[Kommentare: 60]

Kriminalität

Mit Härte und Haft erfolgreich gegen junge Serientäter

Jeder zweite der 552 "Intensivtäter" sitzt im Knast. Die Zusammenarbeit von Justiz und Polizei scheint zu wirken.
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Die kompromisslose Härte von Justiz und Polizei gegen Intensivtäter hat messbaren Erfolg. In der für Neukölln und Kreuzberg zuständigen Polizeidirektion 5 sitzen derzeit 54 Prozent der registrierten Serientäter in Haft: In Zahlen waren das am Freitag 92 von 171. Und das sei nur eine durchschnittliche Quote, sagt der zuständige Kommissariatsleiter Andreas Wolter. Der Rekord habe im Herbst bei 58 Prozent gelegen. Ähnliche Zahlen gibt es auch in den anderen Direktionen. Vorbei sind damit Zustände wie zu Beginn des Jahrzehnts, als jede Woche spektakuläre Kriminalfälle von Intensivtätern Schlagzeilen machten – damals gab es zwar fast gleich viele Serientäter, aber nur wenige von ihnen saßen ein.

Die Aussicht, hinter Gittern zu landen, bremst auch die nicht inhaftierten: Die Zahl der Raubtaten ist in den vergangenen beiden Jahren berlinweit deutlich zurückgegangen. Polizeipräsident Dieter Glietsch hat es kürzlich so formuliert: „Diese Inhaftierungen haben sich herumgesprochen in der einschlägigen Szene.“

171 der 552 Berliner Intensivtäter werden in der Direktion 5 betreut, „unsere Patienten“, wie sie der Kripo-Chef der Direktion 5, Manfred Schmandra, nennt. Einige seien wegen der harten Strafen gegen Räuber mittlerweile auf Betrügereien umgestiegen. Einen Vorteil hat das immerhin in der öffentlichen Wahrnehmung: Es wird weniger Angst und Schrecken auf der Straße verbreitet.

Erfolge gibt es auch bei den Jugendgangs: „Plündernde, marodierende Horden wie in den 90er Jahren gibt es nicht mehr“, sagt Wolter. 2009 waren die „Bergmann-Boys“ kurzzeitig im Kiez negativ aufgefallen, „das haben wir abgestellt“: Die beiden Wortführer der lose organisierten Bande wurden wegen zahlreicher Raubüberfälle und Sachbeschädigungen eingesperrt: Einer sitzt in Haft, der zweite in Thüringen in einem Heim, verschickt vom Jugendamt – und die anderen sind friedlicher geworden: „Die haben gesehen, was das einbringt.“ Der Rest der Gang weiß, dass er weiter unter Beobachtung des Kreuzberger Polizeiabschnitts 52 steht; als „kiezorientierte Mehrfachtäter“. Es sind Kinder, bei denen sich eine kriminelle Karriere abzuzeichnen beginnt und die Vorstufe zu Intensivtätern.

Und bei denen ziehen die Jugendämter mittlerweile am gleichen Strang, lobt die Polizeidirektion 5. Denn bei strafunmündigen Kindern sind Polizei und Justiz machtlos. Das Jugendamt Neukölln zum Beispiel hat einen durch Dutzende Straftaten aufgefallenen Zwölfjährigen bereits für mehr als ein Jahr in ein Heim eingewiesen.

