[Kommentare: 14]

Bundeswehr-Gelöbnis

Ex-Terroristin Inge Viett wieder frei

Die frühere RAF-Terroristin Inge Viett ist anlässlich des umstrittenen Bundeswehr-Gelöbnisses am Brandenburger Tor ins Visier der Polizei geraten, als sie Festgenommene aus den Händen der Behörden befreien wollte. Sie gilt als Ikone in der linken Szene. Inzwischen ist sie wieder auf freiem Fuß.
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Inge Viett inmitten den Schwarzen Blocks bei der Demo am 1. Mai. - Foto: Mike Wolff
Bei den zwei Kundgebungen gegen das Gelöbnis von Bundeswehrrekruten vor dem Reichstag am Sonntag hat die Polizei sieben Demonstranten festgenommen. Darunter befand sich auch die frühere RAF-Terroristin Inge Viett. Sie wurde inzwischen wieder aus dem Gewahrsam entlassen. Laut Polizei hatte sie versucht, einen Festgenommenen aus den Händen von Polizeibeamten zu befreien. Gegen Viett wird wegen des Verdachts auf versuchte Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen einen Vollstreckungsbeamten ermittelt.

Die Polizei war bei der Demonstration gegen das Gelöbnis auf dem Platz der Republik eingeschritten, weil Protestierer wiederholt versucht hatten, über eine Lautsprecheranlage mit Sirenengeheul die Veranstaltung zu stören. Nachdem die Beamten die Veranstalter mehrmals erfolglos aufgefordert hätten, dies zu unterlassen, habe man ein Kabel der Lautsprecheranlage durchgeschnitten, hieß es bei der Polizei. Gegen das Gelöbnis, das erstmals vor dem Reichstag abgehalten wurde, hatten mehrere linksgerichtete Gruppen demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 1000 Teilnehmern, die Polizei hingegen zählte rund 300. Insgesamt waren 1800 Polizisten im Einsatz, um die Veranstaltung zu schützen. Das „Gelöbnix“-Bündnis warf der Polizei gezielte Übergriffe auf Gegendemonstranten vor und bemängelte die weiträumigen Absperrungen. Polizeipräsident Dieter Glietsch wies die Kritik zurück. Der Ablauf der Zeremonie und der Gegendemonstrationen habe gezeigt, dass der Kräfteeinsatz notwendig war.

Von der Linksfraktion gab es Kritik: Innenexpertin Marion Seelig hält die weiträumige Absperrung und die Tatsache, dass Gegendemonstranten in der Nähe nicht zugelassen wurden, für „problematisch“. Dadurch, dass das Regierungsviertel abgeriegelt war, sei das Gelöbnis nicht wirklich öffentlich und wäre damit besser in der Kaserne aufgehoben gewesen.

Dass Ex-Terroristin Inge Viett mit der Polizei aneinandergeriet, ist ein weiterer Hinweis auf ihre ungebrochen linksextremistische Einstellung. Im Februar 2007 hatte sie in in der Zeitung „Junge Welt“ geschrieben, dem „Guerillakampf“ in der Bundesrepublik und „in allen imperialistischen Staaten“ wäre „verdammt mehr Erfahrung, Klugheit, Ausdauer und Unterstützung zu wünschen gewesen“. Am 1. Mai vergangenen Jahres marschierte sie bei der „Revolutionären Demonstration“ vorne mit im Schwarzen Block. Viett gilt im linksextremen Spektrum als eine Art Ikone, auch wenn die Rote Armee Fraktion schon lange nicht mehr zum Vorbild taugt und in der Szene terroristische Anschläge auf Menschen abgelehnt werden.

