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Sollte man die O2 World meiden oder lieben?

Die Großhalle am Ostbahnhof ist eröffnet. Viele Berliner freuen sich auf den Konzertauftakt mit Metallica und Herbert Grönemeyer, während sich andere über das "Monstrum" am Spreeufer ärgern. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!
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Ärgernis oder neuer Anziehungspunkt. Die Arena am Ostbahnhof lockt ab jetzt mit Großveranstaltungen. - Foto: dpa
Berlin -  Berlins neue Arena für Konzerte und Sportveranstaltungen, die O2-World, ist eröffnet. Nach Angaben der amerikanischen Anschutz Entertainment Group wurden 165 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Gegner der Halle kritisieren das Bauwerk als "monströs" und architektonisch unpassend für das Spreeufer. Sie erwarten negative Effekte für Kreuzberg und Friedrichshain, insbesondere für den Wrangelkiez. Dort wird eine Überlastung des Verkehrsnetzes befürchtet, wenn Tausende Besucher zu Konzerten von Mega-Stars an- und abreisen. Außerdem wird befürchtet, dass andere Berliner Veranstaltungshallen durch die neue Konkurrenz Verluste machen, die zum Teil mit öffentlichen Mitteln ausgeglichen werden müssen.

Für die Basketballer von Alba Berlin und die Eishockey-Mannschaft Berliner Eisbären kommt die Halle dagegen gerade zur rechten Zeit: Beide Teams sind Deutscher Meister und freuen sich auf große Begegnungen, für die andere Berliner Hallen kaum Platz geboten hätten.

Die nach dem Telekommunikationsunternehmen O2 benannte Multifunktionshalle in Friedrichshain ist mit 17.000 Plätzen die zweitgrößte Arena Deutschlands nach der in Köln. Die Eishockeyspieler vom EHC Eisbären und die Basketballer von Alba Berlin haben hier ihre neue Heimspielstätte. (ho/ddp)

Freuen Sie sich auf die O2 World oder wollen Sie die neue Veranstaltungshalle boykottieren? Was meinen Sie? Schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel!

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Kommentare [ 48 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von mic mic ist gerade offline | 10.9.2008 11:27 Uhr
Boykott?
Dieser Sturm im Wasserglas wird so schnell abebben, wir er aufgekommen ist. Die Halle steht und sie wird erfolgreich sein. Ob da nun ein paar Revoluzer sich aufregen oder nicht.

Wenn ich Metallica-Fan bin, dann boykottiere ich ein Konzert doch nicht, nur weil mir der Standort nicht passt. Gleiches gilt für die Fans von Alba oder den Eisbären.

