Unter dem Motto "Hopp Hopp Hopp - Mietenstopp" will am Samstag ein Berliner Bündnis durch Kreuzberg ziehen. Der Protest richtet sich gegen teils drastische Mietpreissteigerungen, durch die ärmere Bevölkerungsgruppen verdrängt werden.
Berlin -
Das Berliner Bündnis ruft für Samstag (29. November, 14 Uhr) zu einer Demonstration gegen steigende Mieten in der Hauptstadt auf. Der Protest richte sich gegen die "dramatischen" Mietentwicklungen, die "Verdrängung einkommensarmer Menschen" aus der Innenstadt und eine Stadtpolitik, die "ausschließlich an Profitinteressen" ausgerichtet sei, sagte ein Sprecher am Mittwoch.
Vor allem in Stadtteilen wie Kreuzberg oder Neukölln würden die Menschen mit immer höheren Ausgaben für das Wohnen konfrontiert. Nach Angaben des Bündnisses rechnet die Immobilienbranche in diesen Stadtteilen mit einer Verdoppelung der Mieten in den nächsten Jahren.
Die Teilnehmer wollen von der Oberbaumbrücke in Kreuzberg zur Reichenberger Straße ziehen, wie der Sprecher mitteilte. Die Polizei erwartet bis zu 120 Teilnehmer. Nach Angaben der Veranstalter wurde dem Bündnis das letzte Teilstück der Route an den sogenannten CarLofts verboten. Dabei handele es sich um luxuriöse Eigentumswohnungen an der Reichenberger/Ecke Liegnitzer Straße.
(ho/ddp)
Kommentare [ 12 ] Kommentar hinzufügen »
Dass die Politik des Landes Berlin auf die Erzielung von Steuereinnahmen abzielt, ist nicht verwunderlich, es müssen den Demonstranten ja deren Transfergelder gezahlt werden.
Im Übrigen sind die Mieten in Kreuzberg und Neukölln noch immer enorm niedrig.
Einfach mal abwarten.
wann ist denn die Demonstratrion nun wirklich geplant?
Vielen Dank für den Hinweis und freundliche Grüße,
die Online-Redaktion
1. Fakt: Die Mieten sind teilweise exorbitant gestiegen. Ich sag nur Reichenberger Straße.
2. Bewohner können nach Luxussanierungen nicht mehr ihre Miete zahlen und finden das doof, weil sie nunmal nicht aus ihren Bezirken ziehen wollen.
3. Dagegen soll protestiert werden.
Das ist so. Und nu müssen sie gleich wieder rumpöbeln. Warum?
1. Welcher Wert steht hier für exorbitant ?
2. Fall ja, etwa nur in der Reichenberger Str. ?
3. Was verstehen Sie unter Luxussanierung ?
4. Ist Berlin allein in Kreuzberg erlebenswert ?
"Nichts ist stetiger als der Wandel" zu Polemisch ? Oder führt Ihrer Ansicht nach, inhaltslose Panikmache weiter ?
zu 2. Nein, insbesondere in Kanalnähe, sonst aber überall dort, wo Gewerbliche (Fabrik-)Räume in Wohnraum umgenutzt werden.
zu 3. Jedenfalls nicht nur den Einbau von Bäder und ZH, die waren schon vorher dort.
zu 4. Wo jemand es für lebenswert hält, ist nicht kaleus Rechtfertigung unterworfen. Es handelt sich bei dem betroffenen Kiez ja nicht um Berlin Grunewald.
Viel entscheidender als die Preissteigerungen selbst sind die Entmischungen der Sozietäten die mit diesen einhergehen. Diese schlagen bis in die Kneipenpreise durch...
Ist es nicht arg heftig, mit dem Fahrstuhl im Auto zur Wohnung zu fahren? Gleichzeitig haben viele Menschen in diesem Land kein Dach über dem Kopf, kaum etwas zu essen und sind verarmt.
Meine Hoffnung ist nur, dass es nicht wieder zu Ausschreitungen kommt.
Viel Erfolg und Ruhe bewahren.
Neuen Realitäten will man sich nicht stellen, da dies etwas mit Veränderung zu tun hat.
In unserem System beruht vieles auf Angebot und Nachfrage.
Berlin ist seit Maueröffnung einfach eine andere Stadt geworden. Das ist für die einen sehr tragisch und für andere klasse.
Ich würde niemals auf die Idee kommen im Friedrichshain zu demonstrieren, weil es noch so viele unsanierte Wohnblöcke gibt, die einfachunerträglich fürs Auge sind.
Also erwarte ich auch auf der anderen Seite, dass man akzeptiert, dass es Menschen gibt, die es toll finden, dass in Kreuzberg was passiert. Und diese Akzeptanz sollte sich zumindest im Verzicht auf Gewalt zeigen.
Es ist tragisch, wenn man seine Heimat verlassen muss, wenn man es sich nicht leisten kann, dort zu wohnen - aber es ist der Lauf der Dinge. Vielleicht ist das ja für den einen oder anderen ein Ansporn, sich zu verbessern.
(Ich will damit nicht sagen, dass es für jeden möglich ist, aber ich kenne zumindest 3 der Demonstranten, die es für ihr Recht halten, dort zu wohnen, aber keine Lust haben, mehr zu arbeiten.)
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Ich würde niemals auf die Idee kommen im Friedrichshain zu demonstrieren, weil es noch so viele unsanierte Wohnblöcke gibt, die einfach unerträglich fürs Auge sind.
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Genau, weil die ja ohnehin früher oder später saniert werden! Daher braucht man auch gar nicht dafür demonstrieren. aber andersrum ist es eben anders! würde politisch daran gearbeitet werden, wohnraum auch für gerningverdienende überall in der stadt zur verfügung zu stellen und soziale spaltung zu verhindern, dann wärs in der tat ne ausgeglichene debatte, das ist aber einfach nicht der fall. gegenseitige akzeptanz - was ich an sich gut finde - kann so nicht funktionieren.
und zwangsumzüge als lauf der dinge zu bezeichnen, das geht wohl auch nur aus einem gesunden abstand zu den realitäten unserer gesellschaft heraus. klar, wer nett wohnt und ordentlich verdient, der will natürlich seine ruhe in der stadt. ich komme übrigens aus berlin und bin auch kein kreuzberger, ich mag die verschiendenen ecken der stadt und die soziale mischung. wenn ich das in gefahr sehe, kann ich doch wohl demonstrieren gehen oder?
Und warum die gewaltfrage gleich wieder reinkommt, das verwundert mich schon. Vielleicht sind es ja auch eher die kommentatoren, die immer noch in den 80er-jahre-kategorien leben.
dazu gehört auch die verteidigung des marktprinzips als systemstiftend. jeder vernünftige mensch müsste in diesen zeiten eigentlich merken, dass damit irgendwas nicht stimmen kann.