Dass die beiden Jungen schon nach wenigen Monaten von der Straße weggeholt wurden, ist nur ein Erfolgsbeispiel der sogenannten „täterorientierten Ermittlungen“: Jeder Jugendliche, der mit vielen Straftaten auffällt, bekommt einen Polizisten aus Wolters Spezialkommissariat quasi an die Seite gestellt. Der erfährt von jedem neuen Delikt. Früher ermittelten je nach Tatort und Delikt diverse Kommissariate, oft ohne voneinander zu wissen; viele Verfahren wurden eingestellt. Da es bei der Justiz ähnlich war, kamen die Täter häufig mit geringsten Strafen wie einem Tadel oder wenigen Tagen Arrest davon – weil den Richtern oft gar nicht klar war, wie viele Einträge manche Jugendliche schon in der Akte hatten.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 08.02.2010)
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Kommentare [ 60 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von freidenker freidenker ist gerade offline | 7.2.2010 19:22 Uhr
Ein Dank
an Polizei und Staatsanwaltschaft!
Comment
von marel marel ist gerade offline | 8.2.2010 14:38 Uhr
Die andere Seite der Medaille
Was kostet uns der ganze Spaß? Wieviel müssen wir pro Tag für die Unterbringung pro Kopf bezahlen?


Comment
von handlich handlich ist gerade offline | 8.2.2010 16:03 Uhr
was für eine Frage...
Haben Sie sich mal überlegt, welchen Schaden solche Täter anrichten, wenn diese frei herumlaufen (Krankenhausaufenthalte,jahrelange medizinische Versorgnung, und psychologische Betreuung von Opfern, Verlust durch Diebstähle und Sachbeschädigungen, Bezug von Hartz 4 der Täter (ich unterstell mal, dass die Täter in den meisten Faällen keiner Arbeit nachgehen) immerwiederkehrende Belastungen der Gerichte)? Volkswirtschaftlich betrachtet ist die Inhaftierung der günstigere Weg.
Ich hoffe Sie wollten nur provozieren mit so einer Frage!
mfg
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von aueberlin aueberlin ist gerade offline | 7.2.2010 19:50 Uhr
Na dann
ist ja alles gut. Wer täglich die Zeitung studiert, hat aber nicht den Eindruck das die Kriminalität zurückgeht, vielleicht eher die Bereitschaft der Menschen Anzeige zu erstatten.
Comment
von stpl stpl ist gerade offline | 7.2.2010 23:02 Uhr
Wer täglich die Zeitung liest
und bei jedem einzelnen reportierten Verbrechen den Untergang des Abendlandes vermutet, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Vllt überlesen Sie ja die Zeitungsberichte, dass die Verbrechenszahlen stagnieren?
Glücklich jedenfalls, wenn Sie überhaupt erst dei Zeitung aufschlagen müssen, um mit Verbrechen konfrontiert zu werden.
Comment
von berggeist berggeist ist gerade offline | 7.2.2010 19:54 Uhr
Auch den Gerichtern sei Dank,
denn die haben endlich mal mitgezogen.

Berggeist
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von raka raka ist gerade offline | 7.2.2010 19:57 Uhr
Na, klappt doch!
Und da sage noch mal einer, Strafe nütze nichts!
Damit ist die Theorie der Soziologen wohl widerlegt, wonach es nie Gefängnis sein darf, sondern eher Therapie und Abenteuerurlaub.
Zumindest während die Burschen einsitzen, können sie keine Übeltaten mehr begehen.
Comment
von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 7.2.2010 22:47 Uhr
Traum und Wirklichkeit
Ihr Traum:
"Damit ist die Theorie der Soziologen wohl widerlegt, wonach es nie Gefängnis sein darf, sondern eher Therapie und Abenteuerurlaub."

Die Wirklichkeit:
"Das Jugendamt Neukölln zum Beispiel hat einen durch Dutzende Straftaten aufgefallenen Zwölfjährigen bereits für mehr als ein Jahr in ein Heim eingewiesen."

Comment
von kaleu kaleu ist gerade offline | 8.2.2010 11:56 Uhr
Ein echter Traum von wahrhaft...
...repräsentativem Charakter und zudem von ausgesuchter Beispielhaftigkeit..
Ein 12 jähriger, eines Bezirkes, für mehr als ein Jahr im Heim.

Das setzt selbstverständlich alles weitere an Berichterstattung ausser Kraft.
Comment
von demokratur demokratur ist gerade offline | 8.2.2010 12:45 Uhr
Was du auch tust ...
erwäge es und bedenke stets das Ende.

