[Kommentare: 13]

Kommentar

Gebt uns frei!

Es ist der 9. November und keiner kommt durch. Freiheit für Berlin! Stephan-Andreas Casdorff plädiert für den Mauerfall-Jahrestag als Feiertag.
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Es ist der 9. November und keiner kommt durch. Nein, gemeint nicht der 9. November 1989, sondern der 20 Jahre danach. Die Stadtoberen meinen wohl, zum Jubiläum des Mauerfalls gehöre als Erinnerung ein Stau. Ach was, einer - viele! Vor allem auf den Straßen, die von Ost nach West und umgekehrt führen.

Dabei müsste da doch eigentlich dieses Gefühl der Erhabenheit, der Freude, Platz haben dürfen, etwas Hehres, Großes noch einmal erleben zu können. Nacherleben zu können. So ein bisschen geschwisterlich könnte einem zumute sein oder wenigstens werden. Könnte. Wenn man denn zur Bornholmer oder zur Bernauer Straße durchkäme.

Nur wird der Weg blockiert. Von den Besuchern, die, so willkommen sie sind, über die Straßen strömen und sich an keine Verkehrszeichen halten, dazu den unzähligen Pkw, und auch noch von den Lastwagen, die durch diese Stadt kajolen, als wär’s ein Tag wie jeder andere.

Ist er aber nicht, und der Senat, mit Verlaub, hätte es wissen können, der Tag steht ja erst seit 20 Jahren fest. Ein Feiertag ist er, einerlei, was Helmut Kohl, weiland unser Kanzler, wollte. Sein 3. Oktober als Tag der deutschen Einheit ist doch total künstlich, gewählt, weil die Meteorologen damals gesagt haben, das Wetter werde dann immer ganz gut sein. Als ob es darauf ankäme. Wetter ist immer. Und Schirme gibt es auch.

Der 9. November ist, im Guten wie im Schlechten, ein Schicksalstag der Deutschen. Das muss man akzeptieren, dem hätte man Rechnung tragen müssen, schon damals. Joschka Fischer, ja, der hatte es erkannt, bloß nicht durchsetzen können.

Jetzt aber, an diesem 20. Geburtstag der neuen deutschen demokratischen  Republik, hätte der Berliner Senat ein Zeichen setzen sollen. Die Völker der Welt schauen auf diese Stadt, 30 Staatsleute kommen zu den Feiern - aber die Berliner haben keine Zeit, müssen arbeiten wie immer. Und in den Schulen geht’s auch zu wie immer. Ansonsten steht alles im Stau. Das ist ungerecht und unhistorisch. Freiheit für Berlin! Die Freiheit zu feiern. Gerade hier, wo die Einheit begann.

Wenigstens die Laster hätten draußen bleiben können.

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Kommentare [ 13 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von sonnyboy sonnyboy ist gerade offline | 9.11.2009 15:17 Uhr
BLAMAGE
DER WILLE DES VOLKES WIRD MISSACHTET
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von timbuktu timbuktu ist gerade offline | 9.11.2009 16:12 Uhr
3. Oktober
Was für ein Tag? An diesem Tag darf das Parlament feiern, hat man einen möglichst "unbelasteten" Tag gefunden, an dem nicht anfing oder endete und mit der NS-Zeit in Verbindung gebracht werden konnte. Auch an diesem Tag sind Tausende in KZ`s umgekommen, aber sie hatten das Pech nicht an einem "Gedenktag" umgekommen zu sein.
Wie können sich da, um den Bogen zu Frau Knobloch zu spannen, Menschen erdreisten, den 9.11. als Feiertag vor zu schlagen?
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von oldfashioned oldfashioned ist gerade offline | 10.11.2009 14:53 Uhr
Franz-Josef-Strauß-Tag
Lieber timbuktu,
der 3. Oktober ist keinesfalls wahllos gewählt, es handelt sich vielmehr um den Todestag von Franz Josef Strauß (06.09.15 - 03.10.88).
Ob die Wahl dieses Datums durch Helmut Kohl wohlmeinend war oder späte Rache darstellt, entzieht sich meiner Kenntnis ...
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von B_H B_H ist gerade online | 10.11.2009 19:28 Uhr
18. März nicht vergessen
Denn damit begannen im Grunde genommen wir, grob gesprochen, also das, was am 8. Mai befreit werden musste, weil es durchaus sich selbst unterdrückt hat, was, wenn es nicht so schreckliche Folgen gehabt hätte, noch zu verschmerzen und keiner Erinnerung wert wäre.
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von Fragezeichen Fragezeichen ist gerade offline | 10.11.2009 8:46 Uhr
Ich habe das nie verstanden
Man hätte den 17. Juni bestehen lassen müssen, als Gedenk- und Feiertag. Damals schon begann der Widerstand gegen das Kommunistische Terror-Deutschland, mit Toten am Brandenburger Tor. Der Tag wurde einfach gestrichen, so beliebig sind Gedenktage! Ich habe das nie verstanden.

