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Beratungsstelle

Hilfe für Scientology-Opfer

Belästigung durch Psychogruppen oder Scientology? Der Senat hat eine zentrale Beratungsstelle für Betroffene eingerichtet. Der Opposition ist das aber nicht genug.
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Alarmiert. Viele Berliner sorgen sich, dass sich Scientology ausbreiten könnte, so auch die Gruppe anonymer Kritiker. - Foto: Oliver Wolff
Wer sich von Scientology oder anderen Psychogruppen belästigt fühlt, kann sich seit einer Woche bei der zentralen „Leitstelle zu Fragen zu sogenannten Sekten und Psychogruppen“ im Senat Rat holen. Die neue Anlaufstelle ist der Bildungsverwaltung unterstellt und beschäftigt drei Mitarbeiter, die aus Personenschutzgründen erst einmal anonym bleiben wollen. Die neue Leitstelle will Bürgern, aber auch Abgeordneten oder etwa Schulleitern „beratend“ zur Seite stehen und gleichzeitig Aktivitäten der verschiedenen Senatsbehörden im Zusammenhang mit der Beobachtung und Bekämpfung von Sekten bündeln. Laut Bildungsverwaltung gibt es rund 100 Anbieter auf dem Psycho- und Lebenshilfemarkt. Die Anlaufstelle richtet ihre Aufmerksamkeit aber auch besonders auf die Aktivitäten von Scientology.

Die Einrichtung einer solchen zentralen Beratungsstelle für Sektenfragen im Senat war seit einem Jahr geplant. Anstoß dazu gab die Eröffnung der Hauptstadtrepräsentanz von Scientology im Januar 2007.

Monika Thamm, der sektenpolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, reicht die Einrichtung der zentralen Anlaufstelle aber noch nicht. Sie bemängelte gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, dass die neue Leitstelle keine Befugnisse habe und die Ratsuchenden auch wieder nur an andere Behörden in den Bezirken oder an die Polizei weitervermitteln könne.

Die CDU fordert seit einem Jahr, dass in Berlin ein „Kompetenzzentrum“ Scientology eingerichtet wird nach dem Vorbild der „Arbeitsgruppe Scientology“ in der Innenverwaltung des Hamburger Senats. Die Arbeitsgruppe wird von der langjährigen Scientology-Expertin Ursula Caberta geleitet. „Eine Berliner Frau Caberta wird es nicht geben“, stellte Tom Schreiber klar, der Sprecher für Verfassungsschutzangelegenheiten in der SPD-Fraktion. Mit Scientology seien unterschiedliche Behörden und Senatsverwaltungen befasst, weshalb eine allzu große Zentralisierung nicht sinnvoll sei. Björn Jotzo, der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, kritisierte, dass der Senat immer noch zu wenig über Methoden und Ziele von Scientology aufkläre. Auch auf der Internetseite der Innenverwaltung finde man zu wenig Informationen und keine Hinweise auf konkrete Beratungsangebote. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wies die Kritik zurück, er sei für die Bekämpfung von Sekten oder Scientology nicht zuständig. Oder nur, soweit es den Verfassungsschutz betrifft. Scientology wird nach Auskunft des Innensenators seit einem Jahr vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Verfassungsschützer schätzen, dass die umstrittene Organisation in Deutschland 5000 bis 6000 Mitglieder hat und in Berlin 500.