Das ist bloss von 12 h bis Mittags gedacht. Ganz ehrlich.



Zitat von raka

Zumindest während die Burschen einsitzen, können sie keine Übeltaten mehr begehen



Wenn die Burschen dann rauskommen, sind sie kaputt ( Hurra)
und haben den letzten Schliff zu Gewalttätern noch dazu bekommen.

Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 8.2.2010 13:28 Uhr
@demokratur
Ihre Gedanke ist teilweise richtig. Leider werden Straftäter im Knast oft noch schlimmere Straftäter. Das kann aber auch ihrer Disposition geschuldet sein und bedeutet nicht, dass diese Typen außerhalb des Knastes zu anständigen Menschen geworden wären. Lieber sind sie im Knast "kaputt" als in Freiheit, denn dann können sie in der Gesellschaft weniger Schaden anrichten. Bei Sexualstraftätern ist man ja auch dafür.
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von beelzebub beelzebub ist gerade offline | 8.2.2010 18:33 Uhr
Probates Mittel bei Rückfall


Zitat von demokratur

Wenn die Burschen dann rauskommen sind sie kaputt (hurra) und haben den letzten Schliff zu Gewalttätern noch dazu bekommen.



Auch dagegen gibt's ein hochwirksames Mittel: Kriminelle, die trotz einschlägiger Vorstrafe zum zweiten mal vorsätzlich und schuldhaft gefährlich gewalttätig werden, gehören grundsätzlich und ohne jede Ausnahme in lebenslange Sicherungsverwahrung. Und mit lebenslang ist hier die absolut 100%igen Gewissheit gemeint, nur noch in einer großen grauen Kiste wieder rauszukommen.
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von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 9.2.2010 12:21 Uhr
@beelzebub
"vorsätzlich und schuldhaft"

Was so aussieht, ist es nicht unbedingt. Ihr Kommentar riecht eher nach Rache, als dass er sachlich an das Problem heranginge. Es geht nicht darum, Straftäter fertig zu machen, sondern um den Schutz des Gemeinwesens. Niemand kann für sich selbst die Hand ins Feuer legen, dass er in der Haut eines 13jährigen muslimischen Jungen in Deutschland nicht straffällig würde. Das kann man sich nur einbilden, es hoffen. Die Schuldfrage ist ohnehin eher problematisch. Ich finde es wichtig, sich an die Tatsachen zu halten und zu versuchen, die Gesellschaft vor möglichst vielen Straftaten, die Körperverletzung und Schlimmeres beinhalten, zu schützen. Da wünsche ich mir viel höhere Srafen (obwohl ich das Wort Strafe gerne durch ein anderes ersetzt hätte, aber das ist noch Zukunftsmusik).
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von medienbuero medienbuero ist gerade offline | 8.2.2010 21:57 Uhr
Vielleicht
sollte man nach ihrer Meinung die Verbrechen verbieten- dann sparen wir uns die Haftstrafen gleich ganz....und niemand kann dann im Gefängnis versaut werden.
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von chiensibelois chiensibelois ist gerade offline | 7.2.2010 23:05 Uhr
Jeder zweite im Knast?
Warum eigentlich nur jeder Zweite?
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von periquito periquito ist gerade offline | 8.2.2010 1:13 Uhr
Darum!
Möglicherweise ist ein gewisser Prozentsatz der Intensivtäter schlichtweg seit der letzten Entlassung nicht mehr auffällig geworden, oder - man stelle sich das mal vor - vielleicht ist ja der eine oder andere auch auf dem Weg der Besserung.
Comment
von andrej andrej ist gerade online | 8.2.2010 16:54 Uhr
Lieber Periquito,
ich zeige Ihnen mal die Berliner Definition von 'Intensivtäter':
"Berliner Richtlinie zur Verfolgung von Straftätern (November 2003)
3. Definition Intensivtäter
Intensivtäter sind Straftäter, die verdächtig sind
A. den Rechtsfrieden besonders störende Straftaten, wie z.B. Raub-, Rohheits- und/oder
Eigentumsdelikte in besonderen Fällen, begangen zu haben oder
B. innerhalb eines Jahres in mindestens zehn Fällen Straftaten von einigem Gewicht
begangen zu haben
und bei denen die Gefahr einer sich verfestigenden kriminellen Karriere besteht."
http://www.dvjj.de/download.php?id=460
Wenn Sie sich die zweite Hälfte des letzten Satzes ansehen, werden Sie merken, dass "der eine oder andere" wahrscheinlich kaum als IT geführt würde, wäre er offensichtlich "auf dem Weg der Besserung". Wahrscheinlicher ist er eher auf dem Weg zur nächsten Straftat.
Comment
von unbekannt | 8.2.2010 2:38 Uhr
Info : nach polizeilichen Auskünften ist zB die JVA Plötzensee zu 60 %
mit Leuten belegt, die ihre Schwarzfahr-Knöllchen nicht bezahlt haben !
Das ist der Mißbrauch der Justiz als privater Schuldturm für die BVG !
Die lassen sich tatsächlich "privatisieren" und widmen sich nicht 100%-ig den realen Anforderungen ! Ein Skandal !
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 8.2.2010 14:19 Uhr
@Nato
60% Im Dezember war es gerade mal ein Drittel. Hat sich da so viel geändert oder liegen Si eda einfach falsch?