Viett hatte sich in den 70er Jahren der „Bewegung 2. Juni“ angeschlossen. Die Terrorgruppe entführte 1975 den damaligen Berliner CDU-Chef Peter Lorenz. 1980 wechselte Viett zur RAF und setzte sich 1982 in die DDR ab. tabu/fan

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.07.2008)
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Kommentare [ 14 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von dmeyer dmeyer ist gerade offline | 21.7.2008 22:37 Uhr
Inge Viett
Das sich solche " Leute " trauen, wieder gesetzwidrige Hand-lungen zu begehen, ist schon ein starkes Stück.
Die Gefängnisstrafe hat wohl nichts bewirkt.
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von volkerwrieble volkerwrieble ist gerade offline | 21.7.2008 23:43 Uhr
inge viett
Sie haben völlig Recht. Es gibt immer wieder Unbelehrbare und Frau Viett hat überhaupt nichts dazugelernt. Noch mehr hat mich allerdings erstaunt, dass der Tagesspiegel von einem "umstrittenen Gelöbnis" schreibt. Solange wir unser GG haben, wird diese Bundeswehr dem Parlament unterstellt sein. Was also ist umstritten?
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von schoeneberger schoeneberger ist gerade offline | 22.7.2008 0:39 Uhr
@volkerwrieble
Die bloße Tatsache, dass jährlich eine Gegendemonstration des Gelöbnix-Bündnisses zum Bundeswehr Gelöbnis stattfindet und dass im besonderen in diesem Jahr es zwischen Bezirksamt Mitte, Bundesverteidigungsministerium und Berliner Senat eine Debatte über den Veranstaltungsort des Gelöbnisses dürfte doch schon ausreichen um die Zelebrierung als "umstritten" zu bezeichnen?
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von udittmer udittmer ist gerade offline | 22.7.2008 0:45 Uhr
Oeffentliche Geloebnisse sind schon seit langem umstritten
Nur weil sie rechtlich zulaessig sind heisst das nicht dass sie unumstritten sind. In diesem Fall (wie bei nahezu allen oeffentichen Geloebnissen zuvor) gab es reichlich Diskussion und Gegenmeinungen im Vorfeld, und auch parallel ablaufende Demonstrationen.

Ich empfehle die Lekture eines breiten Spektrums an Presseorganen, dann wird sich schnell offenbaren dass solche Veranstaltungen in der Tat umstritten sind, und warum.
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von alexanderppp alexanderppp ist gerade offline | 22.7.2008 10:16 Uhr
Unbelehrbare
sind die Leute die wieder das Militär als Mittel der Politik einsetzen wollen...
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von lizzi lizzi ist gerade offline | 21.7.2008 23:48 Uhr
Die hat nix kapiert,
lebt scheinbar fernab vom Weltgeschehen. Würde fordern: gleich wieder einbuchten und zwar für immer, bevor wieder Schlimmeres passiert.
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von udittmer udittmer ist gerade offline | 22.7.2008 0:32 Uhr
Noch ist dies ein Rechtsstaat, ...
auch wenn Sie wesentliche Elements desselben offensichtlich gern abschaffen wuerden. "Forderungen" nach Strafe die im Widerspruch zu geltendem Recht stehen (nicht nur Strafrecht, auch Verfassungsrecht) bringen auch den Gedanken an mehr direkte Demokratie in Verruf. Das mag Ihnen nichts ausmachen, aber ein Schritt Richtung Vorgestern waere es allemal.
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 22.7.2008 9:11 Uhr
Noch ist dies ein Rechtsstaat, ... auch wenn Inge Viett
bereit zu sein scheint, viel dafür zu unternehmen, dass das nicht so bleibt.

Wenn sie als Ikone der Linken bezeichnet wird, wirft das ein deutliches Licht auf die Linken. Schließlich ist sie jemand - das muss man sich mal vorstellen, wie es in so einem Menschen aussehen muss - der in die DDR geflüchtet ist.

Die DDR war etwas zum Weglaufen und nicht zum Reinflüchten!

Also ein Staat, der physisch und psychisch Menschenleben zerstört hat. Auch wenn einige Gestörte - Brecht würde sie als Weißwäscher bezeichnen - verharmlosend von der "alten Dame DDR" sprechen.
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von hades hades ist gerade offline | 22.7.2008 10:26 Uhr
Tagesspiegel, 12.5.07 : Knallhart links Teil 1

Dt. Verfassungsschützer unterscheiden grunds. zw. 3 vers. Gr. von Linksextremen: Als eine Kategorie gelten „Marxisten-Leninisten und andere revolut. Marxisten“. Im vergangenen Jahr wurden 25 000 Anhänger gezählt. Das Spektrum bröckelt schon seit Jahren. Der VS zählt auch linksextr. Gr. der Linkspartei/PDS wie die „Kommunistische Plattform“ dazu. Das Spektrum insg., zu dem auch Maoisten und Trotzkisten zählen, gilt nicht als gewaltbereit – trotz rigider Propaganda gegen den Kapitalismus.

