Belästigung durch Psychogruppen oder Scientology? Der Senat hat eine zentrale Beratungsstelle für Betroffene eingerichtet. Der Opposition ist das aber nicht genug.
Wer sich von Scientology oder anderen Psychogruppen belästigt fühlt, kann sich seit einer Woche bei der zentralen „Leitstelle zu Fragen zu sogenannten Sekten und Psychogruppen“ im Senat Rat holen. Die neue Anlaufstelle ist der Bildungsverwaltung unterstellt und beschäftigt drei Mitarbeiter, die aus Personenschutzgründen erst einmal anonym bleiben wollen. Die neue Leitstelle will Bürgern, aber auch Abgeordneten oder etwa Schulleitern „beratend“ zur Seite stehen und gleichzeitig Aktivitäten der verschiedenen Senatsbehörden im Zusammenhang mit der Beobachtung und Bekämpfung von Sekten bündeln. Laut Bildungsverwaltung gibt es rund 100 Anbieter auf dem Psycho- und Lebenshilfemarkt. Die Anlaufstelle richtet ihre Aufmerksamkeit aber auch besonders auf die Aktivitäten von Scientology.
Die Einrichtung einer solchen zentralen Beratungsstelle für Sektenfragen im Senat war seit einem Jahr geplant. Anstoß dazu gab die Eröffnung der Hauptstadtrepräsentanz von Scientology im Januar 2007.
Monika Thamm, der sektenpolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, reicht die Einrichtung der zentralen Anlaufstelle aber noch nicht. Sie bemängelte gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, dass die neue Leitstelle keine Befugnisse habe und die Ratsuchenden auch wieder nur an andere Behörden in den Bezirken oder an die Polizei weitervermitteln könne.
Die CDU fordert seit einem Jahr, dass in Berlin ein „Kompetenzzentrum“ Scientology eingerichtet wird nach dem Vorbild der „Arbeitsgruppe Scientology“ in der Innenverwaltung des Hamburger Senats. Die Arbeitsgruppe wird von der langjährigen Scientology-Expertin Ursula Caberta geleitet. „Eine Berliner Frau Caberta wird es nicht geben“, stellte Tom Schreiber klar, der Sprecher für Verfassungsschutzangelegenheiten in der SPD-Fraktion. Mit Scientology seien unterschiedliche Behörden und Senatsverwaltungen befasst, weshalb eine allzu große Zentralisierung nicht sinnvoll sei. Björn Jotzo, der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, kritisierte, dass der Senat immer noch zu wenig über Methoden und Ziele von Scientology aufkläre. Auch auf der Internetseite der Innenverwaltung finde man zu wenig Informationen und keine Hinweise auf konkrete Beratungsangebote. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wies die Kritik zurück, er sei für die Bekämpfung von Sekten oder Scientology nicht zuständig. Oder nur, soweit es den Verfassungsschutz betrifft. Scientology wird nach Auskunft des Innensenators seit einem Jahr vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Verfassungsschützer schätzen, dass die umstrittene Organisation in Deutschland 5000 bis 6000 Mitglieder hat und in Berlin 500.
Die neue Leitstelle ist telefonisch zu erreichen unter 9026-5574. Infos im Internet finden sich auf der Homepage der
Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.06.2008)
Kommentare [ 12 ] Kommentar hinzufügen »
http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/568115/Sorge-vor-Scientology-in-Flingern.html
Die SO ist gefährlich, auch für Menschen, die nicht wissen, womit sie es zu tun haben. In Belgien wurden Nägel mit Köpfen gemacht und das Zentrum versiegelt:
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/862381.html
Wie lange dauert es in Berlin?
http://berlinonymus.wordpress.com/ und
http://www.xenu.net/
zeigen es mehr als deutlich. Und der Verfassungsschutzbericht. Und Wikipedia. Und die Seiten der Aussteiger. Und die Sekten-Info Essen. Und so weiter und so weiter.
Natürlich kann man das abtun und mit Scheuklappen herum laufen. Wenn man nichts sehen will, dann sieht man halt nichts. Dann soll man aber nicht laut tönen, dass man mehr sehe als andere. Das wäre lächerlich.
Wann und wo wurden diese Stellen ausgeschrieben?
Wer hat die Personen bestellt?
Über welche Qualifikationen verfügen sie?
Handelt es sich um Freunde des dubiosen evangelischen "Sekten"-Verfolgers Thomas Gandow?
Nach welcher Gehaltsgruppe werden sie bezahlt?
Fragen über Fragen.
zum anderen sind die methoden der mitgliederrekrutierung sehr ausgefeilt. SO ist nicht irgendeine gruppe, die in den letzten 20 jahren im erdloch gehaust hat, sondern ein exzellent durchstrukturiertes unternehmen.
@ eslo: es dürfte sich mittlerweile auch bis zu ihnen herumgesprochen haben, das SO weder eine religion, noch eine weltanschauung ist. so ist z.b. die frage nach einer SO- mitgliedschaft in einem bewerbungsgespräch erlaubt. die frage nach der religionszugehörigkeit nur, wenn sie in direktem zusammenhang mit der zu besetztenden stelle steht.
z.B. USA; für SO wurde lediglich die gemeinnützigkeit anerkannt, nicht aber der status einer religion
mit den urteilen aus deutschland spielen sie wahrscheinlich auf die urteile des bundesarbeitsgerichts und des bayrischen verwaltungsgerichtshofes an. bitte lesen sie sich die urteile, samt begründung aufmerksam durch und sie werden feststellen das SO nirgendwo als religion anerkannt ist.
und die angeblich existierenden 30 urteile in denen bestätigt wird das SO eine religion ist, die SO so gerne anführt, sind leider nirgendwo auffindbar und werden auch von SO nicht hergezeigt. warum nur?!
Was man über Scientology wissen sollte:
a) Informationen einer privaten Gruppe aus den USA
http://www.xenu.net/
http://www.exscientologykids.com/
http://www.lermanet.com/
http://www.whyweprotest.net/
http://www.xenutv.com/
http://www.youfoundthecard.com/
http://www.myvideo.de/watch/1926043/South_Park_Zensierte_folge_Scientology
http://www.xenutv.com/cruise/sp-closet.htm
b) Informationen der Verfassungschützer der Länder
http://www.stmi.bayern.de/sicherheit/verfassungsschutz/extremismus/detail/05320/
http://www.verfassungsschutz-bw.de/so/start_so.htm
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/inneres/arbeitsgruppe-scientology/start.html
http://www.berlin.de/sen/inneres/scientology/ideologie/index.html
http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/agsc.pdf
ManagerSOS Karin Schneider