[url=JVA Plötzensee]Quelle[/url]

Übrigens, wer sich leistugnen erschleicht und Schulden nicht bezahlt, macht sich damit strafbar, da von einem "Schuldturm" zu sprechen ist recht albern.
Comment
von unbekannt | 8.2.2010 2:34 Uhr
Warum nicht JEDER dieser Gruppe ?
und warum nicht bei DENEN : SICHERHEITSVERWAHRUNG ?
Ich musste mich neulich in der Ubahn wieder einmal von einem Vertreter diesr Subjekte anpöbeln lassen und mir Prügel androhen lassen, nach dem Motto : na hol´doch die Polizei ist mir eh egal, da habe ich dir wenigstens schon mal aufs Maul gehauen !
Das hat er sich dann doch nicht getraut, aber ich möchte nicht, daß meine Kinder eines Tages von so was geschlagen werden & im öffentlichen Raum also ungeschützt bleiben !
DAS GEHT GAR NICHT !
Die lachen über jede Ordnungsmacht - SOLANGE, BIS SIE IM KNAST SITZEN !
Solln´ se´ doch !
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 8.2.2010 9:16 Uhr
Bushido „Du hast theoretisch einen Mord frei“
Damit man versteht, wie die "Zielgruppe" das sieht, ist die Lektüre eines Focus-Artikels hilfreich:


Zitat von Focus

Rapper Bushido vergleicht Jugendstrafanstalten in Deutschland mit einem Jugendclub. Allgemein hätten die Strafen für Verbrechen wie Diebstahl oder Mord keine abschreckende Wirkung.

Bushido muss es wissen: Er saß einst selbst drei Wochen in U-Haft. „Ich weiß nicht, ob ich das sagen soll, du hast in Deutschland theoretisch einen Mord frei“, sagte der Rapper gegenüber FOCUS. „Gehst du über Totschlag, kriegst du vier Jahre auf Bewährung.“ Was solle da abschrecken.



