stadtschloss wird kaputt geredet, ICC abgerissen, SXF bleibt was es immer war, ein Provinzflughafen, dank einiger TSD Anwohner, TH und TXL sind oder werden geschlossen, aber in Siemensstadt ziehen Call-Center ein.....
aber Hauptsache, unsere lieben Kreuzberger bekommen tägl. vom Steuerzahler ihren Kasten Bier als Deputat, ist ja ein Menschenrecht in KB
Das ist schlichtweg diffamierend und hat mit einer sachlichen Auseinadersetzung gar nichts zu tun. Wie auch der gesamte Rest Ihres Kommentars!
Ich bin jetzt nicht der wirklich große Freund der Initiative "Media-Spree versenken" gewesen, aber so einfach wie Sie kann man es sich auch nicht machen.
Wie hoch ist die Stützeempfänger-Quote in diesem City-Bezirk?
Wenn wir uns mal die Steuererklärungen von diesen 30500 ansehen, was glauben Sie was ganz unten steht, da bei zu versteuertem Einkommen? Klar, so ein paar wohlhabende vom Landwehrkanal-Biotop gibt es dabei auch, die tragen Kaschmir und schlürfen Barollo und träumen von den guten alten Zeiten....
Klar habe ich etwas übertrieben, macht einfach gelegentlich Spass, in ein Wespennest zu stechen -:)
Mich ärgert einfach diese ekelhafte Bigoterie dieser Falschlinken. Freie Uferstreifen? Überall haben dort Geschäftemacher das Ufer abgesperrt, mit ihren ja ach so alternativen Geschäften (Bars), warum muß ich im Bereich der Arena einen großen Bogen um die Spree machen? Bei den Großkapitalisten, der Allianz gleich nebenan, ist alles geöffnet! So was gibt es am charlottenburger und moabiter Spreeufer nicht, da kann ich durchgängig mit dem Rad die Spree entlang Fahren. Wer da nichts Bösses denkt......
Sie suchen die vermeintliche 'Szene-Nähe', die unter anderem von ihren rückwärtsgewandten 'Stützeempfängern' aufgebaut, getragen und weiterentwickelt wurde und wird. Wenn sie schon den Chef-Ökonomen raushängen lassen, dann sollten sie schon versuchen das Gesamtbild zu verstehen.
Immer auf die H4er schimpfen! Als ob die zu Volksabstimmungen gehen würden!
Lessen Sie mal, was weiter unten @saphit geschrieben hat, der kann schöner schreiben als ich (bin halt nur ein Arbeiter mit gerade mal mittlerer Reife).
Dann müssen SIE da nicht auch hingehen und deren Dichte noch erhöhen.
Da hat man viel Zeit sich die Zeitgenossen auf den Bürgersteigen und den Grünstreifen etwas genauer anzusehen, glauben Sie,ich weis von was ich rede, da bekommt man nur vom Anblick her einen Katter, bzw. Flöhe. Schon mal am Köpi vorbeigegangen? Betohnung liegt auf gehen, denn nur dann, kann man den betörenden Haut-Gout, der von diesem Etablisement ausgeht so richtig geniesen.
Ich schweife ab...ich habe da beruflich zu tun, ergo, ich gehe arbeiten, also zahle ich Steuern, ich bin sogar ein stolzer Steuerzahler, weil ich meine, dass das erste Bürgerpflicht ist! Nur wenn ich sehe, für was die von meinem Geld, von meiner Arbeit erwirtschaftete sehr großzugig bemessene Stütze verwendet wird, bekomme ich einen Hals.
PS: Berlin hat auf der internationalen Ebene einen hervorragenden Ruf. Ich frage mich, wie lange noch. Sei (leider) provinziell, sei (unglücklicherweise) armseelig, sei Berlin. Schade, Schade.
Es kann ja nicht einzig und allein um die Menschen in dem Turm gehen... die außen rum "in den Schatten gestellten" haben da durchaus ein Wörtchen mitzureden...
Komisch auf der einen Seite fürchtet man die Berliner Anarchie auf der anderen Seite findet man in wirtschaftlichen Fragen die Abschaffung vieler vernünftiger Regelungen als "Gängelei" und "Arbeitsplatzverhinderung"...
Vielleicht kann mir jemand mal diesen Widerspruch erklären...
Noch nicht einmal der Häuselbauer kann auf SEINEM Grund und Boden tun und bauen, was er will.
In welcher komischen Welt leben Sie eigentlich?
Der Mensch ist als solitärer Kater nicht lebensfähig.
Wieso ist es so eine Katastrophe, wenn in einer Stadt mit derart viel ungenutzter Fläche wie Berlin auch weiterhin auf Hochhäuser weitgehend verzichtet wird? Im übrigen kann ich mich weder in den Docklands noch in der Hafencity an 90m hohe Hochhäuser erinnern.
Schlimm, nicht wahr? Ist so unmenschlich ein so "hohes" Gebäude. Alles nur menschenverachtende Phallussymbole! Und diese unbarmherzige Verschattung überall in Berlin!
Gut, das hier noch der gesunde Menschenverstand regiert, dessen Niedergang inzwischen in jeder anderen größeren und kleineren Stadt des Planeten Einzug gehalten hat! Man wird mit Sicherheit eines fernen Tages Berlin beachten und feiern dafür das es... äh... ähem... Berlin ist! - Die flachste Stadt der Welt, nichts ganzes und nichts halbes - ein kleines, nach schlecht geplanter Kanalisation stinkendes provinzielles Drecksloch, mit ausgeprägtem Hang zur unsympathischen Selbstüberschätzung. Ein Ort, das sich immer schon selbst genug war.
Ein klitzekleines niedliches Türmchen, ein Akzent in der tristen Einöde des Osthafens - die Vollendung einer hübschen Torsituation mit dem Treptower - verhindert von einigen, dabei ausschließlich an den eigenen Profit denkenden, situationssubventionierten Gastronomen und ihren mobilisierten reaktionären Betonköpfen, die zu sich nur Oberflächlich mit dem Thema befasst haben und durch schlimmste Propaganda beeinflussen liessen - die selbst ernannte Gutmenschen von "Mediaspree versenken" können mich mal kreuzweise, keinen Cent werde ich in einer gewissen Strandbar mehr lassen.
nur zum Vergleich, das Allianz Hochhaus gegenüber hat 125m.
Das wurde aber auch gebaut, da gab es den Doppelbezirk noch nicht und die Kreuzberger Steinzeitlinken hatten in Friedrichhain noch nichts zu melden.
Uebrigens sieht das Hochhaus als Pendant zum Allianzhaus doch ganz nett aus.
Aber um bei London zu bleiben, hier wurde beschlossen neue Hochhaeuser (300m+) in begrenzter Anzahl und hoher architektonischer Qualitaet zuzulassen, da die Stadt nicht still stehen soll, aber man einen gewissen Charakter erhalten will.