Die neue Leitstelle ist telefonisch zu erreichen unter 9026-5574. Infos im Internet finden sich auf der Homepage der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.06.2008)
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Kommentare [ 12 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von invinoveritas invinoveritas ist gerade offline | 10.6.2008 17:43 Uhr
Nichts
als Heuchlerei. Wer entsinnt sich nicht an das Hickhack um den Film mit Herrn Cruise; gedreht dennoch. Oder der Bau der Zentrale von Scientology mitten in Berlin. Wenn dieser Verein so gefährlich ist, warum lässt man solch einen Bau zu? Was noch seltsam erscheint: ständig wird vom mündigen Bürger gesprochen. Wer sich von diesem Verein ködern läßt, ist doch selbst schuld. Die Methoden von Scientology dürften doch nun hinlänglich bekannt sein.
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von frankundfrei frankundfrei ist gerade offline | 10.6.2008 21:50 Uhr
Endlich
Endlich wird auch in Berlin realisiert, dass die Scientology mehr ist als eine harmlose Sekte. Man lese einfach den Verfassungsschutzbericht und denke daran, dass die SO häufig nicht erkannt wird, wenn sie diverse Angebote macht. Man lese nur, was in der RP geschrieben wurde:
http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/568115/Sorge-vor-Scientology-in-Flingern.html
Die SO ist gefährlich, auch für Menschen, die nicht wissen, womit sie es zu tun haben. In Belgien wurden Nägel mit Köpfen gemacht und das Zentrum versiegelt:
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/862381.html
Wie lange dauert es in Berlin?
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von eslo eslo ist gerade offline | 11.6.2008 11:11 Uhr
Religiöse Intoleranz
Bei der ganzen Hysterie um Scientology wäre meiner Meinung nach in Deutschland eine Stelle zur Dokumentation von Fällen religiöser Intoleranz und Diskriminierung erforderlich.
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von frankundfrei frankundfrei ist gerade offline | 11.6.2008 12:49 Uhr
Religiöse Intoleranz?
Bei der Co$ geht es nicht um Religionen oder so, sondern um eine Firma, die herausgefunden hat, wie man viel Geld machen kann. Aber das mit der Toleranz mault die NPD auch gerne, wie kann man nur so gemein sein, sie nicht einfach machen zu lassen. Bah wie Intolerant heißt es dann. Die Scientology hat mehr als genug Gründe geliefert für die Reaktionen, die sie ausgelöst hat.
http://berlinonymus.wordpress.com/ und
http://www.xenu.net/
zeigen es mehr als deutlich. Und der Verfassungsschutzbericht. Und Wikipedia. Und die Seiten der Aussteiger. Und die Sekten-Info Essen. Und so weiter und so weiter.
Natürlich kann man das abtun und mit Scheuklappen herum laufen. Wenn man nichts sehen will, dann sieht man halt nichts. Dann soll man aber nicht laut tönen, dass man mehr sehe als andere. Das wäre lächerlich.
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von tobin tobin ist gerade offline | 13.6.2008 20:51 Uhr
What if Scientology actually made a TRUTHFUL infomercial?
http://www.youtube.com/watch?v=UnUbdAw9V4Y
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von rathauspiefke rathauspiefke ist gerade offline | 15.6.2008 13:46 Uhr
Selbstbedienung
Drei Stellen im öffentlichen Dienst. Es macht sich also bezahlt.

Wann und wo wurden diese Stellen ausgeschrieben?
Wer hat die Personen bestellt?
Über welche Qualifikationen verfügen sie?
Handelt es sich um Freunde des dubiosen evangelischen "Sekten"-Verfolgers Thomas Gandow?
Nach welcher Gehaltsgruppe werden sie bezahlt?
Fragen über Fragen.



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von zwilling68 zwilling68 ist gerade offline | 16.6.2008 12:49 Uhr
SO
@invinoveritas: auch informierte menschen fallen leicht auf SO herein. zum einen steht nicht immer SO drauf wo letztendlich SO drin ist (beteiligungen, tochterfirmen).
zum anderen sind die methoden der mitgliederrekrutierung sehr ausgefeilt. SO ist nicht irgendeine gruppe, die in den letzten 20 jahren im erdloch gehaust hat, sondern ein exzellent durchstrukturiertes unternehmen.

@ eslo: es dürfte sich mittlerweile auch bis zu ihnen herumgesprochen haben, das SO weder eine religion, noch eine weltanschauung ist. so ist z.b. die frage nach einer SO- mitgliedschaft in einem bewerbungsgespräch erlaubt. die frage nach der religionszugehörigkeit nur, wenn sie in direktem zusammenhang mit der zu besetztenden stelle steht.