Ziemlich ernüchternd, gell?
Comment
von jimknopf jimknopf ist gerade offline | 8.2.2010 11:54 Uhr
das ist dummes Zeug
bzw. Großsprecherei. 4 Jahre auf Bewährung geht gar nicht,die Grenze liegt bei max. 3 jahren Haft,in Jugendstrafsachen bei max. 2 Jahren (§ 21 JGG) die zur Bewährung ausgesetzt werden können. Bei Totschlag ist die Mindeststrafe 5 jahre, bei Jugendlichen kann davon allerdings nach unten abgewichen werden.Allerdings dürfte es kaum möglich sein "über Totschlag zu gehen" wenn die Mordtatbestände nachweisbar sind.
Der weichgespülte "Gangsta Rapper" plustert sich auf um sich wichtig zu machen.
Dass die Inhaftierung wirkt, zeigt sich am Rückgang der Raubdelikte, dies ist sehr positiv zu bewerten.
Vielleicht setzt sich auch bei pubertierenden Gewalttätern langsam die Erkenntnis durch, dass eine Knastkarriere der direkte weg ins lebenslange soziale Abseits bedeutet.
Comment
von betrachter betrachter ist gerade offline | 8.2.2010 13:07 Uhr
@jimknopf
Dass man von Bushido nicht jede Zahl ernst nehmen muss, ist klar. Aber die Einstellung von ihm sagt deutlich, dass es zu wenig Abschreckungseffekt gibt.
Und manche betrachten eine Jungendstrafe wohl noch als Ausdruck von Street-Cred. Aber bei denen ist wohl eh alles zu spät....
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 9.2.2010 23:23 Uhr
@betrachter
Bushido? Zahl?

Ahem, manche Dinge passen gar nicht zusammen.
Comment
von hjb hjb ist gerade offline | 8.2.2010 9:18 Uhr
das ist immer
noch jeder 2te zu wenig warum sind die anderen 276 Verbrecher noch nicht im Knast
Comment
von jan.dark jan.dark ist gerade online | 8.2.2010 9:48 Uhr
Sind ind er Statistik schon Jesuiten enthalten?
Mit 20-30 Opfern sexuellen Missbrauchs müsste man die jetzt "entdeckten" Serientäter bei den Jesuiten und anderen Katholiken eigentlich auc der Statistik hinzufügen. Sind die schon darin enthalten?

"Die kompromisslose Härte von Justiz und Polizei gegen Intensivtäter hat messbaren Erfolg."

Das wir auch bei den Jesuiten zu erwarten sein. Kompromisslose Härte: Straftaten ahnden, Zivilforderungen eintreiben und Schulen nach dem Schulgesetz wegen Unzuverlässigkeit schliessen. Kompromisslos und hart.

Die Aussicht, hinter Gittern zu landen, bremst auch die nicht inhaftierten

Wenn Polizei und Justiz das schon jetzt messen, dann ist das auch bei den Jesuiten zu erwarten.
Comment
von manukai manukai ist gerade offline | 8.2.2010 10:25 Uhr
Erfolgsmeldungen
werden ja gern in der Presse lanciert, nur nicht immer sind es solch überragende Meldungen.
Bereits im Jahr 2005 waren 40% der IT zu Haftstrafen oder zu Unterbringungen in Heimen verurteilt. Unter dem damaligen geschaßten Roman Reuch betrug die Zahl der IT Anfang 2008 ca. 450-470. Heute haben wir eine Steigerung auf 552 IT, trotz der sinkenden absoluten Zahlen an Jugendlichen. Die Quote der Zahlen der Jugendlichen sinkt enorm, während die Zahl der IT stetig steigt.

Gut, dass die Hälfte sitzt und das Konzept scheinbar greift. Nur eine wirkliche Erfolgsmeldung sehe ich hier nicht, allenfalls eine Außendarstellung der Polizei/Justiz in den Medien, nach all den Negativmeldungen.
Comment
von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 8.2.2010 11:29 Uhr
Nur mal so gefragt
Was wäre denn eine Erfolgsmeldung für Sie?

