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Berlin

Jeder zweite Türke ist arbeitslos

Weniger Geld, weniger Arbeit, weniger Bildung: Laut einer neuen Studie haben es junge Migranten in Berlin besonders schwer. Die Wirtschaftsforscher warnen vor sozialen Spannungen und fordern die Schulausbildung zu verbessern.
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Jeder dritte Migrant in Berlin hat keine Arbeit. Zudem verfügen Migranten über weniger Geld und sind schlechter gebildet als Deutsche – benachteiligt sind vor allem türkischstämmige Berliner. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am heutigen Mittwoch erscheint und dem Tagesspiegel vorliegt. Von einer „dramatischen Unterbeschäftigung der Migranten“ in der Hauptstadt ist darin die Rede. Verbessere der Staat nicht die Ausbildung, wachse die „Gefahr sozialer Spannungen“.

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Mit der Studie gibt es erstmals fundierte Daten über die wirtschaftliche Lage von Migranten in der Stadt. Im Jahr 2005 – auf diesen Daten basiert das Papier – waren demnach gut 33 Prozent der Ausländer arbeitslos, bei den Deutschen waren es nur 17,3 Prozent. Angesichts des Aufschwungs dürften sich die Probleme seither allerdings abgeschwächt haben. Zwar seien Migranten auch in anderen Großstädten benachteiligt, schreibt das DIW. Die wirtschaftliche Lage Berlins sei aber generell schlechter als andernorts – daher seien Zuwanderer hier besonders im Nachteil.

Insgesamt haben in Berlin 23 Prozent der Einwohner Migrationshintergrund. Das ist zwar mehr als im Bundesschnitt, in anderen Städten wie Frankfurt am Main, München oder Stuttgart sind es aber bis zu 33 Prozent. Berlin ist hier noch immer zweigeteilt: Im Westen kommen mehr als 30 Prozent der Bürger aus dem Ausland, die meisten aus der Türkei. Im Osten liegt der Anteil bei nicht einmal zehn Prozent. Wie in anderen Städten gilt laut DIW auch in Berlin, dass der Migrantenanteil bei Jüngeren größer ist als bei Älteren.

 Unter den Migranten gibt es wiederum große Unterschiede. Besonders häufig sind Migranten der zweiten oder dritten Generation arbeitslos und auf staatliche Leistungen angewiesen, vor allem, wenn sie einen türkischen Hintergrund haben. „Diese Gruppe kommt auf eine Erwerbslosenquote von über 40 Prozent“, heißt es. Dies wiege besonders schwer, weil ohnehin wenige Türkischstämmige überhaupt arbeiten wollten. „Mehr als die Hälfte dieser Gruppe im erwerbsfähigen Alter hat keine reguläre Beschäftigung – sei es, dass sie erwerbslos sind, oder sei es, dass sie keine Beteiligung am Arbeitsmarkt wollen“, befindet das DIW.

 Eine Rolle spielt auch das Bildungsniveau. So haben etwa drei von vier Türken keinen Schulabschluss und entsprechend schlechte Chancen auf dem Stellenmarkt. Finden sie einen Job, dann oft nur einen einfachen – wie bei 60 Prozent der arbeitenden Türken. Nur gut ein Drittel hat eine qualifizierte Tätigkeit, fünf Prozent arbeiten in einem hoch qualifizierten Job, zwölf Prozent sind selbstständig.

Um die Lage der Migranten zu verbessern, sind dem Institut zufolge „vermehrte Ausbildungsanstrengungen“ nötig. Der Staat sei besonders gefordert, „der nachwachsenden Generation bei der frühkindlichen Erziehung und der schulischen Bildung gute Startchancen zu verschaffen“. Der Senat habe Schritte in die richtige Richtung unternommen. Wenn Berlin es nicht schaffe, die Kinder bildungsschwacher Schichten besser als ihre Eltern zu qualifizieren, drohe der Stadt „eine Zukunft, bei der sie noch weiter als bisher bei der wirtschaftlichen Entwicklung hinterherhinkt“.