Was man boykottieren kann ist der Konsum in der Halle. 3,80 Euro für 0,4 Liter Bier oder 3 Euro für eine Currywurst sind schon happig und haben mit dem Preisniveau in Berlin nur wenig gemein.
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von torben torben ist gerade offline | 11.9.2008 1:33 Uhr
Mal wieder nur an dich gedacht!!!
DIR ist das egal, unter anderem weil DU ja auch nicht neben dem häßlichen Ding wohnen mußt. Während andere jeden morgen mit einem "schicken" O2-Logo aufwachen und mit einem "schicken" O2 Logo wieder schlafen gehen; falls man bei dem grellen Licht überhaupt schlafen kann. Ein weiterer toller deutscher Beitrag zum weltweiten Umweltschutz!!! Im Übrigen: Nachdem "Unter den Linden" die Weihnachtssterne im Vodafone-Logo strahlen, das Brandenburger Tor zum Telekom Tor geworden ist, jetzt das O2 World endlich fertig ist, dann wäre es doch nur konsequent, wenn E-Plus unsere Schule baut. Das wär nur fair, weil die noch nicht dran waren, spart Geld in Zeiten knapper Kassen und die Lütten wissen dann auch gleich was Sache ist...
NEIN DANKE!!!
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von deepriver deepriver ist gerade offline | 11.9.2008 23:56 Uhr
an wen denkst Du denn eigentlich
Also mal ganz ehrlich, Deine Sorgen möchte ich haben. Der Blick über das alte Bahngelände war ja wohl noch nie besonders erhebend. Und die Tatsache, dass da zugegebenermaßen etwas penetrant "O2" draufsteht, kann ich sehr gut verknusen, wenn ich daran denke, das dieser Klotz (mag er nun aussehen, wie er will) immerhin an die Tausend Leute in Lohn und Brot bringt. Und da sind die ganzen Lizenzunternehmen, der so eine Arena eine Existenz ermöglicht, noch nicht mitgerechnet.
Vielleicht bist ja am Ende auch Du derjenige, der mal nicht nur an sich denken sollte.
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von funker funker ist gerade offline | 11.9.2008 9:31 Uhr
man kanns verkraften.
im Großen und Ganzen gebe ich dir recht. Endlich hat Berlin mal eine wirklich vorzeigbare Multifunktionsarena mit genug Platz für große Indoor-Events. Ich freue mich drauf, morgen in dieser tollen Halle meine Lieblingsband zu sehen. Die Preise finde ich nicht überzogen, ist ja keine Stammpinte, wo man mehrfach die Woche hingeht. Ich war vor 3 Wochen in Dublin auf einem Metallica-Konzert. Da hat ein 0,5er Bier 5,50€ gekostet und ne Currywurst (ja da gabs wirklich "Sausage german style with curry") 6,50€. DAS fand ich teuer.
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von feihung feihung ist gerade offline | 10.9.2008 13:03 Uhr
Die Frage
ob man sie meidet oder liebt lässt sich wohl erst beantworten, wenn man das erste Mal dagewesen ist :)
Sie sieht aber schon schick aus, das muss ich sagen. Ich werde sie auf jeden Fall besuchen, der Anlass ist bis jetzt aber noch unklar.
Ansonsten muss ich mic Recht geben: Der Metallica-Fan wird sich dem Konzert bestimmt nicht verweigern, nur weil es in der O2-Arena stattfindet.
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 10.9.2008 13:05 Uhr
meiden, lieben oder boykottieren?
Nichts für ungut, aber so eine Frage kann man wohl nur in Berlin stellen, wo finanzielle Mittel im Überfluss vorhanden sind.

Die Antwort lautet auf jeden Fall: sinnvoll nutzen!
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von rox rox ist gerade offline | 10.9.2008 13:19 Uhr
Eindrücke Teil 1
Nachdem ich gestern beim ersten Belastungstest dabei war und ein Altherren-Eishokey-Spiel verfolgen durfte, kann ich ja mal meinen Eindruck wiedergeben.

Erst einmal sind die Preise, wie mic bereits erwähnte, ziemlich teuer. Eine Brezel 2,50, ein Bier 3,80 und so weiter.

Zweitens sind die Sitze zwar bequem. Aber insbesondere in den Oberrängen werden die Rückensitze schnell schmuddelig sein, da die Anordnung so ungünstig ist, dass die unteren Sitze schnell zur Fußstütze der oberen Sitze werden.

Drittens sind die Becherhalter sehr unflexibel und nehmen damit beim Vorbeilaufen den nötigen Platz.

Viertens sind viele Ecken schlecht verarbeitet. Man kann sich leicht an Scheibenecken oder Metallschinen die Hände aufschneiden.

Fünftens sind die Sitzreihen hinter den Stehplätzen relativ schlecht, weil die Treppengeländer und die dort stehenden Aufseher die Sicht auf das vordere Tor erheblich beeinträchtigt hat.
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von gralsritter gralsritter ist gerade offline | 10.9.2008 13:21 Uhr
Lächerlich.
Der anhaltende Protest gegen die O2-Halle ist nur noch lächerlich bzw. -soweit er jenseits Berlins wahrgenommen wird- schlichtweg peinlich, da von einer unglaublichen Hybris angetrieben.

Die künstlich aufgebauschten Argumente der Gegner sind zu großen Teilen sachlich unhaltbar bzw. rein subjektiv. Die zugehörigen Forderungen sind realitätsfern, egozentrisch und anmaßend.

Berlin soll mit aller Macht provinziell gehalten werden. Jede städtische Entwicklung auf internationalem Niveau wird attackiert. Wer gegen die Neubauten in Fr'hain ist, ist idR auch gegen die Hochhäuser am Alex und am Potsdamer Pl., gegen das Stadtschloß, gegen den Großflughafen und war wahrscheinlich auch mal gegen den Regierungsumzug.

