Linke
Abgeordnete wegen Plakats festgenommen
Die Bundestagsabgeordnete Dorotheé Menzner (Linke) ist in Prenzlauer Berg vorläufig in Gewahrsam genommen worden. Zusammen mit Jugendlichen aus der Linkspartei hatte Menzner am Mittwochabend versucht, Plakate gegen den für Februar geplanten Neonazi-Marsch in Dresden aufzukleben.
Foto: promo
Die Bundestagsabgeordnete Dorotheé Menzner (Linke) ist in Prenzlauer Berg vorläufig in Gewahrsam genommen worden. Zusammen mit Jugendlichen aus der Linkspartei hatte Menzner am Mittwochabend versucht, Plakate gegen den für Februar geplanten Neonazi-Marsch in Dresden aufzukleben. In dem auf die Plakate gedruckten Motto „Naziaufmarsch blockieren“ sehen die sächsischen Behörden einen Aufruf zu Straftaten. Die von Menzner begleitete Gruppe wurde in der Schönhauser Allee von Polizisten gestoppt: Vier Jugendliche sind zur Personalienfeststellung auf eine Polizeiwache gebracht worden, zwei davon wurden nach Auskunft des Jugendverbandes der Linkspartei mit Handschellen aneinandergefesselt. Ihnen und Menzner wird nun ebenfalls Aufruf zu Straftaten vorgeworfen. Erst am Dienstag hatte die Berliner Polizei wegen eines Amtshilfegesuchs der Dresdener Kollegen den linken Laden „Red Stuff“ in Kreuzberg gestürmt und dort eben jene Plakate beschlagnahmt. Ein Bündnis aus Antifa-Gruppen, Gewerkschaften und Sozialdemokraten will sich am 13. Februar tausenden Rechtsextremen in den Weg stellen. Künstler wie Konstantin Wecker unterstützen die linken Proteste. hah
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.01.2010)

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Kommentare [ 148 ] Kommentar hinzufügen »
Weil es in deutschen Amtsstuben, insbesondere in Sachsen, genügend Beamte gibt, die auf dem rechten Auge komplett blind sind.
Eine Schande für die Demokratie in Deutschland, Menschen zu verhaften, die entschieden gegen Rechte vorgehen - einfach unglaublich!
wir leben in einem rechtsstaaat, die maßnahmen können und werden überprüft.
nur weil etwas gegen rechts unternommen werden sollte heißt dies nicht, dass alle mittel recht sind, und das ist auch gut so!
Mir fehlt jedes Verständnis für solche Maßnahmen.
es geht darum, dass (auch hier im Forum) den Rechten das Recht zur Demonstration nicht zugestanden werden soll, weil sie Rechts sind, oder was auch immer. Dieses Ansinnen ist undemokratisch!
Wer für Meinungsfreiheit ist, muss auch die Meinung andersdenkender verkraften können, auch wenn es noch so schwer ist.
Damit will ich Ihnen nicht irgendwelche Rechte absprechen, aber zu Strafhandlungen darf man eben auch als Demonstrant nicht aufrufen, aber so ziemlich jede rechte Demo ist im Prinzip ein Aufruf zur Gewalt gegen Demokratie, Andersdenkende, In- und Ausländer aller Sorten.
Ihre Äußerungen sind juristisch geprägt. Wobei das, was heute Recht ist, nach einer Gesetzesänderung schon wieder verboten sein kann.
Eines der großen Probleme Deutschlands ist es, dass wir uns zu sehr hierarchischen Strukturen unterordnen. Wir hatten keine große französische Revolution oder ähnliches. Wir haben nie gelernt, unsere Interessen gemeinschaftlich zu erstreiten.
Was passiert, wenn in Deutschland gestreikt wird? Alle mosern mit den Gewerkschaften rum. In anderen Ländern wird mitunter 2 Monate gestreikt und die Symphatie bleibt bei den Angestellten und Gewerkschaften.
Ich würde daher nicht verurteilen, was angelbich Recht sein soll, juristisch aber noch nicht einmal geprüft ist.
Tatsache ist, dass sich Dresden zu einer rechten Hochburg entwickelt. Dagegen sollte etwas unternommen werden. Tatsache ist auch, dass sich Berlin zu einer linken Hochburg entwickelt. Auch hier düfen wir die Augen nicht verschließen.