„Türken sind nicht grundsätzlich dümmer als Deutsche“, kommentierte Eren Ünsal, Sprecherin des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg, die Studie. Kinder mit Migrationshintergrund müssten bessere Bildungschancen bekommen, zudem dürften Ausländer auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr diskriminiert werden. Günter Piening, der Integrationsbeauftragte des Senats, sagte, die Krise der Berliner Industrie nach 1990 wirke noch nach. Hier hätten viele gering qualifizierte Migranten gearbeitet. Seit 2005 habe sich die Lage der Zuwanderer aber verbessert – es gebe mehr Jobs und Ausbildungsplätze, und gerade Türkischstämmige wechselten häufiger auf ein Gymnasium. Klar sei aber, dass die Integration Zeit brauche und eng mit der wirtschaftlichen Lage Berlins verknüpft sei.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.08.2008)
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Kommentare [ 68 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von gmb_berlin gmb_berlin ist gerade offline | 26.8.2008 20:57 Uhr
Chancen nutzen
"Kinder mit Migrationshintergrund müssten bessere Bildungschancen bekommen"

Es gibt keine Gymnasien oder Universitäten, an denen keine Türken zugelassen wären. Die Chancen sind da, man muss sie aber auch nutzen!
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von rc rc ist gerade offline | 26.8.2008 21:05 Uhr
Diskriminierung?
Was bitte schön heißt Diskriminierung am Arbeitsmarkt? Wie sollen bessere Ausbildungsmöglichkeiten die Situation verändern, wenn bestimmte Schülerklientels sich verweigern und keine Lust auf Schulunterricht haben?

Ich kenne Migrantenkinder, die es trotz ihrer schwierigen Situation geschafft haben, Abitur zu machen und zu studieren. Bei ihnen muss man feststellen, dass sie an der Gesellschaft teilnehmen wollen. Und es gelingt ihnen, sie werden von jedem problemlos anerkannt. Es kommt nicht von ungefähr, dass bei Türken in der dritten Generation der Anteil an Schulabbrüchen bedeutend höher ist.

Bessere Ausbildungsmöglichkeiten- okay. Aber die alleine werden nichts bewirken, wenn nicht auch eine andere Haltung gegenüber unserer Gesellschaft eingefordert wird. Wenn der Schulpflicht in Deutschland nicht nachgekommen wird, müssen Konsequenzen gezeigt werden.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 26.8.2008 21:45 Uhr
Hat sich schon mal jemand ...
... um die Lage der libanesischen Palästinenser gekümmert? In dieser Bevölkerungsgruppe dürfte die Lage dramatisch schlimmer aussehen, nur daß die keiner fragt, weil sie kaum eine Arbeitserlaubnis erhalten.
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von spital8katz spital8katz ist gerade offline | 27.8.2008 11:33 Uhr
Noch was:
Was ist das, "Libanesische Palästinenser"?

Eine Art von Außerirdischen? Spanische Portugiesen?
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 26.8.2008 21:48 Uhr
Türken sind nicht dümmer als Deutsche,
sie müssen halt nur Deutsch sprechen können! Dann können sie auch Schulabschlüsse machen und Lehrstellen und Jobs bekommen.

Aber beim Erlernen der deutschen Sprache sind zuerst mal die Familien und die Kinder und Jugendlichen selber gefragt!
Niemand kann das verhindern, nur die Türken selber.

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von hades hades ist gerade offline | 26.8.2008 22:06 Uhr
Bertelsmann-Stiftung: Unzureichende Integration von Zuwanderern kostet den Staat jährlich 16 Milliarden Euro
Sozialversicherungen die größten Verlierer - Bildung wichtiger Integrationsfaktor

Die unzureichende Integration von Zuwanderern kostet den Staat jährlich schätzungsweise 16 Milliarden Euro. Durch mangelnde Sprachkenntnisse, fehlende soziale Netzwerke und schlechte Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt gehen dem Staat Einkommenssteuern und Beiträge in der Renten- und Sozialversicherung verloren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Büros für Arbeits- und Sozialpolitische Studien (BASS) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Demnach kostet die mangelnde Integration Bund und Länder jeweils 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Kosten der Kommunen liegen bei 1,3 Milliarden Euro, die der Sozialversicherungen bei 7,8 Milliarden Euro.