Es geht jenen Gegnern jedoch nicht wirklich um Städtebau. Es scheint mehr eine tiefverankerte Kleinkariertheit zu sein. Es darf sich für sie nichts am Status quo ändern. Es ist deren Angst, mit der Entwicklung nicht Schritt halten zu können und ggf. einen Job zu benötigen.
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von raquette raquette ist gerade offline | 10.9.2008 23:45 Uhr
.
Diesem Beitrag ist nichts hinzuzufügen. Wegen dieser Zustände bin ich aus Berlin abgehauen, und hoffe inständig, dass sich das eines Tages ändert, und man zumindest die Möglichkeit hat, zurückzukehren.
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von lucio lucio ist gerade offline | 10.9.2008 13:21 Uhr
Wir haben´s ja
Warum muss in Berlin über alles gemeckert werden ? Die Halle sieht besser aus als jede andere mir bekannte Veranstaltungshalle, bringt Arbeitsplätze und viel Geld in die Stadt. Aber wir haben´s ja.

Warum gibt der Tagesspiegel eigentlich den Protestlern aus der Hausbesetzerszene so viel Raum ?
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von rox rox ist gerade offline | 10.9.2008 13:31 Uhr
Eindrücke Teil 2
Als Eishockey-Interessierter fehlt mir als letztes noch die Kühle, die einem im Welli entgegengkam. Ich hatte eher das Gefühl, im Wohnzimmer zu sitzen, als in einer Eishalle.

Ach ja, übrigens ist die Verkehrsanbindung von süden her sehr schlecht und Parkplatzgebühren von 5 Euro recht teuer.

Zur Positiven Seite

Hier muss man sagen, dass die Anordnung der Oberränge genial ist. Man hat von nahezu allen Plätzen einen super Überblick über das Spielfeld.

Der Kubus stört von keinem Platz und kann für alle Plätze gut einsehbar große Videobilder wiedergeben.

Die Zugänge sind gut verteilt und man kommt durch breite Zugangswege auch gut voran, wenn auch alles sehr weitläufig ist.

Die Akkustig ist ausreichend, obwohl mir teilweise der Surround-Effekt gefehlt hat.

Fazit:
Auf den ersten Blick scheint die Halle modern zu sein. Auf dem zweiten Blick wurde an vielen Kleinigkeiten gespart und die Preisvorstellungen sind extrem teuer. Beim Eishockey fehlt mir das Gefühl des Welli.
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von rox rox ist gerade offline | 10.9.2008 13:34 Uhr
Eindrücke Teil 3
Aber alles in allem sind die vielen Spielereien (wie Lichtspiele) auf Kosten der Verarbeitungsqualität gegangen.

In der Schule würde ich der Halle eine 3- geben.
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von sommer sommer ist gerade offline | 10.9.2008 14:20 Uhr
Provizialismus
10.Sep.08
Lieber "gralsritter",
ich kann Ihnen nur 100%-ig zustimmen.
Ich will nachher mit meinem 14-jährigen Sohn zur Halle fahren und mir selbst ein Urteil bilden.
MfG
Peter Sommer
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von gladis gladis ist gerade offline | 10.9.2008 14:35 Uhr
Miefige Kleinbürgerlichkeit
Die miefige Kleinburgerlichkeit weiter Kreise Berlins, auch der CDU und der Wowi-SPD, stinkt gen Himmel.
Es wäre gut, wenn sich diese Stadt nicht an einem "großen Spaßdorf" messen würde, sondern an der Entwicklung von Weltstädten.
In diesen Städten spielen z.B. geselschaftlich nicht
Frisöre und Talkmaster/innen die Hauptrolle, sondern das Risiko, eine Weltstadt sein zu wollen.
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von jbraun jbraun ist gerade offline | 10.9.2008 14:42 Uhr
wird eh eingebaut
wenn die sonstigen pläne umgesetzt werden, dann wird man die halle eh nicht mehr sehen, da sie von bürohausblöcken umbaut sein wird.
es ist nur schade, daß eine so hervorragende lage berlins nur dem reinen kosten-nutzen denken untergeordnet wird. unbelastet von historischen stadtstrukturen hätte man hier wirklich spannende architektur und städtebau verwirklichen können. so wird wohl aber die anmutung eines autobahnzubringers am stadtrand erhalten bleiben - was es ja auch wird, wenn die verlängerung der stadtautobahn realisiert wird. zu viele vertane chancen in unserer stadt...
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von jim_de_la_hunt jim_de_la_hunt ist gerade offline | 10.9.2008 14:46 Uhr
Hoffentlich
arbeitet der Sicherheitsdienst auch nachts
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von lear lear ist gerade offline | 10.9.2008 15:05 Uhr
Tagesspiegel meiden oder lieben?
Ich würde sagen Tagesspiegel eher meiden nach einer derart
beknackten Frage im Titel.