Als 2. Kategorie führen mehrere Verfassungsschutzbehörden dann die – eigentlich bieder und friedlich wirkende – Linkspartei selbst mit ihren 61 300 Mitgliedern auf. Der Partei wird allerdings ein „ambivalentes Erscheinungsbild“ attestiert. Es sei davon auszugehen, „dass nicht alle Mitglieder linksextr. Ziele verfolgen oder unterstützen“.

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von hades hades ist gerade offline | 22.7.2008 10:28 Uhr
Tagesspiegel, 12.5.07 : Knallhart links, Teil 2
Mit Sorge beobachten die Sicherheitsbehörden schließlich eine Zunahme in der 3. Gruppe, dem zur Militanz neigenden Spektrum. Das Potenzial der „Autonomen und sonstigen gewaltbereiten Linksextremisten“ sei im vergangenen Jahr bundesweit um 500 Personen auf 6000 gewachsen. Damit wurde erstmals seit 2002 ein deutlicher Anstieg registriert. Und wie jedes Jahr betonen Verfassungsschützer auch diesmal, das „Mobilisierungspotenzial der Szene“ umfasse zusätzlich „mehrere tausend Personen“. Das Milieu ist jedoch stark zerstritten. Eine Bruchlinie verläuft zwischen proisraelischen „Antideutschen“ und propalästinensischen Widersachern.

LINK: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages;art693,2021910
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von casimirkatz casimirkatz ist gerade offline | 22.7.2008 11:34 Uhr
Ikone?
Woher wissen denn die Autoren des Beitrags so genau, dass es sich bei dieser verwirrten Frau um "eine Ikone der linken Szene" handelt? Was bitte ist "die linke Szene" und besitzt diese "Szene" eine Zentralorgan für Ikonenpflege?

Hier reimen sich uninformierte Journalisten wieder einen Inhalt zusammen, damit alles hübsch ins Klischee passt: Martialische Zeremonien werden nur von Terroristen kritisiert.....
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von riegel riegel ist gerade offline | 22.7.2008 12:55 Uhr
@casimirkatz -Ikonenpflege auf Russisch
Zu mindest in der russischen KP gibt es eine Heiligen -Pflege.
Vor kurzem stellte sie einen Antrag auf Heiligsprechung Stalins durch die russisch orthodoxe Kirche (kein Witz). Als Begründung nannten sie die Lobreden auf Stalin während seiner Amtszeit durch die orthodoxe Kirche.
Dies wurde durch die russisch orthodoxe Kirche brüsk abgelehnt.

(Satire) Vielleicht sammelt die Linke in Deutschland auch Lobeshymnen, um sie dereinst bei einer Antragsstellung auf ... als Beweismittel ein zu setzten.

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von geronimovandyk geronimovandyk ist gerade offline | 22.7.2008 16:04 Uhr
Komisch?
Für Inge Vieth gilt das gleiche Recht wie für alle anderen Bürger in diesem Land. Das schließt das Demonstrationsrecht ein. Der Wind kommt doch aus einer andéren Ecke: Das demonstriert die Ex-RAF mit. Ergo sind alle Demonstranten potentielleTerroristen oder mindestens Sympathisanten. Kann es sein, dass es hier lediglich um die systematische Diffamierung der anderer Meinungen geht? Und einige User springen schon fast reflexartig darauf an!
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 22.7.2008 17:40 Uhr
dann müsssn
wohl alle, die hier in den letzten Tagen diskutiert haben, und so wie ich, gegen diese albernen Gelönisse sind eingesperrt werden?Wo muss ich zum Haftantritt hin?

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