LINK: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/
bst/hs.xsl/nachrichten_84818.htm
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von uschidoelle uschidoelle ist gerade offline | 26.8.2008 22:17 Uhr
Migranten werden ausgeblendet
Zu gmb_berlin:
Allein die Verwaltung für einen Menschen mit Transfairleistungen,
kostet knapp 400,00€ pro Jahr.

"Kinder mit Migrationshintergrund müssten bessere Bildungschancen bekommen"

ist eine sehr gute Forderung und ein guter Anfang.

Es muss vor der Schule in den Kitas beginnen,

wie es in dieser Stadt "gehändelt" wird,

kann jeder nachlesen, beim kippen des Kita-Volksbegehren in dieser Ausgabe.

Ohne Nutzen!


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von spital8katz spital8katz ist gerade offline | 27.8.2008 11:35 Uhr
Entgegen
dem Trend heißt es immer noch "Transferleistungen"...
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von katzen katzen ist gerade offline | 26.8.2008 22:20 Uhr
Genau richtig,
wer hier lebt bzw. leben will/muss, sollte die Sprache beherrschen. Das müssten wir in der Türkei doch auch oder glaubt etwa jemand, die Türkei würde sich so einen Kopf um Migranten machen? Wäre mir neu.Jeder Eingewanderte hat hier doch seine Chance, er muss sie nur nutzen und nicht nur fordern.
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von karl_bold karl_bold ist gerade offline | 26.8.2008 22:34 Uhr
dumm oder doof?
dumm bezeichnet mangelnde bildung, doof dagegen steht für mangelnde intelligenz. ich denke, dööfer sind die türken mit sicherheit nicht.

zum thema "etnisches "subproletariat" hat sich bereits ausreichend und erschöpfend der historiker prof. wehler geäußert.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/signale/661998/
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von unbekannt | 26.8.2008 22:38 Uhr
Darf ich mal was fragen . . . . . . . .
. . . . . . . . wieso heißt es immer ''benachteiligt''? Jeder zweite türkischstämmige ist arbeitslos gemeldet in Berlin. Die Rate ist doppelt so hoch wie bei nicht türkischstämmigen Einwanderern. Das hat doch nichts mit Benachteiligung und zu unzureichender Schulbildung zu tun. Aber blos nicht rassistisch werden. Blos nicht den Verdacht aufkommen lassen, man hätte türkischstämmige Deutsche in Verdacht, bei denen könnte das so Uso sein. Wenn man die so mit Glazée-Hanschuhen anfasst fühle I C H mich langsam benachteiligt.
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von burri19 burri19 ist gerade offline | 26.8.2008 22:44 Uhr
Was, wenn die Türken nicht wollen?
Das DIW beschreibt, daß viele Türken gar keine Lust zu arbeiten haben. Sie lernen kein Deutsch, sie lernen auch sonst nichts, sie mühen sich nicht.
Was soll man da machen?! Mit der Krise nach 1990 hat das überhaupt nichts zu tun, wie Piening schreibt.Es hat damit zu tun, daß die jungen Leute nicht gefordert werden.
Erst dieser Tage gab es Streit um einen 21jährigen Türken, der seit der Hauptschule nichts arbeitet, von Hartz4 und erst auf Druck der Ausländerbehörde,hin ihn auszuweisen, sich eine Arbeit besorgte.
Auf das Geschrei von Links/Grün hin ruderte das Amt zurück: er müsse sich nur bemühen....
Jetzt wäre es interessant zu wissen, ob er immer noch seinem Job nachgeht, wo es nur ums Bemühen geht.
So hilft man den ausländischen Jugendlichen nicht, im Gegenteil!
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von heinrichkoch heinrichkoch ist gerade offline | 26.8.2008 22:55 Uhr
Der Wille zur Bildung und Sprache
ist der Schlüssel. Der Artikel tut so, als ob die Türken selbst keine Schud an ihrem Schicksal hätten. Dabei ist bekannt, dass es in türkischen Familien oft schon am Willen fehlt, den Kindern Deutsch beizubringen.