Die O2 Welt ist in erster Linie ein Quantensprung für die Stadt und deren Veranstaltungsgskultur. Die dargebotene Bandbreite vom Dalai Lama angefangen über Eishockey, Elton John, Basketball und World Wrestling lässt kaum Zweifel darüber, dass diese Arena in null komma nix ein Zuschauermagnet wird. Das ein paar Revoluzzer ihren Senf dazugeben ist in Berlin Standard aber weiterhin eher unbedeutend.
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von berlinist berlinist ist gerade offline | 10.9.2008 15:37 Uhr
Freud und Leid
Also Ich wohne direkt am Spreeufer und direkt gegenüber 02 Arena. So als Jugendlicher finde ich die Halle zwar coll usw., aber jeden Abend wird die Arena beleuchtet und es gibt eine Leuchtschrift, die einem nach schon einigen wenigen Tagen so was von auf den Keks geht. Natürlich ist die Halle super für große Events, trotzdem finde ich dass eine solche große Halle eher abseits oder in der Nähe der Stadt gebaut sein sollte. Da sie aber nun schon gebaut ist und man nichts mehr gegen sie machen kann, muss man wohl damit leben.
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 10.9.2008 16:20 Uhr
Det looft
Die Frage ist überflüssig. Die Halle wird laufen, das Viertel wird sich entwickeln, auch wenn es architektonisch klein Kleinod wird. Und es wird viele Arbeitsplätze schaffen.
Dann können die, die jetzt meckern, arbeiten gehen. Wenn sie überhaupt wollen.
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von ja ja ist gerade offline | 10.9.2008 16:27 Uhr
Demonstration gegen O2-World
Wer jetzt demonstriert, kommt zwei Jahre zu spät!
2006 hatte die Steiger- Anschütz- Gruppe in persona in mehreren Foren (im ehemaligen "Maria" an der East- Side- Galerie) ihre Pläne u.a. zur Erstellung der O2- Halle der Öffentlichkeit vorgestellt. An diesen Foren konnte jeder teilnehmen. Es gab von den Teilnehmern/ Gegnern teils massive Kritik an dem Vorhaben der Steiger- Anschütz- Gruppe. Jetzt werden im nachfolgenden die gleichen Kritiken noch mal laut. Denoch: Jetzt ist das O2- Ei fertig. Das Ding ist gebaut. Jetzt ist es Realität.
-CUT-
Leute. Nehmt's nicht persönlich. Aber ihr habt's mit der heutigen Demo echt um zwei Jahre verpeilt! Vor zwei Jahren hätten wir eure und mehr Unterstützung gebraucht.
Comment
von jim_de_la_hunt jim_de_la_hunt ist gerade offline | 10.9.2008 17:20 Uhr
Mal ganz im Ernst
Wogegen wollen Sie eigentlich demonstrieren?
Irgend jemand muss doch die Stütze der anderen
auch finanzieren...
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 11.9.2008 10:21 Uhr
Wogegen demonstrieren?
Gegen CO2 World. Was sonst? Aber in Dankbarkeit für die Arbeitsplätze.
Comment
von deepriver deepriver ist gerade offline | 11.9.2008 23:59 Uhr
.
dem ist wohl nichts hinzuzufügen
Comment
von werth@salzgeber.de werth@salzgeber.de ist gerade offline | 10.9.2008 17:35 Uhr
Provinziell
Jede europäische Metropole, sogar Kleinstädte, reißen sich um große Architekten, um Museen, Veranstaltungshallen, Stadien oder wenigstens Brücken bauen zu lassen, die eindrucksvoll, ästhetisch und trotzdem praktisch sind. Zaha Hadid baut in Wolfsburg, Rafael Moneo erweitert den Prado, Hadi Teherani entwirft für Hamburg. Und das provinzielle Berlin ist so geil auf irgend eine überdachte Fläche, dass es sich allen Ernstes einen Zweckbau andrehen lässt, der ohne weiteres auch in einer chinesischen Provinzhauptstadt stehen könnte. Das ewige Geschrei, Berlin sei eine Metropole, möchte man irgendwann einfach nicht mehr hören. Wer sich derartiges vor die Nase sitzen lässt, ist wie Bielefeld eine Kleinstadt. Da kann man noch so laut Kampagnen starten, die kein Mensch braucht ("Be Berlin!") oder an der Schließung eines innerstädtischen Flughafens den Untergang des Abendlandes festmachen – Berlin bleibt provinziell. Das gilt übrigens auch für den Prenzlauer Berg, meine Damen!
Comment
von nurmi nurmi ist gerade offline | 10.9.2008 17:36 Uhr
Jeder nach seiner facon
Kann ja hingehen wer will und sechs Mark für eine Curry bezahlen. Habe gerade mal gecheckt: zwei Karten für Elton-Konzert am 11. 12. für schlappe knapp 700 Mark. Block 217, Plätze 5 und 6. Von dort kann ich die Ärsche von Touristen sehen aber nicht Elton. Aber immerhin: Sitzplätze. Für 141,50 Euro pro Karte kann ich mir zwei Jahre lang ein Abo im Renaissance-Theater leisten und erleben permament großartige Künftler.
Comment
von robert56 robert56 ist gerade offline | 10.9.2008 17:39 Uhr
Arbeitsplätze?
Das was dort an Arbeitsplätzen entsteht fällt an den anderen Hallen weg. Ganz klar.