Alles negieren und nur zu sagen: "das reicht nicht" ist etwas wenig.
Comment
von manukai manukai ist gerade offline | 8.2.2010 13:07 Uhr
zumindest nicht diese
Wenn die Zahl der Inhaftierungen seit 2005 gerade mal um 10% gesteigert wurde, während sich die Zahl der IT seit der Entlassung von Reusch 2008 um knapp 100 Täter erhöht und gleichzeitig die Zahl der Jugendlichen stark abnimmt, dann sehe ich keine kompromisslose Härte von Justiz und Polizei gegen Intensivtäter.
Wobei es wohl eher an der Justiz liegen dürfte und das Frau v.d.Aue medial veröffentlichte Erfolgsmeldungen braucht ist offensichtlich.
Die Polizeiführung feiert doch auch immer den Rückgang der Jugendkriminalität und verschweigt den Rückgang an Jugendlichen und die zwangsläufige sich selbst erklärende Konsequenz. Nicht vergessen sollte man, dann der Jugendknast zum Bersten voll ist- es mangelt schlicht an Plätzen. Die Anteile bei der Belegung lassen wir mal außen vor.
Statistik und die gewollte positive Botschaft für das Volk- mehr nicht.
Sollte aber das eigenständige Nachdenken nicht beeinflussen
Comment
von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 8.2.2010 15:20 Uhr
zumindest nicht diese
Die Frage war: "Was wäre denn eine Erfolgsmeldung für Sie?"
und das ist keine Antwort.
Es ist nicht einmal der Versuch einer Antwort!

Reusch scheint in Ihrer Welt ein Joker zu sein.
Man erwähnt den Namen und gut ist es.

Mich würde _in_Zahlen_ interessieren, wie weit der Geburtenrückgang (welcher Jahrgänge und welcher Bevölkerungsgruppen) tatsächlich die Statistik beeinflusst (aus ihrer Sicht schönt).

Auch bitte ich um eine Erklärung der Logik, die beim Rückgang der 'Kundenzahl' neue Knäste fordert, die frühestens in 5 Jahren fertig sein können. Dann aber greift der Geburtenrückgang noch ganz anders ...

Nur mal so gefragt:
Wissen Sie was jeder Tag Knast kostet und wie viel folglich jeder Cent Jugend- und Sozialarbeit uns Steuerzahlern bringen könnte?

Ist es daher nicht etwas dumm, mehr Knast und mehr Knäste zu fordern?

Die USA haben die meisten Inhaftierten im Weltvergleich, gleichzeitig aber die größte Kriminalitätsrate. Macht Sie dies nicht nachdenklich?
Comment
von andrej andrej ist gerade online | 8.2.2010 18:23 Uhr
Ist das so, Petra????
Die USA haben die meisten Inhaftierten im Weltvergleich, gleichzeitig aber die größte Kriminalitätsrate. Macht Sie dies nicht nachdenklich?
Da gucken wir beim FBI:
http://www.fbi.gov/ucr/cius2008/data/table_01.html#overview
2008: 7.337 Straftaten pro 100.000 Einwohner
Jetzt nach Deuschland geguckt:
7.445 Straftaten je 100.000 Einwohner.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/73075/umfrage/bundeslaender-im-vergleich---straftaten/
(nach BKA-Kriminalstatistik 7.436, also etwa
dieselbe Zahl)
Berlin übrigens im Bundesländer-Vergleich mit den 2.-meisten Verbrechen pro 100.000
weit über dem dutschen und dem US-Schnitt
War wohl n Vorurteil, oder???
Mich macht es nachdenklich, wenn Leute aus Vorurteilen Argumente formen wollen...
Comment
von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 8.2.2010 22:13 Uhr
Vielleicht
hatte ich nicht die Summe der Hühnerdiebe, sondern Verbrechen gemeint.

"Auf die Gesamtbevölkerung der USA bezogen, ergeben diese Zahlen einen Gefangenen auf jeweils 143 Einwohner. In Deutschland war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Anfang 2002 nur jeder 1.357. Einwohner inhaftiert.
[...]
Die USA (286 Millionen Einwohner) haben damit die meisten Gefängnisinsassen - absolut und pro Kopf. In China mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden gibt es über 1,4 Millionen Häftlinge, in Russland mit einer Bevölkerung von 144 Millionen über 900.000."
[Quellen: Welt, AAO]

Nicht ganz aktuell, aber am 10:1 wird sich wenig verändert haben.