Eine unter Türken weit verbreitetete, kulturell-religiös bedingte, deutschfeindliche Haltung tut ein übriges, die Assimilation dieser Gruppe zu erschweren.
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von meisterdietrich meisterdietrich ist gerade offline | 27.8.2008 0:42 Uhr
Ganz schön rassistisch, der TS
"weil ohnehin wenige Türkischstämmige überhaupt arbeiten wollten."
Türken als arbeitsscheu zu bezeichnen,
das kann sehr schnell in den VS-Bericht führen...
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von kasupke kasupke ist gerade offline | 27.8.2008 12:18 Uhr
@ meisterdietrich
Wenn, dann ist höchstens das DIW rassistisch. Der Tagesspiegel zitiert hier nur.

mfg
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von terrier terrier ist gerade offline | 27.8.2008 1:09 Uhr
Besonders häufig sind Migranten der zweiten oder dritten Generation arbeitslos und auf staatliche Leistungen angewiesen
Hallo! Gerade DIE sollten in der Lage sein, die deutsche Sprache besser zu beherrschen. Schließlich wurden sie zum allergrößten Teil hier geboren, sind hier aufgewachsen und haben deutsche Schulen besucht.
Diese Spezie in Schutz zu nehmen in wohl eher unangebracht.
Offenbar wurde ihnen, von wem auch immer, vorgelebt, daß man in diesem Land auch anders zurecht kommt als mit Arbeit.

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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 27.8.2008 10:42 Uhr
Diese "Spezies"
wird nunmal auch hier als "Spezies" behandelt. Als Fremde die hier eigentlich nichts zu suchen haben, als "Türken". Haben Sie mal Ausgrenzung erlebt und wissen wie Sie funktioniert? Sobald man Sie wissen lässt dass Sie nicht dazu gehören fühlen Sie sich auch nicht mehr zuständig.
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von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 27.8.2008 2:04 Uhr
Benutzen
Berlin 1988:Ein Werk für Videorecorder in Berlin Reinickendorf.In einer Halle befinden sich mehrere Fließbänder an denen die Videorecorder montiert werden. Stundenlohn Akkord 13,75DM/hBrutto.Am Fließband arbeiten fast nur Frauen.Kaum eine spricht deutsch.Die Luft ist schlecht und der Lärm ohrenbetäubend.Ein Meister,deutsch, mit Schnauzbart kommandiert.Das Werk gibt es schon lange nicht mehr.
Als Ausländer für uns Deutsche die"Drecksarbeit" übernommen haben,interessierte sich auch niemand für deren Ausbildung.Heute fällt uns dieses Problem vor die Füße und wir wälzen die Schuld daran lediglich ab,proklamieren,dass "Multikulti" gescheitert sei.Als "Alis" oder "Mustafas" Eltern noch ausnutzbar waren,tolerierte man die Anwesenheit.Die Bildung oder Integration der Eltern interessierte niemanden wirklich.Zehlendorf blieb Zehlendorf.Neukölln u. Wedding wurde den Ausländern als Wohnortim wahrsten Sinne des Wortes "verordnet".Das ist auch Geschichte.
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von worldcitizen worldcitizen ist gerade offline | 27.8.2008 6:37 Uhr
Sogar 50% der Akademiker.......
... unter den in Berlin studierten Tuerken ist arbeitslos. Also bitte keine Aeusserungen wie keine Sprachkenntnisse oder kein Wille ist da. Die Regierenden und viele Arbeitgeber sind bei diesem Thema durchgefallen.
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von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 27.8.2008 10:52 Uhr
Berlin selbst
könnte da auch ein Zeichen setzen indem es Bürger mit Migrationshintergrund fair in den Institutionen der Stadt beteiligen würde. Zumindest bei Polizeit und BVG ist das nicht der Fall. Aber equal opportunitiy ist in dieser Wannabe-Weltstadt leider noch ein Fremdwort.
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von bush bush ist gerade offline | 27.8.2008 14:55 Uhr
kein Arbeitswille
Warum sollte man das in Abrede stellen? Wenn jemand sagt, dass er nicht arbeiten will, glaube ich ihm das erst einmal. Wenn ein Vater nicht will, dass seine Tochter zur Schule geht, glaube ich ihm, dass er das auch so meint. Und wenn Schüler in der Schule nicht lernen wollen, glaube ich denen das auch erst einmal.