Welcher Künstler geht denn jetzt noch in die Landeseigene M.-Schmeling Halle?

Die Eisbären müssen froh sein wenn sie regelmäßig mal 10.000 Leute reinbekommen. (Bisher um die 5.000).
Die Füchse sind mit 10.000 auch zufrieden.
Alba könnte regelmäßig etwas mehr als 10.000 bekommen.
Mal abwarten.

17.000 Plätze ist so die Mitte von "kleineren" Stars.

Grönemeyer hat noch vor kurzem das Olym.Stadion mit 70.000 Leuten gefüllt. Und jetzt nur 17.000? Show sage ich mal.
Comment
von maxvau maxvau ist gerade offline | 10.9.2008 17:57 Uhr
Meine Güte, dieser Weltstadtkomplex...
Eins rauf mit dem Tagesspiegel, der es hier offenbar schafft , mit einer provokanten Fragestellung zu polarisieren. So beknackt kann das Thema nicht sein, wenn sich hier eine so leidenschaftlich geführte Diskussion entwickelt. Was mich nur immer wieder wütend macht: dieses "Weltstadt"-Argument. Ich finde, die spannendsten Städte dieser Welt (z.B. New York, Barcelona, London) haben ihren Ruf nicht deswegen, weil dort alles supergroß und modern ist, sondern oft, weil dort Altes und Modernes, Traditionsverbundenheit und alternative Lebensformen, Kommerz und ideenreicher Individualismus aufeinanderprallen. Dieser Mix macht meiner Meinung nach auch grade Berlin zu einem attraktiven Ziel für Touristen. Alles Neue, Riesige, Ultrakomerzielle mit dem Argument "Wir wollen doch Weltstadt sein...?" zu rechtfertigen, greift zu kurz. Ich hab mir neulich den Düsseldorfer Medienhafen angeguckt: leblos, kalt, prätentiös, vertane Chance. Von sowas haben wir mit dem Potsdamer Platz schon ein Exemplar...
Comment
von raquette raquette ist gerade offline | 11.9.2008 19:10 Uhr
-
Zum Weltstadt-sein gehört in allererster Linie auch mal die passende Mentalität der Menschen, die sich eben nicht in provinzieller Abgrenzung äußert. Und da wird Berlin auf lange Sicht nichts reissen können. Selbst wenn man 50 oder 60 Kilometer aus Hamburg raus fährt, findet man noch urbanere Menschen als in Friedrichshain.
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von nurmi nurmi ist gerade offline | 10.9.2008 18:13 Uhr
Richtig, maxvau
Genau das isses. Mit den eiskalten Investoren wird die Seele von Berlin entkernt. Solche Gebäude (wie auch an diesem unsäglichen Potsdamer Platz) sind auswechselbar. Wer großartige Architektur sehen will, schaut sich das Straßburger Münster an, aber nicht das Sony-Center oder die O2-world.
Comment
von feihung feihung ist gerade offline | 10.9.2008 19:19 Uhr
Tja @nurmi
wenn sie zufällig eine Zeitmaschine haben, können wir ja mal kurz ins Jahr 1439 zurückreisen und schnell ein Münster an der Stelle bauen und irgendeinen anderen Haufen Steine an die Stelle vom Potsdamer Platz :)
Aber wahrscheinlich gab es damals auch Menschen, die ziemlich angepisst waren, dass die Kirche da so ein monströses Ding hinbaut, während das Volk hungert.
Mal ehrlich, wenn man die Arena nicht gebaut hätte, würde an der Stelle doch auch kein historisch wertvolles Gebäude stehen, was soll also der Verweis aufs Straßburger Münster?
Und wenn ich mir die Touristenmassen am Potsdamer Platz betrachte, scheinen recht wenige Menschen ihrer Meinung zu sein.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 10.9.2008 19:55 Uhr
Palast & CO2 World