Aber still wo anders zu demonstrieren darf nicht die einzige Option sein. Es erfordert einfach, dass man auf die Straße geht, und mit Präsenz zeigt, dass eine radikale Meinung, egal ob rechts oder links, nicht durch die Masse getragen wird.
Irrtum, diese Beamten sind nicht blind auf dem rechten Auge. Sie schauen schon genau hin, denn man muss ja wissen, wo man bleibt, sollten sich die Zeiten mal wieder ändern.
Im Übrigen stellen Sitzblockaden, sollte es die geben, bestenfalls (!) eine Ordnungswidrigkeit dar und sind ein probates demokratisches Mittel! Was Sie hier versuchen, ist, Demokraten zu kriminalisieren und neonazistischem Ansinnen einen demokratischen Anstrich zu verleihen! So macht man Täter zu Opfern und umgekehrt.
Man beachte: der Staat schützt Nazis und kriminalisiert diejenigen, die sich - legal! - gegen die Nazis stellen
Jede Aktion von Staatsanwaltschaft und Polizei jedoch zu einer Aussage über die politische Ausrichtung der CDU heranzuziehen ist jedoch eben sehr weit hergeholt. Hier unterstellt der Vorredner ja das die CDU Neonazis schützen würde. Und das ist ziemlich absurd.
Mit solchen Maßnahmen wird jedes zivilgesellschaftliche Engeagement gegen rechts torpediert. Wer traut sich denn noch aufzustehen, wenn er Angst haben muss für Wahrnehmung seiner demokratischen Rechte in den Knast zu wandern.
Ich kann, will nicht glauben, dass hier Abscht dahinter steckt. Allein, der Glaube wankt bei solchen Nachrichten.
Gut, das die Polizei das mit aller Härte durchsetzt.
Und, nein, man kann nun mal nicht alle gefährlichen Kinderschänder kontrollieren.
Man muß halt Prioritäten in der polizeilichen Arbeit setzen.
/Satire aus
Nur man selbst kennt sich ja aus.
Woher wollen sie wissen, ob ich die Gesetze kenne oder nicht ?
Reden sie immer so arrogant mit andersdenkenden?
Und wenn man schon dabei ist, kann man gleich noch Symphatien für Brandstifter usw. unterstellen.
Aber auch damit liegen sie falsch.
Bundesweit in den Schlagzeilen.
irgendwie sehr traurig
Ich bin entsetzt und schockiert, dass Sachsen von der jahrzehntelangen stillen Duldung des Nazi-Biotops in seinen Landesgrenzen nun zur direkten Unterstützung übergeht und dass die Berliner Polizei dieses Tun auch noch unterstützt. Ich finde den Demonstrationsaufruf angemessen, rechtsstaatlich und richtig, unterstütze ihn voll und ganz und kann daran absolut nichts undemokratisches entdecken.
Zu Ihrer Gleichsetzung von rechts und links:
Bitte lesen Sie doch einmal diesen Artikel und nennen Sie mir ein Beispiel wo eine solche brutale Gewalt von Linken ausgeht. Und nein, brennende Autos sind nicht mit Mordversuch zu vergleichen.
Demo, sehr gerne, blockieren, nein danke.
Innenminister Markus Ulbig hat 260.000 Euro locker gemacht um jungen Menschen bei der Abkehr von rechtsextremistischen Verhaltensmustern zu helfen...O-TON Ulbig: "Gegen diese Entwicklung muss die Gesellschaft als Ganzes zusammenstehen."
Sieht für mich so aus, als ob die CDU in Sachsen jetzt irgendwie den Durchblick verloren hat, wenn Sie dafür sorgt, dass dieses Klientel mit Handschellen aneinandergefesselt abgeführt wird....
Oder anders: Bei 100.000 NPD-Wählern der sächsischen Landtagswahl 2009 kommt auf jeden dann ein Betrag von Zwei-Euro-sechzig. Donnerwetter, das wird die politische Landschaft umkrempeln.
"Die kaufen sich davon ein Bier" würde Buschkowsky vermutlich kommentieren.