Diese Unwillensbekundung ist somit nicht *meine* Unterstellung. Und vor dem Hintergrund dieses Unwillens ist jedes Beschwören von "Chancen bieten", "Angebote intensivieren" gegenstandslos. Und wenn man die Chancen mal in einen internationalen Vergleich stellt, dürfte Deutschland *sehr gut* dastehen. Dass dennoch 3/4 der Genannten dann ohne Berufsausbildung sind, beweist doch jedem, das es nicht an "uns" oder an den Angeboten liegt.

Ausbildung sollte eben nicht frei"willig" sein, sondern Pflicht.
Comment
von bush bush ist gerade offline | 27.8.2008 15:17 Uhr
kein Arbeitswille
Warum sollte man das in Abrede stellen? Wenn jemand sagt, dass er nicht arbeiten will, glaube ich ihm das erst einmal. Wenn ein Vater nicht will, dass seine Tochter zur Schule geht, glaube ich ihm, dass er das auch so meint. Und wenn Schüler in der Schule nicht lernen wollen, glaube ich denen das auch erst einmal.

Diese Unwillensbekundung ist somit nicht *meine* Unterstellung. Und vor dem Hintergrund dieses Unwillens ist jedes Beschwören von "Chancen bieten", "Angebote intensivieren" gegenstandslos. Und wenn man die Chancen mal in einen internationalen Vergleich stellt, dürfte Deutschland *sehr gut* dastehen. Dass dennoch 3/4 der Genannten dann ohne Berufsausbildung sind, beweist doch jedem, das es nicht an "uns" oder an den Angeboten liegt.

Ausbildung sollte eben nicht frei"willig" sein, sondern Pflicht.
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von che che ist gerade offline | 27.8.2008 6:54 Uhr
Interessant...
wäre in diesem Zusammenhang mal die Zahl der Türken, die arbeitslos gemeldet sind, aber in Wirklichkeit schwarz arbeiten.
Comment
von hansenberg hansenberg ist gerade offline | 27.8.2008 8:15 Uhr
Betrachten wir einmal
Nun ja, betrachten wir einmal die Deutschen, die nach 13 Schuljahren und über 1000 Schulstunden Stunden Englisch (Hausaufgaben, Nachhilfe und Sprachurlaub nicht eingerechnet) die Englische Sprache nur sehr holprig sprechen, dann sind die 600 Stunden Deutsch für Migranten im Standardkurs doch wohl eher ein armseliges Angebot. Wer auf Deutsch sagen kann "Deutsch lernen!" hat oft die wenigste Ahnung, was das bedeutet.
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 27.8.2008 8:39 Uhr
Die Sprache eines Landes zu lernen
in dem man lebt, ist wohl sehr viel leichter.
Außerdem ist es nötig, um den Alltag gut zu bewältigen. (Es sei denn, man bewegt sich aus seinem Kiez nicht heraus.)
Die Frage ist doch nicht, ob es genug Angebote gibt oder ob 600 Stunden ausreichen.
Die Frage ist: Will ich die Sprache lernen oder nicht.
Und da muss man bei einigen sehr begründete Zweifel haben.
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von fritz fritz ist gerade offline | 27.8.2008 8:54 Uhr
@che
Die gleiche Frage können sie bei allen arbeitslos Gemeldeten stellen. Und sich auch fragen, warum jemand, der wirklich keinen regulären Job findet, NICHT schwarz arbeiten sollte.
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von fritz fritz ist gerade offline | 27.8.2008 8:57 Uhr
@klaus_weiss
Bürgerkriegsflüchtlinge - die hier nur vorübergehend Aufenbthalt nehmen sollen - kann man nicht mit Migranten gleich setzen, die seit Generationen hier leben.
Comment
von unbekannt | 27.8.2008 9:01 Uhr
Ich frage mich nur immer wieder,
wieso andere Ethnien deutlich besser im Arbeitsmarkt, bei der schulichen und beruflichen Ausbildung integriert sind? An den Angeboten kann es ja dann wohl nicht liegen, die sind für alle gleich...müssen halt eben nur angenommen werden. Wer in der 2. oder 3. Generation nicht einmal die nötigen Sprachkenntnisse aufweist, dem kann man wohl mangelnde Mindestintegrationsbereitschaft unterstellen. Der Verweis auf Fakten kann wohl kaum rassistisch sein, wie hier in einem Kommentar unterstellt wurde.
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von alexanderppp alexanderppp ist gerade offline | 27.8.2008 10:09 Uhr
ERSCHRECKEND
ist nicht nur die hohe Arbeitlosigkeit unter den türkischen Mitbürger, sondern die Kommentaren hier, die den besten Beweis liefert, warum junge Türken keine Stelle bekommen: soviele dumme Klichees und Vorurteile! Das ist Rassismus pur! Niemand ist gerne Arbeitslos...
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von uvloff uvloff ist gerade offline | 27.8.2008 10:12 Uhr
Benachteiligung?
Der Begriff "benachteiligt" suggeriert, dass Migranten Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze vorenthalten werden. Das ist aber - mit wohl wenigen traurigen Ausnahmen - nicht der Fall. Überwiegend kann man eher vom Gegenteil ausgehen: Migranten steht eine Vielzahl von Förderprogrammen zur Verfügung. Wenn Migrantenkinder ein geringeres Bildungsniveau haben, dann liegt das Problem in ihren Familen. Wir haben hier eine liberale und leistungsorientierte Gesellschaft. Wer sich aufgrund konservativer oder religiöser Einstellungen isoliert und nicht mal in eigener Initiative ausreichende Sprachkenntnisse erwirbt, hat sich und seinen Kindern selber die Chancen genommen.
Comment
von jimmyk jimmyk ist gerade offline | 27.8.2008 11:13 Uhr
@ uvloff
Der Anzahl der Schmähkommentare jungen "Türken" in diesem Forum hier gegenüber kann man doch recht einfach entnehmen wie einfach es diese Menschen in dieser Gesellschaft haben. Da sind doch böse und abschätzige Blicke im Alltag noch das geringste Problem. Das zieht sich aber weiter in alle Lebensbereiche - bis hin auf den Arbeitsmarkt. Nicht einmal die Stadt Berlin hat eine faire equal opportunity POlitik bei der Besetzung von Stellen.
Da würd ich eher auf das Gegenteil schliessen - die Fälle, in denen ihnen mit Fairness begegnet wird, ist die traurige Ausnahme.