Schaut man sich obiges Foto an und denkt sich die Sauerstoffkrone mal weg, steht jetzt der alte Palast am Ostbahnhof.

p.s.
Aber ich hätte das Ding "SSI-OOH-TUU Wörrld" genannt. Das hätte wenigstens was gehabt.
Comment
von schubertus schubertus ist gerade offline | 10.9.2008 20:22 Uhr
weltstadt argument
stimmt, ich frage mich auch, wer denn die leser sind, die
immer mit diesem argument kommen, eine solche diskussion
sei provinziell und berlin versuche doch immer weltstadt zu
sein. wer bitte muß als dritthäufigst besuchte stadt europas
irgendjemandem den weltstadtbeweis antreten? und dass diese
stadt immer auch irgendwie dorf ist, wird auch niemand
bestreiten. meines erachtens macht u.a. diese mischung den
reiz berlins aus: urban aber ohne viele der sonst üblichen
stressmomente.

also ist berlin gottlob nicht new york und deshalb dürfen und müssen solche investorendebatten sein. ich wünschte, es würde erheblich mehr davon geben und zwar vor erteilung der
baugenehmigung..

Comment
von coyote coyote ist gerade offline | 10.9.2008 20:51 Uhr
Wurde auch Zeit
Koln hat schon seit 10 Jahren eine solche Arena - mit 19.000 Plaetze . . Berlin hatte erst mal wieder einen Amerikaner noetig , der hier eine vernuenftige Halle baut .

Nur , wogegen demonstrieren die Herrschaften denn eigentlich ?

Comment
von coyote coyote ist gerade offline | 10.9.2008 21:22 Uhr
Gut fuer Berlin
In jeder anderen Stadt sind die Menschen froh ueber einer solche Arena - nur in Berlin wird gemotzt . Moechte Berlin ewig arm bleiben ? Das Viertel wird sich doch weiter entwicklen und vor allem Kreuzberg-Friedrichhain hat doch neue Impulse noetig .
Comment
von schronk schronk ist gerade offline | 10.9.2008 22:29 Uhr
Eine Kleinstadt auf 4 Rädern
fährt jetzt wohl jeden 2. Abend durch Friedrichshain-Kreuzberg um zu dieser hässlichen Halle zu kommen. Und die Wilmersdorfer und Heiligenseer Kommentatoren (die dann in diesen Autos sitzen) beschwören die Weltstadt - die viel eher aus Demonstrationen besteht als aus 08/15 Kapitalvermehrungsarenen, aber das wolln sie natürlich nicht wahrhaben.
Comment
von stefan16 stefan16 ist gerade offline | 10.9.2008 22:32 Uhr
energieverschwendung
das allerschlimmste ist das morgends um 6 uhr, wenns noch dunkel ist... die halle hell erleuchtet ist, was für ne verschwendung, und das in unserer zeit...