Die Behauptung, dass Haft zu weniger Verbrechen führt, dürfte damit hinreichend widerlegt sein.
Comment
von andrej andrej ist gerade online | 8.2.2010 22:34 Uhr
achso, wenn das eine extrem
(USA)falsch ist, muss das andere (deutsche Kuscheljustiz) genau richtig sein?
Petra, es soll ja im Moment sehr kalt sein Berlin. Auch wenn Sie deshalb frieren, setzen Sie sich nicht auf ne glühende Herdplatte, nur weil Hitze das Gegenteil von Kälte ist!!!!
Comment
von bescheidwisser bescheidwisser ist gerade offline | 8.2.2010 10:47 Uhr
messbarer Erfolg?
ob es ein Erfolg ist, wird sich erst zeigen, wenn sie wieder rauskommen...
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 8.2.2010 14:39 Uhr
@bescheidwisser
Das ist unlogisch. Der Erfolg ist schon dann messbar, wenn es weniger Straftaten gibt. Ob man solche Intensivtäter überhaupt noch sozialisieren kann, ist ein anderes Thema.
Comment
von Germanember Germanember ist gerade offline | 8.2.2010 10:51 Uhr
Mit härte erfolgreich ...
Nun,von denen hat keiner tatsächlich Angst vor dem Knast ! Und hört auf mit Statistiken, durch diese wird der Bürger überwiegend manipuliert ! Ernsthaft, ihr Selbst im TV der Bürger ist mit der Frau Merkel unzufrieden,und doch hört ihr :" Eine Forsa Umfrage hat ergeben, das die Bürger mit der Arbeit der Kanzlerin zufrieden sind !" Representative Umfrage ? Es wurden 100 Leute der potientellen CDU Wähler gefragt, was mag da wohl für eine Meinung heraus kommen ? Und so verhält es sich mit allen Parteien ! Warum gibt Westerwelle wohl nichts auf Umfragen ? Er weiß, wie das vor sich geht !
Comment
von andrej andrej ist gerade online | 8.2.2010 12:09 Uhr
@Germanember
Haben Sie sich schon mal, zur Überpüfung Ihrer eigenen Theorien, gefragt, wiweit Ihr eigenes Umfeld vlt. nicht repräsentativ für dieses Land ist? Und war die BT-Wahl Ihrer Meinung nach auch ein Fake wie angeblich Forsas Umfragen?
Comment
von unbekannt | 8.2.2010 11:13 Uhr
Der Rückgang ergibt sich ....
auch aus einem Rückgang der entspechenden Personengruppe, in Berlin sind die entsprechenden Jahrgänge um 20 Prozent geschrumpft.
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 8.2.2010 11:26 Uhr
Leiser Jubel
"Die kompromisslose Härte von Justiz und Polizei gegen Intensivtäter hat messbaren Erfolg"

Natürlich hat sie das. Nur leider stehen diesen Erfolgen zu viele Leute entgegen. Unsere Justizsenatorin schasste den Staatsanwalt Reusch, weil er genau diese Linie empfahl und dies auch untermauern konnte. Das war für die nette verständnisvolle Frau denn doch zu viel der Klarheit. Sie unterdrückte seinen Bericht über Intensivtäter in Berlin und warf ihn raus. Das ist nur ein Beispiel von vielen.
Comment
von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 8.2.2010 13:06 Uhr
Könnte es sein,
dass Reusch nicht als Pressesprecher angestellt war und seine Art die Statistik zu 'lesen' ein wenig voreingenommen war? Auch war da irgend etwas mit einer Weisung, die er grob vorsätzlich ignoriert hat. Das ist etwas viel Sendungsbewusstsein!

Sicher überrascht es Sie zu erfahren, dass Staatsanwälte _weisungsgebundene_ Beamte sind.

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