Aber zumindest schön zu lesen, dass Ihnen noch keine Diskriminierung widerfahren ist - da sie offensichtlich nicht wissen, wie sie funktioniert und wie sie sich auswirkt.
Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 27.8.2008 10:28 Uhr
@alexanderppp
Der Beitrag von dazzle sagt es.
Comment
von edson edson ist gerade offline | 27.8.2008 10:52 Uhr
Chancen verhindert
In Dänemark machen 95 Prozent eines Jahrgangs eine Ausbildung.
Es gibt einen Rechtsanspruch und einen individuellen
Ausbildungsplan.Vorher wird in einer Gesamtschule mit Integrationskursen jeder zum Abschluß gebracht.Auch wird das
Lehrlingsgehalt von einem Fonds jedem gewährt und auch nicht
mit dem Einkommen anderer Familienmitgleider verrechnet.Die Ergebnisse sind bei allenProblemen im Detail im Vergleich zu
Deutschland beeindruckend.
Comment
von klausnorderney klausnorderney ist gerade offline | 27.8.2008 11:46 Uhr
Rechtsanspruch gibt es
Richtig es gibt den Rechtsanspruch. Nur Sie vergessen den Zwang, den es in Dänemark auch gibt. Vereinfacht gesagt, Geld gibt es nur bei Gegenleistung. In Deutschland bekommen die Leute ihr Hartz 4 auch ohne jede Leistung (zumindest geht das).

Fordern und fördern sagte Herr Schröder. Nur das Fordern ist in Deutschland und besonders Berlin unterentwickelt.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 27.8.2008 11:25 Uhr
@fritz
Wenn sie hier geboren wurden und schon seit 15 Jahren hier leben, wohl schon.
Comment
von lindblom lindblom ist gerade offline | 27.8.2008 12:09 Uhr
@edson
Sie haben ja recht, aber man darf auch nicht vergessen, dass Zugewanderte in Dänemark meist über wesentlich bessere Sprachkenntnisse verfügen, da es in der dän. Gesellschaft u.a. bei weitem schwieriger ist sein eigenes Ghetto zu bilden.