die architektur erinnert an chinesische einkaufszentren... einfach peinlich...

es gibt den velodrome und die max schmelling halle, warum noch dies halle?

berlin verliert seinen flair!
Comment
von katun katun ist gerade offline | 11.9.2008 0:19 Uhr
Schöne neue Werbewelt
Aus der Sicht eines Besuchers und Bewohners einer anderen deutschen Grossstadt gesehen wirkt die Werbehalle kalt, charakterlos und deplaziert. Regelrecht geschockt war ich bei meinem letzten Besuch an der East Side Gallery. Armes Berlin, kaum interessiert sich mal ein Grossunternehmen für den Standort Berlin, schon werden alle städtebaulichen Aspekte im Keim erstickt. Den Kommentaren hier zufolge scheint es ja noch immer Leute zu geben die glauben, dass der gemeine Bürger von diesem System profitieren würde, prosit zu 3,80 ! p.s. der Verbraucher bestimmt den Preis.
Comment
von gedanke gedanke ist gerade offline | 11.9.2008 1:39 Uhr
Leute??
Ich bin erstaunt darüber, wieviele hier eine pro-02World Einstellung vertreten. Für Veranstaltungen, Sport oder Konzerte gab es in Berlin doch immer ausreichend Platz. Die Arbeitsplätze die entstehen werden irgendwo anders weggenommen. Es ist natürlich wichtig dem Anspruch einer Weltstadt nachzukommen, aber bereichert ein solcher Bau diese Stadt wirklich? Ist es wirklich nötig oder könnten 165 Mio. verteilt werden an Menschen in einer großen Stadt, deren Hoffnung verblasst, die gute Ideen haben aber kein Geld...? Vielleicht. Warscheinlich. Und würden daraus nicht wunderbare, geistvolle und kulturbereichernde Dinge entstehen? Menschen die sich austauschen, sich kennenlernen. Touristen die das wahre Gesicht der Stadt bestaunen können und nicht eine Entertainment-Halle!? Vielleicht. Warsch...
Comment
von karnival karnival ist gerade offline | 11.9.2008 2:29 Uhr
niveaulos
Man mag ja von der Halle und der dahinter stehenden Idee der Entertainment-Kultur halten, was man will. Sie aber als Ausdruck von Weltstadt zu bezeichnen, zeigt nur, wie sehr der vulgäre Mainstream mittlerweile unsere die Kulturdefinition beherrscht. Den Menschen, die sich aber zu Recht mit den Problemen der Segregation und dem Umgestaltung ihres Heimatbezirkes auseinander setzen, als per se faule, arbeitsunwillige Revoluzzer zu bezeichnen und ihnen darüber hinaus auch noch ihr Demonstrationsrecht aberkennen zu wollen, zeugt nicht nur von fehlender Toleranz. Es ist vielmehr Ausdruck einer bonierten, dem kreativen Denken unfähigen Masse, die jeden wie auch immer schlechten bezahlten Arbeitsplatz einem gesellschaftlichen Diskurs vorzieht, jene schweigende Mehrheit der Wohlfeilen, das eigentliche Geschwür unseres Landes.
Boykottieren ja, aber nicht wegen des Betreibers oder der Architektur, sondern wegen der Besucher!
Comment
von jb jb ist gerade offline | 11.9.2008 8:43 Uhr
Gleise
O2 World hin oder her - viel interessanter finde ich die Frage, über die offenbar keiner nachdenkt: Ist es vor dem Hintergrund immer knapper und teurer werdender Energie, immer dringlicher werdendem Umweltschutz und einem nötigen Verlagern von Gütertransporten auf die Schiene wirklich klug, sämtliche innerstädtischen Güterbahnhöfe zu beseitigen, wie am Ostbahnhof besonders beeindruckend zu beonachten ist? Ist das Beseitigen all dieser alten Bahnflächen ("Wird ja nicht mehr gebraucht!") wirklich der Weisheit letzter Schluss? Ich habe da so meine Zweifel, denn sie bedeutet das endgültige Aufgeben der Möglichkeit, Güter umweltverträglich bis ins Zentrum der Metropole zu bringen. Irgendwann könnte sich das rächen...

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