Der 9.November ist der Tag der Progromnacht und des Mauerfalls, er sollte als stiller Feiertag beginnen, mahnend gegen Gewaltherrschaft und Willkür. Am Tage sollte stilles Gedenken im Vordergrund stehen, am Abend die Freude darüber, dass die kommunistische Gewaltherrschaft überwunden wurde.
So habe ich für mich den Tag begangen.
Ich verstehe Frau Knobloch in Ihrer Sorge, von unseren Politikern hätte ich mehr Vorausschauen erwartet.
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von carolina carolina ist gerade offline | 10.11.2009 13:47 Uhr
@Fragezeichen
Man hätte den 17. Juni bestehen lassen müssen ...

Sehe ich ebenso

Der 9.November ist der Tag der Progromnacht und des Mauerfalls, er sollte als stiller Feiertag beginnen .... am Tage sollte stilles Gedenken im Vordergrund stehen ... am Abend die Freude darüber, dass die kommunistische Gewaltherrschaft überwunden wurde.

Wenn es möglich wäre, dies in unserem Land so zu begehen, wäre es sicher beiden Anlässen angemessen und ein würdiger Feiertag, zumal die Mauer eine indirekte Folge aller Greuel des Dritten Reiches war. Außerdem öffnete sich die Mauer eh erst am späten Abend des 9.November 1989.

Die Frage ist nur, ob und wie die "Schlussstrich-Fraktion" in diesem unserem Lande mit einer solchen Kombination umgehen würde.

Ich finde, Frau Knobloch hat Recht: die Freude über den Mauerfall darf das Gedenken an die Pogromnacht nicht verdrängen, es muss Platz für beides sein.
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von B_H B_H ist gerade online | 10.11.2009 19:18 Uhr
9. November 1918
War da nicht auch was?
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von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 10.11.2009 11:43 Uhr
Bitte nicht den 9. November frei
Das Wetter ist an diesem Tag meistens schlecht. Was nützt einem da ein Feiertag?
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von B_H B_H ist gerade online | 10.11.2009 14:32 Uhr
Der 8. Mai wäre besser
Schließlich sind wir da befreit worden.
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von plus8 plus8 ist gerade offline | 10.11.2009 15:08 Uhr
Wenn, dann sollte der
17. Juni als Feiertag eingeführt werden; da taugt wenigstens das Wetter etwas.

Sch***wetter zur Zeit; alles nur am Husten und Schnupfen ...
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von B_H B_H ist gerade online | 10.11.2009 19:21 Uhr
Warum nicht 8. März
Schließlich sind wir mittlerweile alle feministische Generation und glücklich wie stolz, von Alice Schwarzer angeführt zu werden.
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von B_H B_H ist gerade online | 10.11.2009 20:07 Uhr
Stephan-Andreas Casdorff - 14. Februar vergessen?
Was nur haben Sie gegen Laster?

Sie machen eigentlich gar nicht den Eindruck, als ob Sie nur Tugend könnten, und das ist auch gut so!!!

Insofern erlaube ich mir abschließend für den 14. Februar als Nationalfeiertag zu plädieren, denn selbst die nüchternste Politik kommt nicht ohne Romantik aus, wie nicht nur der Autobiographie von Helmut Schmidt zu entnehmen ist.
Comment
von inita inita ist gerade offline | 11.11.2009 13:36 Uhr
Feiertag in Berlin - Mitstreiter gesucht
Die große Uneinigkeit in den Reaktionen hat mich verwundert. Alle meine Kolleginnen und Kollegen waren sofort Feuer und Flamme bei dem Vorschlag, endlich einen eigenen zusätzlichen Feiertag für Berlin einzurichten.
Hier ließe sich mühelos eine Unterschriftenaktion starten. Meines Wissens gibt es kein anderes Bundesland, welches derart wenige Feiertage hat wie wir Berliner, nachdem uns vor Jahren auch noch der Buß-und Bettag gestrichen wurde.
Gibt es denn keine Interessierten, die Lust und Zeit haben, sich gemeinsam für die Einführung eines zusätzlichen Feiertages in Berlin einzusetzen, quasi als Ausgleich für Reformationstag, Maria Himmelfahrt etc.?
Spätestens am 25. Mauerfalltag hätten die Berliner dann nicht mehr nur die Unbill durch die von (willkommenen) Touristen verstopfte Stadt, sondern wären auch Nutznießer.

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