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von eslo eslo ist gerade offline | 16.6.2008 14:34 Uhr
Scientology als Religion bestätigt
Scientology ist in zahlreichen Ländern als Religion anerkannt, wie z. B. in den USA, Australien, Südafrika, Schweden, den Niederlanden, Portugal und Spanien. Zahlreiche Gerichte, auch in Deutschland, haben die religiöse Natur von Scientology bestätigt. U. a. wurde Scientology auch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Religon bestätigt. Dies sind Tatsachen, welche auch fanatische Scientology-Gegner zur Kenntnis nehmen sollten.
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von zwilling68 zwilling68 ist gerade offline | 17.6.2008 17:02 Uhr
@eslo
ja ja, das wird von scientologen immer wieder gerne behauptet, hält aber einer ernsthaften überprüfung i.d.R. nicht stand.
z.B. USA; für SO wurde lediglich die gemeinnützigkeit anerkannt, nicht aber der status einer religion
mit den urteilen aus deutschland spielen sie wahrscheinlich auf die urteile des bundesarbeitsgerichts und des bayrischen verwaltungsgerichtshofes an. bitte lesen sie sich die urteile, samt begründung aufmerksam durch und sie werden feststellen das SO nirgendwo als religion anerkannt ist.
und die angeblich existierenden 30 urteile in denen bestätigt wird das SO eine religion ist, die SO so gerne anführt, sind leider nirgendwo auffindbar und werden auch von SO nicht hergezeigt. warum nur?!
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von eslo eslo ist gerade offline | 18.6.2008 14:50 Uhr
Religiöse Anerkennung
In den USA wurde Scientology Steuerbefreiung wegen religiöser bzw. karitativer Betätigung zuerkannt. Dies bedeutet eine Anerkennung als Religion, da es in den USA, wie anderen Ländern auch, keine Behörde für Religionsanerkennung gibt. Eine entsprechende Anerkennung ist immer nur eine indirekte Angelegenheit. Es gibt auch mehrere von Scientology herausgegebene Publikationen, in welchen die deutschen Gerichtsurteile angegeben sind, in denen die religiöse Natur von Scientology bestätigt wurde. In dem Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs vom 5. April 2007, in welchem die Praxis der russischen Behörden als Verletzung der Rechte der Scientology Kirche auf Religions- und Vereinigungsfreiheit verurteilt wurde, ist in der Begründung u. a. Folgendes zu finden: "Die Pflicht des Staates zur Neutralität und Unparteilichkeit ... ist mit jeglicher staatlichen Befugnis unvereinbar, die Rechtmäßigkeit von religiösen Überzeugungen zu bewerten."
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von pflaum pflaum ist gerade offline | 22.6.2008 14:32 Uhr
Wunderbar,
am besten nach dem exellenten Vorbild der Verwaltung von Hamburg
Was man über Scientology wissen sollte:

a) Informationen einer privaten Gruppe aus den USA


http://www.xenu.net/
http://www.exscientologykids.com/
http://www.lermanet.com/
http://www.whyweprotest.net/
http://www.xenutv.com/
http://www.youfoundthecard.com/

http://www.myvideo.de/watch/1926043/South_Park_Zensierte_folge_Scientology
http://www.xenutv.com/cruise/sp-closet.htm


b) Informationen der Verfassungschützer der Länder


http://www.stmi.bayern.de/sicherheit/verfassungsschutz/extremismus/detail/05320/
http://www.verfassungsschutz-bw.de/so/start_so.htm
http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/inneres/arbeitsgruppe-scientology/start.html
http://www.berlin.de/sen/inneres/scientology/ideologie/index.html
http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/agsc.pdf
Comment
von managersos managersos ist gerade offline | 8.9.2008 8:38 Uhr
Scientology-strategischer Umzug nach Berlin
Das eine Vielzahl deutscher Unternehmen einen Teil ihrer Führungskräfte bei Scientologischen Unternehmensberatungen und Schulungszentren coachen lassen ist bei genauerem Hinsehen ein offenes Geheimniss. Vorgespiegelte Ahnungslosigkeit gepaart mit kollegtivem Schweigen mischen sich mit den tatsächlich ahnungslosen Unternehmen.Was liegt also näher als einen strategischen Stützpunkt ins Zentrum der Macht zu verlegen.Politik und Wirtschaft direkt in unmittelbarer Nachbarschaft. Hervorragende Voraussetzungen um die Verbreitung scientologischer Weisheiten zielgenau voranzutreiben. Mußten früher Unternehmen auf Firmenkosten ihre Manager zu Dianetikseminaren in die Schweiz schicken hat man heute die Möglichkeit politische Bildungsreisen gleich mit einem Besuch im Dianetikzentrum Berlin zuverbinden. Abgesehen davon stehen die Mülltonnen der Bundestagsabgeordneten nunmal in Berlin was der OSA mit Freunde entgegenkommen dürfte.
ManagerSOS Karin Schneider

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