Das mit dem Ghetto meine ich nicht wertend. Ich kann ja menschlich betrachtet nachvollziehen dass man gerne unter seinesgleichen lebt.

Dazu kommt, dass in Dänemark mit 3,8% Arbeitslosigkeit nahezu Vollbeschäftigung herrscht, und das schon seit mehreren Jahren.
Die Dänen bemühen sich um eine Zuwanderung von zusätzlichen Arbeitskräften z.B. aus D (wobei da wohl jetzt eine leichte Trendwende einsetzt).

Aber, schlecht integrierte Ausländer gibt es auch in Dänemark und als "Südländer" ist man auch vor Diskriminierung nicht immer geschützt.

Wäre unsere Wirtschaft so dynamisch und prosperierend wie die dänische, dann würde jede Arbeitskraft gebraucht und es wären auch nicht mehr so viele Menschen (egal ob Türken oder Deutsche) arbeitslos.

Comment
von fritz fritz ist gerade offline | 27.8.2008 12:15 Uhr
@klaus_weiss
Es hat ihnen und uns nichts gebracht, weil wir ihnen in unserer Leistungsgesellschaft keine Lebensperspektive bieten konnten. Ist das human, Menschen bei uns aufzunehmen nach dem Motto: "Willkommen im Elend"?

Comment
von freidenker freidenker ist gerade offline | 27.8.2008 13:52 Uhr
@ fritz
Sie haben da etwas sehr Wahres gesagt!

Es ist eben nur ganz vordergründig human, Leute aufzunehmen, die absehbar in der hiesigen Sozial- und Wirtschaftswelt nicht einen guten Platz finden!
PR-Humanität.
Comment
von 1000berlin21 1000berlin21 ist gerade offline | 27.8.2008 12:27 Uhr
Na sowas...
An dieser Stelle nochmal:

Siemens ist es doch völlig egal, ob Heinrich, Mustafa oder Andrej die neuen Anlagen entwerfen.

Dem deutschen Staat ist es ebenso egal. Er weiß, dass wir mehr Steuerzahler brauchen.

In der dritten Gen. die deutsche Sprache nicht zu sprechen, ist äußerst bedauerlich.

Bemerkenswert ist auch, dass so viele Menschen, aus allen Ecken der Welt, ÜBERHAUPT kein Problem mit dem, ach so schlimmen, deutschen Bildungssystem haben. Und die können am Anfang auch kein Wort Deutsch!

Hier spielen folgende Gründe eine Rolle:

Eine arbeits- und bildungsablehnende Haltung.
Mangelde Sprachkenntnisse.
Üppige Transferleistungen (ALG II, Kindergeld, usw.).
Illegale Einnahmequellen (Schwarzarbeit, "kleine Geschäfte").

Die Folgen sind dramatisch:

Junge Leute, die sich einfach nehmen, was sie gerade haben wollen.
Massive Belastungen für das Sozialsystem, dadurch immer höhere Lohnnebenkosten
Abgleiten ganzer Stadtteile










Comment
von ludwigalfons ludwigalfons ist gerade offline | 27.8.2008 12:31 Uhr
Was man wissen sollte
Bisher war die Meinung geächtet, daß einzelne Gruppen nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen wollen. Dazu noch zwei weitere Erkenntnisse der Sozialwissenschaft. Prof. Bassam Tibi schrieb in einem seiner Bücher, die Sozialhilfe in Deutschland sei höher als das Gehalt eines Professors in der Türkei. Und der Berliner Sozialwissenschaftler R. Ghadban stellte in seiner Studie über Libanesen sachlich fest, daß die deutsche Sozialhilfe mit ein paar Nebeneinkünften höher sei als das Gehalt eines Professors an der Universität in Beirut. Dies ist keine Polemik, sondern macht die Anziehung der deutschen Sozialsysteme deutlich.

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